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Full text of "Das Recht für Urheber, Buchhandel und Presse"

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p. ^Witmmi'i ämitiiliiitg ]iriUif4|(r ^tnMifn. 3. 



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i(t|i(li(t, $tt(l||iaii)i(l nnb |!teft 



Von 



n. 

untr ii0nvBitttmun. 



1890. 



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Mt infBrnaftonafen 



i(tliel)eneiltt0-iefe|gelittitgett 



^ontientionen. 

Von 




5. Ä). p. Siebennann. 
1890. 



{)effc k fRtätx, Sct^sig. 



r.ß 



«vUY £d 19]S 



aSorttJort 



^aum bret SJlonate fiitb t)erf[offen feit ber erfte 93anb biefeiS 
^erfed erfd^ienen ift; bie günftiae ttufnal^me bedfelben seigt mir, 
bog fein @rfd^etnen nic^t ü6er{iüffia mar. tiefer jmeite 93anb, 
obmo^I als felbftänbiged ^erl angeleot, erhält bod^ erft in S3er^ 
binbung mit htm erft erfd^enenen feinen t)olIen ^ert. $Benn 
QUd^ bie (Sirenen beS S^led^tSgebieted; »»eld^eS ber erfte Xeil be« 
l^anbelt, jtemlic^ n)eit gerüdt ftnb, fo n^irb bod^ fo mancher $lutor 
ober 93ud^]^änbler infolge ber fodmopolitifcfien 9^Qtur bed Ur^ber:: 
red^td in bie iS^age fommen, aud§ btefen 5n)eiten ^anb lonfnitieren 
5U muffen. 

^a biefed ^er! nnr bem ))raltifd^n ^ebraud^e bienen \oXi, fo 
ift aUed tt)eggelaffen n^orben, toa^ nur tl^eoretifd^en ober ^iftorifd^en 
fSert l^at. gfür bie 9(utoren unb 93ud^^önbfer in SDeutfd^lanb, 
Oftcrreid^, Ungarn unb ber ©d^toeij beftimmt, ift bie Ürl^eberred^tS* 
©efe^gebung biefer Sänber fel^r auiSfitl^rlic^ im erften ^anbe mit- 
geteilt unb fommentiert, mä^renb für bie in biefem 93anbe mit- 
Seteilte ®efet;gebung ber übrigen äönber ber @rbe eine fold^e 
[udfübrlid^Ieit nid^t nur überflufftg, fonbern fogar ftörenb märe, 
^em ^utor ober 18ud^]^änbler in einem ber 2änber beutfd^er gunoe 
genüat ed ju miffen, ob er in einem beliebigen anberen lt5anbe 
\>a§^ ur^eberred^t an einem 93er!e beft^t, ober ob er ed burc^ ^r^^ 
füUung iroenb einer gformalitöt ermetben !ann. ^ie SSerfoIgung 
einer im nudtanbe begangenen 9le4tdt)erle^ung mirb man ftets 
einem 9*ed^t8anttHiIte in htm betreffenben ßanbe überlaffen muffen. 
®d ift bed^alb bei 18earbeitung ber ^ier Der5ffentli(^ten SanbeiS- 
aefcje im gntereffe ber 93rau$barfcit be8 SBerfcS bie mögli(§fte 
^ürje mit ber größten Überftd^tlic^Ieit t)ereinigt morben, uno finb 
aefeilid^ SSeftimmungen, meldte au^ irgenb einem @(runbe gegen:: 
ftanodlod pn^ (t^i^ h- ^- ÜbergangiSbeftimmungen, menn bie Über- 



VI «ortoort. 



t 



angdjett bereits DerfColfeu ifO auger ^Id^t gelaffen. hingegen finb 
ie für bie intentattonalen ^ejie^ungen toid^tigen Konventionen, 
bie SBerner j^ont^ention, bie iftont)ention ber fübanterifanifd^en 
(Staaten nnb bie t)on SDeutfd^Ianb, Öfterreid^, Ungarn unb ber 
©d^hjcij Qcf(6(offenen Sßertröge wörtlid^ mitgeteilt unb fommcnticrt. 
^ie Bearbeitungen ber t^anbedgefe^e gefd^a^ nac^ fran^öpfd^en 
OueHen, teilmeife bienten aud^ beutfc^e DueHen*) unb bire!t er^ 
baltene ^uSlünfte gur ^runblage. S<^ n)ieberl^oIe ^ier eine 93itte, 
bie id^ bereits im SSortoort beS erften ^nbt^ audbrüdfte: Wit 
^enüger biefeS ^erleS [mb gebeten , i^nen toünfd^enSmert erfd^ei:: 
nenbe 93eri(btigungen ober fonft bemerlte Mängel ober iSüdfen mir 
gätigft mitteilen ^u moUen, um eine l^offentlid^ halb nötig merbenbe 
zweite Auflage t)on ber iebem $robutte beS menfd^Iid^en ©eifted 
an^aftenben unt)onfommen]^ett nad^ 9)^ög(i(l^!eit befreien ju !önnen. 

Scipatgr im Oftober 1890. 

^ftiebridö Streifelet. 



*) X)lc SCrtifcI „®ro66cltannlcn" unb „Storbamerlfa" flnb jum 
%til aus bem „(Sit^oct-^ournal* (Sei^^^ig, &. ^ebelec) mit gtttiger (Er- 
laubnis beS QerlegerS bedfelben abgebructt »Sorben. ü)ie 8eftimmungen einiger 
Sänber (Stumänlen, 9luB(anb, %üvhi, $enra"e(a) über bie Kbgabe ber ^fCt^t» 
ejremtlare ftnb entnommen aus .Oftanfe, bie Abgabe ber $fli(i^te£em))tare 
bon J)nicferfteugnijfen". ©ertin 1889. 



Sn^dU. 



®eite 

Sßortoort V 

©inleltunö IX 

Übcrp^t ber ßittcrarlonbentioncn XXVII 



2mM%t\tfi^thun^tn. 



Äg^tcn 

^racntinifd^e 5Re|)ubIi! . 

SBelgicn 

öoliöia 

SBraftlicn 

Suläaricn 

©^ilc 

(Sf^\m 

©pftarica 

^äiiemar! 

^cutfd^knb 

©cuabör 

Sinnlanb 

gtanfrcid^ 

^ried^enlaub . . . . 
©rogbritonnicn . . . 

®uaitmala 

$aiti 

^atimi 

^onburag 

^Q^an 

Snbicn 

gtolicn 

^anaba 

ilolumbia 



(Seite 
1 
2 
3 
6 
10 
11 
11 
13 
14 
U 
18 
18 
24 
28 
35 
37 
41 
44 
45 
46 
46 
50 
51 
57 
58 



Sujcmburg . . 
3Kcjifo . . . 
Monaco . . . 
S^ieberlanbe . . 
^icaxa^ua . . 
92orbamertla 
iRorwcficn . . 
Oftertcid^ . . 
$arogua^ . . 
$crpcn . . . 
$cru .... 
Portugal . . 
[Rumänien . . 
afluglanb . . . 
©an gKarlno . 
(San 6Qlt)abov. 

©d^toeben 

©d^weij 

@})anieii 

©erbten 

©übafrifanifd^e 9{e^ubU( 

%mx^ 

Sürlei 

Ungarn 

Uruguai) 

SSenejucla 



^ 



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116 

116 




Vni 9tti§att. 

ftontimtionett. 

®ette 

S)tc SBcrncr Äonbcntion 128 

ÜBcreinlunft betr. bic Silbung eittc« internationalen Serbanbc^ 
iura @^u(e Don $Ber!en ber Sitteratur unb ^nft . .128 

dufa|artt(e( 183. ©d^IuBprotoIoK 133. IBonaiegungS^rototon 136. 

SSerorbnung betr. bie ^udfü^rung ber am 9. September 1886 
ju SBcrn abgefc^loffenen Übereinlunft jc 138 

iBe!anntma(i^ung beS SRetd^gfanjIerd 2C 139 

Verträge ^mifd^en bem if^orbb. 93unbe bejtö. htm ^eutfd^en 
9leid^e unb ber ©(^lueij ic 142 

SDie Überetnfunft jtoifd&cn S)eutfd^Ianb unb gtanlreid^ k, . 142 

^ie Überetnfunft gwifdben 2)eutfd^Ianb unb Belgien :c. . .151 

.. ^rotoIoQ 151. ©^luBtTOtoEoU 152. 

S)ie Übereinfunft jftjifclen S)cutWIanb unb Stauen 2t. . . 152 

$roto!oII 158. ®d^lu|))rotoIoa 154. 

^ie ^mifd^en ben einzelnen beutfd^en (Staaten bejto. bem 
S)eutfc^en S^etd^e unb ©rofebritannien abgcfc^Ioffencn SBer* 

träge 2C : . . 156 

3>ie Überein!unft jioifd^en ber ©cftujeij unb SBelgten :c. . . 156 

^ie Überetnfunft änjifd^en ber ©d^fteij unb Stalten ic. . . 164 

Xie Überetnfunft gtoifcben ber ©cfimci^ unb granfreid^ 2C. . 164 

. 3« 2ftan!rct(^ ansuwettbenbc ©cftimmungcn 164. 3n ber ©d^toelj 

ottaunpcttbcnbe »cftlttinrnnecn 169. 

©taatSöertrag gttjifc^eu Pfterreic^ unb StoHen 174 

©taatSöertrag atoifc^en ßflerreid^ unb granfreid^ .... 179 

a) ©taatSbertraß t)om ll. S)e5cm6cr 1866 179. b) awinlfterial= 
»etorbnung t)om 9. Samiar 1867 164. 

ßfterreic^ unb S)eutfcölanb 185 

©anbciSöertrag jtoifcftcn fcfterreid) unb ©rofebritannien . . 186 

®eic| bom 27. Sunt 1878 megcn SSereinbarung eineS goU* 

unb ^anbeföbünbniffeS gwif^en ßfterreid^ unb Ungarn . 186 

Ungarn 186 

©fanbinabifd^sbeutfcber ©c^ufeoerein ttjiber ben 9?ac^brucf üon 

SKuftfalien 188 

^ie Staaten bon ©übantcrifa 189 

?ßroieft bc8 SSertrageS bon 9Kontet)ibco 190 



(^inleitttttß- 



„S)ie*HoS negative abtx attcrerftc SBcförbcrung ber SBlffcn* 
fcöaftcn unb Äünftc tft, bicicniöcn, blc barin arbeiten, gegen SDleb^ 
flal^l ju ft^ern unb i^nen ben 6d^ü^ i^xt^ ^igentuntiS angebellten 
ju lajfen." 

S)iefcr öon ©egcl*) auSgefprod^enc (SrunbfaJ ift nod^ lange 
iti^t in feiner ganzen ^ebeutung anerfannt, benn fonft mürbe t^ 
nid^t fo t)ieler ^nftrengung gebraust l^aben, um ha^ Ürl^eberred^t 
burd^ ©efe^e ju regeln, meldte in faft allen Säubern ben Don 
©irarbin gefunbenen fel^r treffenben Xitel fül^ren lönnten: ,,Über 
baS %))ro^riationSre(^t bt^ (Staate^ in be^ug auf ba^ geiftige 
©igentum."**) 

fjfreili^ lonn für ha^ Ur^eberred^t aud^ nid^t ba§ Don ^I^l^onS 
Äarr aufgeteilte ^jiom »la propri^te litt^raire est une pro- 
pri6t6" ol^ne ©infdfträniung gelten. SebeS geiftige ©rjeugniS, möge 
ein nod^ fo großem ®enie ber ©d^b^jfer beSfelben fein, pnbet feine 
^urael in bem ©eifteSfc^a Je ber ©cfamt^eit. SBirfönnten biefe» 
2Ber! nid^t fc^reiben, loenn un« nid^t bie SKöglid^feit geboten wäre, 
bit Sßorarbeiten auf biefem Gebiete ju benüjen. Selbft Reifte«* 
werfe, meiere fid^ nic^t auf bereits beröffentlid^te SSorarbeiten ftüjen, 
fönnen nur auf ®runb bon SBeobad^tungen erjeugt werben. 3n 
jebcm iJalle mni baS öeben, bic (SJefamt^eit ben ©toff bieten unb 
mu^ aud^ bem ^utor Se^rer unb ^Berater fein. 

S)a8 ®efe| foll alfo nid^t baju bienen crft ein Url^cberred^t 



•) ®ninblinien beS die^ti. § 69. 

**) eit^t SSer^anbCungett beS 8lei(|$tageS beS 9lorbb. SSunbeS. ®i|uitg 
t)om 24. 3R&vh 1870. {Rebe beS 9()^georbneten Dr. ®ttp^ni. 



X «tnrettuttö. 

gu [(Raffen, ^urd^ bie (Sr^eugung eined ^er!e$ ber Stiteratur 
ober ^unft ift htm ^utor auc^ fc^on baS Url^eberred^l gegeben.*) 
^ie Q^efeie bienen nur baju, biefeiS natürlid^e S^ed^t im Snter- 
effe ber ^(efamtl^eit gu befd^ränlen. SDie ©efe^gebung fyni aber 
barauf ^u ad^ten, bag biefe %))ro))riQtion im gntereffe bed @lemein^ 
tüofjii^ nid^t 5U n^eit gel^e, bog ber $Culor ntd^t um feinen Sol^n 
!omme, auf ben er minbeftend ebenfofe^r $(nf))ru(^ l^at n)ie ein 
^rofd^Ienfutfd^er, bem bie Statur jufälligerhjeife eine fc^öne ©timme 
gab, ber er eS berbanlt, wenn er eines StageS aU ©änger in bie 
glüdtlid^e ßage lommt, ftatt ber menig nol^rl^oflen Sorbeeren ben 
für be8 SeibeS SiJotburft biel mld^tlgeren ^Jiammon einju^eimfen. 
SBenn man olfo atö S^^^ ^^^ Ur^eberred6t8-®cfe|gebung an« 
nimmt, ba6 pe nur ba^u biene, bie 3ntereffen ber ©efomt^eit bem 
notürlid^en [Rechte beS Url^eberS gegenüber ju maleren, fo muffen 
ftetS folgenbe @jr))ro))riationen biefed natürlid^en Stec^teS gefe^lic^ 
geregelt werben. 

a) bie fjrei^eit be« SRad^brudEeS in befd^ränftem Wla^t, fotoeit 
blefer ißnc^brudE jur ©rl^altung ber S!Qge§<)reffe, ju pUba^ 
gogifd^en Qtoedfen unb jum Srotdt ber ihitil nötig cr= 
fd^eint; 

b) bie geftftellung einer beftimmten 8^»^ "^^ melt^er bie 
©efamtljeit toieber in htn uneingefd^ränften ©efij beS 
^erfeS gelangt, ju n^eld^em fie bod^ urf))rüng(td^ ben @toff 
geboten l^at. 

^ie 92otn)enbig!ett t)on $unft a ift t)on aQen ©efeggebungeu 
aner!annt, nur bejügUd^ beS Umfange« biefer ber ^lllgemeini^cit 
gemad^tcn Äonjeffton gelten bie 3Keinungen auSeinanber. (Sug^ne 
^ouittet öufeert ftc^ barüber im ?Ramen ber Association litt^raire 
et artistique internationale folgenbermajen:**) 

„28ie fott man Iritifieren ol^ne ju jitieren? S)a8felbe gilt 



•) ©icl^e ben «rtlfet „«crtagSrcdlt" in blefcm IQJcrfc i. »anb, 
®eite 119. 

**) ®[t^t Association litt^raire et artistique internationale. Son lii- 
stoire — ses trayaux. ißarlS 1889. ®eite 853. 9Kel§r ÜUx btefeS ^ema 
jle^e bafelbft ®elte 886. {Rebe bon S^on^iSaen beim ftonflve^ in a^abrib im 
ga^rc 1887. 



($inlcitutt0. XI 

t>om Untftrid^e, tuelc^er in ^l^rl^eit nur eine befonbete t^orm bei 
ßriti! ift; !ann p(j^ ein %uiox bellagen, toenn einzelne ©tetten 
feiner SBerfe gitlert »erben um enttoebcr otö SÄufter für @t^l ober 
Slui^brudStDeife ober ald X^ud ^u bienen bafür^ toaS htm ober 
jenem ®rommati!er s^folge öermieben »erben foü. i)ie Sitierung 
wirb nur bann [traf bar, »enn fie bo8 SBer! felbft erfe|t, eS in* 
folgebeffen entbe^rli^ mad^t. d^ ift alfo !aum auläfftg, bag man, 
»ie bied mand^e (S^efeggebungen geftatten,. ungeftraft unb im ^iber^ 
flnrud^e mit htm auSfd^Iieglici^en iRec^te bed Urhebers einige feiner 
äBerfe in einer tlntl^ologie ober (S^^reftomat^ie abbrucfen barf. 3n 
biefem gaHe l^at man ed nid^t me^r mit bem Unterrid^te au tl^un; 
eine ©l^reftomatöie, bie nid^t unterrid^tet, nid|t8 erörtert unb fid^ 
blo« aufs gitteren befd^ränlt, ift nur eine Sammlung, toeld^e bie 
Derfc^iebenen ^erle, auS n)el4en fie jufammengefteHt ift, mel^r 
ober nieniger erfe^t. ^er eine Sammlung aui^geföä^Iter Stüdfe 
lieft, »eig ni(^t3 Don ben eigenen gbeen bedjenigen, ber biefe 
Sammlung ^ufammengeftelit ^t; er tritt nur ju ben zitierten 
Tutoren in geiftige SSejiel^ungen/' 

%m IBebürfniffen ber treffe l^at bie l^errfd^enbe @kfe|gebung 
auf folgenbe ^etfe 99e(^nung getragen. 3n Leitungen unb iRet)üen 
üeröffentlid^e ^rtifel bürfen nad^gebrudCt »erben, aufgenommen 
folc^ $lrti!el, beren ^^ad^brudC Dom ^utor ftie^ieQ verboten ift; für 
^rHIel über Xagedt)oliti! ift aber ein foIc^eS Verbot o^ne ^ir!ung. 
^fc8 gilt für 3)eutfd^lanb, Sd^toeij, Ungarn unb Stalten. S)er 
9laä^btvid eines {eben S^^tungSartilelS lann Dom ^utor Verboten 
»erben in Spanien, 9Heberlanbe, Sübafrüanifd^e ^tpuhlil, j^o« 
lumbia, @cuabör unb SJenejuela. SDie übrigen Staaten verbieten 
burd^ M ®efe^ felbft ben 92ad^brudC grJ5gerer »tf|enfd^aftlid^er 
ober litterarifd^er Ärtifel. 

3)ie im $un!te b aufgefteffte gorberung ift im $rin3it)e faft 
allgemein burd^gefül^rt; nur G^uatemata, SSttjcMo unb IBene^uela 
machen eine ^uSnalJme, ha biefe brei Staaten ha^ „e»ige Url^ber? 
red^t" (»enn aud^ nid^t an Werfen jeber 9(rt unb im ganzen Um« 
fange) anerfannt l^aben. 9Bie lange j[ebod^ ein ^er! ju gunften 
beS Tutors gefehlt fein foll, um fo»ol^l bem ^utor »ie aud^ ber 



XII «nleltuMfl. 

©efamil^it geredet ^u toerben, ift eine fd^mer ^u beanttoortenbe 
gftage. Unferer SReinung nad^ mn^, um l^ier ein bie rid^tige 
aRitte treffenbeS Urteil fällen au fönnen, ein (Skfe^ minbeften9 
bo))))eIt fo lange in ^aft fein, ald bie bartn angefe|te ©c^u^frift 
beträgt. !Run ift aber faft bie gefamte gegentoärtig rec^tSMftige 
Url^eberred^tSs^efetgebung aiemli(6 neuen 3>atum8- Hm älteften 
ift bad eng(if(^e ©efeg, toeld^ed im Saläre 1842 eine smeiunbDieraig« 
iöl^rige @(^u^frift feftfe^te. @obann folgt £)fterret(^, totld^t^ burd^ 
®efej Dom Sol^e 1846 3BerIe bcr Sftterotur unb Äunft bi« breißig 
Sai^re nad) bem 2lobe bed ^luiord fd^fi^t. 93enn mir nod^ mel^rere 
größere Sänber*) mit ebenfo alter Url^eberred^tÄs^efeJgebung l^ätten 
unb biefe ©efege nod§ mel^rere Sal^r^el^nte in Uraft blieben, fo 
liege fid^ bann burd^ eine ©tatiftü, tbeC^e fid^ aud^ mit btn ma« 
terieHen SJcrl^ältniffen öon Tutoren unb S^erleger befaffen mfijte, 
ermitteln, ob bie angefejte ©(^ujfrlft ben beteiligten gntereffen 
gerecht tuirb ober nid^t. S)er Streit iiber bie gerecfttefte ©(^utfrift 
tann aber gegenwärtig nur ein alabemifd^er fein, toeif ^rfal^rungen 
barüber mangeln; einzelne ^emeife gu gunften eineS beftimmten 
geitraumed finb nicbt maggebenb, ha bei jeber toit immer be- 
meffenen Sc^u^frift ed ftetd f^älle geben lann, mo enttoeber ber 
Hutor ober ber Sßerleger }u !urj lommt. ^er Umftanb, Mji 5. f&, 
©l^ealefpeare erft S<i]§r|unberte nad^ feinem Xobe berül^mt tourbe, 
fann nic^t bap bienen, um für eine S^^^rl^unberte to)äl^renbe 6^u|« 
frift 5U j}Iaibieren. 

@$ malten aifo bejüglid^ ber ©d^u^friften bie Derfd^ieben« 
artigften Huffaffungen Dor. ^ie fd^on erwäl^nt, geroäl^ren ®uate« 
mala, SRe^ifo unb Sßene^ueia emtged Url^eberred^t. ®t)anien unb 
Columbia ge^äl^ren bie längfte begrenzte ©d^u^frift, b. i. 80 ga^re 
nad^ bem €obe bed Url^eberd. ®onberbarertoeife l^at ber Verleger 
^on ber 80iäl^rigen @d§u^frift in Spanien unb ber ewigen ©c^u^ 
frift in ^ene^uela nid^t immer htn 9^u(en. 3ft bad SSerlagSre^t 

•) »el biefer Srage lönnen nur fott^c ©ttttttcn In «etradftt fontmen, 
totl^t eine auSgei^itbete Uri^eberret^tft • (Hefe^gebung unb (ebeuten beti! littera 
viferen fßttU^v auftteifen. 2)e«^a(6 linb Sänber tote Q^riec^enlanb (©trafgefe« 
bom 3a^Te I888, ®(iu|fri|t 16 Sa^re) ober ^eru (Qlefe^ bom 3a$re 1849, 
®(|u|fTift 20 3al^re nad^ bem S;obe beg 9(utorS) u. a. m. auBer H^i eelQjfen. 



etnleltttttfi. Xni 

einem Sßerleger überlaffen Sorben, ttnb ftnb 25 ^af^xt nad^ bem £obe 
bed Hutord noc^ Arbeit am Seben, fo erUfd^t ba$ lRed§t beS %ei> 
leger^ iu gunfien ber Stben be0 ^utj)r§. (Sine ©d^u^frift Don 
fünfzig ^a^xtn nad^ bem ^obe beS Tutors beftimmen bie @(efe^ 
t>on f^ranlreid^, ^tiqitn, S)änemar!, Ungarn, Monaco, ©darneben, 
^^ormegen, Portugal, IRuglanb, Srinnlanb, £uniS unh f&olx'oxa, 
^eutfd^Ianb, Öfterteid^ unh bie ©d^u^ei} l^aben breigigjiäl^rige ®d§u(:s 
frift, $eru aman^ig S(^l^re, S3raft(ien ^e^n S^l^te unb ^IH fünf 
Salute nad^ bem %t>ht beS ^utord. 

^ie 9le))ubli{ ^iü l^at ein Befonbered ©Aftern jur ^vec^nung 
ber @d^u^frift; biefe M^xt fo lange, als ber Hutor ober beffen 
SS^ttme lebt, fotoie ^manjig SJal^re ^u gunften ber i^interbliebenen 
Äinber, jebod^ nur gel^n ^a^xt ju gunften anbcrer (Srbcn. ©ried^en* 
lanb fc^ü^t ein Serl fünfsel^n ho-fixt t)om erften ^rfd^einen an 
gered^net. Stalten ftel^t gleid^fallS einzig ba mit feiner ©d^u^frift; 
biefe bauert mä^renb ber Sebeni^seit beS ^utor^ xt\p. t)ier5ig ^oi^xt, 
totnn ber ^utor bor Ablauf biefeS S^itxünme9 ftirbt. @obann 
folgt eine ^toeite $eriobe Don Dier^ig SoXpctn, loäl^renb toeld^er ber 
^aäjibxnä Jebem erlaubt ift, mofiir jcbod^ ben @rben be8 8lutor0 
bon jebcm Siiad^brudter eine bom ©efeje feftgcfteffte ©ntfd^äbigung 
gu gal^Ien ift. (Srft naäi Ablauf biefer a^tgig Saläre toirb ha^ 
Söerl ©cmcingut. Sn ©otlanb bauert bie ©(^uffrift fünfzig Saläre 
bom Sage ber (Eintragung an gered^net. li^ebt ber Hutor bann 
no(§, fo föä^rt bie @d^u^frift m gu beffen 2:obe. ^ie fübafrifa^ 
nif<|e SRe^Jttblil l^t benfelben SWobuS. Sfiorbamerifa ]§at ad^tunb= 
^nningiglä^rige ®d^u(frift bom 2lage ber (Eintragung an gered^net, 
n^eld^e auf toeitere biergel^n Sal^e berifingert toerben !ann, totnn 
ber Hutor nad^ t(blauf ber at^tunb^toangigjäl^rigen $eriobe nod^ 
ant Seben ift, ober »enn eine ^itkoe ober ^inber bon il^m ba ftnb. 
©rogbritannien fd^ü^t mfi^renb ber SebeniSgett bed Tutors unb no(^ 
fteben Igal^re nad^ beffen Sobe ein SQ^er!, ober jtoeiunbbiergig Saläre 
bom erften (Erfd^einen an gerechnet, ^ie na^^ bem jett^eiligen 
SaEe längere au$ biefen beiben IBerec^nungSmeifen erhielte geit 
gilt aU ed^u^frift. ^ie 2:ürfei erteilt ^ribiCegien mit biergig« 
jäl^riger ©d^u^friß, ^opan ^ai ^ribilegien auf Men^seit unb fünf 



XIV «Inlcltunfl. 

gol^re nadj ^^^ 2:obc beS ^lutorS, jebenfallS aber M^xt bic 
@(^u6frij fünfunbbrcijlö Saläre öom crffen drfd^elttcn an gcrcd^nct, 
mctttt ber erpe öercd^nungSmobuS btcfen S^^trauin ntc^t erretten 
folltc. 

$ei biefer ^uffteHung, »elti^e fo rec^t anfd^aulid^ jetgt, bag pd^ 
bie ©efeggebung in Bepg auf bie Sd^u^friften nur aufi^ ^robteten 
beilegt, l^atten »ir nur felbftänbigc littcrarifd^c SBcrfc tw Hugc. 
^Qd ISfuff^l^rungdred^t bramalifc^er ^erle, bad ÜBerfe|ungiSred^t, 
bie SWltarbcitcrfd^aft an <Sommeltt)er!en, boS Url^eberrcd^t juriftifd^ 
$erfonen, bad SßerDielfälttgung^red^t an SBerlen ber ^nfi, ano- 
nyme, (ifeubon^me ober ))ofi^unte ^erte, aUe biefe Unterf<!iiebe be- 
bingen in ben meiften ISänbern eine anbere 6<^u^frift, unb befon- 
bere ^omtalitftten. 

9Ran foHte meinen, hai bie in ber ©d^u^frift au&gebrüdEte 
^efd^ränfung beS natürlichen ditd^tti ber Urheber einen genügen:^ 
ben @d^u( für bie ©efamtl^eit barftelle unb eS eines befonberen 
@jr))ro)}riationi^red^ted bed @taate$ ni<j^t ntel^r bebürfe, ba bod^ (&}> 
)}ro))riation nur fold^en Siedeten gegenüber eintreten foU, »eld^ 
ni(^t enben. ^it Siedet ift bel^u^tet roorben/) bai aEed, nmd ein 
(Snbe nimmt, nur htr^e geit Ȋ^rt, nmd befonberS toal^r ift in 
fragen, hit bad Seben ber $öl!er berühren« ^ie 92ottt)enb{gleit 
einer ^£))ro)}riation !ann bod^ nid^t t>orIiegen, n^enn bad SRed^t 
nad^ $Cbkuf einer gemiffen g^it unmiberruflid^ Gemeingut loerben 
mu|. SBo „emigeS Url^berred^f' gemalert toirb, tote 5. IB. in 
äl^e^ilo, ba lägt fid^ gegen baS im Sntereffe beS (Skmeintool^Ied 
bem Staate jufte^enbe @$))ro))riationdred^t nid^t Diel einn^enben, 
anberS jlebod^ ift eS in ©rogbritannien, Italien, Portugal, ^olit>ia, 
mo tro^ ber burd^ bie @d^u^frift gegebene (S£))ri>))riation htm 
Staate nod^ n^äl^renb ber Sd^u^frift ein befonbered @{^ro))riati(m8' 
red^t gupel^t. 3n ^panitn unb Sene^uela toerfäHt bad Url^bex- 
rec^t an einem Iß^erle, meld^d tottl^renb stoan^ig S^^xtn t)ergriffen 
ift. & ift alfo bem Kutor mit bem Url^ebemd^te au(^ bie $f(id^t 
auferlegt, baDon ^ebraud^ ^u mad^en. 



*) @ie^e Association Uttöraire eto. Seite 84B. 



(Stttleitung. XV 

@iS finb alfo nur @^rünbe ber tttilttät, meldte ba^ natürHd^e 
iftcd^t be8 Urhebers befd^ränlcn. SBcnn bcr ^ittor aud^ tl^coretifd^ 
fagctt ianxif l>a% \^n ber ©taot felncS notürlid^n lRcd^tc§, fcincS 
Eigentumes beraube, fo ift bie ©d^ujfrift in bcn nieiftcn Äultur= 
ftoaten bo(i§ fo lange, um bem Autor hit grüc^te feiner STrbeit 
genießen p laffen. ^ag mand^e ^er!e erft fcl^r fpSt il^re ^ner« 
fennung flnben, ha^ tann bie ©efe^gcbun^ nid^t änbern. STffe 
SBerte finb SBerSnbcrungcn unterworfen unb biefe SSerönberungen 
finb unbered5enbar- aji^and^eS felner^elt !aum bead^tete Objclt tiirb 
l^eute t>on 9Rufeen l^od^ bejal^It, wäl^rcnb aud^ nod^ öfter joertDoUc 
©egenftänbc im tßreife finfen. Äetn ®efefe Ift im ftanbe, htm SBe* 
figcr eine« DbjelteS ober eine» Slet^teS bcn SSert beSfcIben fidler gu 
ftellen. Snbem toh anerfennen muffen, ha^ bie toiHIürlid^e geft- 
fejung einer ©t^ugfrift tl^coretlfd^ eine Beraubung beS SlutorS fei, 
h)oUen toh bo4 nad^fte^enb geigen, bag in ber $ra;iS ber $(utor 
Ui biefer „S3eraubung" mel^r Vorteile pnbet, aI8 ha^ fogenannte 
„etoige Eigentumsrecht'' an materiellen ©ütern bietet. 

©otoeit Sättber in 95etrad^t lommen, bie eine eigene Sltteratur 
bcfijen, lann man fagen, ba% bie SSerfe ber ßitteratur unb Ännft 
burd^f(^nittlid^50 Saläre lang gefd^ügt ftub.*) »onberbottcn 
6(^u^frift Wnncn aber nur beHetriftift^e SSer!c iRuJen giel^cn. 
t5ac5tt)erle öeraltcn fo rafd§, bag menige ^af^xt nad^ Erfd^inen 
bcrfelben eS feinem einfallen toirb, ftc in ber otten fjorm neu* 
bru(fen ober gar nac^brudten ju »ollen. SÖelletriftifd^e SBerfc aber 
merben Dom^utor nur einmal gefd^affen unb bilbcn bann eine fünfzig 
gal^re lang ffiefeenbe ®elbquelle. SSeber bcr Autor nod^ feine Erben 
braud^en mcl^ $anb ober gfug ju rül^cn, um bie gfrüc^tc ber 
cinjclnen Arbeit ttäl^rcnb cineS rclatiö langen gcltraumcS ju 
<)flüdten. aRan fcl^c bagegen, tele eS mit bcn materiellen ©ütern, 
bereu Snl^abcr „ewiges" EigentumSred^t befigen, beftefft ift. 

ES gibt tool^I leinen ®ebraud§Sgegenftanb, ber fünfzig So^re 
lang ol^ne weitere Slufwenbung bafür, bcnüjt werben !ann; faft 



•) einige Ooetlöefd^e gugenbtocrfc finb 80—90 3ai|rc gcfd^üftt gctoefen. 
röei^terc ©d^riften J>on «iftor ^ugo finb 100 Sai^ve unb barübet gef^ü^fc. 



XVI tlnteltung. 

alle materiellen @lüter, Befonberd bie @legenftttnbe beS tägltd^en 

(^ebraud^eS, gelten innerhalb be3 erften Sal^t^el^ntd }u ^unbe. 

S)ad „ttDXQt'* (Sigentumdred^t ift alfo nur tl^eoretifc^, benn irbif(i^ 

©üter t^ertragen feine ^miglett. ®runbftüd(e, meldte too^t längere 

3eit als materieEer 16eft( gelten lönnen, ftnb baburd^, bag man 

fte beft^t, nid^t aud^ fc^on ertragdfäl^ig. @ie muffen mit jebem 

Sa^re neu bemirtfc^aftet toerben tt)aS ftets neue ausgaben in @le(b 

unb Arbeit erforbert; aud^ muffen $Cbgaben baDon be^al^It toerben; 

irrationelle IBetoirtfd^aftung , äRi^ernten, fihtnen ha^ grDgte SSer« 

mögen ^u @(runbe rid^ten. ©elbft Käufer bieten bem ^efi^er 

feiten mel^r al^ eine normale SSer^infung bed angelegten fta))itald. 

9)2an !ann a(fo ht^aupttn: 

ha^ ed in ber materiellen ^(ütermett tin frud^t:: 

bringenbeS r migrd Eigentum in ^irllid^Ieit ntd^t 

gibt, unb hai ber Ertrag eineS materiellen @(uted 

ftetS bie f$rud§t erneuter ^ufmenbungen ))on ^a« 

i)ital unb Arbeit ift, tuobei fid^ aber ha^ @igen = 

tum felbfi immer auf^el^rt 

!Rur ber in S^^eorie t]§atfäd^li(^ beraubte Ur]§eber ift in ber 

Sage, toäl^renb einer 3^^^/ ^eld^e bie toenigften materieEen ®üter 

überbouern au^ htm einmal gefd^offenen ©erfc fortlaufenb gvü(^te 

%n sielten, ol^ne bag er einen neuen ^uftoanb an ^at)ital ober 

§(rbeit nötig ^at. ^er Url^eber ^t aber noc^ einen anbem fßox^ 

teil gegenüber bem IBeft^er eineS materiellen ®ute8. 9Bie oft 

!ommt e§ l^oc, hai ein @)ut (befonberd inbuftrieHe Unternel^mungen) 

gal^r um Igal^r neue ßa))italien t^erfd^lingt, eine bebeutenbe geiftige 

Sraft 5ur Leitung erforbert; am (Snbe ermeift ftd^ hit Hoffnung 

auf ben %minn bod^ trügerifd^ unb alle gemad^ten ^uftoenbungen 

gelten Verloren. @in Url^eber !ann, menn er ein ^erl ber S^itte« 

ratur ober ^nft gefd^affen l^at, nie me]§r verlieren, al^ htn S^ol^n 

für bie bereits fertige Arbeit. k)ie @rben materieller ©üter muffen 

ftetd eingeben! fein beS ^(oetl^efd^en ^orted: 

X8a8 bu txtxU non beinen ßfltern ^aft, 
Crtoirb e8, um eft iu befi^en. 

®ar manches t>on Spätem ertoorbene in materiellen Gütern 
angelegte 16ermögen ]§aben j^inber mangels geiftiger fjäi^igleilen 



«inrettuttg. XVII 

^u @(runbe geratet, ^ie @r&en eined Url^ebetd braud^n feilten 
©eift; toenn fte nur hm S^^atetbtrettoren unb l^rlegern bie 
Clttittungen über bie em)}fangeiien Summen unterf<^ei6en !(htnen, 
unb fetbft biefed ift nid^t abfolut nötig. 

^ir finb leine9n?egd ^ni^änger x>on ^roubl^on;*) $C))oftel 
muffen für il^re äRü^n ^utsutage ebenfo be^al^It toerben, mie bie 
übrige materialiftifd^er benlenbe ^enfd^l^eit. ^ir »oßten nur 
^igen, bag bie Kutoren Unred^t l^ben, toenn fte ftd^ gegenüber 
ben JBeft^ern materieller ®üter in i^rem @igentnme t^erlür^t fügten. 

8um ©cmeife, bog ber STutor ber „löeraubte" fei, liebt man 
audg htn ^inmeiS auf arme tKutoren im ®egenfa^e ju il^ren reid^ 
geti^orbenen SSerlegern. ^an überfielet aber babei bieienigen ^tu 
leger, mdU^e i^r Vermögen jugefe^t l^ben. SSütor $ugo l^at 
burd^ feine ©Triften äRiflionen emorben, to&^renb mand^e feiner 
SSerleger ^vl ®runbe gingen, ^e ftlage,. bag Don einer langen 
@c^u|frift meiftenS nur hxt Verleger ben 9ht^en ^htn, ift nid^t 
fHcbl^aitig; fein 9utor ift ge^mungen, gegen ein einmalige^ Honorar 
auf aQe feine Ked^te ^erjtc^t 5U leiften. ^enn er e8 bennod^ in^» 
folge feiner gebrüd^ten materiellen Sage t^ut, fo Hegt hit Sc^ulb 
baran nid^t an ber Url^berred^tS-^efeggebung, fonbem in ber Qk» 
fettfd^ft Übttf^upt 9[rme unb IReid^e fielen f!d6 ftetS gegenüber, 
unb beflnbet fid^ auf allen Gebieten be$ fo^ialen 2tf)tn9 immer 
berienige, ber iiber ^a))ital t)erfügt, im 9^ortei(. %k S^atfad^, 
bag man nid^t t)on ber Arbeit felbft leben fann, fonbem nur Don 
bem ®elbe, bad man für hit Arbeit erl^It, fann nid^t für «lutoren 
aEein geänbert merben, fonbem fann, menn eine fold^e llnberung 



*) „S)ie Aunft, ber dultus beS ©c^önen, i^at ettoas ^eiliges an ftd^ »ie 
bie fXeagton. 2>ie ftünftler erf ttaen atutf^en i^ren a^itbürgem eine 9lrt %po^UU 
amt. ®te laben bie Aufgabe, uni ber nieberbrüdenben SSirftid^Ieit au ent^« 
reiBen unb unfere Slide auf bas unerreichbare ^beal su lenfen. föie Idnnten 
fie unft mit fortreilen, toenn i^re Sufrid^tigfeit ntc^t bor jebem Srgtoo^e ge- 
\^m to&re unb i^re Unlfarteilic^feit in 3tt>eifel gebogen toerben Ibnnte. S>ie 
»egeifterung , bie ft($ berbreiten toiVi, erwartet ni(bt baft 8(ngebot be9 6))elu" 
lanten ; fte berlauft ftd^ ni^t, toeiC fie bann ni^t tne^r frei tväre. @te malt, 
Überfe|t, bid^et, o|ne |u toifjen für toen unb ffir toeld^n fio^n. @ie ift un' 
fd^A^bar, loeil fte mit ®olb nic^t besa^It »erben fann," 

B 



XVm «Itttetttttiß. 

übcrl^aupt mögli«^ ift, nur burt^ eine rabtlate Umgcftaltung bon 
(Staat unb ®efefff(^oft erhielt »erben. 

SBenn »ir alfo nad^getDicfcn l^aben, bofe ft(^ bte Tutoren übet 
einen mangell^often ©d^ul ti^tcr Siedete Im attgemeinen ntd^t ju 
beHogcn 5öbe«, fo ifl bieS noc^ leine Unerlennung ber pl^Uofo- 
p^i^d^m »e^auptnng „tt)a8 ift, ift bcrnünftig''. 3m ©egenteil, totr 
pnbcn ble gegenmärtige Sage beS Url^eberred^teö öielfa^ nid^t nur 
unvernünftig, fonbem fogär ungerecht. S)ie Ungeredjtigfeiten ftub 
aber l§au})tfäd^Iid^ im internatlonatcn SSerfel^r fül^Ibar; l^ier ift ber 
^ebel dnjufegen, um toeitgreifenbe SRefj^rmen anpftreben, unb l^ier 
ift t&, too ba§ Url^eberrec^t bem (SigentumSred^te an materieEen 
Gütern gegenüber fel^r im ^aä^ieiU ift. 

Seber öeftjer <iner ©ac^e toirb in jebem Ihtiturftaate in 
feinem (5igentum8re(ftte mä^ ben beftebenben eini^eimifc^cn ©efe^eS^ 
bcftimmungen gefcfiügt. 2)a8 Urheberrecht ift not^ toeit baDon ent* 
femt fid^ einer folc^en internationalen ^nerfennung %u erfreuen. 
S)er internationale @d^u( toirb in ben meiften t^äUen nur auf 
@)runb k)on Verträgen gemalert ,'*') beren Hbfd^Iug aber burc^ bie 
iVL groge ^erfd^ieben^eit ber bejüglid^en SanbeSgefe^ebungen fel^r 
erfd^»ert loirb. 

S)er ©goigmuS bel^errfd^t nid^t nur baS Snbiöibuum, fonbem 
au(^ bie ^d(!er. 93enn internationale ^ejiel^ungen angefnü))ft 
meiben , min immer ber eine @taat mel^r em))fangen atö er giebt 
unb ber anbere miQ toeniger geben aU er empfängt. ®ie allju« 
groje SBerfcftiebenl^eit ber Ur]^berrec^t3?®efebgebung ber t>erfdöies 
benen Staaten, toüä^t fid^ l§au))tfä(^Iid^ in ber (Sc^^frift unb in 
ben Objeften beS SRed^ieS au^brüdtt, ift fd^toer mit bem fatfd^en 
(SgoigmuS ber ^Regierungen ju vereinbaren, 'ßieber Unred^t tl^un 
aU Unred)t leiben, fd^int ber leitenbe ©runbfa^ ju fein. 3n)ei 
92attonen ))Iünbern ftd^ litterarifd^ gegenfeitig oft nur bedl^aCb, mei( 

*) Snttnet ift bieS nitl^t ber gfaff. S)eT ©d^ut^ beS intemattonalett Ux:^ 
"^tUtxt^tti ift in einigen OrSHen autl^ in ben SanbeSgefe^en auSgef^irod^n. 
®o ]§errf(i|t ft. 8. stoift^en S)eutf(^lanb unb Öfterreid^ , »toifd^en biefen Beiben 
Sttnbetn unb fiu£emburg> s^ifc^en Sfranfteid^ unb 2>ftnemar{ tegiptotet ei^ul^, 
ob\oo^l bie genannten Staaten untet fic^ leine be&ügli(9e ftonbention abge« 
f(j^Ioffen ^a^tn. 



eine ber 6eiben ^Rationen eine längere ©d^u^frift l^t atö bie anbere 
nnb fle bedl§a!6 in einer ßonDention für i^re Tutoren feinen 
fold^en @d^u^ erlangen !ann aU fie feKft gewöl^rt. 

S)iefen $un!t berül^rte Samartine in einer am 23. SRärj 1841 
in ber franjöftfd^en Kammer gehaltenen Siebe, in toeld^er er für 
einen fünfzigjährigen @(^u^ bed geiftigen ^igentumd eintrat, unb 
$Bert)i0e bagegen etnmanbte, bag ber in ben iRad^barftoaten ge« 
mftl^rte breigigjäl^rige €(^u^ ben ^bfc^lng bon ^oni^entionen t)txs 
^inbere. Santartine ertoiberte:*) 

^^ierauf ntu^ geantwortet merben, henn felbft für bie tool^l» 
tDoUenbfte ^mmer tt)äre bieS ein nnerfd^ütterlid^r ^orn^anb um 
bie fünfsigjäl^rige @(i§u|^frift 5U toertoeigem. 3n meiner Untoiffen« 
l^eit l^atte ic^ mic^ anfänglich anc^ mit biefem (^thanltn befagt. 
Sd^ fal^ einen ^n^ifc^en ben SSöl!em unb unS abgefd^loffenen ^an- 
befö^ertrag, monac^ wir [Redete beanf)mt(^en unb aud^ ein ^quU 
Dalent bafür getöäl^ren; alfo eine ^rt Sleji^rosität in gleichartigen 
3iffem audgebrüdft. ^te$ ift wol^l ber <^ebanle bed $errn 93erk)ille. 
Sn biefer ^inftd^t geftatte id^ mir il^m ^u erwibern, bag er ftd^ 
))ollftänbig irrt, »Kid id^ gleid^ burd§ 2:i^atfac^n beWeifen werbe. 
SRtint Ferren! (£9 l^anbelt ftc^ feineSwegS Weber für tJfranfreidg 
nod^ für hit anbem europäif^en Stationen bei ^roflamierung 
biefeS internationalen Eigentums um 6d^ffung einer neuen in 
gleid^wertigen S^ff^nt audgebrüdtten ^fte^iproaität! (Sd l^anbelt ftd^ 
l^ier um 9[ner!ennung unb ©eltenbmad^ung eineiS ißrinji))^}. Q^lüd^ 
lid^erweife ftnb bie ^^otionen nod^ ni(^t auf einen fold^en tiefen 
®rab bed geiftigen Snbuftrialidmud l^rabgefunfen, um fid^ bie 
^infül^rung etned l^eiligen $rinii))e$ beS Eigentums burd^ f(^n5bed 
d^elb ober burd^ Baren be^al^len ju laffen! @ie l^aben bie SJloral 
unb bie ^Itur nod^ nic^t jum ^uSDerlauf ober jur ^erfteigerutig 
aufgeboten! Borum l^nbelt ed fu^ nun l^ier? ^iC^i tttoa barum, 
baS (S^leid^gewid^t l^ergufteHen gwifd^en Gewinn unb Sßerluft, ber 
fld| für und ober für unfere ^atifiaxn an^ ber Ungleid^l^eit ber 
@d^u|friften ober ber gal^l ber Don hm ^Regierungen gefd^ü^ten 



*) Ghambre des D^put^s. Discnssion aar la propriötö littäraire. äRacott. 
@eite 11. 

B* 



f&txlt ergibt, fonbem bet S^^ ^^> itpifij^eti abißfterten ^Jattonen 
tin^ ^x\ni\p mt^x gu cricnnen, %vl bilbcn unb fid^cr §u ftcllen. 
^ted ift bad eingtge eble SRotiD, baS fokool^I bie audkoärtigen 9{e> 
gterungen tote au^ und leitet äBie lönnte ^ aber au<j^ anberS 
fein? SebeS anbere SRottt) ift einfad^ unbenibar unb unmögli^. 
kommen benn Don Italien, Spanien, ^eutf^Ianb, SRuglanb genau 
foDiel Süd^r na4 Sfranfreid^, aU frani^örtfd^ SBü(^r nac^ Stalien, 
^pankn, 9luglanb gel^n? d^ine ^iaion fran^öfifd^r S3änbe 
U)erben in biefen iBänbem i&^rlt^ Derbreitet, unb !aum . f ünf ^ig 
ftKinifd^ unb l^unbert italienifd^e SBänbe lommen jäl^rUc^ nad^ 
Sranfreid^. ^ann ift über^au))t eine nummerifd^ Q^ltidji^xt 
ntdglid^? $ieran ift nie gebadet koorben. 

^ie ^dlfer, totldft Don unfern Sbeen leben, "fyihtn niemals 
bie S)ifferen} aud ber gal^t ber und Derlauften S^iUn, unb ber 
3a^r ber Don und il^nen Derlauften 3^il^^ l^audgered^net. @ie 
beulen ebenfon^enig an bie S)ifferen}, »eld^e ftd^ aud btn Derfc^tebenen 
@(^u(friften für bad geiftige Eigentum ergibt, ^o^u toürbe 
übrigens eine gleid§e 6(^u^frift bienen, ba i^nen bie iRatur unb 
W ®))rad^ bo^ nic^t au^ bie gleid^ ^Cnjol^I Don $Cutoren unb 
SBerfen jufid^ern lann. kommen toir barunt }ur ^al^rl^it ($d 
l^anbelt fic^ l^ier nid^t unt ben ^nbel, fonbern um 4^runbfftte; 
l^ier gilt ed )U tl^un ober nid^t ^u t§un, toad fte auf fo eble unb 
nü^Iic^ Beife für bad ^imfallred^t*) getl^n ^aben, htm biefed 
l^ier ift bod ^tntfallred^t ber iS^ebanlen. Iß^ad l^ben fte nun für 
biefed niebrige, toilbe, barbarifd^e Siedet, toeld^ed bad ^igentnm ber 
in t$ran!reid^ Derftorbenen ^(udlänber befd^lagnal^mte, getl^? Sie 
l^aben ol^ne ^u redjnen erMärt, bag ed ber alten Q^aftfreunbfd^ft 
toiberf))red^e, bag ed eine $Iünberung ber gfremben auf fran^i^ 
ifd§em l^oben unb eine 6d^anbe für bie Nation unb für C^uro))a 
ei äßan 1^ [xd^ nid^t, mie ber ^err SRinifter aunimntt, erlunbtgt, 
ob mtfyc gf^an^ofen im ^udlanbe fterben ald ^udlänber in ^xanh 
reid^, ob l^ier ein ©eminn ober SSerluft l^eraudlommt 9Ran |KXt 
ed old unmoralifd^ unb fd^dnblid^ erlannt unb ftrid^ ed gratis 
o^ne jebe SRe^Lprojität. f&o Mxt bie äBett, n^enn bie ^redgtigleit 

*) S)a9 dtt^t t)e9 fianbeS^etnt auf bie Serraffenfc^aft eines SCuSIänberS. 



dinleltttttg. XXI 

9le5i))rojitöt ermatten tooUte. ^ie @(ered^tig!eit Beginnt nnh ba« 
burc^ wirb etft bie SReji^rojität gefd^ffen. 

^Qt man ft(i§ in einer anberen gfrage ber ^oxal, bei ber 
^(bfd^affting bed 6flQbenl^anbeI8, borl^er ertunbigt, ob @nglanb 
100000, ©ponien 80000, tJronfrei* 60000, Portugal 10000 
©(i^toar^e einfül^rt, unb ob biefe S^iationen mt^v ober toeniger bü* 
bei t)erlieren, wenn fte auf biefen nieberträc^tigen ^nbel l«r» 
^id^ten? iRein; man fal^, bag e$ eine ^rl^ö^nung ®otted, eine 
©d^anbe für bie Nation, eine Demütigung unb ^erabwürbigung 
für bie 9i{enf(i§en fei unb beftrebte ft(^, biefer Sßieberttad^t, o^nt 
5U red^nen unb ol^ne 9le^i))ro5ität ein ^nbe jtt machen/' 

2Sir gaben biefen ÄuSlaffungen l^ter dianm, ha wir hoffen, 
bur(6 bereu Verbreitung aud^ ein ©döerflein jur $ro^)aganba für 
\>a^ internationale Url^eberred^t beizutragen. 2Ba0 Samartine im 
Saläre 1841 fagte, fonn l^eute nod^ nic^t oft genug wieberl^olt 
werben. SSenn oud^ feltbem eine große 3<^^I ^on SitterarfonDen* 
tionen abgefc^Ioffen worben ftnb, fo wirb ber hilcrnationale SRaub 
beS litterarifd^en ^igentumd bod^ nod^ t)on bieten 92ationen ht^ 
trieben, wenn auc^ nid^t immer an^ benfelben (^rünben, wel^e 
Samartine belämj)ft. 

Die immer weitere Ausbreitung beS internationalen Url^eber« 
redete« mufe jur fjofge l^aben, ha^ bie ßonbeggefefgebungen ftd^ 
immer me^r näl^ern, big eine einl^eitlid^e ©runbfage (gemeinfame 
©{^utfrtften unb gleiche 9led^t8objefte) erreicht Ift, unb bafe Sänber, 
bereu interne Url^berred^tSs^efe^gebung nod§ mangelhaft ift, gu 
einem Ausbau berfelben genötigt werben. 

Die auf (Seite XXVII— XXIX abgebrudfte tabtUt gibt eine 
Überfid^t ber biSl^er abgefd^Ioffenen einzelnen ßitterarfonbentionen, 
ber Berbinbungen , welche burd^ bie ©emer Äonbention gef^affen 
würben, fowie aud^ ber burd^ lanbeÄgefefelitÖe öeftimmungen ht^ 
Wirften ^Inerfennung beS internationalen Ur^eberred^teS. 

Die fortwä^renbe Slgitation ju gunften beS Url^cberred^teg 
gcitigt faft attjä^rlid^ in irgenb einem ßanbe ein neueS ©efej jum 
(Sd^uje be« Url^eberred^te« ober eine neue Äonbention. Diefe ®e* 
fcfe ober Äonljentionen fteCen nid^t nur htn Xag feft, an htm fte 



XXII «tnlettttttg. 

in ^aft treten, fonbern e9 ift in ten meiften SfttHen au(j^ nod^ 
eine rü(fmir!enbe kxa\t fanltioniert. ®ieS l§at nttn bie oft koieber^ 
!el^renbe ®treitfrage l^ert)orgerufen, ob für ben %aU, bo^ bie 6d^u^ 
frift burd^ ein neued @kfe^ ober eine ^ont)ention t^erldngert »irb, 
biefe ^verlängerte @d^u|frtft bem ^utor (ref^. bem Sf^ed^tSnac^foIger 
beSfelben) gu gute lommt, ober ob ber Verleger, S^eoterbireltor 
ober fonfttge ^rn^erber bed Url^eberret^td barauf ^nf))rud^ ^t. 
^eutfd^e @^erid^t8entfd§eibungen l^aben biefe gfrage ber 9{etroa!tit>ität 
)U gunften ber Verleger entfd^ieben, toä^renb bie franj5ftfd)e 
@^ert(i§t3^ra;i$ bie Vorteile, toeld^e eint pfünftige günftigere (^ 
feggebung bietet, bem ^utor pf))rid^t, auc^ totnn ein Verleger 
bod SBerf p alletnigem unbefd^ränlten ^igentume erworben l^at. 
@oI(^e Streitfragen erl^eben ftd^ beim ^bfd^Iuffe einer jeben Son:' 
öention; D. Dreßi fd^reibt barüber:*) 

,,^er ^nfd^eib fold^er f^ragen, n^enn fte üBer^au))t ftrettig 
ft)erben, mug ber (^efeggebung be^to. bem rid^terlid^n Urteil in 
ben einzelnen Sänbem überlaffen bleiben. %a^ 3uftanbeIommen 
einer Union berfcbiebener Staaten jur gegenfettigen ^nerlennung 
unb 5um Sd^uj^ beS Url^eberred^t^ toäre t>on \>OTniextin unmöglich 
gemalt/ toenn in bem betreffenben Vertrag alle folc^e fragen ge« 
löft werben müßten, dagegen l^at aUerbingS bie fran^öftfc^sf^xinifc^e 
Sitterar!ont)ention bom 16. guni 1880 biefen $un!t auSbrüdtii^ 
geregelt nnh jwar im Sinne ber fran^öfift^en SRed^t^auffaffung. 
(Sx lautet: „le benefice des dispositions ins6r4es au paragraphe 
pr^c^dent, pour les ouvrages publica sous le regime de la 
Convention de 1853 profitera exclusivement aux auteurs de 
ses ouvrages ou ä leurs h^ritiers et non pas aux cessionnaires, 
dont la cession serait antörieure ä la mise en vigueur de la 
präsente Convention." 

^ie beutfd^^fran^öfifd^e SitterarfonDention bon 1883 l^at ba« 
gegen biefe Äontroöerfe abflc^tlid§ unentfd^ieben geloffen. 

Ob äerle, meldte nad^ ben frül^eren ©efe^gebungen ober Sßer« 
trägen einen längern ®(^u| gegen iltad^bruc! 2C. genoffen l^aben, 



*) %)tx uxitxnütionaU ©d^uj^ bes Uv^ebetred^tS. Hamburg 1887. @eite 65. 



«ttletttttt«. XXIII 

afö baS neue Übereinlommen ftotuiert, biefen langem (S(^u| \>om 
SRomente bed 3nh:afltretend bex neuen ^onDentton an toerlieren 
unb fortan lebiglid^ na4 ^^^ ^ftimmungen bed neuen Vertrages 
beutteilt metben foHen, !ann namentlich bei ^oft^umen Werfen in 
gfrage [teilen, gnbeffen mitb e9 jemeilen auf ba9 einzelne Sanbed« 
red^t anfommen. ^ie 93erntr ^onbention l^at biefe fjfrage offen 
gelaffen unb über bie nad^gelaffenen tBerfe über^au)}t gar leine 
öeftimmungen getroffen." 

^m beften ift ti, tütnn man fold^en f^ragen burd^ ben ^er» 
trag t^orbeugt. @in bebeutenber internationaler ^uftlatien^erlag 
f(i^Itegt mit ben ^ontponiften SSerträge nac^ einem grormulare, 
toeidjt^ toix l^ier ald dufter etneS Vertrages mitteilen, an htm 
n)ol§I aUe ^uüinftigen ©efe^e unb Konventionen nid^tiS dnbem 
lönnen; ber Vertrag lautet: 

©errn 91. 51. in X, g unb 8- 

©iermit bcftätigc id&, bog id^ ginnen, für ®ie felbft unb für 
dll^re darben ober Sted^tiSnac^f olger ha^ au^fd^Iieglid^e, alleinige 
red^tmäßigc unb unBefd^ränfte SBerlag^s, SBertrieb^- unb Äuffü^s 
rungSred^t, mit einem SSorte ba^ gefamte Url^eberrcd^t im »eiteften 
(Sinne für alle S&nber unb Staaten ber (Srbe, für aüe Auflagen 
unb S^erÖffentlid^ungen unb für immertoä^renbe Seiten an meine 

nad^benannten ©erfc (. . . . 2litel ber SBerfc ) im Ort« 

ginal fott)ol§I, aU aud^ für aUe beliebigen Bearbeitungen überlaffen 
§obe. 3d& beftätigc ferner, bog id^ aüe Vorteile, »eld^c cttoa in 
Be^ug auf ha^ Url^berred^t an borftel^enb genannte 9Ber!e burc^ 
"SSeränberungen in beftel^enben SanbeiJgefe^gebungen, unb bereits 
aBgefd^Ioffenen internationalen SSerträgen, ober burd^ mit öänbem 
ober (Staaten in ßulunft nod^ ab^ufd^liegenben internationalen 
Verträgen ermac^fen bürften, ol^ne n^eitereS unb auSbrüdCüd^ auf 
®ie für fld^, S^rc @rben ober S^iet^tSna^f olger übertrogen l^abe, 
unb bag id§ in be^ug auf Honorar ein für attemal unb t^oUftdnbig 
befriebigt toorben bin. 5lu4 crlläre icft mid^ bereit, Uc gefd^c^ene, 
bie obenerwähnten SSerle bctreffcnbe Uri^ebcrrec^tSübertragung auf 
Änforbcrung jeberjeit notariett legalifieren ju laffen. 

S)atum. Unterf^rift be9 Tutors. 



XXIV (Wntdtttttß. 

• 

(Sine ber mid^ttgften Sfragen be9 internationaten Url^eberred^td 
ift bo^ Überfegung^red^t. ^er internationale <54u( l^at erft bann 
^rt, wenn ba9 fRtäit ber Übcrfejung bcm Autor be« Original« 
werfcS gctt)ä]§rt mirb. 68 beburfte bieler SWül^ baS Überfe^ung^ 
red^t cttö integrierenbcn Xeil beS Url^eberrcd^teS jur Hnerfennung 
gu bringen, ba e9 nici^t an {ont))etenten (Stimmen fe^lt, toelc^ 
eine gute Überfe^ung dli ein ^erf anfeilen, baS ber befonberen 
2fä^{g!eit unb inbiüibueden Seiftung beS Überfe^erd entf))ringt, 
unb bem ^utor beS Original nur neue Lorbeeren bringt, ha 
burd§ bie Überfe^ung baS ^ert in ©egenben t^erbrettet mirb, koo ber 
^utor bed Originale fonft unbefannt geblieben mdre. ^lacfftone 
äußert ftd^ aber in feinem Kommentar ber englifd^en ®efe|e (gittert 
Don ^arrad) folgenbermagen: ,,@ine Utterarifc^e ©c^b^fung befielet 
aud @(efü]§l unb <Bpxaä)t; toenn nun biefelben @m^ftnbungen 
in benfelben $lu§brüclen eingeüeibet ift, fo mug bied notn^enbiger« 
ttjeife biefelbe litterarifc^ @c^5<)fung fein." S)ie Überfejung ift 
alfo nur al$ ^erDielföÜigung beS iOriginafö ^u betrad^ten. ^enn 
au^ bie @c^toierig!eit einer guten Überfe(;ung nid^t ^u berfennen 
ift, fo ift bied gerabe ein (S^runb, bie Überfettung Don ber G^e» 
nei^mtaung be$ $lutord abl^ängtg 5U machen. G^benfo mie eine 
gute fiberfegung ben guten diu] beä Äutorä toeiter verbreitet, 
ebenfo fel^r fd^äbigt il^n eine fd^led^te Überfegung.*) Übrigens ift 
ja aud^ nid§t nötig bem Hutor M fiberfegungSred^t abjufpred^en, 
»eil ber gute Überfe^cr eine Slrbeit liefert, toeld^c baS Sfiefultat 
einer befonberen geiftigen i^a^igfeit ift. Se^terer mirb j[a in feinem 
geiftigen Eigentum ebenfo gefd^ü^t mie ber ^utor beS Originals, 
er belommt ja feine Arbeit aud^ l^onoriert; er !ann als Übcrfeger 
au(^ feinen 9^amen am Titelblatt nennen unb einen feiner $trbett 
entf))red^enben litterarifd^en 9iuf erringen. ^ieS lägt ftd^ aUeS 
gan) gut vereinbaren mit ber f$orberung, ha^ eine Überfe^ung nur 
mit (^enel^migung beS $lutorS beS £)rig{naln)er!eS l^ergefteQt 
werben barf. 

^ie @^efe^gebung ift mit einigen ^luSnal^men biSl^er nod^ 

*) ®ic^e 2)arra8, du droit des auteurt et des artistes dans les rap- 
ports internationaux. ^ariS 1887. ®(lte 09 unb ^otge. (§§ 68, 69.) 



«littcttttttg. XXV 

niäii \otot\i gelangt, bie ©(^u^frift be9 Drtginatmerfed einfad^ aud§ 
auf ha% äberfe^ungdred^t au^aube^neit. ^ie @^efe^gebung \>on 
öclglcn, ^pankti, Portugal, SRonoco, Xuni«, ^aitt, SBoIiDia, Äo« 
lutnbta f<^ü^en bai Überfc^ung^rcc^t ebcnfo m!e ha§i Ur]§c6crrcd^t, 
icboc^ nur bonn, ttjenn ber STutor Sniänber ift. ßi ift ober 
gerabe im tntemotionalen SBcrfel^r ber ©d^uj beS Überfefeung^s 
rechtes bie ^ebingung für ben @(^u^ bed Ur^eberre(i^ted. (Sd ift 
bedl^olb erüärlid^, bog bie Association litteraire et artistiqne 
internationale bei jebent .ftongreffe bie Sftoge be9 äberfe^ungd« 
red^ted ouf bie ^ogeSorbnung bringt unb btefe^ dled^t ebenfo ge- 
fc^ü^t wiffen »iH wie bo« Urheberrecht. *) 

@8 ift unerKdrlid^, bog eS fo bieler ^ül^e beborf, bent Über« 
fe^ungSre^te gur ^nerlennung gu Derl^elfen, in ©tooten, roo bog 
Url^eberred^t feinem Steifet mel^r unterliegt. 5)o6 bie unerloubte 
Überfcgung nur eine ^lünberung ift, welche an bem Autor be« 
gangen ift, fül^rt oudj ©ifenlol^r fel^r gut ouS, welcher fd^reibt:**) 

„^in litterorifd^eS (Srjeugnid brüdtt eine ^orfteüung in ht^ 
ftimmter ^orm oud. ^iefe gform bleibt ouc^ beim ^ed^fel ber 
©prod^e, cS bleiben bie Beübungen, bie SHeil^nfoIge ber ©ebonfen, 
bie gonje Einteilung ber 9)^oterie bid ouf htn inbibtbueHen ©t^I, 
natürlid^ t)orou3gefe^t, bog eine treue ^iebergobe beobfid^tigt mirb. 
Unb je boHenbeter bie Überfe^ung, befto treuer bie 9^0(^bUbung. 
|)ierau8 folgt, bog eine Überfejung fein neue» Söerf ift, fonbern 
\>a^ olte, ^mor in einem onberSforbigen ^(eib, ober mit oKen 
©igentümlit^feiten, }o mit ben fjel^lcrn felbft unb SDMngeln beS 
Driginold. 

@oI(^e $(rt be» (lkbroud§9 eine» ^erfeg, ber fo meit gel^t, bod 
S3erf felbft ^u erfejen, ift nur bem Slutor geftottet. ©ine gute 
Überfe^ung tonn einen grogen Hinflug ou^üben auf bie S^V^ ^^^ 
in ber Urf))rod^e ob}ufe|enben Q^tmpiait unb beren $rei8, benn 

*) „Kons ftTonB fait de ce principe one sorte d'artiole de foi, et, en 
d^pit de tontes les r^sistancesi noas ayont tenu, k chaqae Gongrös, a 
mettre en t6te de notre ordre du jbar la question de la tradaction." (Asso- 
ciation litteraire etc. @eite 850.) 

**) S)a8 ntterarifd^sartiftiftl^e d^igentum vnb SertagSredgt. (^d^boerin 
1855, ^eite 62. (§ 51.) 



XXVI CtaldiiutQ. 

eS ift nid^t toal^r, ba^ jemanb, ber ein %Berf in ber Urf))rQ^ 
lefen lann, !eine ÜBerfe^ung anfd^ffen urirb, toenn bte äberfe^ung 
btlligei ift unb feinem, ^toedt genügt, gemer mürbe bem Kutor 
tint^ litterarifd^en G^r^ugniffed bie eigene ä6etfe|ung beS fBetfeS 
ober bte Überfe|nng huzä^ einen anbem in feinem Auftrag feinen 
unbebentenben SermögendDorteil bringen, ber tl^m endogen uiirb, 
menn jieber überfe^ungdberec&tigt ift/' 

SQ^ir geben un^ ber Hoffnung l^tn, bag bie allgemeine inter» 
nationale %ner!ennung bed Url^eberre^ted in feinem gan^n Um« 
fange in nid^t ju femer ^tii t)on allen ^ulturftaaten berfodgten 
totxbtn toixh. SO^öge bie betoorftel^enbe SteDtpon ber ^rner ßon= 
t)ention aud^ anbem !^ationen, bie ber allgemeinen 93e»egung 
nod^ fem fte^n, Seranlaffung bieten, biefem Sßerbanbe beizutreten 
unb fo mitjumirlen an ber Söfung einer ber ibealften Hufgaben, 
toeld^e bad neun^l^nte S^^i^^^^bert gefteUt l^at. 



Wft4¥ ^^^ fitterirltfiitieiittfiieii. 

C8u umße^enbet ZaUVit.) 

fCblürauitgcn: B = ©crncr ÄonDcntion; V = SJcrtrog; 
L =s 9fleiit>ro5ttftt auf (S^runb beiberfeittger fianbeSgefe^. 

9[uger btefen SitteiarlottDentionen ftnb ito(!^ ju bemerlen: 
f^ranlrei^ unb S3oIit)iaV. gfranfreid^ unb ^änemarlL. 
grottfrcic^ unb aKcjilo V. Portugal unb SBrafilien V. 
@t)anien unb Columbia V. 



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Portugal 


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6Qtt @aIt)abor 






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64ti>ebens 
9?orJoegcn 




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gfranlrcld^ 
®ro6bTitoit«tett 




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Stolieit 




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B 


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B 

B 

B 


Su^emburg 

^lieberlanbc 

Portugal 
<San ©atoabor 


V 




V 


V 




B 




B 


6t>anten 












B 


B 




Sunid 



Canbesgefe^gebungen» 



— >♦•*< — 



3ir %)^))ten ift ha^ litterarifd^e 
unb tünfüerifd)e Eigentum buxcij 
fein ®cfet gefd^ü^t. Xro^bem 
ift baS Ürl^berred^t feit (5infü^= 
rung ber gemifdjten ^erid^t^- 
tribunalc, lüeld^c bic 9?ed)te ber 
^Ingcl^örigen frcmber 9iationen 
fd^ü^en, auf &nu\b bed § 84 beS 
9?eglement8 für bicfc ©cric^te 
burcö tnel^rere loid^tlge Q^ntfd^ei^ 
buugen anerfannt toorben. 3)iefcr 
§ 34 lautet: 

,,®ie2;ri6unale^a6cn in^uS* 
Übung il^ier ©eridftt^barfeit 
tu giöils unb ^anbelöfoc^en 
uob innerl^alb ber il^nen ^u- 
getoiefcnen ©ren^^cn in ©traf- 



ägt)ptifd|en ©efc^c über ba§ lit- 
tcrarifcifte unb fftnftlerifdöe ©igen* 
tum nid^tg enthalten, fo l^aben 
bie 3^id)ter in ben bisher öorge= 
fommeneufyäHen nac^ben^runb* 
fäfen beS natürlichen 9lec^le§ unb 
ber Söittigfeit geurteilt, unb baä 
Uröeberred^t anerfannt. 9lu§ bcu 
(Sntfd^eibungen ift ju entnehmen, 
ba6 ber url^eber ober beffen 
S^ec^tSnadifoIger ha^ auSfd)Iieg= 
lidje SfJec^t ber Sßcröielföltigung 
xt\p. ber STuffü^rung feiner Iit= 
terarifc^en unb !ünftlcrifd)en 
®erfe befijjt. SSerlefeung bicfcS 
9?ecftte8 öcr})flid|tet ben Später 



jiDiIred)tIic^ ju ©d^abeuerfag unb 
fad)en bic öon Ägi)})ten auS* i bie lüibcrrecfttlid) löergefteHten 
gearbeiteten »SJefeJe aw^wwtn- 1 (5yemJ)Iare toerben fonfi^jiert. 3)ie 

©erid^te l^ntten nod^ feine SSer? 
anlaffung, fid^ über bie S)auer 
beS Urheber red^teS auSjufpred^en, 
unb ift eS be^^alb möglid), t>ai 
in Ermangelung eincS <B\)^xal' 



ben, unb ^at ber 97ic^ter im 
iJaflcbcrSüdcnl^aftigfeit, 
Ungenügfamfeit ober 
^uttlel^eit be8 ©cfefeeS 
nacftben^runbfäten b'e§ 



natütlid^en SfJcc^te^ unb gefeteS ber ©eric^tgl^of Dorfom= 

ber SBilligfeit ju ur= menben fJalleS immer mä()rcnben 

teilen." ©djujj beS litterarifcfteu unb 

2)a nun bic für bie gemifc^te fünftlcrlfd^cn Eigentum^ aner* 

Q^eric^tdbarfeit aufgearbeiteten fennt. 



©tteilUt, bas dit^t füt Url^ebet ic, U. 



^(rgentinift^e 9te))Ubti{. 



^ 



Urgientintr^tie titpnWti< 



(Sin <S))e5ial9efe^ ^uin @c^u^e 
bc8 Uröcbcrred)teS eyiftlcrt in bcr 
^rgentinifc^en 97et>ublif nic^t. 
3)er § 17 bcr SSerfoffung üon 
1860 lönnte auf htn @d)U^ bed 
Url^eberrec^tcS bejogcii ttjcrben; 
biefcr ^araötoj)]^ lautet: 

„2)oS Eigentum tft uuöers 

Ic^rid^ uttb lann feinem Se= 

ttjo^ner ber Slrgentinifcften 

a^iepubllf entzogen merben, 

auger beut t^aUe, hai bieS 

infolge eine§ auf ®runb bcr 

®cfe^c erlaffenen tic^tcrltci&en 

UrteiteS gefc^ie^t. 

. . . 3eber Url^cBcr ober 

©rflnbcr tft hjö^renb ber 

öom ®efejje öorgefd^riebenen 

Seit auSfc^Iießli^er ©igen« 

tümer feine« SScrIt§, feiner 

(Srftnbung oberSntbedung . . ." 

@iu ©efeg, hjelcfte« bie ^auer 

ber ©d^ujfrift be§ UrlfteberredjteS 

bcftimmen fotl, ift jeboc^ norf) 

ntd^t erlaffcn, e8 ift fomit ber 

Url^cber auf baS gemeine bürger* 

Itd^e 9tcdöt tjermiefen. 5lnf|)rüd^e 

auf ha^ Url^cberrec^t liJnnen je= 

bod^ mit ^ejugnal^me auf ben 

oben jitlerlen § 17 ber SSer= 

faffung auS htn §§ 1072, 1075, 

1077, 1083, 1095 be§ bürger:= 

liefen ©efe^bud^eS abgeleitet 

njerben. 2)er 3nl)alt bicfer $a= 

ragraj)]^en ift folgenber: 

3ebe mit ber Slbfidjt ju fd^äbigen 

Dorfö^lic^ begangene l^erbotene 



^anblungiftetn^ergel^en. 3^be$ 
^ec^t fann @(cgenftanb eine^ $er- 
geltend fein unb jebed ^ergel^en 
t>erpfiid)tct jur ©utmad^ung bed 
einem anbcrn öerurfac^ten ^d^a^ 
ben«. 

^i^ (^utmad^ung eine§ jebcn 
butd^ ein SSerge^en Derurfacfilcn 
materiellen ober moralifd^en 
©d^aben« mug burd^ eine üom 
9*id^ter feftjufej^cnbc pcluniäre 
©ntfc^äbigung gefc^el^en, au«gc= 
nommcn ben §all, menn ha^ 
Objeft, ttjeld^e« ber ©egenftanb 
be§ Sßergel^enS »ar, jurüdf^us 
erftatten ift. 

^a« ^ed^t, bie @)utmad^ung be§ 
burc^ ein ^crge^en gegen ba^ 
Eigentum k)erurfad)ten Sd^aben« 
xu beanfprucften , gebührt bem 
Eigentümer ber ©ac^e, fortjie 
bemjenigen, ber ein Sepfrec^t 
barauf iftat, Joic aud^ bem, ber 
burc^ §lrreft, SWicte ober 3Scr= 
ma^rung ber ^a^t bie35erfügung 
barüber iefi^t; biefe§9Re(^t fann 
aud^ ber $l)pot^e!argIänbtger 
gegen ben Eigentümer ber l§i)po- 
t^efarifc^ belafteten 6ad^e aus- 
üben, menu biefer ben (Stäben 
t)crurfad)t r)at. 

§(ii§ bem ?[ngefü^rtcn ergiebt 
fid^, bai ber o^ne Erlaubnis be^3 
Url^eber« tjeronftaltete Si^adfjbrucf, 
vefp. 9iad^bi(bung ein SBergel^cn 
ift, n)ofür ber »erlegte Url^eber 
©d^abenerfaj beanf^jruc^en fann. 



Selgien. 



Dember 1886, tvelc^e« feit 1. Wläv^ 

1887 in ^raft if^, entl^It feinet:: 

lei ©trafbefHmmungen gegen ben 

9iQ(^brtt(f. gut feinen jlöilret^t- 

Itd^n $lnf))rud^ ift jebodft ber 

audlftnbif4e Url^eber ebetifo ge- 

f4ü^t, ivie ber. inlönbif^e. @g 

ift bie« im § 20 ber ^erfaffung 

audgebrücft, meld^er lautet: 

^$(u8(änber geniegeu auf 

nationalem SBoben alle ben 

(Eingeborenen guftei^enben 

bürgerlid^endfed^te; fie lönnen 

nadi ben ^orf^riften ber ®e« 

fej^e iljrc Snbuftrie, i^ren 

^nbel, il^r Semerbe ausüben, 

unbeweglid^e ®üter befi^n, 

fotpie au4 laufen unb t)ex' 

faufen, htn ^afferlöufeu unb 



^fifteu entlang bie @<^tffa^rt 

betreiben, il^re [Religion frei 

ausüben, 2:eftament machen 

unb heiraten . . .'' 

9^a4 biefem $aragra))]^en ift 

olfo ber im ®ebiete ber Slrgen* 

tintf(^en Sie^ublil »ol^nenbe HuS- 

länber bem Eingeborenen in ber 

$(udübung ber bürgerli^enSRe^te 

gleic^geftedt. (Sin augerl^Ib beS 

Sanbed h^olpnenber Uri^ber mug 

^ur SBefc^reitung bed ^ttf^t^wt^t^ 

einen innerhalb ber Ärgentini* 

fc^en 97e))ubnf anföfft^en %er= 

teibiger nel^men, für bie geriet« 

lid^en g^fteUungen ber $ro^e6« 

a!ten einen Ort im Sanbe 

beftimmen unb bie bon ber ^ro- 

^egorbnung k)orgef(^riebene ^au^^ 

tion erlegen. 



Tütl^itn. 



^ad belgifc^ UrJ^eberrecgt ift 
burd) bad @efe^ Dom 22. ^är^ 
1886 geregelt, welci^eÄ in feiner 
fuT^en, ))rägnanten unb bennod^ 
aOed berüdftc^ttgenben Raffung 
in fielen fünften nac^al^menS- 
tvert ift. ^ie SBeftimmungen be^ 
ü^efe^eS ftnb folgenbe: 

3)a§ Url^eberred^t erftredt fid) 
itt(^t nur auf SBerle, toel^e nie^ 
bergefd^rieben ftnb, fonbern jeber 
tnünblid^i^C^cbanfenattSbrud (tou- 
te manifestation orale de la 
pensee) ift baburd^ gefd^ü^t. ^ie 
in i^ffentlid^en (l^ertd^t§k)erl^anb:: 
lungen , t)oIitif(^n ^erfamm^^ 



lungen k. gel^altenen dltbtn büv^ 
fen n)o^t üeröffenttid^t »werben, 
bod^ ©onberauSgaben l^ierDon gu 
Deranftalten l^at nur ber ^utor 
(SRebner) aOein ha^ 9ie*t. Dffi= 
^ieHe @(^riftftüde ber SBel^örben 
ftnb nid^t ©egenftanb M Ux= 
^eberrec^teS. SBenn ein 3BerI 
ber £itteratur ober Jl:unft non 
mehreren Autoren öerfafet refp. 
üerfcrtigt ttjurbe, fo l^at feiner 
berfelben ha^ SRed&t, ol^ne Qu^ 
ftimniung ber anbern SRitarbeiter 
eine vlnberung an bem gemein^ 
fam l^rgefteßten SBerfe öorju* 
nel^men. Set anonymen ober 

1* 



leelgien. 



J)fcuboiUjmen SSerfcn gilt ber 
SBcrIeger als Slutor, mobcl c8 
jcbod^ bem tt)irfli(|&en Slutor un= 
benommen bleibt, jeberjeit, fobalb 
ec fid^ nennt, feine 9f?ec^te ^u 
maleren. S)aS Uil^ebcrve^t ift 
ein be)ueglid)ed ffit(ijt, n^etd^ed 
öon bem Sefi^cr beSfelbcn nad^ 
ben SfJegsfn be§ bürgerlichen ©e* 
[e^bud^eS gan^ ober teiltDetfe ab^ 
getreten werben, über]^auj)t (Segens 
ftanb eines beliebigen ä^ed^tSgc^ 
fd^äfteS fein fonn. @S bürfen 
jeboc^ litterarifd^e ober muftfo= 
lifdfte Söcrfe', folangc fie unüer* 
öffentlid^t [mh, bei iSebjeiten beS 
?lutorS ni^t befcfttagnol^mt toer* 
ben, njä^rcnb ^nftnjerfc nur 
bann ber Söefd^lagnal^me unter* 
njorfeu werben !önnen, wenn fie 
jum SSerfaufe ober jur S^eröffent* 
ifid^ung t)ofl!ommen fertig geftcttt 
ftnb. 5)er Erwerber beS Ur^^cber^ 
redjteS ober eines QJegenftanbeS, 
tocld&er ein SBerl ber Sitteratur, 
a»ufif ober Äunft barftellt, barf 
ol^ne 8"f*^"ii"wng beS 5(utorS 
ober bcffen 9?ed^tSnad^f olger fei* 
nerlei änberung an htm ^crfe 
k)orne]^men nnb baSfelbe and) 
nidft öffentlich auSfteßen. 3""^ 
Qwtdt ber Sfritil ober beS Unter* 
ric^tS finb ^uS^üge auS gefeMid) 
gefdftütten 3QBcr!en geftattet; eben* 
fo bürfen Sournole Slrtifel an* 
berer 3ournole mit Clueltenan* 
gäbe abbrudcn, fofern ber 9lad)* 
brudC nid^t fJjejieH »erboten ift. 
^aS Url^eberred^t fd^liegt aud^ 
boS ^uffü^rungSredjt bramati* 



fc^r unb mufüalifd^er SSerfc, 
fowie baS ^erDjelfältiaungSred^t 
Don Kerlen ber ^unft in ftc^. 
Silbniffe bürfen jebod^ bis ^wan* 
5ig Saläre nad^ bem 2:obe ber 
abgebilbeten $erfon weber Dom 
Url^eber nod^ Dom SBeft^er beS 
SBilbeS ol^ne Suftithmung ber ab* 
gebilbeten $erfon ober beren 
9{ed6tSnod^foIger DerDielfölttgt 
ober i5ffentlid9 auSgefteHt werben. 
Si^ac^al^mung, SSeröleffältlgung 2C. 
gefcftüfter 3Berfe, bisr S^erfauf, 
Sml^ort,. Sager^altung 2C. ber 
unberedfttigten d^oc^al^mung ober 
83ert)ielfältigung wirb mit ®elb* 
ftrafe Don 26 biS 2000 3fran!S 
belegt, ^ie ^lac^algmung unter* 
liegt ber ^onfiSfation ebenfo wie 
bie 5ur ^erftellung berfelbcn 
bicnenben platten, Steine 2c. 
3Burbe aus ber ftrafbaren ^anh- 
lung bereits ein ©elbgewinn er* 
^telt (etwa burc^ unbered^tigte 
Sluffül^rung eineS ©tüdfeS), fo 
wirb ber SBetrag für hen gef(^ä= 
bigten ^utor befd^lagna^mt. 
f^ölfd^Iic^eiBeaeic^nung beS Tutors 
wirb an bem Sälfc^er (aud) wenn 
baS 3BerI bereits Q^emeingut ge* 
worben ift) mit ©efängniS öon 
brei Monaten biS )u jwet S^^i^eu 
unb ®eIbftrofe öon 100 bis 2000 
granfS belegt; unter Umftänben 
au(^ nur mit einer btefer beiben 
©trafen. S)iefe SBeftlmmung Der* 
l^inbert nic^t bie ^nnal^me Don 
^feubon^mS, fonbern rid^tet fid^ 
gegen htn Ünfu^, weld^r mit 
Kopien alter berühmter ^elfter 



Belgien. 



5 



getrieben tt)irb, itibein fie mit ber 
na%ea]^mteu ©ignatur t^etfe^en 
(iU Originale in h^n Äunft^anbel 
fotnmcn; ferner ift ber Plagiator, 
ber eine frembe Arbeit mit feinem 
92amen ^eid^net, l^ierburc^ ge- 
troffen. 

Srgenb n^elc^erSormaHtäten ^nr 
^rfangnng bed S^ec^t^fc^u^ed be- 
barf e^ nic^t. 9iur j)oft]^umc 
^erle unb bie $ub(ifationen M 
©taateg muffen innerl^alb fec^ 
Monate nac^ ^rfc^einen beim 
^inifterium für Itianbmirtfc^aft, 
Snbuftrie unb öffentlid)e arbeiten 
eingetrogen iperben. 3)iefe Ein- 
tragung bient 3Ur tJfeftfteHung ber 
3eit bed (Srfd^einen« biefer ^erle, 
toeil Dom ^age bed Erfc^einen^ 
an bie ®(^u|^frift gerechnet n^irb; 
n^irb biefe Formalität unterlaffen, 
fo sie^t bied ben l^erCuft be9 Ur« 
^eberre(i^tei} nad^ fic^. 

^aS Url^eberrec^t ift iuä§renb 
ber Sebend^eit bed $lutor$ unb 
fünfzig Saläre nad^ beffen %o\>e 
)u gunften feiner (Srben obn* 
9}e4tdnad^foIger gefc^il^t. 3ft 

ein ^erl burc^ 3uf^^>n^"^i^^c" 
mel^rerer Tutoren entftonben, fo 
bleibt e3 bid fünfzig Qa^re nad^ 
bem ^obe bed am längften (e« 
benben gefd^ü^t. ^oftl^ume ^erte 
unb üom Staate herausgegebene 
$ublifattonen finb bi§ fünfzig 
Sa^re natft il^rer ^Veröffentlichung 
Tef!|).9tuffü^rung ober^CudfteHung 
gef^üjt. 

^[udlänber genie|en benfelben 
9?ed^tSf(^u^ n?ie Belgier unb jtoar 



ol^ne bit in anbern San bem üb« 
(id^e ^ebtngung ber 9Re5t))ro5ität. 
9?ur loirb ber StuSlänber ni(^t 
länger gefd^ü^t aU in feinem 
Sanbe ber 6^u| mä^rt, jebo^ 
aud^ nic^t länger, als ed baS 
belgifd^e @efe^ anlägt. 
2)ie Dor 3ufrafttreten biefeS 
©efe^eS gefc^loffenen ^riDatöer« 
trage luerben burd) biefeS G^efe^ 
auf feine SBeife berührt. 2)er 
burd) baS ®efe^ getoä^rte txtoti^ 
tcrte refp. öerlänaerte @c^u^ 
lommt h)eber bem vtutor ftü^er 
erfc^icnener SBcrfc, no(^ beffen 
9^e4tSnad^folger ^n gute, fonbern 
eS finb bie jur Seit beä SSertrag« 
fc^luffeS in (S^eltung beftanbenen 
^efe^e anamoenben. 
^aS belgifc^e @(efe^ enthält feine 
5^eftnition barüber, )uaS unter 
„SScrfe ber Sitteratur unb Äunft" 
Derftanben wirb. 3)ie interna* 
tionalen Verträge jjeboc^ fprec^en 
ftd^ barüber fe§r beutlid^ au§. 
S)ie Definition ift eine fe^r meit« 
gel^enbe, nur ift ju bemerfen, 
bag im belgifd^sfran^öfifd^en unb 
im belgifd^'fpanifc^en Vertrage 
^^otograpl^ien auSbvüd(id) als 
^erfe ber Sitteratur unb ^nnft 
bejeid^net finb, ttjä^renb ber bei« 
gifd^=beutfd§c unb belgifd^=fd^h)eis 
jer SSertrag ^^otograp]^ien.ni(öt 
nennt. S)urd^ bie SBerner Über* 
einfitnft, melc^er ^Belgien aud) 
beigetreten ift, fomie burd^ ba^ 
belgifc^e @efe^ üom 22. ^är^ 
1886 ftnb bie internationalen 
SVcrträgc, befonberS ber Jßertrag 



6 



99ont)ia. 



^toifc^en S3etgien unb ber ^c^tDeij^, 
foft gaiij gegenftonbdCod gemor« 
ben. 

(£d befielen folgeube Konven- 
tionen: 

3tt)ifc^ett ^efgien unb 92ieber'' 
ianhe öom 30. Stuguft 1858; 

5ioij(^en )6etgien unb StoTieu 
Dom 24. S^oUembev 1859; 

5)utfd)eu Belgien unb Portugal 
Dom 11. Oftober 1866; 

5mifc^en93elgten unb bev®d)n)ei5 
tjom 25. m)ri( 1867; 

jmifd^en 93elgien unb @t>Qnien 
Dom 26. Sunl 1880; 

gmifd^en S3elgien unb t^ranfieid^ 
t)om 31. Oftober 1881; 

jwifdjeu Belgien unb 5)eutf(ös 
lanb Dom 12. S)eäember 1883. 

(Sämtlich Vertrüge enll^alten 
bie d^e^ipro^itätdKaufel, mel^e 
überbied auc^ in ber ferner Über- 
cinfunft cntl^alten ift. gcrner 
enthält jcbcr SSertrag mit Äu^* 
nal^me be^jenigen jtt)if^en $)elgien 
unb ber <Bä)\m^ bic 3Keiftbe= 
gUnftigungdf(aufeI, \>a^ ^ti^t jebe 
Sergünftigung ober Erweiterung 
ber SRed^le, m\6)t t)on einem öer« 
tragfd^liegenben Xeil einer brüten 
Wlad)i getuäl^rt loirb, mug aud) 
bem anbern oertrogfd^negenben 



Xeite ge»t)ä§rt mevbcn. ^ie Sßex^ 
träge gmi fd^en SBetgicn unbejrran!^ 
reid), fomic S3elgieu unb S)eutf(fts 
(aub entl^atten augerbem nod^ 
^ftimmung über jene SSerlag^ 
re^te, meldte für bie üertrag^ 
fd)Iiegenben Sönber getrennt t^er^ 
geben merben. %k ^erfe muffen 
jebod) auf ^ite( unb Umfc^Iag 
bementfprec^enb bejeic^net fein, 
ä. S3. „3n ^Belgien (in 5)eutfd^= 
(onb) Verbotene 2Cu«gabe''. ^iefc 
ränmnd)e Trennung be9 ^erIog9= 
red)tc3 ift aber nur bei niußfa^ 
Iifd)en unb bromatifcftsmufifa^ 
lift^en Werfen jjuläffig. 5)er 
belgifd^^^fd^mei^er Vertrag ertuä^nt 
aud^ ha^ röumlid^ geteilte ^cr= 
lagSre^t, o^ne jebod) baS ^er* 
lagiSobjeft ober eine auf hcn 
(£^*emp(aren erftci^tlic^ju mad)cnbe 
befonbere ^e^eic^nung be§ räum- 
Ud^ geteilten SSerlag^redftteS t>or* 
jufd^reiben. ferner geftatteu bie 
Sßerträgc htn öertragfc^Üeßenbcn 
iSönbern gegenfeitig, maS bad 
beutfc^ellrl^eberrec^tben beutfc^en 
5(utoren geftattet, toie 5. ö. ber 
9lad^bru(f in 6^f)rcftomatöien, 3»== 
täte mit Ouenenangabe k. So- 
genannte 9(rrangementd Von^u- 
fifftüden finb verboten. 



B0Uttia« 



%a^ Ur^eberredjt an Werfen 
ber Sitteratur unb Kunft ift in 
^olivia burc^ ^efret vom 
13. «tuguft 1879 geregelt. <5)er 



3ni^alt be3 42. $aragra))]^en um- 
faffenben (äJefeJe§ ift folgenber: 
I. ©cftriftmerfe. ^ie «cv= 
i5ffentli4uug eineS ©d^riftmerte^ 



^oma. 



huxäi bte $reffe, Sit]§ogra|)]6ie 
ober ^uffül^rung ift leine v 3^it[ur 
ober fonftigen^efd^ränfuug unter« 
tuorfen. ^a^felbe gilt für ha^ 
uberfe^uttgdrec^t. 

%tx wörtUt^ ^bbrucf ber ®ts 
fe^e unb fonftigen offiziellen 93es 
fanntmoc^ungen , fotoie bie ^ec- 
i)ffentli(^ung ber in \>tn gefe^ 
gebenben ^ör))erfcl^Qfteu ge|alte= 
neu DfJebeu ift geftattet. @ine 
DoUftönbige ober teiüueife @omm^ 
lung ber kleben barf nur mit 
^eioiQigung be§ 9tebneri$ f)txan^' 
gegeben tt)erben. 

^un ^urtrögeu ^ur (Srbauung 
unb ©elel^rung bürfen ol^ne SBe* 
milligtmg bed 9iutor9 nur ^uS- 
AÜge OeröffentÜt^t »erben, ^ie 
Veröffentlichung oon 3)>2anuftri)>« 
ten unb Briefen fielet nur bem 
Uvl^eber ^u. 

@(ebrudte ober Iitl^ogra))]^ierte 
SSSerle finb n^ä^renb ber fieben^^ 
seit bed Url^berd unb fünfzig 
3a^re nac^ beffen Xobe gegen 
^etoielfäitigung oefc^it^t. 

3itate ober ber iRobtuct ein^el« 
nee Mittlen ift mit OueQenangabe 
geftattet. ^r einem periobifc^en 
Untecnel^men ober einer Samm- 
lung gelieferte 93eitrag barf \)om 
%utov bedfelben, mangeli^ gegen» 
leiliger SSeVtragdbeftimmung, it^ 
berge it mieber abgebrucft toerben. 

^ie gleichen Bestimmungen ge(» 
ten für ha^ Überfe^ungdvec^t. 
^ludlänber jeboc^ genießen bad 
Überfe^ungi$red)t nur jel^n S^^i^re 
nad) (^rfc^einen be$ Original^ 



unter ber SSebingung, ha^ bie 
uberfe^ung innerhalb ber erften 
brel Sö^re erfd^eint. 
^irb badUberfefrungdred^t über^^ 
tragen, fo genieß ber Uberfe^er, 

![let(^t)iei ob berfelbe <Sin]§eimi« 
c^er .ober ^uSlänber ift, für 
feine Überfe^ung (menn ba^ Ori« 
ginal nici^t Semeingut ift) einen 
©d^u^ in ber ^auer Oou breigig 
Sauren nad^ ^rfd^einen ber llber= 
fe^ung, unbefc^abet bed einer 
anberen $erfon juftel^enben ffitdi^ 
M, bai»fe(be ^erl gleic^fottd über« 
fe^en gu bürfen. 

äuSlänber genießen bie gleid^n 
9ied§te, h^el^e ben in SöoIiDia 
ftaatdangel^örigen unb im 2in^^ 
(aube anföffigen Urhebern geioä^rt 
ttjerben. 

^ie oom (Biaait ober t^on öffent« 
liefen $lnftaiten ^erau^egebenen 
$3erfe geniegen einen ©d^u^ in 
ber ^auer \>on fünfzig 3a^ren, 
Dom ^rfc^einen bed legten ^anbeS 
an gerechnet, ^irb in jebem 
SBanbe ein befonberer ©toff be« 
^anbelt, fo mirb hit ®c^u|frift 
Dom Q^rfc^einen eined ichtn San« 
bed an geregnet. 

^er ^rauSgeber cine8®ammel« 
merfed geniegt für ha^ d^efamt« 
merf bie fUtäiit eined Ur^ber^. 
Sirb ein ^rl oon mel^reren 
genannten Mitarbeitern oerfagt, 
fo mirb bie ©c^u^frift nac^ bem 
am (ongften ßebenben beredftnet. 

^er Verleger anoni^mer ober 
pfeubont^mer SSerfe geniegt für 
biefe ^erle eine @d)u^frift Don 



8 



Solibitf. 



brcißig Salären itodi boücnbetem 
(Stfct)e\nen beg ^erfe§. Sirb tn^^ 
bcffen ber malere 9?QTnc bc8 Ur« 
^cbetS bclannt, fo mirb \>ai 3Q3crl 
hjä^rcnb "bcr für genannte Ur? 
lieber fcftgefejten geit gef(^ü$t. 
^üftlftume SBerfe eincö genann* 
ten S(utot§ finb b'iS fünfzig Solare 
nocö ©rfcfteinen be§ SScrfc« ge* 
fdjü^t. 

3)cr <Staat l^at boS 9?ccftt ber 
(Sypropriation beS Url^eberredfeted 
fold^er Söcrfc, hjeld^c Vergriffen 
finb unb beren S^eubturf ber 
Slutor ober beffcn (Srben Der* 
meigert. ^te @j^propriation fonn 
nur no(§ jenen ®r«nbfäten ge* 
fd^el^en, njelc^e attgcmein für bie 
im Sntereffe bc$ @)emeinn)o^(^ 
gu Derfügenben ©fpropriotioncn 
gelten, unb mn% ber Url^eber 
bafür eine angenteffene ^ntfc^ö^: 
bigung erlgatten. 

%cx SSerleger eineS 9Berfe§ barf 
hJä^renb ber SebcnSgcit he^ 3lu^ 
torS ober beffen @rbeu feinerlei 
Änberungen meber ont ^erfe 
felbft, uocft am Xitel beSfelbcu 
öornel^men. ^rhjirbt ber SSer« 
leger ein S^erlag^recöt, fo muft 
er binnen einem ^df^xe t)om 
3)atum beS SSerlogäDertrageS qu 
ha^ 2Bcr! erfc^einen loffen unb 
für bie regelmäßige &ortfeJung 
forgen, »ibrigenfail§ et bem an* 
bern ^ontral^enten ju ©d^abener« 
fQ|i öer|)fli(6tct ift. @rn)irbt ber 
SSerlegcr ha^ SSerlagSrecöt fiir bie 
auffinanberfolgenben Auflagen 
eine§ ©erfeS, fo borf er Im @r* 



fd^eitien leine Unterbredjung nn^ 
treten loffen, fofern er nic^t bc= 
meift, \>a^ unüberminblid^e ^in- 
berniffe ben SRcubrurf bertlnbern. 

^uf ha^ litlerorifcfte ©igeiitum 
finb bie Söeftimmungen über baS 
©od^enrec^t anmenbbar, aufge- 
nommen jene a)iobifi!otionen, bie 
burd^ ba§ ®cfe|^ infolge ber be= 
fonberen Statur biefeS ^igentum^ 
feftgefteUt finb. 

IL ®ramotifd&e9ßerIe. S)ie 
Urheber bramatifc^er 3Öcrtc gc= 
niegen alle 97ed6te, meiere \>tn 
Url^ebern tjon ©cftriftwer!en ge* 
mä^rt finb unb augerbem nod) 
folgenbe: 

3)ie Sluffül^rung eine« bereite 
gebrudften bramatifd^en SBerfe^ 
bor einem jol^lenben $ublilum 
ift nur mit ber tjom §lutor ober 
beffen Sted^l^nacöfolgeru fc§rift=. 
tid^ gegebenen Erlaubnis geftattet. 
^oft^ume ©crfe bürfen nur mit 
(Genehmigung aller S^ec^t^nad^^ 
fotger aufgeführt »erben. S)a« 
^luffül^rungSred^t lann beliebig 
befd^ränft »erben. 

S)ie gefamte auS einer unre^ts 
mäßigen $luffü^ntng erhielte @in« 
na^me faßt bemjenigen ju, t)on 
bem bad ^uffü^rung^red^t l^ätte 
erworben »erben muffen. S)cr 
bem Url^eber eineS bntmatifc^en 
^rled guftel^enbe Xeil ber aus 
ber öffentlichen Sluffül^rung cr= 
jielten ©innal^me borf Don btn 
(Gläubigern beS X^eote^unter^ 
ne^merS nid^t ge))fönbet »erben. 

S)er Urheber bromotifc^er ®er!c 



Solittia. 



9 



ift ftetS 6cre(ftligt, unioefenllid^e 
änbcrurtgcn ober SBerbcfferunc^en 
boTQii Dor^unci^men , unb menn 
baS SBcrl md) WanuffnJ)t ift, 
5U üertatigen, hai e^ leiner 
bem 2;i^eater fremben ^erfon mits 
geteilt toirb. 

§at ber Url^eber einem ^§eotcr= 
bircftor für eine beftimmte ^t\t 
\>a^ Huffül^runggred^t überloffen, 
fo borf er wä^renb ber SßertrogS* 
batter feinem anberen X^eater 
an bemfelben Drte baS ?(uffü§= 
rnngSred^t übertragen. 

%a^ ^et! mug innerl^atb ber 
öertrag^mäfeigen Srift, obermenn 
feine folc^e feftgefteHt, inner Wb 
eine« ga^re« aufgeführt »erben, 
anbernfads ift ber ^utor beredj- 
tigt, fein SSerl gurücf^ujiel&en. 

III. Äunftnjcric. 3)er Ur= 
^eber eine« mufifalifd^cn ^erfeS 
ober eines ^erfeS ber j^eidi* 
ncnben, mafenben ober pia^tU 
fc^en ^unft l^at ba^ auSfcJ^Iieg« 
Ucfie meä)i, fein ^erf burd& @ti(|, 
SitI)ogra|p]^ie, öilbl^aucrlunft ober 
ein anbereS SBerfa^ren ju öer? 
öieffäftigen, nad^ SJiaggabe Jener 
gcfe5lid)eu Seftimmwugcn, »elc^e 
für ha% litterarifd^c Eigentum 
aufgefteHt finb. 

Sitte SBeftimmungcn über bie 
ijffentlid^e Sluffü^rung brama= 
tifc^er 3Serfe ftnb aud) auf mu* 
ftfalifd^e 3Berfe amucnbbar, wenn 
biefe t)or einem jal^tenben $us 
blifum 5ur 9hiffü§rung gelangen 
foHen. 

IV. Snigemeine 93cftim:= 



mungen. Um bie SSorteile biefeS 
öJefe^eS ju genießen, muß ber Ür- 
f}eber ober Snl)aber einc§ ©c^rift« 
luerleS, bramatifd^en ober mufilali- 
fd)enSßerfe§ ober eine«^erfcS ber 
^nnft Je ein @yem})(or beim Unters 
rid^tSminifterium, beim SSe^irlS* 
anmalte unb in ber öibllot^! 
ber ^an)>tftabt l^interlegen. Über 
jebe biefer brei Hinterlegungen 
mtrb eine @m:))fang$bef<i^einigung 
ausgefolgt unb gelten biefe SBe* 
fc^einiguugen unb ^uS^üge auS 
ben über bie Hinterlegungen ge* 
fül^rten Slegiftern t)OTlommenben 
f^atteS als ^emeiS für ben »efi^ 
ber aus biefem ©efc^e entfpringen- 
btn 9?ec^te. 

V. ©trafen. 3cbc unbefugte 
S^eröffentlit^ung cineS äBerteS 
bcred^tigt ben Url^eber ober 3«* 
l^aber beSfelben, ^efd^lagnalftme 
ber miberreti^tltd) l^ergeftettten 
@fem})lare ju verlangen, un= 
befc^abet feiner $lnf:))rüc^e auf 
©c^abenerfaf , meieren er felbft 
bann bere^tigt ift ju bean- 
^pxxiditn, hjenn fein miberrecl^t= 
lid^ ^ergeftettteS Q^yemJ)lar gc* 
funben »ourbe. 

®er S3eranfta(ter einer miber* 
rec^tlid^en Sßeröielfältigung ift 
bem iBefdjöbigten ^u ©d^abener« 
fa| üerpflid^tet, unb gtöar ^ai er 
bie ga^l ber miberred^tlid^ ^er* 

geseilten @]rem!|)lave, mot)on bie 
efc^lagnal^mten (B^empiaxt ab- 
gebogen n^erben, jum Verlaufs« 
greife ber Originalausgabe ober 
bem abgefd^ä^ten ©erlc ber« 



10 



t^rafinen. 



[elbeii bem Ur^ber ^u erfe^en. 
SSenn bte S^ffi btt miberred^t^ 
(i(i^it ^rtiielfädiaungeit nid^t 
feftgeftellt toexbtn tann, fo mirb 
5ut S3ere(]6nun0 bed Sc^bener« 
foged au^er Un üorgefunbenen 
@;em))IaTeH ber äBert Don noc^ 
fünf()unbert (£|:emplaren aitge^ 
nommen. ^er SSerfäufev einei* 
mtberre(i^t(t(^tt %er))ie(fö(ttgung 
ift mit bem Verleger folibarifc^ 
toeranttDortUc^. Sft bad äBer! 
im %u3(anbe gebrucft morben, 
fo tDtrb ber ^eiläufer ald Ser^ 
leget betrad^tet. 



SBer ein ^onuffrit^t, toef^S 
))erf5nlt(^ IBriefe enthält, o^ne 
^eividigung bed Ur^berd ober 
beffen ^ed^tönad^folger t)eröffeii^ 
(i4t, ift f(^QbenerfQM)f(i(ttig. 

^ie 5it>itred)tn(^ (Intfc^öbigung 
üer^inbert nid^t, bag bec Derte^te 
9(utoi* ober Sn^ber M Ur^ber« 
red)te3 gegen btn Seranftolter 
ber miberre(6tli(^n $en)ielfäl^ 
tigung nodj beu ©trafrec^t^tueg 
betreuen lonn. 

S^olioia fyii nur mit f^ranfreid) 
eine l^itterarlonDention unterm 
8. 8cJ)tember 1887 obgefc^Ioffen. 



9veifiUtn. 



^er @(^u| bed Ur^eberre^teS 
ift im § 261 bed S^rimina(«@^fe^ 
bu(^ t)om 16. ^egember 1830 
audgefpro(^en. tiefer ^arogro))]^ 
lautet: 

%a9 Druden, ©ted^en, fii- 
tl^ograpl^ieren ober ber 3nt« 
port t)on Sc^riftmerfen ober 
<3tid^en, meiere Don brafi^ 
lionifc^en bürgern ^ergefteHt, 
fompontert ober überfe^t finb, 
ift mäi^renb ber Sebendjeit be$ 
Uvl^eberd, unb menn biefer 
no(^ (Srben ^interlägt, no(^ 
md^renb ^ei^n ^af^xt nac^ 
feinem Xoht k)erboten. 
©traf en:^onft$fation aller 
^{emplqre ju gunften beS 
^utord, Überfe{|er$ ober beffen 
(Srben; ftnb feine S^emptare 
toorl^nben, fo erfolgt ^erur- 



teifung jur 3a^(ung beS sU)eU 
fachen Wertes unb 9[uferle= 
gung einer ©träfe in ber 
^ö^e bed breifac^en äBerted 
ber koiberred^tU^ ^ergeftellten 
S^emptare. 

©(^riftroerfe ober ©tic^, 
toelc^ t)on Korporationen 
herausgegeben toerben, ftnb 
nur ge^n Sa^re nad) @rfd^t=: 
nen gegen 9{ad^brud, 92a^^ 
bitbuug ober Smport gefc^ü^t. 
^m 9. ©eptember 1889 l^at 
^rafiÜen mit Portugal eine Kon- 
Dention jum ©c^uge Don 9Berfen 
ber fiitteratur unb ftunft abge- 
f(^(offen. tiefer ßont)ention in- 
folge n)erbeu in jebem ber beiben 
©taaten bie im anbern ©taote 
erfc^einenben, portugiefifcb ge^ 
f(^riebenen©d)rifUoerfeuiib^er!e 



»urfiarfett— We. 



11 



her ^unft nad^ ^aggobe ber be- 
ftei^enben ober noc^ m ftraft tre« 
tenben ^fe^e aefc^ü^t. 
5Diefe Übereittifunft trat am 1. 



yio\>tmbtt 1889 in ^oft, utib 
ift jroei Sal^e na(^ Utiterjcic^ 
nung fttr jebeii toertragfc^Uefien^ 
ben S^eil auf ein 3al^t fünbbar. 



SBuIgavicn l^at, fomeit nld^t ba§ 
türltfc^e (^efe( juv ^Iniuenbuitg 
lonimt, tto4 teilte Url^cbcrred^t«* 
^efe^gebung, tvol^I aber ein fel^r 
au^f ü^rli(4e9$reggef e( üom^a^re 
1887, n)el(]^e9 (mit 9[u3uo^me 
ber S3eftimmungen über ^füd^t- 
e£em)>Iare uub ^aution^t^fUd^t 
unb 9[uf^ft^(ung ber einzelnen 
^ergel^n, mefd^e eigentlid^ in ba^ 



©trafgefej^bud^ gel^ören) bem öftere 
teic^ifc^n $reggefe^ nad^ebtlbet 
ift. 3u ertoöl^nen ift ber § 16 
bed ^reggefe^ed, ber bie aud- 
brücfti^e I3eftimmung enthält, 
bag hit freie (Sitiful^r toon ^rucf« 
fd^riften, fofern biefefben nic^t 
infolge eineS IBerge^end gegen 
ha^ $re^efe^ verboten ftnb, ge« 
ftattet ift. 



€flilt. 



%a^ Url^eberrec^t an Werfen ber 
Sitteratur unb 5^unft ift burc^ 
ba^ ,,@efe^ betreffenb ba9 litte» 
rarifd^e Eigentum" Dom 24. ^nii 
18B4 geregelt, ^ied Q^efe( ift 
fei^r lücfen^aft unb befonberd bie 
93eftimmnug über bie Abgabe Don 
brei $fnd^te{em)}Iaren, n^eidje jur 
^a^rung bt^ Url^eberrec^teS nö« 
tig finb, ift eS, meldte bie Sln= 
menbung biefed®efe^e9 auf ^erfe 
ber ßunft unmögli^ ma(^t, ob- 
tuo()l nad} § 1 auc^ ^unftmerte 
ben S^ec^tdf^u^ geniegen foHten. 
%a^ ®t\ii beftimmt foIgenbeS: 

^ie Urheber Don ©c^rifttoerfen, 
mufifaUfc^en ^omt>ofttionen, @r« 
^eugniffeu ber jeic^nenben, ma* 



tenben ober ^laftifc^n J^unft, 
ober iene, melc^ ben erften $Ian 
5U einem tBerle ber iSitteratur 
aufgeftedt ^aben, geniegen n^ü^- 
reno il^rer fiebend^eit bad au9» 
fd^liejslic^e Stecht, i^re ^erle 
burc^ iebe9 beliebige Mittel ju 
DerDielfältigen unb gu Derbreiten 
refp. Dcrbrelten gu (äffen. S)ie 
(Srben geniegen biefed 9le(^t nur 
fünf Saläre, n)etd^e ^x\\t Don ber 
S^egierung auf ^el^n ^af^vt Der^ 
(fingert werben lann. i)a9 Ur« 
l^eberred^t fonn beliebig über- 
tragen n^rben. 

%ex Snl^aber bed 9RanufIri))ted 
eined )>oft^umen ^erle^ toirb 
jel^n Saläre Dom €rfd)einen ber 



12 



(S^ilt. 



erften 9[u9()Qbe an gegen 9?ad6' 
briid gefcftü^t. 3)lefc grift tonn 
nic^t t)ertängert mcrben. %iefe 
©(^n^frift gilt jebocb nuc bann, 
menn \>a^ poft|ume ^erl für \\ä) 
adeln Deröffeutti^t tt)trb; gef^iej^t 
bie Veröffentlichung ober in 
einer 9[udgabe, mld^t auc^ bie 
bei fieb^eiten bcd SScrfaffcr« er« 
fd)ienenen ^erle enthält, fo mirb 
bie ©(^utifrift für ha^ poftl^ume 
^erf nac^ ben legieren bered^net. 

^udtänber, meldte i^ve ^r!e 
in^l^ile erfd)einen Iaffen,genie6en 
biefetben 9?ec^te mie Sntönber. 
3n (S^^ile erfd^einenbe neue Zuf- 
logen t>on Kerlen, beren frühere 
Zuflogen im Zudtonbe erf^tenen 
fino, geniegen eine ge^njä^rige 
©(öu^frlft. 

^ie Zuffü^rung bromotifd)er 
3Ber!e ift nur mit fc^rlftlic^er 
Q^ene^migung M Zutori^ waf^- 
renb ber fiebend^eit beiSfelben, 
uub t)on feinem Slobedtoge on 
fünf So^re long nur mit fc^rift* 
iic6er (S^ene^migung ber @rben 
be$ ZutoriS geftottet. 

Von ^efedf^often, Vereinen 2c. 
l&erouSgegebene SBerfe ftnb t)iers 
Mg S^^ve nod^ il^rem erften (Bx> 
fc^sinen gegen Vert>ielfättigung 
gefdiüft. 

^er Uberfe^er eined SBerfed 
ober beffen (Srben geniegeu bod. 
gleiche die^t mie ber Zutor bed 
Originale refp. beffen @rben. 

Um btn @(i^u( be$ Urheber- 
re(^ted ^u erlongen, muffen Dor 
Zudgabe bed ^erfed brei G^^em^ 



plaxt, tot\fy on ber 6fi^ ben 
9}omen bed Zutord trogen, bei 
ber öffentdc^n Vibdot^et k)oit 
6ontiogo eingereicht loerben. Ver- 
weigert ber Verleger bie 3)eJ)o* 
nierung biefer brei ©yemplore, 
fo ift ber Bruder bo^u tjtx^ 
pfiid^tet. 

3)ie 3)ru(fer [\\\h ourf) t)er= 
))f(i(^tet, Don fämtUc^en bei il^nen 
gebrochen )}eriobif4en Viöttern 
unb einzelnen @(^riften ^mei 
@;em))(ore beim ^Mniflerium be$ 
Snuern unb ein @|empIor beim 
^idfol ein^ureic^n. 

^ie miberrec^tlic^e VerDielfätti:^ 
guug eined ^erfe^ n^irb nod) 
§471 be« 6trofgefe^bu(i^e$ ge« 
o^nbet; bie ©trofbeftimmungen 
ftnb foigenbe: 

^it 3toongdorbett in ber ^ouer 
Don einunbfec^^ig btd fünfl^un- 
bertDierjig i^ogen ober Ort9^aft 
mä^renb berfelben 3eit (b. 1^. ber 
Verurleilte borf toä^renb biefer 
3eit einen i^m ougemiefenen Ort 
nidjt Oerloffen, ä^nlid^ toie bei 
und bie Sfcfiungd^oft) ober mit 
(^etbftrofe Don punbert bid tou^ 
fenb ^ioftern (= 400-4000 3».) 
mirb beftroft, »er eine bod ÜU 
terörifc^e ober tünftlerifd^e Eigen- 
tum Derle^enbe ^onblung begei^t. 

^ie »iberred^tlid^ l^ergeftedteit 
eingeführten ober Derbreiteten 
@yera))Iore, ebenfo bie gur Ver= 
Dielfältigung bienenbett $totten 
ober fonftigen Vorrichtungen mx- 
ben 3U gunften ber oerte^ten 
$erfon lonfidgiert. 



(S^ina. 



13 



@rn)d^tten§tt)ert ift no(j^ ber 
§ 584 b€$ bürgerl. ©efe^bud^ed 
Dom So^re 1855; blcfcv ^ßoros 
gra))^ beftimmt: 

„^ic ©rgfugnlffc bc§ ^olentcS 
ober bed@)eifteS finbbaS Eigentum 
i^rcr Urheber, ^icfe« Eigentum 



ift burd^ Bcfonberc ^cfe^e gcrc= 
gelt." 

9(uger bem ©efe^e Don 1834 
e^iftiert jebod^ fein anbered }um 
©d^u^e bed Url^eberre^ted; ou(^ 
^ot ^f)\U feine SitterarlonDen- 
ttonen abgefc^Ioffett. 



QCl^tna. 



@|}e^iene G^efe^e über baS lit^ 
terorif^e unb !iinft(ertf(i^ ©igen- 
tum beft^t @j^ina nid^t. ^aS 
Ur^eberred^t mirb nad^ gemeinem 
[Redete bel^Qttbelt unb ift bemge= 
ttiä§ bem fubjeftiöen ©rmeffcn 
ber betreffenben S3el^örbe, n)eld^e 
über eine SBerlej^ung beS Urhebers 
rcd^teS gu urteilen f^ai, ein loeiter 
©<)telraum geloffcn.- 

^ie aittn d^inefifc^n ^laffifer 
finb längft @}emeingut getoorben 
unb merben beliebig nad^gebrudt; 
nur gum Üi^a^brurfe fepr tüidj' 
tiger ^erfe unb Su^uSauSgaben 
ift bie Q^enel^migung ber SRegie^ 
rung eingul^olen. $Btrb btefe 
(Genehmigung nic^t eingel^oU, fo 
loirb ber ^lac^brudfer noc^ ge- 
meinem SfJec^te beftroft. 

3)ie SJerleger ber mobernen ßit= 
teratur finb meifiend bie ^lutoren 
felbft, meiere i^re S3ci!c brudfen 
laffen unb biefelben Derfaufcn fo 
gut fie fönnen. 3)ie meiften 
iöüd^er trogen bie SSejeid^nung 
„9?ad&brurf verboten" unb SScr* 
le^ung biefed !8erboteS mirb an 
bem <&(^ulbigen mit a^tgig <Bioä^ 



I i^iebeu beftraft; auger bem toerben 
' bie nacggebrudten ^^emplare unb 
bie jum ^ad)bxu(it bienenben 
Vorrichtungen t)ernid^tet. ^ied 
99ec^t mirb jeboc^ t)on ben Tu- 
toren feiten in $lnfpru^ ge« 
nommen, tro^bem ber 92ad|brud 
billiger DerMuft mirb M bie 
Originalausgabe, ^ie $lutören 
finb öfter nod^ erfreut barttber, 
menn burd^ 9?ad^brudt ^u i^rem 
littcrarifd^en 9?u^me beigetragen 
mirb. $lu(^ ift babet ^u berM^ 
fid^tigen, ba^ bie Se^rbcn fe^r 
menig sur $lnerlennung beS Ur== 
^eberrec^ted geneigt finb, mei( fie 
ben Slutoren SScrteuerung ber 
SBüd^r bormcrfen. 
Obmol^l nun in (S^^ina infolge 
ber ^nmenbung bed gemeinen 
fR^diie^ auf ha^ geiftige Eigentum 
t^coretifd^ toon einer immcr= 
mä^renben @d^u|frift be§ Xtr= 
]6eberred[)teS gefprod^en merben 
lann, fo trifft bieS in ber ißrofiS 
bo^ nid^t in, meil baS toorl^err» 
fdienbe 9^ed)tSgefü^l ni^t geneigt 
ift, biefen @d^u( gu beanf))ru^en, 
refp. anperfennen. 



14 



(£oftarica — Däitemarf . 



QT^pfatita« 



Q^oftarica bep^t nod^ leine llr> 

Sanb war tüoi)l bei ben erften 
©i^ungen ^uc S3erQtung ber 
SBcrtter Äoiiöentlon vertreten, ift 
jjebod^ ber ^onüention tiic^t bei^^ 
getreten, «m 17. gebruor 1887 
l^t aber 6:ortarica hen hi^f)tx 
nod^ nid^t in ^raft aetrete^^ 
nett, jttfifc^en htn fünf 97e))ub« 
lilen t>on 3)^ttte(amerifa gef^Iof^^ 
fenen §anbeI§Dertrag untergeid^- 



net, n)eld)er im § 20 befttmmt: 
„%k ber ©cric^tsbarfcit cU 
nev bec unterzeichneten die^ 
pnbiihn unterftel^enben ^tv^ 
fönen genießen in ben onbc= 
ren 9?c^ub(i!en ba^ ditd^i be$ 
ntterarifd^en , inbuftrteHen 
ober fünftferifd^n (Sigentum^ 
unter benfelben ^ebtngungen 
unb pnb bcnfclbctt ^ert)fuc^s 
tungen unterworfen mie bit 
©ingeborenen." 



^äncjttarft. 



3)a« Url^berrec^t ift in 3)äne* 
marl gegenwärtig burd^ folgenbe 
^efefte geregelt: 

®efe^ ^om 29. ^e^ember 1857 
über ben ^ad^brud litterarifd^er 
®erfe; 

m^i k)om 31. mäx^ 1864 über 
bie ^erDielfärtigung Don ^er!en 
ber Äunft. 

3u beiben O^efe^en würbe ein 

^Ibönberungi^gefe^ t)om 23. gre« 
bruar 1866 eriaffen, unb auger^ 
btm würbe ba^ (Siefeg t>om 29. 
^egembcr 1857 noc^ abgeänbert 
burc^ 

@efe| Dom 21. gebruar 1868; 

<^efeg t)im 24. ^ai 1879; 

®efe| Dom 12. 9lprit 1889. 

^ad ^erDielfätfigungiSred^t an 
$^otogra))l^ien ift geregelt burd) 
ba^ 



©efeg Dom 24. ^är^ 1865. 

^.er (^efamtinl^alt biefer ©efe^e 
ift folgenber: 

3)er Ulutor ref|>. beffen SfJec^tSs 
nad^f olger ift aQein berechtigt, ein 
^erl ber £itteratur ober ber j^unft 
nai^^ubruden, nad^gubilbeu ober 
auf^ufül^ren. ^er Überfeger eined 
^erfei^ wirb in bejug auf feine 
Übcrfefeung oB tlutor betrad^tet; 
bie Überfegung in einen ^ialeft 
berfelben @pra^e, in weld^er ba^ 
^erf gefc^rieben ift, wirb jebod^ 
aU 92a^brud beftraft, unb wer:= 
btn in biefer S3ezie]^ung bänifd), 
norwegifc^ unb f^tvebifd^ a(d 
^ialefte einer ^pxad^ angefel^en. 
3n S^i^f^^ii^if*«» ober @ammel= 
werfen Deri)ffentlic^te 9lrbeiten 
Tonnen, fofem nichts anbeved 
Dereinbart ift, ein Sal^r nad^ ber 



crften SSeröffentlic^ung t)om?(utor 
toieber beliemg ))ertuenbet werben. 
m^ 9?a^brudE ift nid^t an^iu 
fci^ii: ^nfül^rung furjer Sitate; 
9(ufnal^me eitijelnet ®lü(fe in 
^ntl^o(ogien, ©ammlungen k. ju 
Unlcm(§t8jtt)eden , »oBcl jebodft 
feit bent erften (Srf(i^etnen eine§ 
in einer fold^n (Sammlung auf« 
genommenen ©tücfeS mini>eften$ 
ein ^af^v Dcrpfoffcn fein muß; 
tlbbrndt aud 3^itungen mit 
OueUenangobe; 92ad)bru(f \>on 
©cbid^ten, fofern biefelben einer 
ntuftlaltfd^n ^ompofttion ald 
%t^t biencu. gerner ift geftattet 
bie ^eHamatlon ober ^uffül^rung 
bramatifdjer ober gröj^erer STlu- 
fiftoerle (bie für ein Crd^efter 
berechnet finb) bur(4 eine einzelne 
^erfon ol^ne jeben f^enifd^n 
Apparat; hk orbnungiSmägige 
9(uffü^rung ift natürli^ bem 
$lutor Doroel^alten. $at jemanb 
ha^ ^uffü^rung^red^t eined bra- 
raatifc^n ober mufifalif(^n SBer* 
!e9 erworben, unb maä^t er 
irinerl^alb 5 ^(^l^i'^n Don biefem 
mi^t feinen ®ebrau(^, fo faßt 
bodfelbe an ben $iutor jurüdE. 
^benfo ift ber 9?a<l^bvudf eined 
SBerfeS erlaubt, menn innerhalb 
ber legten 5 Saläre fein @jem* 
ptar ber leMen Auflage Dom 
S3erleger gu bcFommen mor, unb 
ber SRed^tSDorgänger beS SJer* 
legerS (maS melftenS ber ?(utor 
ift ober beffen (Srben) oiidf) feine 
neue ICuflage angezeigt l^t. 3ft 
iebo^ eine neue Auflage ange- 



2>änemarl. |5 

geigt, fo muß biefelbe innerl^lb 
eines Sal^red ruxä^ ber erften kn^ 
geige erf^einen, wibrigenfadS ba§ 
^er! gum 92ad^brudE freigegeben 
ift. ^ie Debatten M S^igdbag, 
fowie 93erid^te über öffentli^e 
Sßerfammtungen unb ^trläji^^ 
Derl§anblungen bürfen beröffent- 
lid^t werben, iebod^ fann eine 
$erfon nur auf &xvinh eines 
©efe^efi ba^ 9?ed|t erl^alten, Qk^ 
fe^e, minifterieffe ober fonftige 
bel^örblid^e Sßerorbnunaen, fowie 
bie rid^terlic^n Urteile gu Der- 
bffentlid^en. 

9(rd6ite!toni((^$Cdne bürfen gur 
$(u9fil]^rung Don ^Bauten o^ne 
Genehmigung bed 9lutorS nic^t 
benü^t werben. @inb bie greine 
jebod^ Dom ^utor DeröffentUc^t 
worben, fo bürfen fle gur SSau- 
fonftruftion benü|t werben. Ge= 
ftattet ift ferner hit 97eprobutt{on 
Don ^unftwerfen, we((^e ft(^ auf 
i^ffentlid^en^tä^n unbin^ufeeu 
beftnben. fl^^rner bürfen ^unft« 
werte atS WtohtUt gur ^ergierung 
Don Gkbrau^Sgegenftänben be- 
nü^t werben, wenn ber Mnftler 
[idj ni^t eine berartige ^erwen- 
bung auSbrüdftic^ Dorbel§aIten l^at. 
%a^ SRedftt biefeS äSorbe^tteS 
fonn ein Arbeiter ober gabrifant 
au(^ Dom ^ünftler auf bie ^auer 
Don gel^n Salären erwerben. 

3)le ©(^u^ift für ©erfe ge* 
nannter 9[utoren wäl^rt fünfzig 
Saläre. $oft^ume bramatifc^e 
^erfe unb muftfalif(^e üompo^ 
fttionen finb gleic^faHS fünfzig 



16 



S)öiteinarf. 



Solare gegen unbereii^tigte 9luf= 
fü^riing gefd^ü^t, fofern bei Sn- 
irafttretung M biedbc^üglii^en 
®efc^^ (12. ^px\i 1889) W 
\xiif)tx anpefeft gett)efenc bretfeig» 
jöl^rige 64u|frtft nic^t bereitö 
abgelaufen ift. ^er @c6ug gegen 
btn ^ad^hxud t>on ©cgriftmerlen 
ift burc^ @^efe{i üont 21. grebruar 
1868 Don bretgig auf fünfzig 
Saläre Derlöngert morben, iinb 
lomntl biefe verlängerte ©c^u^ 
frift bem 9(utor ober feinem 
9}ed)tduacf)foIger gu gute, fofern 
beim !3n!rofttreten bei genannten 
®efe^e§ bie breigigjäl^rige Sd^uj^- 
frift nod) nic^t abgelaufen ift, 
ober tütwn felbft nac^ Slblauf 
biefer 6(^ü(frift ein anberer 
nod^ leine neue $(udgabe bed 
SBerfeS Deranftaltetober bad ^r:: 
t^einen berfelben angezeigt l^at. 
^ie bon einem Slnberu angezeigte 
9(u$gabe beS SSerled mug ithod) 
in bemfelben ^a^xt, in njeld^em 
bie Stn^eige erfotgt, erfc^einen, 
)oibrigenfan§ ber $lutor ref^. 
beffen 9le(^t9na4folger Don ber 
Derlöngerten Sd^u^frift (^ebxaudf 
machen fönnen. 

9Cnon^me, t^f^ubonl^me unb po- 
fll^ume ^erle [inb breigig Saläre 
nad^ @rf(^einen gefd)ü^t. ^enn 
bertlutor innerl^oib breigig ^af^xe 
Dom Ablauf be§ S^l^rcS, in mel* 
d^eni bie le^te 9(uf(age erfd}ien, 
jebod^ Dor $lblauf Don fünfzig 
Dom $tblauf bed ^df^xt^ geregnet, 
in meld^em bie erfte 9(uftage er- 
f^ien, feinen 92amen nennt, fo 



geniest er bie Dode ©c^u^frift 
b. i. bid fünfi(ig 3a|^re nad^ 
feinem Zoht, SDied tritt jeboc^ 
nid^t ein, n^enn Dor ber ^^amend- 
nennung bed 9[utor$ bad ^er! 
bereits @^meingut loar unb ein 
anberer eine neue ^udgabe ber^ 
anftaltet ober eine fold^e ange» 
5eigt l^at. ^aS ^erf mug aber 
im ^a^X9, in melc^em bie Knjeige 
erfolgte, erfc^einen, n^ibrigenfaÜS 
ber $(utor tt^ieber in feine Siedete 
tritt. 

3)er SSerleger ref^. ^erauSgcbcr 
eincd ))eriobifd^en Untemel^meuiS 
ober cined 6ammetn)erfed, aud^ 
loenn ber ^erauiSgeber ein !3n« 
ftitut ober ein Sßerein ift, mirb 
als ^utor betrad^tet. ^Ur ©c^rtf « 
ten, meldte in niel^reren ein ju^ 
fammenpngenbeS (^an^eS hiU 
benben Slbteitungen erfc^einen, 
mirb bie 6d)u^f vift Dom ^rfd^einen 
ber legten Abteilung an gered^net. 
Siegt gmifdfjen bem ^rf^einen bet 
einzelnen $lbteilungen ein 3^^^^^ 
räum Don meljr als brei Salären, 
fo merben bie Dor biefcm S^iU 
räum erf^ienenen Seite unb bie 
nac^ bemfelben erfd^ienenen a(S 
befoubere SSerfe betradfetet. 

Sirbeiten mehrere Tutoren an 
einem $Ber!e, an loeld^em bie 
Slrbeit eines jeben einzelnen nid^t 
befonberS unterfcgieben ift, fo 
mirb bie @d[)u^frift nadft bem 
Xobe beS am längften lebenben 
gered^net. 

^ie Sd^uj^frift fitr ^erle bec 
Äunft mä^rt breij^ig 3a§re lang 



^Aitemarf. 



17 



Dorn ®<i^Iuffe bed ^a^xt^ an ae:: 
red^net, in tmlc^m ber^ünftler 
ftatb. 

^er iBerfertiger einer $(}oto« 
9ra))l^ie l^at fünf Sdl^re lang bad 
audf(^tieg(i(^ 9{ed|t ber 9f(e))ro« 
bultion unb bed ^erfaufeS ber« 
felben. 3ft bie $§otogra4)^ie im 
Auftrag eined anbern l^rgefteQt, 
fo barf ber ^erfertiger nur mit 
SBen^iQigung M 9(uftraggeber$ 
bie $]^otograt>^ie k^ertielfäitigen 
unb Derfaufen. $Ber [\\i) bad 
9}e(^t ber auSf(^lie|(ic^en 9^e)>rO' 
buftion magren kvitt. mug ft(^ 
bied auf jebem einzelnen ^ilbe 
bur4 bie IBejeid^nung „^n9^ 
f(^ltegli^$ (Sigentum'' unb ^in- 
Sufiigung feliied 9?amen9 ijorbe- 
galten, d^in @;em|)Iar ber $1^0« 
togra))]§le mug mit einer S3e« 
f(^ret6ung unb mit htm @kfu(^e 
bed ^erfertigerd, ba| er ftc^ ba$ 
Sßer))ielfö(tigungdre(§t ttKil^ren 
to\U, Derfe^en, beim ^inifterium 
beg Snnern eingerei(i^t uierben. 
^enn bie ^l^otograp^ie bie SRe« 
))robultion eineiS^unftmerfed bar« 
ftettt, fo mug aud^ ber ^ame M 
^ünftlerd genannt luerben. 

@4mebif(^ $(utoren, niefc^e ftd^ 
bie äberfe^ung in9 ^nifd^e Dor« 
belüften moßen, ^aben folgenbe 
Formalitäten ju erfüllen: ^m 
ZM be9 $Ber!ed mujs ber ^utor 
feine Slbfi^t, eine bänifd^e Über« 
fe|ung Deranftalten ju moHen, 
be!annt geben; ein @j:em)}Iar bed 
Skried mu6 ))or 9(blauf t^on brei 
SRonaten nad^ (h:f(^einen ber 

etxti^ltx, MS Vttd^t fflc Url^e^eT 



föniglt^en Sibliotl^r ju Stoptn^^ 
^gen gegen (Smpfangdbeftötigung 
loftenfrei ausgeliefert toexhtn; 
t)or Ablauf )oon neun Monaten 
na(^ Ablieferung an bie föniglic^ 
^ibliotl^e! mug ber S3egtnn ber 
Überfefeung in 3)änemar! er« 
fc^inen unb Dor $lblauf Don 
jinjei Sct^ren, Dom felben ^iU 
:^un!t ab gered^net, mu|3 bie Über« 
fegung t^oQftänbig erfd^ienen fein, 
^ramatif^e ^erle jebod^ muffen 
fd^mebifc^e tlutoren t)or tlblauf 
eined 9)^onat9 bei ber föniglid^en 
^ibliotl^el }u Sto\^nf^%en hc^o^ 
nieren unb bie Überfe^ung mu^ 
längfienS fec^ Monate Dom Sage 
ber i)e))onierung an gered^net 
DoQftftnbig v^rfd^ienen fein. 
Verfolgung megen SSerle^ung 
bed Ürl^eberrec^ted tritt nur auf 
Antrag beS Verlebten ein. tiefer 
Antrag mu^ inner^lb eined 
3a^reS bei jenem ®eri(^tdorte, 
too bie red^tmögige Aufgabe bed 
Kerles erfd^ienen ift, eingebrad^t 
ttjerben. 3)ie ©trafen pwb fol« 
genbe: ^onfidlation unb Vernid^« 
tung (auf tSerlangen be9 Set« 
legten AuSfolgung an ben^läger) 
ber miberrec^tlicb $er^efteIltenober 
üertauften 3)rudfd^riften ; auger« 
Um ©(^abenerfa^leiftung an ben 
Kläger, f on^ie ©träfe in ber ^ül^e 
tyon 50 bidlOOOStigSbalerd. ^iefe 
(Strafe !ann für htn SBerläufer 
cined t)on einem anbern berge« 
fteUten 92ad^bru(!ed auf 20 m^^ 
baier ermäßigt merben. 9)ie un« 
befugte ^ffentli^e Aufführung 

IC, IL 2 



18 



^Oeittfd^Ianb * Scuabör. 



eines bratnatif^eit ober muftfa' 
lif(öen ^erled tuirb mit 10 bid 
200 gfligSbaler ©ttofe unb fiei:: 
ftung tooii ©c^abenerfa^ geal^nbet. 
Unberechtigte ^lod^al^ntitna \>on 
tunflwerfen wirb mit 20 bi« 
500 afliflgbalerS beftroft. S)ie 
gitr ^rftettung bienenben platten 
ober fonftige ^aterioüen, foipie 
oUe tuiberred^tlic^ ^rgeftedten 
@;em))(are merben !onft$^ievt iinb 
oernid^tet ober auf Verlangen bem 
^erle^ten ausgefolgt, toelc^em aud) 
(^fo| bed @4abenS ju leiften 
ift. 5)ic ©träfe fann für bcn 
^erfäufer eineS »iberred^tfi^ 
^ergeftedten ^nftmerfeS auf 10 
d^igSbalerS ermäßigt merben. Un« 
berechtigte 9?eprobuftion oberSSer* 
tauf ))on $]^otogra))t)ien toirb mit 
©träfe Don 10 bis 100 IRigSbaler 
unb im übrigen fomie bie unbe« 
rec^tigte ^erfteOung Don "Herten 
ber ^unft gea^nbet. 



iBergel^en gegen bie @kfe^e ^um 
@c6u|e beS Ur^berrec^te^ an 
(Sci^riftmerfen, bramatifd^en unb 
mufitaltfc^en $$erfen, Herten ber 
^unft unb $^otogTop^ien \>ex=: 
jähren, menn nic^t innerhalb 
eines ^af^xt^ unb einem Sage, 
nad^bem bie (ej^te gegen baS ^e^^ 
fe^ Derftogenbe ^nMung be^^ 
gangen rourbe, ^(age toon feiten 
beS ^erle^ten erhoben worben ift. 

@ine !ün{gli(^e ^erorbnung Dom 
29. ^^ember 1858 be|nl htn 
Url^eberrec^tSfc^uti unter S3ebin« 
gung ber S^eji^ro^ität auf frani^ö« 
fifc^e ^rjeugniffe auS unb ebenfo 
berrfdit ^mifd^en ^önemarl unb 
©c^meben 9le}i))roailät. (IS ift 
alfo mit 9luSnal^me Don i!^ran!= 
reic^ unb ©^meben baS littiera« 
rifcffe unb lünftlerifc^e Eigentum 
ber anbern San ber o^ne gefe|« 
liefen ©c^u^, ba ^nemarl feine 
Konventionen gefc^Ioffen ^at. 



^cuffdilatttr. 



3)er Doüftänbige Äbbruc! ber 
beutfc^en Url^eoerrecgtS« unb 
^$reggefe^gebung, fomie auc^ 
Kommentar berfelben, befinbet 
fic^ im erften S3anbe biefeS 
SerfeS. ^erfeibe ^^aub entl^ält 



au^ bie §tt)ifcl^en ^eutfd^Ianb unb 
ber Sd^mei^ abgefc^loffenen Sit« 
lerarlonDenttonen , toä^renb hie 
übrigen SitterartonDentionen am 
©(i^Iuffe biefeS öanbeS abgc= 
brucft finb. 



CEruatror. 



3n «uSfül&rung beS § 27 ber 
^erfaffung, meld)er (autet: 



,,3eber l^t unter ben Dont 
G^fe^e feftgefteHten ^ebiu^ 



Scuabör. 



19 



aungen ©etoerbefreigeit unb 
oad audfci^Iieglic^ (Eigentum 
feiner d^ntbedtunoen, ^rftii:: 
bangen unb ittteraitfd^en 

tvurbe bad nad^fiel^enbe ®efe^, 
Betreffenb bad litterarlfci^e unb 
fünftletifd^e Eigentum, "oom 8. 
^uguft 1887 eriQffen. 

^l^ Ur^ber litterortfd^r ^erle 
tverben betrachtet: 

1. bcrjenlge, »eld^er burc^ 3Sort 
ober ©^rift ein SScr! erzeugt 

2. ber ÜBerfc^r; 

3. ber SSeft^er- eineS feiner an- 
bercn $crfon rec^tmäfeig on* 
gehörigen, nod^ nid^t Der^^ 
öffentlic^ten SBerTe^, toelcge« 
er gum erften SWole ber* 
öffentttc^t; 

4. ber ^ompitator l^iflorifd^r 
ober auf bie (äJefe^gebung 
be^ugl^abenber ^olumente, 
menn ber 3){reItor ber be* 
treffenben ^rd^it)e ober bie 
S^egierung leine folc^e Ar- 
beit bereite ]|erau9gegeben 
l^ben unb bent ^ontpilator 
hk ^rmäd^tigung l^ier^u er- 
teilten; 

5. ber ^ompitator t)on ^olf^er- 
^eugniffen, mie g. S3. %ol!$« 
lieber, @agen 7C., t>oxan^' 
gefegt, bai bie SSeröffenttid^« 

ung einen Iitterarif(^en3tt>cc{ 
tjerfolgt; 

6. ber ^omf)i(ator ober ^eraud« 
geber t>on äBerfen, n)et^e 



bereits Gemeingut geioorben 
ftnb. 
«fö Urheber Oon SScrfen ber 
^unft merben betrautet: 

1. ber @d6ö<)fer tint^ ©crfe«; 

2. ber ^ontponift k)on SBaria:" 
tionen eineS mufitalifd^eu 
%^ma^, Doraudgefe^t, ba^ 
biefe SSariationen nac^ bem 
Urteile @a4t)erftänbiger aU 
ein neues ^er! ju betrac^« 
ttn finb; 

3. ber ^ompitator )}0)}ulärer 
SKupfftüde unbefonnter Ur= 
lieber; 

4. ber ^utor t>on XranSflrip- 
tionen ober Snftrumenta« 
tionen, n^etd^e^nit Q^rlaubniS 
beS Url^ebeiS t>om Original^" 
toerle ^ergefteHt finb; 

5. ber ^altVf (^toQXQp^, 3nge« 
nieur, S^tt^ner, ^anigra))^! 
ober ^ilbl^auer, jeber in be« 
jug auf fein Originaln^erl 
unb ber ^t>\>itn, bie baDon 
burd^ irgenb ein $ßerfal§ren 
l^ergeftedt n^rben liinnen, 
DorauSgefej^t, bag er ba9 
Original ni^t Deräugert l^at; 

6. berjenige, meld^er mit @rs 
laubniS bed Url^berS eineS 
SSerfe« blefeS re^)robujiert; 

7. ber SSerleger t>on SSerfen, 
bereu ®^u^ öerfaHen ift. 

^er @taat ober (S^efellfc^aften, 
meiere bie 9?ed6te einer juriftifd^en 
^crfon bcfifen, genießen als 

terauSgeber t)on Kerlen htn 
d^u^ beS Url^eberred^teS. 
$l^ilofo)>^if(^e, miffenfd^aftlic^e 



20 



CScuab6r. 



2C. (S^ßeme finb in il^rer ®cs 
famti^it iiid^t aefd^ü^t, fonbem 
merben nur ald mitteld %ort 
ober ©d^rift erzeugte litterartfc^e 
^erfe htixa^itt @d bleibt je- 
bodb bem ©c^öpfer eined @^fiemS 
unbenommen , Kagbar t>or5U' 
(^elften, n^nn ein anberer biefe^ 
@)^ftem unerlaubt benü^en foCtte. 
^le rid^terlid^e ^ntfc^eibung wirb 
Deröffentltd^. 

^aS Urheberrecht ift gefc^ii^t: 
a) Ȋl^renb ber Sebendgelt ht^ 
^utord unb fünfzig Saläre 
))on feinem ^obe an, ju 

fiunften fetner (Srben; 
ünfgig Sa^re t>om Xage ber 
^erbffentüc^ung an; 

c) fänfunbjn^an^ig Sa^re Dom 
Sage ber^eröffentltd^ungan. 

^ie unter a beftintmte ®^u|« 
frift mirb ben Urhebern littera« 
rifd^er SBer!e sub 1 unb btn Ur* 
liebem funftlerifc^er SBer!e sub 1 
unb 5 gemährt, ^le unter b 
beftimmte ©d^u^frift mirb ge- 
toäl^rt: ben Überfefern, Äompi* 
latoren gefd^tc^tlic^r ^oluntente 
unb ber SRaterialien ber (S^efe^« 
gebung, ber 9?eglerung, jurifti* 
fd^en $erfonen unb bem ^utor 
ntufifalifc^er ^Variationen, ^den 
übrigen ^erfonen wirb bie sub c 
genannte Sd^u^frift ^etoA^rt. S3ei 
Kerlen, metcge in etn^etnen ^Ib- 
teilungen erfd^einen, mirb bie 
@d^u^frift t)om ^rfc^etnen bed 
Icfcten ZtlU^ an gcred^net. 

$)ie ^erauSaabe Don ^lui^jügen 
ober Umarbeitungen eine« SBer* 



ft» ober ^bbrudf beSfelben mit 
einem Kommentar ift nur mit 
^emilligung M ^utord geftattet. 
Seboc^ fino !ur^e QHatt ^um 
gwede ber Äritif ober Meine 
^udj(üge, bie ^u Unterri((t$= 
^tütdtn ald dufter bienen foHen, 
geftattet. 

äenn ber ^v^^u% au9 einem 
bibaltifc^en ober tec^nifc^en ^erfe 
Don einem anberen nac^ einem 
befferen ^iant rebigiert ober mit 
Beifügung Don SHuftrattonen 
l^erau^egeben mirb, fo lann ba^ 
Unterru^tÄminifterium bie SSer* 
öffentiic^ung biefe§ ^u^n^e» ge« 
ftatten, inbcm e§ beffcn fCutor 
bit bejüglid^en Ur^eberred^te ju^ 
fpri(^t. ^ierüber l^ben brei Sac^^ 
Derftcinbtge gu entfc^etben, moDon 
je einer Dom ^iCutor bcS Drigi« 
nat»er!e9, Dom ^utor b^^^vL^- 
Auged unb Dom Untetric^tdmini« 
fterium ernannt mirb. Sfällt baS 
Urteil ber ©ad^Derftänbigen für 
btn ^utor bed ^uSjuged günftig 
aud, fo ift biefer Dert)^i(l^tet, bem 
Urheber be§ £)riginaln>erle<$ eine 
©tttfc^äbigung in bar ju begal^ten, 
beren ^öl^e Dom Unterri^tdmi- 
nifterium feftgefeft wirb. 

^er ^utor bed $lu9}uged aud 
einem 9Ser!e, baS bereit« @c- 
meingut geworben ift, fann nur 
für feinen ^ud^ug ba« Url^ber« 
red^t in Änft)ru^ nehmen, unbc« 
fc^bet bed 9flec^teS, bod ein an- 
berer erwirbt, ber t>on bemfelbcn 
SBerfe einen anberen 9[ud5ug 
, Deranftaltet. 



(ScuaböT. 



21 



^tne defe|Ii(^ gefc^ü^te Über« 
fe^ung t^ri^inbert nic^t, bog t>on , 
bemfelben 3BerIe eine neue über^ 
fe^ung angefertigt werben lann. ! 
Sebe uberfe'^ung mug ben ' 
dornen bc8 Urhebers be« £)rigi» | 
nalnjerfeS angeben, ythoä) tft ba» 
burc^ bie Überfej^uug anontjmer 
SBerfc nic^t berboten. 

^inberungen am SSerfe finb nur 
mit (^neqmtgung bed $(utovd 
geftattet; 3ufä|eoberänberungen 
muffen t>om übrigen Sqrte ge- 
trennt mxbtn, fo bag fie üott- 
ftönbig ifnterfc^ieben werben 
ti)nnen. Übertretung biefer ^e« 
ftimmunaen bered^ttgen ben ^u« 
tor ober beffen @rben, ^rfteHung 
bed urfprüngttc^n Sej^ted bei 
6trafe ber ^onftdlation bed 
Ser!ed gu t^erlongen. 

®ie 9{egieruna ^ot bad qu§« 
fd^lte^Itc^ S^ec^t, in befouberen 
Sammlungen bie offiziellen ^o- 
fumente unb @^efe^e l^erau^^u^ 
geben, d^ ift jjebod^ peftattet, 
biefe ^otumente, wenn fie in ber 
offtgieden ©ammtung erf(^ienen 
finb, in onbereu ^rtobifc^en 
Sammlungen nac^^ubruden. ^aS 
Url^berrec^t ber Suriften, h)elc^ 
®efe^, mit Stubien ober ^om« 
mentaren begleitet, l^erauiSgeben, 
mirb baburci^ nid^t geftört. 

3ur S3eröffcntlid^ung Don $ro= 
ji^egaften ift bie Q^enel^migung 
be§ betreffenben (§)eri(^te$ ein^: 
lui^olen, m\^^ biefe @ene^= 
migung unter beliebigen ^e^ 
fc^ränlungen erteilen fann. 



Srür anonyme ober pfeubonl^me 
SBerfe wirb bem S^erleger ber^^ 
felben ber 9le(^tiSf(^u^ gewährt; 
JDoftl^ume ^erfe ftnb nur bann 
gefe^li^ gefd^ilgt, wenn biefe 
nici^t mit fold)en ^Berten bemfelben 
Tutors gufammen erfc^einen, 
weld^e bereits @^emeingut gewor« 
ben fmb. 

^a9 ^igentumSred^t an 93riefen 
bert^t ber $lbreffat, wä^renb bem 
örieffd^relber M Url^cbcrred^t 
guftel^t. ®d ift bem 9[breffaten 
jeboc^ geftattet, an il^n geri^tete 
©riefe jur SSertcibi^ung feiner 
@§re ober pr Unter ftü^ung einer 
$olemi(, welche ^ur ©erteioigung 
ber 9?eligion, ber 3Koral ober beS 
©aterlanbei^ gefül^rt wirb, ^u 
öcröffentlit^en. 

Srür bie ^eröffentlid^ung Don 
in S[u$übung eine« öffentlichen 
^mtc8 gef))rod§encn ober gef^ric= 
benen SBerfe gelten biefelben S3e= 
fttmmungen wie für bie ^er:: 
i)ffentlid^una ber (^efe^e; eine 
befonbere ^uSgabe biefer ^erle 
}u oeranftalten ift jeboci^ nur 
ber 9[utor bereit igt. 

$lrbeitet ein $lutor nad^ einem 
beftimmten Auftrage, fo ftel^t bem 
Auftraggeber ha^ Url^eberrec^t gu, 
wäl^renb ber Autor nur Anfprud^ 
auf hm für bie Arbeit feftgcfe|= 
ten Sol§n f^at ^ie in periobif^en 
^rudfd)riften Deröffentlid^ten Ar* 
beiten liJnnen, fofern ber ^ad^^ 
bxud nid^t auiSbrürflic^ verboten 
ift, in anberen ^)eriobifd)cn 3)ru(f - 
fc^rtfteu (jebo(^ nie in einer 



22 



(Scuobör. 



befonberen ICu8n<ibe) naci^gebritcft 
tt>erben. ^er Q^igetttümer einer 
))eriobifdjcn 3)ru(ffc^rift befi^t cm 
^igentum^red^t auf ben ^itel 
bcrfelben. 

S3Ubniffe unb Säften bürfen 
nur mit (SJcnel^migung bcr ah 
gebitbeten $erfon ))er))ieIfQlttgt 
mcrben. 

3)ran!Qtif(i^ SBcrfc fmb in bc= 
5ug auf beren $ert)tetföltigung 
ebenfo gefc^ü^t, \mt Iitterarifd)e 
SBerfe. S^v Aufführung auf 
einer öffenttid^en ^ül^ne bebarf 
eg ber ^rntäd)tigung bed 9(utord, 
iuelc^cr biefc ©vmäci^tigung on 
beliebige Sebingungen !nü))fen 
fann. ^ad ^luffü^rung^red^t ift 
n)ö§renb ber Sebeni^^eit bed $lu= 
torS unb 25 3Q]§rc no^ bcffen 
%ob gef*ü|t. 

©ei bramotifci^ = mufifQlifc^en 
9Ber!en pnb nur bic jwifcftcn 
5)ic^ter unb Äomponiften getroffe* 
nen ^Sereinbarungcn für bie gcgcn^ 
feitigcn ditd)it unb SSerbinbli(l^= 
feiten niüggebenb. Xrandffri))' 
tionen, \\>tld)t ol^ne ^^enel^migung 
beg ^utorg ^crgeftellt pnb, bürfen 
kuol^t beliebig nQd)gebru(ft n)erben, 
baS ^uffügrungdred^t berfelben 
mug jeboc^ t)om ^om)}onifteu 
ber S^ran^lfription ermorben 
merben. 

3n jebem 5Fanton mirb ein be= 
fonbereS S^egifter ^ur Eintragung 
beS Iitierarifd)cn unb !ünft(e= 
rifd^en^igentuui^ unb ein gmeiteS 
S^tegiftcr, in merd}em bie bieSbe? 
5üglic^ gcfd^Ioffenen SBerträge eln= 



getragen werben muffen, eröffnet. 
Um ben @(l^u$ be9 Ur^eberred^te^ 
ju genießen, mug inner^lb fed^d 
ST^onaten nad^ (Srfc^einen beg 
^erfed ber Sitet beiSfetben, fomie 
ber ©orbel^alt ber be^üglid^en 
S^c^te eingetrogen merben. ^it 
bem ©efud^e um (Eintragung 
muffen brei (Sjemplore M feet* 
!e§ eingereiht n^erben, n^elc^e (je 
eineiJ) für ba^ Unterrld^tfiminifte^ 
dum, für bie iRationalbibliot^et 
unb für bie $rok)in^ta(bib(iot§e! 
(menn eine fotc^e ntc^t t)or^nben 
ift, für ben 6tabtrat) beftimmt 
finb. S3et einem Jjertobifc^en 
3Ser!e genügt bie Eintragung ber 
erften Wummer, unbef($!bet ber 
$er))f(i^tung, nad^ toeldier auc^ 
t)on allen fjortfefungen brei 
@jem))Iare geliefert toerben 
muffen, gfür ^aitv unb mih^ 
Iraner genügt eS, menn fte ben 
^orbel^alt i^rer ^ed^te im ^t^ 
gifter eintragen loffen, jebe me* 
^anifc^e ©erDtelfältigung ))on 
^'unftmer!en mu6 jeboc^ äuget:: 
bem in brei Exemplaren hinter« 
legt merben. $o(^ ni(^t gebrudfte 
bramatifd^e unb bramatifd^«muft=: 
!alifd^e ^erle muffen innerl^alb 
brei Monate t>on ber erften ^uf» 
fü^runa an eingetragen unb ein 
gefc^riebeneS Exem|)Iar be))oniert 
werben. 3«ber ^erlagSüertrag 
mug gleidjfall^ §ur Eintragung 
gelangen; alle Eintragungen ge- 
fdfel^en gratis, ^ie Tutoren 
anontjmer ober pfeubon^mer 
^er!e fönuen i^re Sbentität 



SciUlbÖT. 



23 



buvdi Eintragung in bad SRegiper 
feftfteffcn. ^r bamit bctronte 
^Beamte ift ^ur $erf(^»tegen^eit 
tierpflid^tet. @r mirb biefer Sßer« 
^pic^tung entl^oben, tt)eim bei 
einem $rojeffe bie Silennung beS 
9kniend t)om (S(eri(i^te für nötig 
erod^tet wirb. 

SllS SSergel^en gegen biefeS @es 
fe^ ttjerben betrod^tet: 

1. bie Eintragung cIneS frem* 
ben 9Berfe§ aik fein eigene^; 

2. eine unter bcnfelbcn Se* 
bingungen Deranftaltete Ser- 
i5ffcntHd)ung; 

3. bie SSerUffentlicftung eine« 
3Ber!eS DorTOIauf ber@c^u^» 
frift ober bed 85ertrage§; 

4. bie Unterlaffung ber »ngabe 
beS jtt)ifc6en Autor unb ^cr* 
leger geld^Ioffcnen SSertrageö 
ober ber Ermäd^tigung ^ur 
Sßert)ielfältigung; 

5. ba3 Plagiat; 

6. eine auferl^alb bed Sanbed 
öcranftaftcte unerlaubte SScr* 
t)ieIföUigung; 

7. SmJJortation unb SSerfauf 
iDiberred^tlic^er SBerDiclfftU 
tigungen; 

8. bie o§ne ©enel^migung bed 
^utord t)eranfta(tele ^uf- 
fü^iung eine§ bramatifc^eu 

• ober nmftfalifc^en ^er!e§; 

9. bie toiberrec^tlidje SBertoiet- 
fäüigung unb ber ^erfauf 
Don Werfen folc^er $(utoren, 
bie in Säubern ftaatdange^ 
l^örig ftnb, mit tuei4en Eru= 



abör einen tSertrag §um 
©(^u^e be§ Url^eberreci^tiS ge- 
fc^Ioffen l^at. 
10. menn fid^ ein ^rudfer, $er^ 
leger, l^itl^ograpl^ 2c. für 
feinen perfönUd^en (S^ebrauc^ 
eine größere ^n^a^l Don 
E;em^Iaren jurüdbe^ölt, a(d 
il^m Dertragdmägig i^ufte^t. 
3n aQen biefen Srällen fte^t bem 
herleiten bad SRed^t %n, bie Ver- 
ausgabe ber nod^ Dorl^anbeneu mt- 
berred^tüdften ^eroielföltigungen 
unb 3^^^unn ^c^ Wertes ber 
t)er!auften Ejrem))(are gu t>tx= 
langen, unbefc^abet ber netteren 
i^m guftel^enben Entfc^öbigungS« 
anfprüd^e. f>at ber 2:^äter ein 
teihoeifed $Iagiat begangen, 
fo fielet bem SBerle^len nur bad 
S'^ec^t KU, bie offizielle ^erijffent:: 
Hebung einer bieSbejügli^en Er^ 
Itärung p üertangen. @)egen 
ein $(agiat !ann jeboc^ nur bann 
gerid^tlic^ borgegangen werben, 
menn bad Originalmer! bereite 
öeröffentUc^t ift. gür bie »er* 
gelten gegen biefed @^efe^ ift ber 
Url^eber ber SBergel^en Derant* 
wortli^; nur wenn biefer utd^t 
^u erlangen ift, fo trcigt bie §ßer= 
antwort(id)!eit in nacftfte^nber 
SfJeil^enfoIge ber SJerleger, ber 
S)ru(fer, ber 3m|)orteur, ber SBer* 
fäufer unb ber SSertoa^rer. @inb 
erfcbmereube Umflönbe Dorl^anben, 
fo !ann ber ©c^ulbige nodi ju 
einer ©träfe Don fünfzig big 
fünf^unbert ©ucrcä (b. i. 200 bi« 
2000 3Rarf) öerurlcilt mcrben. 



24 



f^inntonb. 



3m 9lü(!fa(Ie u>ixb bie ©träfe 
))erbo)>))eIt. 

S((S crfd^iDcrenbe Umftänbc Hjcv- 
ben 5etYad)tet: 

1. ^er %er!auf Don ^uiSgaben, 
bereit ^iberred^tlic^Ieit Dom 
^utor öffentlid^ befonnt ge^ 
mad^t mürbe; 

2. jjebe toefentlid^e ^eränberung 
beS Xe^ted; 

3. ha^ auger^alb bed SanbeiS 
betoerffteHigte ^rfc^einen bed 
SSerfeS; 

4. bie ^aä^a^mntiQ be3 Xiteld 
unb 3ronttf|}(ce eined 9Ber« 
led. 

2)ie Verfolgung wegen SSer* 
(e^ung biefed ($)efe^eS tritt nur 



ouf $(ntrog bed t)erle^ten 9(utord 
ober beffen Sied^t^na^folger ein. 
^er 9ltc^ter lonn nad^ feinem 
^rmeffen gur ©ntfd^eibung hex 
@d^ulbfrage bad Urteil )7on brei 
©od^Derftänbigen, t9ot>on gmei bon 
ben ftreitenben Parteien getuö^lt 
werben unb einer 9om ©erid^te, 
gu ^ait ^ie^en. 

Seber ^Bürger Don ©cuabor, bcr 
augerl^alb bed Sanbed ein SQSerE 
Deröffentlid^t, geniest bie Vorteite 
biefcg ®efefee§, menn er bie barin 
Dorgefd^rieoenen Formalitäten er^: 
füQt. @§ wirb iebod^ in biefetn 
fJaUe bie fjrift, innerl^lb weld^r 
bie Eintragung erfolgen mufe, 
Derbo^pelt. 



Jflttttlantr. 



gfinnlanb befi^t, obwol^t t^ gu 
92u^tanb gel^ört, ein ^on htm 
ruffifd^en ©efe^e (ftel^e S^ußlonb) 
abmei(l)enbeiS ltr9eberred[)t$gefe^ 
Dom 15. SRära 1880, welche« 
betitelt ift „®efefe über bo§ 8»ed^t 
bed ^utord unb bed ^ünftlerS 
ouf ba§ (grtrögnig i§rer «Irbcit". 
tiefes ®efe( beftimmt foIgenbeS: 

^a§ auSfd^Iiegtic^e O^ed^t gur 
SSeröielfältigung Don ©(^riftwer^ 
fen unb 9Bcr!en ber Äunft, fo* 
wie bag ^ufffil^rungdred^t brama« 
tif(^er unb mufifatifd^er ^er!e, 
gebührt htm Url^eber ober beffen 
9f?e^l8nad^foIger. S)iefe§ Siedet 
ift bei SSerlen genannter Slutoren 
wäl^renb ber !i^eben9aeit be§ 9(u- 



torS unb fünf^i^ Saläre nadg 
beffen Sobe gef^ii^t. $oft^ume, 
anonyme ober i)feubon^me ^erfe 
finb fünfjig ^a^vt nad^ i^rcm 
erfien @rf feinen gefd^il^t. ^enn 
iDä^renb biefer 3^it bcr Slutor 
anonymer ober )}feubonQmer 
SBerfe feinen wol^ren 9?amcn 
nennt, fo genießt er bie DolIe 
©c^ufefrift, b, i. bis fünfzig galftre 
nad^ feinem Xoht, ^n einem 
Don mel^reren Derfagten SBerfc, 
bti weld^em ber Don einem jieben 
Mitarbeiter Derfa^te %dl genau 
5U unterfc^eiben ift, wirb bem 
Herausgeber, wenn fid^ biefer mit 
feinem Wal^ren 9^amen nennt, 
eine ©d^ufefrift bis fünfzig S^^rc 



^innlaitb. 



25 



nod^ feinem %obe getoä^rt. Sft 
bei einem öon meisteren öcrfofe- 
ten SBcrfe ein bestimmter ^xan^ 
gebev nic^t genannt , ober toirb 
bad 9Ber! Don einem Vereine, 
einer Uniüerfttöt ober einer 
jiiriftifd)en$erfon t)erau^egeben, 
fo mirb cd bis fünUig 3al}te 
nad) feinem erfteu Srfd^einen 
gef^üfel. 

^r aRitarbeiter an einem, auiS 
^tträgen mel^rerer beftel^nben 
Serie barf, fofern nic^t gegen» 
teilige ^Ibmad^ungen t>orliegen, 
feinen Beitrag gn)ei Saläre nacj^ 
ber erften ^eröffenllid^ung im 
®amme(n)erfe in einer beliebigen 
Qttberen fSform l^erouSgeben. SBirb 
ein Sert in mel^reren ouf bem 
Xitelblatte genannten ^pxad^ 
juglei^ K>eröffentlid^t, fo mirb 
jebe biefer ^erbffentlid^ungen aI3 
£)riginaln)er! betrachtet. ^ai$ 
Überfe^ung^TCc^t für eine ber 
Sanbei^ft^rad^n mirb für inlän« 
bif(i^e9[utoren mä^renb ber ganzen 
SDauet ber @^uf frift, baS Über» 
fe^nngdre^t für eine anbere 
(BpxaSit aber nur fünf Saläre 
nadf ärf^einen be^ Originals 
gef(^ü^t. Srinnif(^ unb fc^webifc^ 
toerben als SanbeSf))ra(^n be« 
trad^tet. Senn Jx^ auSlänbifd^ 
9[utoren baS Überfe^ungSrec^t 
am Sitelblatte Dorbel^alten l^ben, 
fo »irb eS fünf Saläre nad^ (Sr* 
fc^inen beS Originals gefd^üt^t. 
^ieÜberfe^ung felbft genieß ben- 
fetben @c^u^ mie ein Original« 
tvtxt VIIS verbotener 92ad}bntd 



gilt jebe o^ne Üknel^migung beS 
Irl^cberS t>eranftaltete SBeriJffents 
lid^uug, au(^ menn ber S^ad^brutf 
mit einigen Anberungen ober 
fonftigen V^obifüationenetfd^tnt, 
biefeS K>eränberte Serf aber nic^t 
als OriginaIf(^i)t)fung angefel^n 
mevben lann. 

$l(S t>erbotener ^ac^brncf loirb 
ni^t betrachtet: 

^ie Zitierung Iteinerer ©teilen 
aus bereits t)er öffentUc^ten®ctr if t« 
mxltn ober murtlalifci^en ^om- 
))ofitionen; bieSLufna^me ein^el» 
ner bereits k)erdffenttici|ter fleine- 
rer ©c^riftmerfe in ^oepe ober 
$rofa, ober muftlalifc^r ^om- 
:pofitionen, ober bie 9[ufua]|me 
Heiner Steile größerer Serie, fo:: 
mie ein^Iner %bbt(bungen in ein 
gri^gereS, nad^ einem befonberen 
$Iane jufantmengefteHteS unb la 
einem eigentümlichen Qtotdt bie« 
nenbeS Serf ; bie ^[ufnal^me Keis^ 
nerer, bereits K>eröffentlic^ter 
(Sd^riftwerle , ^uS^üge, ^u[\h 
ftücfe, 3^id)nungen ober fihhlU 
bungen in ©d^ulbüd^rn, ^nb- 
büc^ern, ©efangSbüc^m ober 
anberen bem Unterrid^t, ber (Sr- 
^iel^uiig, ber (Srbauung ober fonft 
einen: befonberen litterarifd^n 
Svotdt biencnben Serien, ^r 
%hhxvid beS O^efangSte^teS mit 
ber SRuftl ((ugleid^, n^enn biefer 
nidftt jum ^totdt ber ^ompo[u 
tion \pt^M gefc^rieben mürbe, 
n)ie 3. 1@. Dptxn, Oratorien ; bie 
Wufna^me lur^er ^Crtilel ober 
einzelner Mitteilungen in einem 



26 



gflnitCanb. 



Sournale ober einer dttt>ut, fo^ 
lote 9(u$jüge aud anberen ptxio^ 
bif(J6en ^ru(f fd^riftert , mit 9(u$:: 
nannte größerer litterarifci^r ober 
toiffenf^aft[i(^er $(rbetteit, menn 
beten ^tbbrutf au^brüdiid^ Der:: 
boten ift. 3n aUen biefen Rollen 
bed erlaubten ^adihtndt^ ntug 
bie £luelle, ouS toelc^r gefc^ipft 
tourbe, Qu^brüdlid^ angegeben 
fein, ijerner ift unter S5eoba4= 
tung bcr bie^begügltd^en f))ejieneu 
^orfc^rtften ber ^adjlbrnd Don 
®e{ejen, offigicHcr (Stiäffe, DJeg* 
lementä k. geftattet, foioie ber 
92a(^bru(! aOer Don öffentlichen 
SSel^örben [au^gel^enben ^efannt- 
mad^ungenr geri^tli^en Urteile, 
^roiefeoften 2C. ^fle im fianb- 
tage, in ben ^erfammlungen ber 
©emeinberätc, in Skl^loerfomms 
lungen ober fonft in ber Aus- 
übung eines i)ffentn4en EmteS 
gelittenen dithm biirfen nad}ge' 
brudft merben; Vorträge unb 
hieben, met^e ^ur Erbauung, 
Unterl^altung unb ^elel^rung ge^^ 
leiten merben, finb jebod^ eben:: 
fo gefc^u^t roie ©d^riftwerte. 
2)a8 ^(uffül^rungSred^t, menn 
fi(4 ber Autor baSfelbe am Sitel 
auSbrücflic^ Dorbel^alten l^at, ift 
fo lange gef(^ü^t, olS bie 6^u|s 
frift für bie 8SerDieIfä(tigung 
litterarifdjer ^er!c Ȋl^rt. S)ie 
(Sd^ujfrift Jüirb Dom Xage ber 
%eri5ffent(id)ung an gered^net. 
^od) nid^t gebrudte bvamatifd^e 
wnh mufifalifd^e Serfe l^aben bie 
gteid^e ©c^u^frift, jebod^ Dom 



Zagit ber erften Aufführung an 
geregnet 3)ie 3«it ^^ «5er= 
öffentUdftung ober bie 3^^t ber 
erften Aufführung bramatifc^er 
ober mufüalifc^er 3Ber!e fann 
natürlich nur hti t)oft^umen, 
anonymen, ))feubon^men ober 
Don einer G^efeUfc^aft l^erau^ge- 
gebenen S8er!en als ©eginn ber 
6c^u^frift angenommen toerben, 
ba bei anberen Werfen bie ©d^u^* 
frift -Dom Sobe beS AutorS on 
ge^ö^tt mirb. ^aS Auffü§rungS^ 
re$t mirb jebod^ Gemeingut, menn 
eS bei gebrudte n äBerfen nid)t 
am ^itelblatte Dorbe^alten ift. 
SScnn ber ©rtoerber bcS Auf= 
fül^rungSrec^teS innerl^alb fünf 
Salven feinen ^ebrauc^ bat>on 
mad^tr fo föQt eS an ben Url^eber 
^urüd. 

Äunftmerfe finb gegen SSerDieI= 
fältigung ebenfo gefd^ü^t tote 
®(6riftmer!e. ^l^otograpl^ien finb 
iebod^ nur fünf 3^^^^ ii<^4 i^rem 
erften ^rf(^einen gegen ^adibih 
bung gefc^üjit. 3ft einejp^otos 
gra))^ie auf ^eftettung angefer^ 
tigt, fo ift bercn ^erDielfältigung 
nur mit Erlaubnis beS Auftrag^ 
geberS geftattet. 

AIS Derbotene 9>2ac^bi(bung ift 
nid^t anjufel^en: ^ie ^erDielfäl- 
tigung einer g^ic^nung ober einer 
Malerei tu t)laftifc^er ^unft ober 
umgefe^rt; bie ^erDielfäUiguug 
eines bem ©taute ober einer 
öffentlichen ©ammlung angc= 
l^örigen ^unftmer!eS; bie 9^ad^= 
bilbung eineS ßunftmerfei^ in 



niiffen[(^ft(fil^n ober bem Vnttt= 

xiiitt Utntabtn ©t^iifttneilen; 
bk ÜSernxnbung einte Sunfls 
tDerltS jur Strjjeiung eines 
@tf>raui^gegfn|tanbe3 ober gu 
icgenb einer prQdif&ii 93(nwn= 
bung; bur4 €cf|ü(ci »eranl'lallete 
^tTttUlfSItigunden ju ©mbien^ 
itoethii, 
^bc Setleßung bcS ÜTtieber' 
rMbteS -loirb mit Strafe bis ju 
2000 3»ar((aa (1600 SWntt) fle= 
o^nbel. «ulerbem ift bet 2^1« 
ju €i^bcneT|ae bcTpflidiiel, unb 
«nietllegen bie toibevr ' ■" ' ' t= 
geftedttn ®jenH)lQW I ä^ 

talion. äSer fofd)e w iii) 

^rgeftcltttn (S^mfjIaTi et, 

obniD^I et nitifj, bagf _ji:= 

ttetung MefeB @efe^g ^ergefteUt 
tDorben finb, unterliegt benfelben 
»eftimmuni;en. 33itb baS Ur= 
^btitei^l ober ein Seil heSfelben 
fibcTtiaaen, unb öerlegt einet bei 
ffonlra^entenbun^bie^rfteOung 
Uon l&itmplaien eines äBerhS 
ben befte^nbtn Sertrag, fo roirb 
bicS an bem @(^ulbigen mit 
©träfe 611 gu 1000 9»atl(a 
(800 Wart) gea^nbel; ber Später 
ift audf gu €c^b(nerfat Der= 
))fli(^et, unb bie nitbeiTet^tlli^n 
$ctDieIfäIligungen unlerliegen 
bet Spnfimiion. Iiie Sm^^ 
(ation evfivedt [lä) auf jene 
ffijennjlare, njtWic fitfi beim Mut or, 
aSertegev, Bruder unb bei ben 
^etbveitecn befinbeii, foiuie aai) 
auf Slififiee, platten nnb anbete 
äiattii^tungen, m\ife jnv ^t= 



ant. 27 

flelliing atbienl ^ben. Xttnna 
bare lefle beB öerhS (S3ei= 
lagen ic), bur<^ beren ^tPetlunfl 
biefee @efeS nic^t »erlebt mürbe, 
bleiben wn bet ifonfietation 
auSgefi^loffen. S>te be(AIag= 
normten @;emplare werben jer:^ 
ftört, wenn fit nitftt bet «tleftte 
Seil . gum Sf^öSuiflSferfe fiiv 
feinen S^benerfa&flnffirui^ Bet» 
langt, ober bie e;eni))lare taufl, 
beren ^relS aber bann in bie 
©taaiefaffe faot. aSet bie Dam 
®iife6e BotgcftSttebene Duellen- 
nngabe unterlägt, wirb mit ^üe4= 
ftenä lOO SKatftaa (80 äHorl) 
beftraft. 3Bec einen anbem jut 
SSerle^nng bitfeS ©efe^S oeran^ 
te|t, unleiliegt Dorfte^enben 
©trafbcftimmungen , ant^ roenn 
ber3;^flter al8 unfitintbig ertonnl 
iMrben foaie. ^ebenfaOS unter= 
liegen, bie Iniberre^tlt^en Sets 
uielfältigungen bet SeF^loQ'' 
na^me ungcat^Kt bet ®(^ablD8= 
^nltung, lueltfie ber K^ittet Dom 
Seranlaffer beanfpcui^en fann. 
lOerfolgunfi auf @tunb blefeS 
©eft^e lann nnt auf Antrag 
ber Detletiten ißcifon einlrelen. 
3m gaUe ber Uneinbringli(^(eit 
bet erlannten ©elbftrnfen tritt 
ent[prei£enbc (ilefSitgiiiSf träfe au 
beten ©lelle. 

Siie SSetiolgung auf @cunb 
biefeS ®efe^8 uevjä&tt na* groei 
Sauren Uom lüge beä Sgerge^tnS 
nn gerechnet, ^enn ber Iierle^te 
Seil bie befc^lagna^niten tS^em- 
))lare ober fonftigen Objetie gut 



28 



f$t«nfrei(^. 



^ediing feine« 6(^ben$ htan^ 
fpru^t, ober tvenn et fie bem 
@taQte ablaufen toiQ, fa ^t er 
barum tm Saufe beS @traf))ro:: 
jeffed ober längftend ^toet ^o- 
uate na^ Snlrafttretung beiS ^t- 
fäaten UrteHed an^ufuc^en. 

^enn ber Ur^ber ba« il^m j(U« 
fiel^enbe IBerlagdred^t ^anj ober 
ieidoeife einem anbeten übetttägt, 
fo batf bet ^etleget an bem 
^erle feinerlei %nl»erungen bot« 
nehmen unb ift nur )um ^tucfe 
oon 1000 ^}ctmp\axtn beted^tigt, 
fofetn bet bejiiglic^ fd^tiftli^e 
Settrag nid^t anbeted batübet 
beftimmt. ^t bet ^utot bad 
SBetlagStec^t abgetreten, fo ift et 
bete<l^igt, ed jebet^eit ^utüd^u? 
jiel^en, untet bet S3ebingung, 
bag et bem Setleget bie nod^ 
oottätiaen d^tmplaxt bed äBet!ei^ 
^um lou(t)l^ftnbIet)>teife ablauft. 
9[u4 tritt bet 9[utot miebet in 
feine i^oütn 9?e4te, toenn bet 
Setleget }e^n Qa^te lang (eine 
neue Auflage erfc^einen lieft. 

^ie na4 biefem ä^efe^e getoöl^r:: 
ten Sd^u^friften beginnen immer 
t>om 1. Sanuar, ber bem (Sr» 
etgniffe (Sob m «[utoriS, dx^ 



f<6einen bei» Skrled k.) folgt, 
t)on melc^em an bie @i^u^frift 
ge^d^lt mirb. Qhcfd^int ein SSkrf 
in meisteren Seilen, fo toirb bie 
®4u|frift für itben %t\l befon- 
berd berechnet. 

(Sin unoeri^^entUd^te^ ^anu^ 
ftript lann nie megen ©c^ulben 
gepfänbet n^erben. 9{ur tvenn 
ba^ Serlagdred^t baran bereits 
abgetreten ober ba« ^t! fc^on 
oeröffentti^t ift, lann ber barau$ 
entfte^enbe Qktoinn Oon ben 
®[öubigern befd^lagna^mt tt^er- 
ben. 

^ie Seftimmungen biefeiS &t' 
fe^ed ftnben 9[n»enbung: auf 
bie in gfinnlanb ober im ^u^= 
(anbe erfd^ienenen äBerle finn- 
länbifc^r®(^riftftetter unbMnft^ 
ler, unb auf in grinnlanb et^ 
fc^einenbe ^er!e anSlänbifc^r 
@(6riftfteHer unb ^ünftler, menn 
btefe in ^innfanb anfäfftg ftnb. 
tiefes @)efe^ lann aud^ unter 
Sebingung oer 9F(e;;i))ro5ität auf 
Url^eber anberer Stationen ^n= 
menbung finben, menn eine bied- 
bejäglid)e ^ont)ention gefd^loffen 
mirb. ^iefeiS d^efe^ trat otn 
1. Sanuar 1881 in ^raft. 



^ranlrei^ beft^t gal^lreid^ ©e- 1 f^molgen mürben , mie Med in 



fe^e gum 8d^u|e bei$ geiftigen 
Eigentum« unb n^öre ed mün^ 
fc^niSmert, menn bie Dielen (Sk- 
fej^e unb ^elrete in ®ind t^er^: 



anbereu Staaten gefd^j^en ift. 

97ad^ftel^enb geben mir eine d^ro= 

nologif«^ georonete Stifte ber ©e- 

fe^e, 3)e!rete ic. 



$raitM#. 



^ 



heftet t>om 13. Sanuar 1791, 
betv. bromatif^e ^rle. 

3)efrct t)om 19. 3ufl 1791, 
betr. btQiitattff^e %er!e. 

O^cfe^ t)om 30. Wuguft 1792, 
betr. bie jtDtfd^en btamatifd^n 
Tutoren unb ^^caterbireltorcn 
gefd^foffeneit Verträge. 

^frct öom 19. 3uU 1793, 
betr. bie (SigentumSre^te ber Ur« 
liebet Don ©d^rifttoerfen |eber 9(rt, 
mufilaltfc^n ^om)>ofltionen unb 
SBerlen ber gei^nenben unb 
malenben ^unft. 

®efe^ t>om 1. ®et)tember 1793, 
betr. ba9 ^uffül^rungdred^t bra« 
ntotifd^r unb muftfalifc^er %ler!e. 

©efefe t>om 13. 3uni 1795 (An 
III— 25 prairial), betr. bie ®e* 
rid^tdbarteit für bie ^ergel^en 
gegen ha^ Urbeberred^t. 

^elret toont 22. ^fir^ 1805 (An 
XIII— 1 er germinal), betr. bie 
@tgentunt9red^te an t>oft]^ttmen 
a^rfen. 

^elret \yom 29. HRSr) 1805 (An 
XIII— 7 germinal), betr. ben 
®ru(f ber pr religidfen <Srbau« 
ung unb ber ßtr^ bienenben 
©cftriften. 

3)e!ret Dom 18. SWärij 1806, 
betr. ben ®<^u| Don grabrtl^ 
jei^en. 

3)cfret Dom 8. Suni 1806, betr. 

bieXl^Qter unb badStupi^rungd« 

rec^t po^ümtx ^erle (§§ 10, 

11, 12). 

^elret oom 20. Sebntar 1809, 

betr. bie in tCrc^iDen, SibHotl^ 

!en unb anberen öffentUd^n 



^nftaiten attfbenkil^rten aXanu^ 
ffri)rte. 

^efret Dom 5. ^bruar 1810, 
ent^ltenb ein Reglement für 
Sud^brud unb fduäff^nM 
(§§ 39-47). 

Strafgefe^buc^ (Code penal) 
Dom 19. Sfebruar 1810 (§§ 425 
bi» 429). 

3)efret Dom 6. 3uH 1810, betr. 
»erbot beS 92Qd^brudfeiS offi^ieQer 
©c^riftftüde. 

^Irct Dom 15. CItober 1812, 
betr. bad Theätre Fran9ais. 

»erorbnung Dom 6. 3uni 1814, 
@ee!arten betreffenb. 

(^fe^ Dom 3. 9(uguft 1844, 
betr. bad ^uffül^rungdred^t bra« 
matifc^cr unb muftlalifi^r SBerle. 

3)efret Dom 28. 3)Wr5 1852, 
betr. bad (Sigentum ber im 9[u9« 
lanbe Derüffentlidbten ^rle ber 
Sitterotur unb Aunft. 

@kf et^Dom 8. 9(t»nl 1854 über ba« 
beu fSitmen unb Ainbern ber 
Ur^ber pftel^enbe Q^igentumd» 
red^t an ®d^r{fttt)er!en , mufüa« 
Iif4enfiom)>ofitioncK unb Werfen 
bet ^unft. 

^etret Dom 29. 9(t»ril 1854, 
feftfteßenb bie @kbül^ren, tt)eld^ 
auf ®tvinh ber Verträge über 
litterarifd^eiS unb !ünftlerifd^ed 
(Sigenlum bei btn @efanbfd)aften 
unb ^onfutateu für baS 3cu9ni^ 
über bie bafetbft erfolgte ^o^ 
nierung Don SBüc^ern, Stid^n k, 
gu begal^Ien finb. 

Telret Dom 9. ^^mber 1857, 
beftimmenb, bag ber für S^erfe 



30 



Sraii(rcid(. 



ber )^itteratur uitb ^unft jeftge« 
fe^te dttdix^d^ui auf bie Kolonien 
QUdgebcl^nt fei. 

^!ret \>om 1. ^ai 1858, tnU 
^olteiib bte ^udfü^rungiSbefttm« 
mungen be9 3)e(reted t^om 9. ^e» 
gembcr 1857. 

^ehet Dom 6. Januar 1864 
über bie Srreitett beS ©etoerbed 
t^eatralifc^r Untctne^ntungen. 

(^efe^ Dom 16. ^ai 1866, betr. 
tne^anif(^e 9RuftfmetIe. 

®e[e( Dom 14. guti 1866 über 
bie 9if c^te ber Srben unb anberer 
9}ed^tönod§folger ber Urheber. 

(ä)e[e| Dom 29. 3uU 1881 über 
bie $regfre(l^ett (I. SBom »u^^ 
brud unb ^üdfyanM), 

3>efret Dom 29. Dftober 1887, 
befiimmenb, bog oHe in firranl^ 
reic^ befte^nben gefe^IicJ^en ^ 
ftimmungen jum @(i^u^e bed 
ntterarif$en unb fünftferifd^n 
Eigentums in ben Kolonien &tU 
tung l^aben. 

Serner ftnb no^ l^eranju^iel^n 
Qld ttJic^tig für bad 93uc^gen)erbe: 

^ad bürgerlid^e d^efc^bud^ (code 
Napoleon), §§ 913 unb 915, 
toortn ha^ 9?e^t ber Q^rben bt^ 
ftimmt ift. 

O^efe^ Dom 6. 3Rai 1841 (§ 8). 
3ollDorf(^riften betteffenb, toelc^e 
ergänzt uierben bur^ Sßerorbnung 
Dom 13. ^esember 1842 (§§1—3, 
7, 8), betr. Sntportation unb 
SranfttDerlel^r bu^^änblerifc^r 
©rjeugniffe. 

%ie(e ber Dorfte^enb aufgegäl^l' 
ten ^kfe^e, betrete k. finb gans 



ober teifh^ife ungUtig aekvorben 
unb geben »irnac^ftc^eno nur ein 
Siefum^e ber gegenu^örtig nod^ 
Geltung l^abenben gefe^nd^n ^' 
ftimmungen über baiS Url^ber- 
rec^t 

^genftänbe bed Url^eberred^ted 
ftnb atte Wirten ©d^rifttoerfe, 
bramatifdbe unb mu^Ialifc^ 
^erfe, harten, ¥Iäne, 3eic^= 
nungcn, ^{bbtlbungen jeber iCrt, 
^erile ber ^nft in aUexi i^xtn 
^erDielfältigungSDerfal^ren unb 
iu gemiffem ©inne, b. i^. hti ^ox^ 
^anbenfein einer fünftterif<|^n 
Setl^tigung au(^ $§otogro))]^ien. 
^ie in iftr^iDen unb SBibliot^Ien 
rul^enben ^anuf!ri|)te ftnb 
©taatdeigentum unb bürfen nur 
mit SBeminigung be» ^intfte=^ 
riumd beS Snnern ober ieS 
^ttgem Derbffentlic^t werben, je 
nad^bem oh ber 3tt^<t(t ber be- 
treffenben ^anuftripte in bad 
9teffort beS einen ober anbeten 
SRinifteriumd fättt 

S)ie }ur reiigiöfen Erbauung 
ober für ben ©ottedbienft bienen« 
ben äerfe bürfen nur mit (Sr« 
kubniS bei» ^ifd^ofd ber ^ii^efe 
gebrucft toerben. ^iefe bif(^öf= 
lid^ (Erlaubnis mug jlebem %em« 

!>tare be§ ^ud^ed Dorongebrudt 
ein. (£d ift bit^ nic^t atö ein 
^riDilegium auf^ufoffen, fonbern 
ed ftel^t iebem frei, @^ebetbüd^er 
m brudten ober }U Derlegen, ber 
bie bifd§öf(i(^e @r(aubnid ^ier^u 
be!ommt. ^iefe Erlaubnis koirb 
iebem erteilt, fobolb bod Suc^ 



Stanfrcic^: 



81 



Tx\äit% tni^U, \m% gegen bie 
Seigren bcr Äirt^c toerftöfet. %tt 
©efe^geber ging t)on bet ^nft^t 
aus, bog jcber SBifd^of für feine 
^iöjefe SSerttcter ber ^ird^c fei 
unb et als foldftei' nur ble Ur* 
l^cberred^te ber Äird^c wallte, 
menn bie SBerbreitung ber Hrd)* 
liefen Seigren toon feiner Urlaubs 
niS abhängig gemad^t mirb. $§o= 
togra:pl^ien merben nad^ einem 
Urteiic ber SBerufSinftanA toom 
11. 3uli 1862 nic^t unbebingt 
als ^unftmertc angefel^en, beren 
SSertJtelfältigung burcö baS Itr» 
^eberred^t gcft^ülU fei. @S ift 
Dielmel^r in jebem einzelnen Sr^Qe 
bem dlic^ter anl^eim gefteHt, ^u 
beurleilen, ob infolge einer be« 
fonbcren inbibibuelleii, üinfiteri* 
fc^en ^uffaffung bie $§otogrQ))]^ie 
bcn @d^u| ber ©efe^e über baS 
Url^eberrec^t genieße. ^er!e ber 
)>(aftif(^en ^unft finb gegen jebe 
9^ad^al^ntung gefd^ü^t, felbft »enn 
fie nur jur SSetjierung cineS 
©rgeugniffeS ber Stibuftrie biencn. 
(Urteiifber SBerufungSinfton^ t>om 
25. Suli 1853.) 3cbc Sluffü^rung 
einer ntuftfalifd^en ^om))ofition 
in einem . offen tlid^en @aale ober 
einem S^^luS, unb »enn baS 
^ufifftücf aud^ nur burd^ einen 
Sieietfaften jur S3eg(eitung eineS 
me(6anif(^en ^aruffeUS gef))ielt 
wirb, bebarf bet; SCutorifalion 
beS Urhebers. (Urteil ber S3e= 
rufungSinftanj t)om 21. 3uti 
1881.) «(« öffentlid^c STuf* 
fü^rung gilt jebe Sluffül^rung 



t)i>r einem jol^Ienben $ublifum. 

ScbeS für bie Öffentlit^feit be* 
ftimmte gebrudfte 58erf (mit SluS- 
nal^n^e ber Stimmzettel unb btm 
^anbcl unb ber Snbuftrie blenen* 
htn Qixluiaxt unb gormulore) 
muß bei einer ©träfe toon 5—15 
2franlS ben 9?amen beS S)rudferS 
tragen. 3m 3Sieberl^olungSfalIe 
iunerl^atb jmölf SRonaten tann 
ouf ©efängniSftrafc erfonnt »er* 
ben. Sofort beim drfc^inen beS 
SSerfeS muffen beifonftigerStrofe 
Don 16—300 gronfS jmei (Jyem^ 
piaxt baüon t)om ^rmfer (je nac^ 
feinem SBo^nortc) beim ^iniftc* 
vium beS 3nnern in $ariS ober 
bei ber ^räfeftur in ben ^ouj)t= 
ftäbten ber SlrronblffementS, in 
anberen Stäbten beim Stabtrat 
(ä la mairie) beiponiert n^erben. 
3« bem baju gel^örigen Sd^reiben 
muß ber 2:itel beS SöerlcS unb 
hit ^bfit ber ^tuflage angegeben 
fein, ^on mufüalifd^en Kerlen, 
Stichen unb fonftigen iRejjrobuf* 
tionen (außer htn mittelft beS 
X^enfa^eS l^ergefteHten ^rudt« 
fad^en) muffen brei @jemp(are 
an bcn genannten Stellen bcj30- 
nie« werben. 

3)er Ääufer eine« öilbeS er:= 
wirbt sugleid^ ha^ ^eri^ielfäl^ 
tigungSre($t beSfelben, wenn fidg 
biefeS ber Url^cber, refp. S8er* 
ffiufer nid^t auSbrüdUc^ Dorbe- 
l^alten l^at. 

3)ie Eigentümer pofti^umcrSBerfe 
genießen bie 9{ed)te eines VLt^ 
leberS. 3ft baS Url^eberred^t on 



S2 



^itfcei4$« 



einem %erle @(epenftQnb einer 
©dftenfung ober eines 9Sermäd)t« 
niffed, fo ftnb bie §§ 913 unb 915 
bed Code Napoleon 5U hexTÄd^ 
fu^tigen. ^^ad^ptl^nb bie Über- 
fe^ung ber beiben ^aragrapl^n: 

§ 913. O^fd^nfe, feien biefelben 
Bei fieb^eiten gemad^t ober burd^ 
2;eftament befiimmt, bürfen bie 
^Ifte M Sdert^eS bed O^efc^enl« 
geberd nid^t überfd^reiten , toenn 
berfetbe bei feinem Ableben ein 
leaitimed 5^inb ^interlägt, fie 
bitrfen nur ein drittel bed ^et:: 
mögend betragen, wenn jmei 
^inber unb nur ein IBiertel, totnn 
brei ober mel^r i^inber ba finb. 

§ 915. ^interlftgt ber ®ef(^en^ 
geber feine ^inber, jebod^ ^fs^n:" 
bent€n in t>äterlid^er unb mittler« 
lid^t 2\nk, fo bürfen bie ^^e- 
fc^nfe nur bie $&lfte bed ^[li^ 
tumd betragen; über brei ^ier« 
teile bed a^ermögenS lann er 
)>erfügen, ttienn er nur in einer 
fiinie ^f^nbenten l^interlögt. 

Obige beiben $aragra))]§en be« 
fc^ränfen aud^ bie ^ituie beS Ur« 
]^ber9 in ber $erfiu|erung bed 
ererbten 9{ed^ted. ©otteft alfo 
ber %utor nid^t bereits bei fieb- 
weiten unter SBerüdtftd^tigung 
biefer beiben $aragra))l|en feine 
Url^eberrec^te öeräupert |ot, »er» 
ben biefe bis fünfzig Saläre nad^ 
feinem %o\>t gefd^ü^t. ^iefe 
Sd^u^frift gilt für aUe S^erfe 
ber fiitteratur unb ^nft, wie 
aud^ für baS Überfe^ungdred^t 
unb baS Siuffül^rttngSred^t bra« 



matifd^er unb mufüatifc^er ^erfe. 
^nn aber na^ 9[bteben beS 
9[utorS baS Url^eberred^t bem 
©taate aiil^im fäHt, fo ift hie^ 
fer verpflichtet für bie Erfüllung 
ber t)om ${utor ober beffen Sfted^tö- 
nad^folger gef^Ioffenen Serttöge, 
fomie für bie Sdefriebigung ber 
@^läubiger beS 9(utorS auS \>tn 
^rträgniffen, bie ha^ Url^eber« 
red^t Dielet, ju forgen. 
3ebe ^erle^ung beS Url^ber^ 
rechtes, fomie aud^ Sinfül^rung 
t>on äBerfen, meld^ im $(uSlanbe 
gebrudt finb, unb moburt^ bie 
^e(^te einel^ franjöfif^en Ur« 
^eberS üerle^t finb, Wirb mit 
©träfe Dom 100 bis 2000 ^vanU 
geal^nbct. 3)er SBerfäufer miber^ 
rec^tlid^ l^ergeftettter %ßer!e loirb 
mit ©träfe t>ou 25 biS SOOgfranfS 
belegt. ^Cugerbem wirb bie nac^- 
gebrudte Auflage, fomie bie ju 
beren ^erfteHung bienenben 
platten, Watern k. befc^Iag^ 
nal^mt^ ?IIS SSerbreiter, reff. 
3m))orteur eines im ^uSianbe 
llergefteEten SSerleS, burd^ totU 
d^eS baS 9^ed^t eineS fransi)fifd^en 
Url^eberS Verlebt ift, wirb aud^ 
ber angefel^en, ber ein folc^eS 
^er! im «iuSlanbe beftellt unb 
eS bann erl^ält. 3ebe miberred^t^ 
lid^e ^uffü^run^ eineS brama- 
tifdften ober muftfalifd^en ^erleS 
wirb an bem ^ireftor ober Unters 
nel^merber^fuffül^rung mit Strafe 
\>on 50 bis 500 f^rantS geal^nbet, 
unb augerbem wirb bie gefamte 
d^inna^me mit ^efc^Iag belegt. 



f$ran(iei(!|. 



33 



^oS (Srgebntö bev in ben bor- 
tjergel^enbcn S3eftimmungen t>er- 
fügten Sonfidlattonen toirb bem 
)>erle^leu Url^eber jur ^edung 
feines @d^abenerfa^anfprud)e3 
übermittelt. 38irb bcr t)erurs 
fa^te ©d^aben baburd^ nid^t at^ 
berft, fo ift für bic meitercn mu 
f|)riid^ ber äiöifred^t^njeg ju be- 
fd^reitcn. 

t^ran!ret(^ l^t hit meiften Sit- 
terarIont)entionen obgefc^toffen, 
tt)ie über]^au))t bie fronjöfifc^e 
Ur]^eberre(^t9'@(efe|gebung bem 
3(u8Ianbe gegenüber fcftr gro6= 
mutig ift. SDurd^ baS ^efret )?om 
28. mdx^ 1852 »erben bic Sfnto* 
ren üon im ^udlonbe üeröffent- 
lid^ten litterarifd^en ober fünft- 
leriftöen SBerfen ol^ne S3ebingung 
ber ^{e^tpro^ität ben etni^eimif^en 
Tutoren gleid^gefteVt. ^iefe^ 
5S)e!ret »urbie burd^ bie ja^Ireid^en 
^ont}entionen teilföeife geänbert; 
jebenfaHS ift grron!reid^ bcr crfte 
Staat, meld^cr ^udlänbern ben 
locitgcl^enbftcn (Sd^uj beS Ur= 
^gcbcrred^teS bot, toenn man nid^t 
bie toor 1870 gmifd^en htn ein* 
jelnen iBunbedftaaten gefd^Ioffc^ 
nen Übereinlünfte al3 ,,interna« 
tionate" bcicid^nct. fjrönlreid^ 
l^t burc^ fein ^eifpiel nid^t tot- 
nig baju beigetragen, bag and^ 
anbere Sönber ben internationa- 
len ©d^u^ beiS Url^cbcrred^teS an? 
cr!annten. ©ämtUd^c auf ^cr« 
Ie|ung * bed Url^eberred^ted im 
gntanbc gefegten ©trafen »erben 
in bemfelben Umfange awSgefef t, 



»cnn burd^ baS in Sran!reic^ 

l^ergeftcQtc ober aud ^ranlrcic^ 

exportierte 9Ser( baä Url^eberrec^t 

eines ^udlänberS üerle^t »irb. 

^te Tttfjtiofil ber Verträge ent« 

Italien bie ä^etftbegünftigungS« 

!(aufeL ^anc^e Serträge finb 

infolge ber öcrner Äonüention, 

»eld^cr 3fran!rei4 andi angel^i^rt, 

gcgcnftanbSloS ge»orben. ^m 

allgemeinen l^ben bie Tutoren, 

xt\p, SBcrlegcr öon SBcrfen, »citöc 

in ben üertragfd^licgcnben ^iaaitxi 

erfd^einen, gur Sal^rung bed Ur- 

l^cbcrred^teS nur bie Srormalitciten 

ffU erfüllen, wtld)t im Urf|)rungSs 

lanbe für ben ©d)ut be§ Url^ebers 

rechtes t^orgcfc^rleben finb, »o- 

burdft fie jugleid^ im anbern Der- 

tragfc^licgcnben fianbe gefd^ü^t 

finb. tJranfreid^ l^at entweber 

auf &ninh einer ^ont^entiou 

ober auf ®vnnb beiberfeitiger, 

lanbeSgefe^lic^er ^eftimmungen, 

^rtäffe 2C. mit folgenben ©taaten 

rejiprofen ©(^u^ be§ Url^ber« 

rechtes vereinbart: 

Belgien gel^ört ber S3crncr 

Convention an, geȊ^rt in 

feinem @^efe^ Dom 22. mäx^ 

1886 ben ^uSlänbem gleid^eu 

©d^u^ beS Url^eberred^ted »ie 

ben ainlänbern, frf)lo6 mit 

Srrantreid^ bie SitterarfontJen« 

tion öom 31. Oftober 1881, 

3U »el^er ein 92ad^trag Dom 

4. 3anuar 1882 gel^ört, ber 

bic ä^ieiftbegünftigungSflaufel 

enthält, tiefer '^a^txaa ift- 

bciS^alb fcl^r »id^tig, »eil ba^ 



®tteiMer, baS ffttd^t fttr Itrl^ei^er ic, u. 



34 



Sfranttei(|. 



burd^ btc franjöfifd^n Stuto* 
ten in SBcIgicn biefelbcn 
(übrigens fcfion frill^er burd^ 
®ert$töentf(^eibung einge:: 
räumten) 9?ed^te erlongten, 
ttjclc^e infolge ber fronjöfifd^* 
f))antf(i^en ^oni^entton ben 
fponifd^en STutoren in gron!« 
rcid^ eingeräumt ttjaren. 

SBoliöia l^at mit gtanfreid^ 
am 8. ©c^)lembcr 1887 einen 
ßittcraröertrag obgefcöloffen. 

S)änemarf l^ot feine Äonöen- 
tionen gefd^Ioffen, l^at jebod^ 
burd^ bie fönigfid^cn ©rläffe 
t)om 6. iRobember 1858 unb 
5. ÜRoi 1866 bie SBeftimmunaen 
ber einl^eimifc^en Ur^eoer^ 
red^tSgefe^gebung auf hk 
SBerle franjöfif^er 5tutoren 
auSgebe^nt. 

® e u t fd^ I a n b gehört ber S3cmer 
Äonüention an, fd^Ioft mit 
granheid^ bie Sitterorf ont)en= 
tion Dom 19. Wpxxl 1883, 
weld^e infolge ber Semer 
Äonöention il^re SBcbeutung 
faft ganj t)erIoren ^at. 

@cuab6r unb granlrei^ l^oben 
gleid^jeitig mit bem |)anbelS5 
bertrage eine @rl(ärung gum 

?egcnfeitigen ©d^u^e bcS Ur* 
ebcrrec^teS bom 12. aj^ai 1888 
gegeic^net, jebod^ erfolgte nod} 
ieine 9fiatifi!ation berfelben. 
©roßbritannien gel^ört ber 
SBerner Äonöention an. S)ie 
gwifd^cn ©rogbritannicn unb 
^ranfreic^ gefd)loffene ^on- 
bention t)om3.9'ioöemberl851 



nebft 9{ad^trag baju bom 
11. Sluguft 1875 ift laut SScr^ 
öffentlidöung im „Sournal 
offtciel be lo SRe^^ubliquc fran* 
9aife" öom 17. Suli 1887 
Dom 2age be« SnfrofttretcnS 
ber 93erner ÄonDention an 
ungiUig crffärt. 

^ait.i ift SÄitglieb ber S3cmcr 
Äonbention. 

Stauen gel^ört ber SBemer 
^onbention an unb fd^Iog 
mit granfreid^ bie Äontoentiou 
öom 9. Suli 1884, toeld^e bk 
$au^t|)un!te ber franjöftfd^« 
beutfd^en unb frangöfifc^=f^)a= 
nif(^en Sonbention entölt. 

Sujemburg gehört ber ©cmer 
Äoutoention an, infolgcbeffcn 
ift hi^ auf einige untoefent* 
lic^e fünfte bie jtoifd^en 
granfreid^ unb Suyemburg 
gefd^Ioffene ^onbention Dom 
16. S)esember 1865 gegem 
ftanbSIoS getoorben. 

9Ji c j i ! 0. %tx jmlf d^en 2»cjif o 
unb gvanfreid^ gefd^Ioffene 
greunbfd^aftSsSanbelSs unb 
©cöiffol^rtsuertrag öom 27. 
?Roöember 1887 enthält im 
§ 21 m\a^ 7 bie SBeftimmung, 
hai in begug auf ha^ litte* 
rarifd^e unb fünftlerifc^e 
Eigentum bieöertragfd^Iicgcn' 
ben Xeile fid^ gegenfeitig atö 
meiftbegünftigte 92ation be- 
l^anbeln. 

aJionaco ift ber ferner Äon= 
bention beigetreten. 

9iieber(anbe fd^Iog mitSrran!* 



<l^rie(l$entaitb. 



35 



reid^ bie j^onbention üom 
29. aKära 1855, »el^c einen 
Si^od^trag t)om 27. Slprll 1860 
erhielt, ^iefe ^ont)ention 
famt 9?Qd^trag mürbe burd^ 
©rliärung öom 19.S(<)riI1884 
auf^ neue in ^roft gefegt. 

^oxtot^tn fiei^c ©c^iocben unb 

,, Sf^omeijcn. 

£)fterrei(^ fdftlofe mit tJron!* 
reid) bie ^onüention Dom 
11. S)egember 1866, bereit 
tJortbeftanb unterm 18. iJe* 
bruar 1884 erflärt »urbc. 
®iefe Äonbention ift aud^ für 
Ungarn binbenb. 

^ortugol f^Iofe mit iJranf* 
reid^ hk gegentoärtig noc^ 
giüige ^ont^ention t)om 11. 
3uli 1866. 

©alüabor beftgt felbft no(^ fein 
Xlrl^cberred^tSgefet, l^ot ober 
mit fjronfrcic^ om 2. 3uni 
1880 eine Sitteror!ontoention 
abgef(^Ioffen , meiere sugleid^ 
bie [Redete bcr Tutoren feft* 
fieHt unb bie ©trafen be* 



ftimmt, ttjcld^c ouf Übertre^ 

tung biefer [Rechte gefegt ftnb. 

@c^n)eben unb 92ormegen 

f,d^Io6 mit gran!reid^ eine 

Übereinfunft om 15. gebruor 

1884. 

@ Aweij iftTOtglieb ber Sernev 

^ont)entiott unb fd^Iog mit 

granfreic^ bie Äontoention 

bom 23. gebruor 1882. 

(Spanien gel^ört ber ferner 

j^ont^ention an unb fd^Iog mit 

f$ran!rei4 hit ßont)ention 

bom 16. Sutti 1880. 

XuniS iftSWitglieb ber ferner 

Äonöention. 
Ungarn ftel^e oben ßftcretdj. 
^Betreff« beröefd^ränlung, njel^e 
bk [Rejiprojität in hm Sitterar* 
fonöeutionen erfft^rt, fieifte ben 
5lrti!el „m^\pxoiim\ S3anb I 
biefeS 3Berfe§, ©eitc 85. S)ic 
ÄonDcntionen,. bie fjranlreic^ mit 
3)eutf erlaub , fifterreid^ - Ungarn 
unb ber @d^n)eij abgefd^Ioffen 
iftat, finb im Slnl^onge biefcS 
Raubes abgebrudCt. 



®xit^tnl0ixitf. 



3^er gried^ifd^c @d^ug bcS Urs 
^eberred^teS ift fe^r mangell^aft. 
^en gefeglic^n S3eftimmungen 
jnfofge ift mol^I ber ^aö^hxud 
gebrudftcr 9Ser(e, aber nic^t ber 
v^ac^brudt Uon 9Ranuf!ri))ten Der« 
boten; ferner ift baS^uffül^rungS- 
red^t nid^t gefd^ügt, unb ber ^er^ 
leger, ber eine griJfeere Sluflage 



brudEt, aU il^m DertragSmägig 
geftattet ift, ge^t gleid^fatt« ftrof* 
(od aud. ^ie ©c^ugfrift n^äl^rt 
nur fünf^el^n Saläre no^ (Sr* 
fd^einen ber erften §luftage, unb 
auSlänbifc^e Verleger genießen 
biefen geringen SWed^tgfdjug nur 
bann, menn fie ein Privilegium 
erlangt ^aben, ober wenn bn3 

3* 



36 



<9rte<!^etiTanb. 



fionb, htm ber Serleger angel^ört; 
9«e^t|)rojttät getoöl^rt. 

^in befonbereS ®efe^ Kum 
8(^u^ beS Url^berred^teS ift in 
Vorbereitung; gegenmörtig ftnb 
foTgenbe gefe^Ii^e ^ftintntungen 
gittig. 

©trafgefe^bud^ t)om3<t^^^ 
1833. § 432. »er ol^ne ®e- 
nel^migung beS Ur^berd, $er= 
fofferS, Verleger«, bercn SJeÄtS- 
noc^folger o2>er ^rben toöl^renb 
fftnfie^n Sa^rc t>om erften dr- 
fd)einen an, im ^aVit ein$riDi:: 
Tegtum erteilt n^urbe, njä^renb 
ber ^auer beSfelben, mittelft ber 
treffe ober biirt^ ein anbereS 
Verfahren Vüc^er ober anbere 
gebrurfte @^riften, mufüalifd^e 
il?omj)optioneii, ©tld^, 8^^^= 
nungen, geogrnp^tfd^ harten un- 
bcrftnbert toerbielföltigt ober toer= 
breitet, ober mx toöl^renb beS« 
felben B^HrourneS fol^e bon an- 
bereu ^crgefteHte, wibcrred^tlid^ 
VerDieffältigungcu toon OeifteS* 
ergeugniffeu ober Äunfttoerfeu 
Dcrfauft, U)irb gu einer ©träfe 
öott 200 bis 2000 ^rac^meu (160 
bi§ 1600 aj^arl) t)erurteilt, ouS^ 
genommen btn goll, totnn ba^ 
üerlej^te Privilegium eine befon= 
bcre ©träfe öorf^reibt. 3n jebcm 
SoHe »erben bic wiberred^tfid^en 
Vcröielfältigungcn auf Eintrag be§ 
bcrle^ten Teiles bcftölogna^mt, 
unb fann ber Verlebte, f obalb ha^ 
Urteil red^t«!räftlg wirb, über bie 
Befcä^rogna^mten Dbjefte t>erfügen. 

§ 433. ^le Vorfd^riften beg 



borl^rgel^nben $aragra))^n finb 
antoenbbar: 1. }U gunffen ber 
9[u§(änber, wenn boS Sanb, 
meTc^m [\t angehören, ben griec^i^ 
fc^n 11 uf ertönen gleid^en ditd^x^- 
f(^u^ getoöl^rt; 2) auf aVe anbe= 
rcn (CTfinbungen, @eifteScr5eug= 
niffe ober ^unftn^erfe, »enn pe 
bur4 befonbere tu ^ried^nlanb 
erteilte ?ßriöilegien gegen 9?o(^^ 
a^mung gef(i^u(t pub. 

®efe$,bie92ationaIbi6Uo^ 
tl^efbetreffenb. «om24.92o:^ 
t>ember 1867. § 2. 3)ic 9?o= 
tionalbibliot^e! loirb beretd^ert: 
1. ... 2. ... 3. bur4 bie )}on 
jcbem t)eröffentnd^ten fdn^ db^ 
julicfernben gmei ^ffid^tej em|)Iarc. 

§ 3. 3)er S)rucfer ift jur Hb= 
gäbe ber bciben im § 2 ^ erhial^u^ 
ten (^^tmpiaxt ber<)fti(^tet. ©ie 
muffen in 9(t^en innerhalb jel^u 
Soge nadj ber Veröffentlld^ung 
bem Vorftel^cr (©pl^oren) ber 
9}ationalbib(iotl^ef gegen (Sm- 
))fang§bef(i^eiuigung auSgefoIgt 
njerben, toibrigenfattS eine @tro'fc 
in ber jjel^nfadjen ^ö^e beS 
^reifes eine« ©jempIareS öcr= 
ttjirlt ift. S)ie (Sinjicl^uug biefer 
©trofe erfolgt nad^ bem ©efe^c 
über bie Beitreibung öffentlicher 
abgaben. Äußeri^alb 9(t5cn§ 
muffen bie ^fem^)lare ber SofoU 
be^örbe übermittelt werben, »cld)c 
pc unber^üglid^ bem ©Jjlftoren bev 
^^ationolbibliotl^el jufenbet; bon 
biefem erl^ält bann ber S)rucfcr 
bic @m})fongSbefd^einigung über* 
mittelt. 



(S(ro|l6tUoitnien. 



37 



(Bvt^^bvli^nnUn. 



($inc !tarc Uberfid)t hc§ eng* 
Ufd)en ^erlagScec^teS 511 c^t\mu 
neu, ift nic^t leicht, h?et( e§ feine 
ein^citddfte ©efeftjebung ü6ct 
bicfcn ©cgenftanb giebt, fonbern 
nur eine 9!eil^e eingelucr ®efe|e, 
tüeld^e teils fc^r mongetl^ft ftnb, 
teitö einonbcr njiberft>red^en. 

®ie (obgefürjten) iitel ber auf 
ha^ S3erlag3re%t IBe^ug l^abenbcn 
®efefe ©roßbritonnienS fiub foI= 
genbe: The Engraving Copyright 
Act 1734; — The Engraving 
Copyright Act 1766; — The 
Copyright Act 1775; — The 
Prints Copyright Act 1777; 

— The Sculpture Copyright 
Act 1814; — The Dramatic 
Copyright Act 1833; — The 
Lectures Copyright Act 1835; 

— The Prints and Engravings 
Copyright Act 1836; -- The 
Copyright Act 1836; — The 
Copyright Act 1842; — The 
Colonial Copyright Act 1847; 

— Tho Fine arts Copyright 
Act 1862. ^a§ iuteruationale 
äierlagSre^t mirb bel^anbelt in: 
The international Copyright 
Act 1844; — The international 
Copyright Act 1852; — The 
international Copyright Act 
1875; — The international 
Copyright Act 1885; — außer? 
bem ift nod^ bie 93eruer Überein* 
fünft ^u berüdft(]^ttgen, toeld^e 
burd^^efanntmod^ung bed ßönig« 



Iid)en (5ie()eimen 9lat§ (Order 
of Council) bom 28. 9?oUembec 
1887 in Äraft getreten ift. @*3 
ift ieboc^ vorläufig uod) nldji 
fiar, ob bie infolge ber 33erner 
Übercinfunft getrogenen SSerorb- 
uungen überall mit ben ätteren 
(S^efe^en Uereinbdr ftnb. fJallS 
^ibcrf^)rüd^e ejifticren, toerben 
bie (^eric^tS^öfe ju entfd^etben 
l^aben, todd^t^ Uon ben fraglid^eu 
4)efe^en ald nunmel^r ungtlttg 
ju betrad^ten ift. fjolgenber 91bs 
riß ftcüt in fnapper fjorm bie 
n)ic^tigften Paragraphen be§ eug== 
lifdften SSerlagSred^teS bar. 
®o« ^ertagSre^t ift .bie au«« 
fc^Iiefencl^e Sefugni«, ^rjeuguiffe, 
mel^e badfelbe jum @kgenftanb 
^at, ^erjufteUen , burc^ ^ruc! 
ober auf irgenb eine 3Beife ju 
üerüielfftitigen, unb faHS eS fid) 
um ein bramatif(ftc§ ober nuifi* 
fatiftfteS SSerf ^anbelt, baSfelbc 
öffentlich aufijufü^ren. ®egen= 
ftänbe be§ SSerfagSrec^teS finb 
^5üd)er, ©emälbe, ^^otogra^j^ien, 
©tid^Cf SBilb^auerarbeiten unb 
fonftige Äunftttjerfe, bramatifc^c 
unb mufifAlifd)e ©erfe. 5J)ie@rs 
laugung beS SßertagSred^teS fte^^t 
britifc^cu Untertl^anen ol^neXtnlers 
fc^ieb i^re§ Sol^nfi^e« au, foioic 
folcöen ^erfonen, ttjeld^e jur Seit 
ber^eröffentlid^ungbed^ufc^ülen^ 
ben (^egenftanbed innerhalb bed 
britifd^ed IReid^ei» mol^nl^ft maren. 



38 



®roBl6ritannien. 



ift: L fJÜT S3ü(^cr, bramotifd^e 
ober tnuftlalifcä^e 3Ber!c ber 
längere fotgenber jmei Sciträume: 
aj 42 Sa^re öom Saturn ber 
SBeröffentlic^ung, b) loäl^renb ber 
Sc6en§5eit beS SSerfaffer« unb 
ciiteS weiteren geitraumeS öon 
ficben Sauren. Sllac^gelaffene 
SScrfe finb 42 go^re öon ber 
S8eröffentlirf)img an gefc^ü^t. 

II. Srür ©emärbe unb «P^oto= 
gra^)]^ien Joä^renb ber SebenS^eit 
beS SBerfofferS itnb eineS tt)eite= 
reu geitraumeS Don 7 Sö^rcn. 

III. gür ©ti^e mä^renb 28 Snl^ren. 

IV. gür SBlIbl^ouerorbeiten loä^- 
renb 14 3öt)rett, unb fattä ber 
üBilb^ouer bann tiod^ lebt, für 
jueitere 14 Qa^re. ^ot ber SBe? 
fifer einer geitfc^rift bog S8er= 
logSrec^t eines barin erfd^ienenen 
5trti!el§ Dom SSerfaffer ertoorben, 
fo föttt baSfelbe nad^ 28 Saljren 
an bcn SSerf affer jurücf ; auc^ ift 
bem SBefi^er ber Seitfdjrift üer^ 
boten, inner]§aI6 beSfetbcn geit^ 
raumeS einen ©onberabbrudf beS 
SlrtifelS ol^ne g^ftimmung beä 
SSerfafferS gu öeranftalten. 

3)a8 SSerlagSredjt an einem 
Sf^omau fdjliegt nid^t ha^ alleinige 
9?ed^t, benfelben ju bramatifd^en 
gioecfen gu öerorbeiteu, in fid^. 
3öenn nac^ - bem ^obe be8 SSer« 
fafferS ber bermalige ©epfecr beS 
SSerlagSred^teS fid^ weigert, baS 
S5ud^ wieber brucfen gu laffen, fo 
ift ber @)eric^t§au3fd^ug beS !5nig« 
Jiid^n ©taatSrated (JuaicialGom- 



mittee of the Privy Council) 
ennädbtigt, boSfelbe burd^ anbete 
$erfonen brndten gu laffen. ^ie 
Ärone befi|t ha^ mt^i öon geit 
gu geit hit aneinige Befugnis 
jum S)rudf folgen ber SBerfe ju^: 
gucrfennen: beS tiefte« ber ge^ 
fc^Iid^ anerlannten Überfe(jung 
ber ©ibel; be3 Xiefteä be3 Book 
of Common Prayer unb bcS 
XejteS ber ^arlamentSalten. 

S)ic Uniöerfttäten gu Offorb, 
©ambribge, ©binburgl^, ©laSgow, 
<B. Slnbreio'g, Slberbeen, bie dofc 
legcS in Ojforb unb ©ambribgc, 
(£ton, SBeftmiufler, SSindfteftcr 
unb 2;riniti9 ©ottege S)u6Iin bc^ 
ft^en ein ewiges SSerlagSred^t an 
ben il^nen gcfc^enften ober öcr* 
madjten SBerfen, folange biefcl- 
htn nur in ber S)rudferci beä 
betreffen bcn 3nftitut§ gebrurft 
werben. 

Um ha^ SßerlagSred^t ju er= 
langen, mufe bic erfte 9Seröffent= 
lid^ung in bem bereinigten ^önig* 
reic^, ober in biefem glcid^gcitig 
mit ber erften SSeri5ffentIi4ung 
in irgenb einem anbcren ßanbc 
gefcöe^en. ^ramatifc^e unb mu^ 
ftfalifd)e 2öcrfe muffen gum erften 
^ale im bereinigten j^j)nigreid^ 
i3ffcntlid^ aufgeführt werben; fic 
bürfen aut^ nid^t bor biefer erften 
Sluffü^rung aI8 S3ud^ beröffent^ 
lid&t werben. 3)ie SRegifter für 
SBerlagSred^te werben bon ber 
Stationers Company gefül^rt. 
^urd^ %ernad^(äffigung ber (Sin- 
tragung bcrwirtt mon fein fßtx^ 



®roBBritannien. 



39 



lagdred^t nid^t, jebodl mug bie 

(Sintra()ung erfolgen,, el^e man 

eitten $to^eg megen $BerIe|ung 

feine« SßerlogSre^teS einleiten 

!ann. 

@in %entpIor ber erften Stuf* 

tage unb oller folgenben Auflagen 

eine« Suc^eS/ »eldöc änberungen 

ober SSermelprungcn entl^altcn, tft 

an ba« British Museum ab^u« 

liefern unb ouf Verlangen an 

fofgenbe S3i6Iiot|e!en: Bodleian 

Library, Cambridge üniversity 

Library, Advocates Library 

Edinbui'gb , Trinity College 

Dublin. 

Snfolge ^Beitrittes ®ro66ritan= 

nienS jur 93erner Äonoention 

ftnb für bo« internotionole SBer^ 

iagöret^t folgenbe SBeftimmungen 

5U berüdfttigtigen: 

®er SBerfaffcr eine« SScrIe«, 

»el^e« nad^ bent 6. ^egember 

1887 in einem ber auswärtigen 

(b. % nid^t englifd^en) jur ferner 

Übereinhinft beigetretenen ßänber 

öeröffentlid^t ttjirb, l^at im bris 

i\\ä)tn dttiä^e biefelben Sfted^te, 

Ol« wenn fein SBerl jum erften 

3)^Q(e im ^vereinigten ^i^nt^reic^ 

öeröffentlid^t worben märe, jebod^ 

mit bcm SBorbel^oIte, bog biefe 

SRec^te nic^t länger bouern foQen 

ol« fein $erlag«red§t in bem 

Sonbe, in loelc^em er fein SSetf 

öeröffenttic^t ]§ot. SSerfe, ml^t 

Dor bem obengenannten Saturn 

erfd^ienen finb, werben gemäß 

ber internationale« ^erlogSrec^t 

betreffenben ®efe^ gefd^ü^t. 



SBenn ber fragliche SJerfoffcr 
nic^t Untertl^on ober Bürger eine« 
ber ou«n)ärtigen Sänber be« S^er* 
banbe« ift, fonn er fclbft feine 
Siechte im britifd&en 9?eic^e er« 
werben, biefelben ge^en toielme^r 
auf btn SSerteger über, ber in 
biefer |)infid^t ol« ber Sßerfoffcr 
betrod^tet wirb, jebodft ol^ne Se* 
einträc^tigung ber Siechte be« 
wirftic^en ^erfoffer« gegen btn 
S3erleger. fjrül^ere SBerorbnungen 
be« gel^cimen Siote« ftnb oufges 
l^oben, jebod^ werben oUe auf 
®runb ber frül^eren SBerorb* 
nungen unb ©efe^e erworbenen 
unb beftel^enben 9led^te burc^ biefe 
SSerorbnuug (öom 28. Siiobcmber 
1887) nic^t beeinträchtigt. 

S^om ^ugenblide be« Snfroft* 
treten« ber SBerner Äonöention 
finb außer Äroft gefegt bie ^on« 
öentionen mit Preußen bom 
27. Sluguft 1846, ©oc^fen t)om 
26. ©e<)tember 1846, SBroun« 
fc^weig bom 24. S^iril 1847, 
(Staaten Xl^üringen« t)om 10. $lus 
guft 1847, ^onnoöer t)om 30. DU 
tober 1847, Olbenburg öom 11. 
gcbruor 1848, f^rontreicft öom 
10. 3onuar 1852, Sln]^aa=S)effau 
unb ?lnl^aIt=SBernburg öom 11. 
Tl&x^ 1853, Hamburg öom 25. 
gf^oöember 1853 unb 8. 3uli 1855, 
SSefgien öom 8. fjebruor 1855, 
Preußen, Äönigreic^ ©oc^fen unb 
@ad)fen=SSeimar öom 19. Dfto« 
ber 1855, @<)anien öom 24. @cps 
tember 1857 unb 20. giioöembcr 
1880, ©orbinien öom 4. gebruar 



40 



(SlroB^ritannien. 



1861, $effen«^arihftabt t)om 5. 
gebruar 1862, gtolien bom 9. 
(Btpitmhtx 1865, ^eutfc^Ionb 
t>om 24. @e))tember 1886. 

S)a8 $au))t}oIIamt in Sonbott 
l^Qt folgenbe ^efanntmad^ung er- 
laffcu, bie Schritte betrcffcnb, 
toeld^e )u tl^un ftnb, um bad 
internationale ^erlag^recbt in 
@nglanb ju erlangen. 

(Sine 9){e(bung ift bei bem 
^au))t5oIIomt abzuliefern, totXdit 
folgenbed entl^alten mug: 1. ben 
Xitel bed ^u^eS (eine ^(bfc^rift 
bed Titelblattes ift ber HJ^elbung 
beizulegen), 2. ben 2)ag, an 
mefd^em baS 93erlag8red^t in bem 
Sanbe bed Urf))rungS anföngt, 
unb ben 2^ag, an tt)eld^em bad^ 
felbe aufhört, 3. eine S3ef(^ei= 
nigung, bag baS iBerlagdred^t in 
bem üanbe beS Urfprungä t^at? 
fäd^Iid^ efiftiert. 

^ie äJi^elbung fann entn^eber 
t)om ^erfaffer felbft ober Don 
einem 93ertreter im Dereinigten 
S^önigreid^ eingereid^t tt)erben. 
3m erften gaUe mu6 ber S5er* 
faffer htn !Wamen feineS 8Ser= 
treterS im bereinigten ^önigreid^ 
angeben, mit tt)e(c§em fid^ ha^ 
Zollamt t)or!ommenben gfatted in 
^erbinbung fe]^en fann. ^ie 
Reibung mu^ im Dereinigten 
Sönigreid^ na^ ben bafelbft gil^ 
tigen ^orfd^riften beglaubigt 
tt)erben. 

$lfö SSerbanbdlänber im @inne 
bieferSSerorbnung gelten : ^eutfd^= 
(anb, ^Belgien, 8^onien, ^xanU 



reic^, ^iti, Stalten, Xuni^ unb 
bie 6(|tt)ei^. 

äSe^üali^ biefer Sorf^ctftcn, 
beren (IrfitUung ben <&(i^u^ beS 
internationalen Url^eberre^ted bc^ 
fMtdtn foHen, entnel^men n)ir bem 
Journal g^n^ral de rimprimerie 
et de la Librairie Dom 2. Sunt 
1888 folgenbed: 

9lfö Unterzeichner ber S3erner 
^onDention l^at bie grogbriton^ 
nifd^ ^Regierung, in nui^fü^rung 
beS § 12 biefer ^onDention, mel- 
d^er lautet: 

,,3ebe8 nac^gebrudte ober 

nad^gebilbete 'Ser! fann bei 

ber Sinful^r in biejenigen 

SerbanbSlftnber, in totlöitn 

bad Driginaln>erf auf gefe(« 

liefen 6(^u^ $(nf:|)rud^ ^ot, 

befd^lagna^mt toerben. 

^ie S3ef(^lagna]§me fiubet 

ftatt nac^ ben ^orfd^riften t>er 

inneren (Skfe^ebung bed bc^ 

treffenben ßanoeÄ" 

biefe iBelanntmad^ung Deröffent^ 

lid^t, um an bie allgemeinen ßoH- 

Dorfd^riften in erinnern unb ben 

G^ef utiDbeamten , in be^ug auf 

(Srfennung unb S3ef(6lagna]^me 

unberechtigter SScrDielföltigungen, 

ben ^ienft ju erletd^tern. 

%\t SSorjc^riften biefer S3efannt= 

mad^ung befd^ränfen iebod^feined- 

megS btn @4u^, tt)eld^er nac^ 

§ 2 ber ^rner ^onDention htn 

SQSerfen ber iBitteratur unb ^unft 

! [ernährt tt)irb; e3 ftnb Med nur 
afultatiDe $räDentiDmagregeln. 
<S)ie 6(^riftfteller, ^tnftler ober 



(Sitatemala. 



41 



SSerleger, toeld^ bie (Srfitllung 
btefet gfo^ntalitäten uttterlaffen, 
t^erlteren leinedfaüd baS Siedet, 
ben S^ad^bruder obei* ben Ver- 
breiter DOtt 9la(^bniden burd^ bie 
grogbritaimtfc^en ^^eric^te ju tj^er:: 
folgen (§11 ber ^ont)ention). 
5S)le Stegierung miß nur burd^ 
biefe gformalitöten für ben ^U 
einer nötig toerbenben gerid^t^: 
lid^en 93erfo(gung btn ^lagern 
ben $en)eid i$red aflec^tdan- 
{prud^d erleichtern. 
@in 92a(^brudE ift oft fd^mer gu 
erlennen, \ot\t ber 97Q^brudter 



benfelben bemOriginattoerle mög« 
lid^ft äl^nlic^ gu mad^n fuc^t. 
@§ ift barum toid^tig, bag bie 
mit ber SBefc^Iagnal^me betrauten 
Samten informiert finb, einer^ 
feitS über bie ^erfe, beren ditäjtc 
gefd|ü^t fmb, unb anbererfeitd 
über ^n Su^alt unb ben (Sigen:" 
tümlic^Ieiten ber ^r!e, um hai 
Original Dom 9^a4brud( unter^^ 
fd^eiben gu fönnen. @d unterliegt 
alfo bem G^rmeffen ber Setetligten, 
oh fteedfürDorteit^afterad^ten, bie 
Don ©rogbritannien tjorgefd^rie- 
benen grormalitäten $u erfüQen. 



föuafiemala. 



3)elret über baS littera« 
rif(ftc Eigentum. SBom 29. 
£)!to6er 1879. 3)ie ^intool^ner 
ber 9te))ubrif l^aben bad au8^ 
fcJ^IieBIi^e ^tä)t, i^re ed^rift^ 
merte, münb(id()en 93orträge jeber 
^rt auf beliebig Steife unb burc^ 
ein beliebiges ^erfal^ren gu Der- 
i)ffentli(^n unb ^u DerDielfdttigen. 
3n ))oUtif4en SSerfammlungen 
gei^altene 9^eben, fomie in ptxm 
bifc^n $ubIi!ationen Deröffent« 
lid^te miffenfd^aftlic^e ober litte:: 
rarifc^ ^rtifel , Originalbic^« 
tungen, bürfen nur Dom Ur^ber 
in befonberen ^oQettionen Der« 
öffentUc^t n^erben. ^ie Veröffent« 
lidyung Don ^riDatbriefen ift nur 
mit ©enel^migung ber beiben $er^ 
fönen, jmifc^en mlä^n bie S3riefe 
0en)e(^felt »urben, geftattet, fo= 



fern nid^t bie SSeröffcntlid^ung 
$ur(S(eUenbma(6ung eined Siebtes, 
im öffcntli^n Sntereffe ober im 
Sntereffe beräBiffenfd^aft gefd^iel^t. 

^d litterarifd^e Eigentum ge« 
niegt fortbauernben @d^u0 unb 
gel^t naä) bem %o\>t ht% ^[utorS 
auf beffen @rben über. (Sd lann 
Deräußert tt)erben mie jebeS an« 
bere Eigentum unb ber Srmerber 
erlangt aUe Url^eberred^te, je nad^ 
ben ^bingungen beiS SSertraged. 

^er ^utor lann nid^t gel^inbert 
merben, ein SQSerf, beffen ^igeii:: 
tum er bereite einem anoern 
iibertragen l^at, mit mefentlic^en 
^nberungenoerfel^en, neu l^erauS^ 
gugeben. 93or!ommenben Sfaded 
l^at ber SRlc^ter über bie ßuläf fig* 
feit ber ^rau^abe mit S^sie« 
^uttgDoneac^Derftänbigen jn rnt« 



42 



(Guatemala. 



fd^eiben. S)ie @rBen ober SBer- 
leger ))o|t]^umer SBerle gentegen 
bie gleid^en SRec^te tt)ie ber 9[utor. 
$(nont)me ober pfeubon^me SBerfe 
geniegen DoQen @(^u^, fobalb ber 
Urheber, beffen (Srben ober SBe^ 
DoHmäd^tigte i^r litterartfc^eS 
(Eigentum baran bemelfen; on- 
bernfoDS fte^t bem SScrIegcr biefer 
SBerfe ha^ Utterarif(§e Eigentum 
5U* $(!Qbemten, foroie anberen 
lolffenfdjaftlit^en ober titterarifc^en 
^nftolten fielet ba^ (Eigentums- 
red^t an hit oon tl^nen l^erauS« 
gegebenen äBer!e 5U. S)aS litten 
rarifcfte Eigentum an einem un= 
teilbaren ©ammelmerf genannter 
Tutoren gel^ört allen Mitarbeitern 
gemeinfam. ^m fJaHe einer 
3)ifferen5 entfd^eibet bic SJlajorts 
tot, !ann fid^ feine fold^e bilben, 
fo §at ber SRid^ter ju entfd^eibcn. 
Stirbt einer ber SWltarbciter ol^ne 
@rben ober anbere fRttSit^naä^' 
fotgcr gn l^interlaffen, fo föfft 
fein Anteil ben übrigen ^iU 
arbeitern jn. SP ber t)on jebem 
einzelnen SJlitarbeitcr gelieferte 
Xeil erlennbar, fo ftel^t jebem 
9(utor nur für ben öon il^m ge* 
lieferten 2^ei( bad (SigentuntSrec^t 
5u. SBirb bad Q^efanttroer! t)on 
einer $erfon herausgegeben, fo 
l^at biefe $erfon baS littcrarifd^c 
Eigentum am ©efamttoerfe, je« 
bo^ fte^t eS ben 3J2ttarbettern 
frei, i^re ©eiträgc befonberd 
^erauSgugeben^ ttKtS bem ^erauS- 

iieber bed ©efamtioerfed nid^t ge« 
tattct ift. 



$(u8boUtifd^en3ettun9cn bürfcn 
«rtilel (jebot^ nur mit t)oaftäii= 
biger Quellenangabe) abgebru(!t 
werben. S)iefe ($r(aubnid erftrecft 
fid^ aber nit^t auf littcrarifd^e, 
»iffenfd^aftüd^e ober Iünft(erif(^e 
3(rti!et einerlei ob biefelben Ori- 
ginal ober Überfe^ungen ftnb. 

Seber Slutor ift bercd^tigt, f«^ 
baS Überfe^ungSred^t für einzelne 
ober alle 6^rac^n t)orgu6e]^qlten. 
3)er Übcrfe^er l^at für feine Über* 
fegung ben gleid^en ©c^iij toit 
für ein priginalwcrf, lann ahtx 
anbere Überfegungen nid^t Der- 
^inbern, fofcrn er nit^t ba^ aus* 
fc^lie^ltd^e Überfe(ung9re(^t er- 
worben l^at. 

Slnmerlungen , Kommentare gu 
bem Sßerle eines anberen bürfen 
nur mit Q^ene^migung beS be- 
treffcnben ^utorS mit bem ?Ber!e 
jufammen veröffentlicht toerben. 
®ie ©enel^migung beS 9CutorS iß 
aud^ nötig, wenn man aud beffett 
Sßerf einen befonberen Auszug 
^erfteflen will. Sft biefer «u8= 
gu^ wertt)olI unb oon aQgemeinei 
^iüljlid^feit, fo fann bie SRegietung 
nad^ ^n^örung jtoeier Don ben 
beiben Parteien ernannten ©ad^- 
oerftänbigen ben %xnd beSfelbcn 
geftatten. 3)er flutor be8 Dri-- 
ginalwerfe« !ann aber t)er(angen, 
bag feine ^lamt aud^ am ^vl^- 
guge genannt werbe, unb ferner 
i^at er ^nfprud^ auf eine @nt- 
fc^ftbigung, bejüglit^ bcren ^ö^c 
bie gleid^en @ac^t)erftänbtgen unb 
intereffierten ^eile gei^ört ttjcrben. 



Guatemala. 



, 43 



^te in öffentUd^en ^rd^ben ge^s 
fammeltcn 9Kanuffr'H)tc finb 
(Stgentum ber 9^atton unb bütfen 
infolgebeffen nur mit ©enel^mi« 
gung ber ^Regierung t)eröffentlid^t 
tuerben. ^adfelbe gilt für ^er!e, 
meiere ))on ber 97egierung felbft 
veröffentlicht mthtn, fofern bie 
gtvif^en ber ^Regierung unb ben 
Tutoren ober SSerlegern gctroffe* 
ncn SSereinborungen niä^i^ onbe- 
teS beftimmcn. 

®er Autor eineS jeben SSerfeS 
ober beffen ^eboHmäd^tigter mug 
ha% il^m jufte^enbe 9le(f)t beim 
Unterri^tdmintfierium bel^ufS 
$(ner!ennung be^felben anmelben. 
SBon jebem gebrudEten ^uc^e mu^ 
er Dter @^emp(are l^interlegen, 
mobon je eines für bie S'^ational? 
bibüot^f unb für baS allgemeine 
^rc^it) unb bie übrigen für ha^ 
Unterric^tdminift^rium befttmmt 
finb. 3)oS SÄinifterium ftettt 
eine Sefd^einigung aud, nietete 
bad titterarifc^e (Eigentum an htm 
bejüglic^n $3erfe anerlennt, unb 
bie bem ^utor Dorlommenben 
^am als Säetoeidmittel bient. 
^er ^utor etned anont)men ober 
^feubont)mett 3Ber!eg, ber fein 
(Eigentum am ^erle maleren toifi, 
l§at beu 5U be^onierenben t)ier 
d^em^Iaren einen tjerfd^toffenen 
un'b äugen beliebig bezeichneten 
Umfc^lag beizufügen, meld^er 
feinen 92amen ent^öü. äj^it 
^uSnai^me jener ^erfe, meldte 



unter biefe Seftimmung fallen, 
muffen ade ^lutoren, Überfeger 
unb SSerleger am 2^ite( ber t)on 
i^nen öeröffentlid^ten 333erfe il^re 
92amen, ba^ ®atum ber ^tv^ 
öffentü^ung unb fonftige Sin« 
gaben, bie fte jur ^ai^rung i^rer 
Sted^te für nötig erachten, befannt* 
machen, mibrigenfaHS f^e i^rer 
9lecbte über \>a^ Iitterarifc^e(£igen« 
tum tjerluftig gelten. 

^er baS sföert eined anbern 
unbered^tigt nac^brudtt, ift gum 
@Tfa6 beS bem ^utor t)erutfad^« 
ten 6c^abend unb gur S^^^^ung 
ber gefamten ©eric^tSfofteu \>tXf 
^flid^tet; bie nad^gebrudEten S^em- 
^iare merben befc^Iagna^mt unb 
bem Derle^ten Siutor ober beffen 
S3et)oIImäc^tigten audgefolgt. %k 
^ö^e beS ©c^abenS toirb ))om 
Sfiic^ter feftgefe^t. 3m aflüdfatte 
n)irb ber Xf^&ttx augerbem noc^ 
ju einer ©träfe bon 100—1500 
i^iaftern (400—6000 a«ar!) öer* 
urteilt unb hti einem zweiten 
SRüdEfaHe !ann ber SRic^ter über« 
bit^ noc^ auf ©efängniSftrafe 
Don t)ier Monaten U^ zu einem 
3a§re erfennen. 

$(uf (Srfuc^en bed StutorS mug 
ein beabfid^tigter »iberre^tlic^er 
92ac^brudE ober bie beabfic^tigte 
SSerbreitung eineS ^adjlbvudt^ 
burd^ htn Serid^tS^of erfter 3"* 
fianz jened ^reifeS, too ha^ ^tx=' 
gelten begangen merben foH, Der* 
^inbert merben. 



44 



^alti. 



agaftt 



^a$ ^efe^ über ha^ litteiarifc^e 
unb !ünftlerif(^e Eigentum ))om 
8. Oftober 1885 ift, fotoeit bie 
©traf beft Immungen in Setrad^t 
fommen, burd^ baS ©trafgefe^s 
hüä) t)om So^re 1835, §§ 347 
bi§ 351 5u ergänzen; im 
nad^fotgenbeu ^bri| l^aben toix 
bie beiben ©efc^e toereinigt. 

Unter ber ISe^eic^nung ,,^erfe 
ber Sitteratur m\\> ^unft" pnb 
^u berftei^en: S3üd§er, S3rofd§üren, 
©c^riftmcrfe jebcr SCrt, brama* 
tif4c Söer!c jeber ®ottung, mu^ 
fifalifd^e ^om^ofitionen mit ober 
o^ne Xejt, ^rrongemcntS tyon 
mufüalifd^en SBerfen, SBcrfc ber 
jicic^nenben unb malenben Äitnft, 
^ilb^auerarbeiten, (Stielte, fiit^o- 
atapf^kn, geograi)l^ifd§e harten, 
«Pläne, tt)iffenf(^aftUd^e (gnttoürfe, 
©fi^jen unb im allgemeinen 
jebeiJ tt)ic immer geartete, litte- 
rorifd^e , tt^iffenf ti^aftlic^e ober 
lünftlerifd^e SSerf, mel(i^e§ burc^ 
irgenb ein SSerfal^ren öerbielfäl« 
tigt merben fann. SDie Url^eber 
biefe SBerle geniegen \)a^ aud« 
fc^liegtidbe 9te^t, biefelben ^u Der« 
bielfältigen, ^u öerfoufen, oufju* 
führen ober in irgenb eineStorad^e 
jn überfe^en. 3)iefe8 a?erf|t, 
toeld^eS au^ übcrtrogbar ift, ge* 
niefeen bie Ürl^eber mäl^rcnb ber 
Seit i^reS 2ebenS unb ebenfo 
beren SBitn^en wäl^renb il^rer 
ScbenSicit. ^ie ^inber ber Ur« 



lieber finb gtoanjig ^af)xt, anbere 
^ben ober Eigentümer je^n 
Saläre in i^rem Iittcrorif(6en unb 
!ünftlerif(i^en (Sigentume gefd^ü^t. 
^ie (Eigentümer poft^umer ^erfe 
genießen bie Siedete ber Url^eber 
unter ber SBebingung, ha% biefe 
SSerfe für ftc^ aüein erf(|einen. 

3)er Url^eberred^tSfd^u^ mirb nur 
foldien (mo immer erf^einenben) 
äBerfen geioä^it, n^eld^e t)on %vt= 
toren ^^rrül^ren, bie in $ai*ti 
ftaat§ange]^i)rig finb unb nienit 
inner^olb beS Sä^Ji^^ ber SSer? 
öffentlid^ung fünf ^jcem))Iare beS 
^erfe§ beim ©taatdfetretär be3 
Snnern l^inlertegt morben finb. 

3)ic SSeröffentlic^ung, Sßtxt)itU 
fättigung, SluSfteaung, «[uffül^^ 
rung ))on SBerfen ber ßitteratur 
unb ^unft ift nur mit ft^rift* 
lid^er (^enel^migung bed Url^eberS 
ober beffen Siec^tSnad^folger ge- 
ftattet. ^uf §Cntrag m S9erec^= 
tigten ift bie fom^etente Bel^örbe 
t)er)}flid^tet, aUe roiberred^tlid^ l^er^^ 
geftelltenSScrülelfältigungcn eines 
feerfeS gu lonfiS^ieren. ÄI§ SSer* 
pofe gegen biefeS ©efejj gilt c§ 
aud^, menn im ^u^lanbe ^erge- 
fteOle miberred^tlic^e SSertJielfäU 
tigungen in ^a'iti eingefül^rt 
merben unb mirb bie ÄonfiSfa^ 
tion aud^ beim 3m))orteur ober 
beim SSerfftufer vorgenommen. 
^ie lonfi^^ierten @fem))Iare 
werben ftetS beiu Ur(}eber au8* 



^aioax. 



45 



gefolgt, ^er SScronftalter einer 
ioiberrecf)tlic§en ^erDielfäÜigung 
über ber Smporteur einer folc^en 
nnrb ouf Antrag beS Url^eberS 
tmb au(3^ p beffen ©unftenjur 
3a^tung einer Summe verurteilt, 
tvclc^e htm greife öon taufenb 
C!?i*ent(3laren ber Originalausgabe 
beä S3erfe§ gleiti^Tommt. ®er 
^erfftufer einer wiberreci^tlicöen 
^^ertjiclfältiguug mirb (gteid^faüS 
§u gunften be§ Urhebers) gur 



gal^tung einer, bem $rel(c bon 
200 ©jemplareu ber Original* 
ausgäbe gIeicl^!ommenben®umme 
bcrurteilt. ^m gaüe einer un* 
red^tmäßigcn Stuffül^rung erfolgt 
Äonfi§fotionber@innai^me, mctc^e 
bem Url^eber be8 SBerfeS ou8gc= 
folgt toirb, unb ber^ireftor be§ 
^^eater^ l^at nod^ augerbem 
eine ©träfe bon 24 bi§ 80 
®ourbe§ (96 bi§ 320 2Rorf) ju 
gaffen. 



l|aHraü 



6Jefet, bctreffenb bie ©in* 

tragung ber (SigentumS« 

re^tc ber Url^eber. SSom 

23. 3uni 1888. 2)ie Urheber 

bon harten, SBüti^crn, ©eefarten, 

mufifalifdien Äompofitionen, 

©tid^en jeber Art, ^^otograjj^ien, 

3Berlcn ber geid^nenben, malen* 

ben unb Jjlaftifd^en Äunft, fomie 

bie Uri^eber bon ^Kobetten unb 

6!i33en, bie beftimmt fmb, in 

it)rer SSoIIenbung ein geiftigeS 

^rjeugniS ober ein Äunftteerf 

barjuftctten, lönnen eine Söefc^ei* 

nigung jum ©d^u^e il^reS ©igen* 

tum§rc(^teS erlangen. 3u biefem 

gnjedfe muß ber url^eber ein ®e* 

fiidö an bai Hinifterium beS 

Snncru rid^ten. ^n biefem ®e* 

fuc^c muß er befd^toören, ber erfte 

unb wirflidje Url^eber beS be* 

trcffenbcn geiftigen ©rjeugniffeS 

ju fein, unb bittet er beS^alb um 

bie ^efc^einigung, totli^ fein 



©igentumSrcd^t an bem ^er!e 
anerlennt. ©ejjt ein berartigeS 
®cfu(i^ bon bem' Eigentümer eines 
Jjoftl^umen SBerfeS auS, fo muß 
ber ©efud^fteDcr barin befd^mi^rcn, 
er glaube, bag ber genannte ber* 
ftorbenc §Cutor ber erfte unb 
loirflid^e Urljeber beS 99?erfeS fei. 
Senn ha^ 5Ser! fc^on beröffent* 
tid^t ift, fo mu6 bem ©efud^e 
ein @fem))Iar beigefügt werben; 
ift ha^ SSerf nod^ nid^t beröffent* 
lid^t, fo mu6 bie Slbfd&rift beS 
3:itel§ beigelegt tocrben. 3« biefem 
tJallc aber ift innerl^alb eines 
Monates nad^berSBeröffentltd^ung 
eifl @yem})lar beS SSerfeS beim 
3Kinifterium bcS 3nnern ju be* 
^jonieren, S3eim ©inreid^n beS 
©efuc^eS muß eine ©ebül^r bon 
5 Dollars (20 SRarf) erlegt 
loerben. 

Snfolgc biefeS ©cfudfteS mirb, 
hTenn hk ©ebül^r bejal^lt worben 



46 



^onburas— 3a^>an. 



ift, bent Url^eber t)om3J2iniftertum 
beS Sniicrn eine Söefc^cinigung 
aulgefolgt, laut meldtet er für 
fi4 vinh feine S^ed^tSttad^foIger 
tPäl^renb jtDan^ig Sauren innere 
:6al6 beg ^önigretd^S ^arnai' \>a^ 
au«ftf|lic6(td|e 9?e(i^t bcr SBertoiel* 
f ältiguTtg unb ber SBeröffentlid^ung 
feines SBerfeS beft^t. %n Ur* 
lieber mug aber, um fein ©igen* 



tumSred^t am SBerfe ausüben 
5U !önnen, am ^itelblatte ohtt 
auf ber näc^ften barauf folgen* 
ben @eite, tt)o bieS nid^t möglich 
ift, auf einer fid^tbaren (Stelle 
be§ Kerfes bie SSe^etc^nung an- 
bringen: „Eigentum beS Urhebers 
A. B. ©amai htn . . , . 18 . ." 
(SBeitcre mefcntli^e S3eftim= 
mungen entl^ält ha^ ^efe^ ntc^t.) 



Igtjrntiura^* 



%tx § 663 be« bürgerlid^en 
©efe^buc^e« bom 3a:^re 1880 
beftimmt, ha^ hit (grgeugniffe 
beS Talentes unb beS ©eifteS 
Eigentum il^rer Url^eber feien, 
biefeS Eigentum jebodft burcö be* 
fonbere ©efege geregelt merben 
fott. 



(£in befonbcreS ^efefe über ba^ 
Url^eberred^t ift aber biSl^er noc^ 
nid^t erlaffen morben, jebod^ ^at 
©onburaS ben nod) niit red^t§-- 
fröftigen juiifci^en ben fünf 9f?e= 
ipublüen in SKittelamerifa ge= 
fcftloffenen Sßertrag unterjeid^net. 
@ie]§e ©oftarica, 8eite 14. 



Jajrau. 



%m faiferlidC)e SBerorbnungen 
(9?r. 77—79) bom 28. ^eaember 
1887 regeln ha^ Urheberrecht in 
3a<)an. %\t SSerorbnung ^x. 77 
l^anbelt öom ©igentumSred^t an 
Serfen ber fiitteratur, ber jeid^s 
nenben unb malenben Äimft, 
ejlluftbe beS Sluffü]^rung§red)tc8 
bramatifc^er unb mufifalifd^er 
3Ser!e, loeld^eS bie SSerorbnung 
9h. 78 regelt; bie SSerorbnung 
^x. 79 beftimmt ba^ Eigentums* 
red^t an $^otogra))l^ien. (SS 
l^errfd^cn jiemlic^ georbnete 



9fled&t§t)erJ§äItniffe, tt^eld^e teihocife 
mand&em euro<)äifd^en ©taate 
5um SKufter bienen fönnten. ^m 
nad^ftel^enben [Refumee ift, ber 
Äürje l^alber, immer bon 2Ber!en 
ber ßitteratur unb Äunfl bit 
9^ebe, »oju aber ju bemerfen ift, 
ba6 bie |)laftif^e ^nft §ier 
nid^t inbegriffen ift. 
S)er Url^cber eines 2Ber!eS ber 
öittcratur unb ilunft ober einer 
$^otograpl^ie ]§at baS auSfd^lief}= 
lic^e ^ed^t auS ber SSerbielfäU 
tigung, bem SSerlaufe ober ber 



3a)»an. 



47 



öffcntlld^cn «(upi&rung fclneS 

auSfc^Iic^lld^c S^ecfit fann jcbcr 
erlangen, bcr ein SScrf bcr Sitte- 
ratur unb Äunft öeröffentlid^t 
unh bic SBorfd^rlftcn blefeS ©e= 
fe^e« erfüllt. 

^cr ben ©d^u^ feiner llrl^eber* 
redete bconfjjrud^t, muft toor ber 
Sßcröffentlid^ung beS SBerleS ein 
bteSbe^ügli^e^ (Srfud^en on baS 
aRiniftcrium beS 3tincrn richten, 
tiefem (Sefuijfte mu^ betgefügt 
h)erben ein betrag, bcr bcm 
greife öon fedftä %em^)Iarcn beS 
3Ser!e8 gicid? ift. 2Sitb ber ©c^u^ 
um eine ^^otograjjl^ie nad}flefu(^t, 
f muffen bem ©efud^e au^erbcm 
tiod^ jmei $robeab^üge beigelegt 
mcrben. SSenn ©taatööertt)al= 
tungen fic^ ha^ ©igentumSred^t 
an einem öon il^nen beröffent- 
lichten SSßerfe mo^ren tüollen, fo 
l^aben fie bie§ beim 5Winiperium 
bcS Snnern onünjetgen. SBerfe, 
bercn Url^cberrcd^te gefd^ü^t finb, 
muffen mä^renb ber ^ouer ber 
©cöu^frift bie Söejeid^nung tragen 
Aewes Han-ken-sHO-YÜ (Wutor= 
redete toorbel^alten); mcnn biefc 
SBe^cid^nung fcl^lt, fo ift bie SSer* 
öicifältigung be§ SBerleS jcbem 
erlaubt. SJramatifd^e unb map* 
!alifrf|c SBerfe muffen auc^ mit 
bcr SBcmerfung „^uffü]^rung§= 
rcd)t öorbcl^alten" berfe^en fein, 
irenn ber totor bc§ SScrfeS bie 
öffenttid^e Sluffül^rung t)on feiner 
Genehmigung abl^ängig mad|cn 
»itt. ®a3 Äuffül^runggred^t ift 



cbenfo lange gefd^ü^t mie ha^ 
§ßcröielfältigung§rcd^t. 

Sßom SJHniftcrium beS Snnern 
toixb einülcgifter gefül^rt, morin 
bic Url^cbcrrcd^tc in ber ^tci^en^ 
folge il^rer Änmelbung einge* 
tragen »erben. Über jebe ©in« 
tragung toirb eine J8efd$einigung 
ausgefolgt. S3ei SSerluft biefer 
93ef Reinigung, toirb fie auf ©r« 
fuc^en gegen eine @^ebü^r bon 
50 @en (2 m. 6 $f.) öom 3Jli* 
nifterium beä Snnern neu au8= 
gefteüt. 3)aS aRiniftcrium ber^ 
bffcntlid^t t)on 3eit 5U gcit im 
offiziellen Organe eine Siftc Ijer 
eingetragenen Sßcrfe. 

SDaS SRed^t jur ©erauSgobe einer 
Sammlung öon hieben unb SSor* 
träge eineS SlebnerS gebührt bem 
Siebrter; toenn jemanb eine fold^e 
Ausgabe mit (^enel^migung beS 
SRebnerS üeranftaltct, fo mirb 
baS Ur^ebcrred^t an ber Samm^ 
lung ju gunften beg Herausgebers 
unb beffcn @rben gefd^ü^t. 3)aS 
ÜberfefungSred^t ift öom Url^eber 
beS ÖriginaltoerJeS gu ertoerbcn. 
3)er Überfc^er eineS 98erfeS toirb, 
in bejug auf feine Überfe^ung, 
als Ur:^eber gefc^ügt. ©taatSDer* 
toaltungcn, ©d^ulen, geleierte (SJc* 
feüfd^aften 2c. finb als Ur'^eber, in 
ht^n([ auf bie öon il^nen l^erauS« 
gegebenen 2Ser!e, gefd^ü^t. ^er 
Herausgeber cineS @ammeI»er!eS 
geniegt baS Url^eberred^t an bem 
(|jefamtn)er!e, toäl^renb bie Siedete 
ber einzelnen Mitarbeiter unb 
bercn ©rben Don ber mit bem 



48 



9o^n 



^erauiS^eber getroffenen herein:: 
barung ab^ngig ftnb. Stile Siechte 
tonnen bef(^Tän!t unbnubefd^ränh 
übertragen ober t^erfauft »erben, 
^ad dtgentumdrec^t an äSSerfen 
ber Sitteratur, ber ^eici^nenben 
unb malenben ^unft, fotoie Ui^ 
^(uffül^rungdred^t brantatifd^er 
unb nturtlalifc^er ^erfe ift mäl^^ 
renb ber fiebenS^eit bed $(ntor3 
unb fünf Saläre na^ beffen 2^obe 
gef(i^ü|t. föenn auf biefe ^eife, 
bom 9Konate ber (Eintragung bed 
^er!ed an gered^net, bie 6(i^u^? 
frift geringer ift al« 35 Sa^re, 
fo toirb fte auf biefen 3^1^^^^^ 
t)er(ängett. S3ei einem t)on mtf^ 
rcren Tutoren iftergeftettten SBcrfe 
rid^tet fid^ bie ©d^u (frift nad^ bem 
julc^t ftcrbcnben Stutor. ^erfe, 
metd^e t)on ©taatst^ern^altungcn, 
@d&u(en, gelehrten CöefeUfc^aften 
K. herausgegeben ftnb, n^erben, 
Dom äJi^onate il^rer Eintragung 
an gered^net, 35 S^^re lang ge* 
fd&üfet. Sei SScrfen, wcld^c in 
Ötefcrungen, Abteilungen 2C. er= 
fd^inen, toirb bie ©d^u^frift t)om 
9Ronate ber Veröffentlichung einer 
jeben iSieferung, $(bteilung 2C. an 
gered^net; jebe Sieferung, Abtei* 
lung 2C. mug aber befonberS pr 
Eintragung gelangen, gür Sfte* 
Düen ober äl^nlid^e )}eriobtfd^e 
Erfd^einungen !ann mit Erlaub« 
nid bed ^inifteriumS beiS Snnern 
Don ber Eintragung jeber ein^el« 
nen S^iummer abgefel|en werben. 
$§otogra)}]^ien ftnb jel^n Saläre 
Dom ablaufe bed Monates ber 



Eintragung an gegen 9lad^btlbung 
gefc^ügt. %a^ Url^berred^t an 
einer $§otograp]§ie gel^ört bem 
$^otogra)}]^en; tt)enn biefer eine 
platte Don einem anbern gur 
Äufbewal^rtmg erlitt, fo f)at nur 
berjenige, ber bie platte in ^er- 
toa^rung gab, ba^ Siedet i^ur SSer^ 
Dielföltigung ber ^l^otograpl^ie 
unb er tann auc^ bie platte jeber- 
jeit Dom $^otogTa))]^en Derlangen. 
^ilbniffe Don $erfonen bürfen 
nur mit @(ene]^migung ber nbge- 
bilbeten $erfon DerDielfältigt 
werben, aud) wenn bie ^^oto- 
gra))l§ie nicbt eingetragen würbe. 

^enn bie ^eröffentli^ung eitieS 
ber ^Qgemeinbeit befonberS nü^- 
lid^en Wertes ber Sitteratur ober 
^unft grofee Soften Derurfodftlc, 
welche wö^reub ber 6(^u|frift 
uid^t eingebrad^t werben fonnten, 
fo tann auf ein biedbe^üglic^eS 
Erfud^en bie ©d^u^frift Dom Wu 
nifterium beS Snnem um gel^n 
Saläre Dcrtängert werben: 

3Benn ber SBefi^er eined Ur:: 
l^eberrecbted fttrbt, ol^ne Erben ^u 
l^tnterlaffen, fo lann ein anberec 
für ben fReft ber (Sd^u|frift baS 
Url^ebevrcd^t an htm l^intetlaffc^ 
nen SBerte erlangen, wenn er 
minbeftend fteben Sage lang im 
offi^ietfen blatte, in Dier anbereu 
in ^otio erfc^einenben wid^tigeu 
16lättern unb in einem am ^ol^n- 
orte beS Derftorbenen Url^eberS 
erfc^einenben ^Blatte feine ^bfid)t 
Derbffentlid^t unb ft(^ innerl^alb 
fed^S Monaten Don ber legten 



3a))an. 



49 



S8exöffetttltd§ung bicfer fßttannU 
mad^ung Icitt tcd^tmäfeigcr @rbe 
beS SSerftorbcncii mclbct. S)ic 

fllcid^en fjormalitäten fi«b ju er= 
üflcn, loenn jcmanb ha^ (Sigen* 
lumSrcd^t an einem SSßerfe er« 
langen min, bcffen ^utor ober 
(grben bcSjelben unbefannt ge« 
blieben ftnb. 

S)ie in 3ournaIcn erfd^ienenen 
Slrtifel, S'tomone 2C., beren gort? 
fejnng in minbeftenS jmei ^Rum* 
mern beröffentlici^t würben, bürfen 
öom Slulor smci S^^^c ^^^^ 
bieferSSeröffentlid^ung in ©onbcr« 
auSgobe beröjfentli(S^t werben. 

®lc unberechtigte SSeröielfäl* 
tigung unb ber SSertauf cine§ 
Sßerfe§ ber Sittcratur, ber geicö^ 
nenben unb malcnben Äunft, 
einer ^^otogra^^ie, mie aud^ bie 
nnbcted^tigtc ^uffüi^rung eincS 
bramatifd^cn ober mufifalifc^en 
SBcrfcS bered^tigt bcn toerle^ten 
Urheber ju einem ©c^obenerfags 
anf^jrudft. 3)ic SScrt)flic^tung gur 
ga^Iung bc§ ©^obeneifaJeS gel^t 
au4 auf bie ©rben be8 S^öterS 
über. 3nt fjoüe ber gerid^llid^en 
SSerfolgung in Siiad^brudE^fadöen 
fann ber älid^ter auf Slntraa be§ 
Klägers htn SSerfauf beS y?a^* 
bruaeS borläufig Verbieten. S)cr 
(Bä^ahtn, »eld^er burd^ bicfeS SScr* 
faufSberbot bem ^Ingetlagten er* 
wä^ft, ift aber öom Ätäger ju 
erfc|cn, wenn ber ^ngeüagte öom 
(S^erid^te ald unfd^ulbig erfannt 
wirb, ©traffällig wegen Verlegung 
biefed (^efe^eS ift oud^: wer in 



ber ^bpd^t ba^ ^ubUfum ju 
täufd^cn, ben Xitel cineS gefd^üf * 
ten ^erfe§ nac^a^mt; wer ein 
nod^ nid^t beröffentlid^te« SSerl 
ol^ne (Srlaubni^ bed WutorS ber-^ 
öffentlid^t; wer ein SBer! ber 
Öitteratur, ber jeid^ncnben unb 
malcnben Äunft burd^ ^l^otos 
gro^)]§ie tocröielfättigt; wer im 
5CuS(anbe l^ergefteüte 9?ad^brudfe 
bon Werfen, bie in 3ö^ati ge* 
fd^ü^t finb, einführt ober ber= 
fauft. ®er (Sriöd für bcn SSer^ 
!auf bec wiberred^ttiii l^ergeflcUten 
^jemlplare, bie S'iac^brudEgborridft* 
tungen, fowie bie notf) unöerfouf- 
ten S^iad^brud^ejeml^Iarc werben 
bcfc^lagnal^mt unb bem Älöger 
ausgefolgt. 

gür SSergeljen gegen biefeS ©e* 
fe^ wirb ber SBeranftaltcr ber 
wiberret^tUd^en ^erbielföltigung, 
wie anä^ ber ^rudter uno ber 
SBerfäufer Verantwortlich gemad^t. 
4)ie gerid^tlid^e Söerfolgung tritt 
nur auf Antrag beS SScrle^ten 
ein. ^u^er jur jibilrcd^tlic^en 
(Sntfd^äbigung werben bie X^fttcr 
nod^ berurteilt: ju ©efängniS bon 
einem 3Ronate bi§ ju einem 
3al§re ober ju einer ®elbftrafe 
bon 20 bis 300 3en. (82 aWarl 
40 ^f. hi^ 1236 SRorf). 9Bar 
eine $^otogra^]§ie ber ©egeuftonb 
ber ©cfeJeSübcrtretung , fo wirb 
bieg mit ©träfe bon 20 biS 200 
3en (82 aJlart 40. «ßf. biS 824 
Tlaxf) geal^nbet. 9Ser fid^ auf 
einem SBerfc ber Öitteratur unb 
^unft bie ^utorted^te borbepit 



®t (eitler, bad 8te($t für Uri^eiber ;c., n. 



50 



3nbiett. 



ol^ne biefe Siedete burd^ Q^rfüIIitng 
bevgformalitäten ertangt jul^aben, 
joirb ^u einer @trofe öon 10 bi§ 
100 3en (41 SKar! 20 $f. bis 
412 3Äor!) berurteilt, lucnn eS 
fit^ lim eine $6otoflta))]^ic Ijanbelt, 
fü [betrftiit bic ©träfe 2 biS 20 
3en (8 aWavf 24 $f. big 82 «Karf 
40 «ßf.). 2Ser bur« S'iat^brudE 
ciue3 nid^t gefdjü^ten ©er!e8 
bcn 3"^^it bc8 Verleg tocrun* 
ftaltet, ober bcn Xitel tocränbert 
ober ben Slutornamen unterbrüdtt, 
xt\p. einen falfd^en 92amen nennt, 
ttJirb ^VL einer ©trofe öon 2 bis 
100 3cn (8 «Dkrf 24 «ßf. bis 
412 maxi) öerurtetlt. 
S)ic S8erJ)f(i(^tung ^um ©d)Qbens 
erfa^e ioegen Sßeriejung beS 2lu= 
torreti^teS an einem ®erfc ber 
fiilteratur unb Äunft öerjä^rt 
brci 3a^rc nad§ Ablauf ber (S^u^s 
frift bcS betrcffenben 3Scr!c8. 3)ie 
ftrafrcd^tlid&e S^erontwortung öer* 
jä^rt gtoei ^af^xt nac^bem ber 
^(cgenftanb beS SSergel^enS gum 
Ic^tenmate verbreitet, ober toenn 



eine Verbreitung nic^t ftattge« 
funben l^at, pm le^tenmale ge= 
brucft murbc. 'S)it Seripffic^tung 
jum ©d)abcnerfa^ wegen unbe- 
red^tigter $(uffü]^rung eineS bra:: 
matifS)cn.obcr mufifalifc^cn ®er= 
feS berjö^rt in einem ^af)xt, bon 
bem Monate an gerechnet, in 
n'etd^em bie Ie|te unbered^ti^te 
Sluffübrung ftattgefunbcn l^at. Sft 
eine ^^otogra^l^ie koiberred^tUd) 
beröielfältigt worbeu, fo öerjäl^rt 
bie i(ioi(re(|tlid)e SSeranttoortung 
ein Sa^r nod^ Slblauf ber (5d^u^= 
frift beS DriginolS unb bic ftraf- 
red^tlid^c SSeranimortung ))eriä6rt 
ein ^ai^x nad) ber legten ^crftel= 
lung, refp. SSerbrcitung bcrfelbcn. 
3)ie SSorfd^riften beS ©trofgefc^ 
buc^eS, betreffenb @trafmiibc= 
rungSgrüiibe im fSralle ber @clbft= 
anzeige beS Xl^äterS, ober ftraf= 
erfd^merenbe ®rünbe ttjcgcn 9tücf= 
fatt ober S^föinmentrcffcn mel^« 
rercr SScrgel^cn, ftnb in ^uS= 
fül^rung ber Ur]^ebcrred6tSgefe^= 
gebung nic^t onmenbbar. 



Jntiltn* 



3n 3«bien (britifd^e öcfi^ung) 
ift burd§ ®cfe^ öom ^a^xt 1847 
baS Url^cbcrrcd^t (eigentlich SBer* 
lagSred^t) anerfannt n^orben. (^S 
finb nal^e^u biefelbcn ^eftim* 
mungen, meldte für ©rogbritan^^ 
nien gelten. (6. Girogbritannien, 
©eitc 37.) S)oS Slcaifter jur 
(Eintragung beS SBerlagSrec^teS 



mirb Don ber inbifd^en 9legierung 
))om ©efretör beS ^inifteriumS 
beS 3unern gefüi^rt. SSon iebem 
in Snbien gebrudEtcn SBerf c muffen 
brei DoQftänbige auf bem Beften 
^a^ier gebrudEte @;emplare ein:» 
gereid^t merbcn. 3Ser bieS unter« 
lägt, mug als ©träfe btn Wkxt 
beS %SerfcS unb 50 9lut)ien 6e« 



3tdlien. 



51 



^CL^ltn, ^ie etngereid^ten ^^tm^ 
plaxt totxhen gu bem für baS 
$ubH!um beftimmten $ar))reife 
be^al^U. ®egen eine @(ebü^r 
t>i)n 8 ^nna (95 Pfennig) ift 
iebetn ^inftd^t in ia^ 9^egifter 



oeftattet. gfür \thtn 9[u8gug ou§ 
Dem SRegifter ober für Q^tutragung 
eine« SBerfe« finb 2 mvtpltn 
(3 3)Jar! 80 ?Pf.) ^t bcaa^Icn. 
Über^Jicbcrlänbifc^sSubicn 
ftel^e 92ieber(onbe. 



ItMisn. 



3)urd6 ^efret toom 19. ©cjjtcms 
ber 1882, betreffcnb ble SScr* 
eintgung ber @(efege, bejüglic^ 
ber bcn Urhebern t>on ©ciftc8= 
werfen guftel^enben fRtö^tt, ift bie 
früher äcrfplittcrt gcwcfene ita* 
itenifd^e II rl^eberredjt^gefe^gebung 
unifiziert luorbcn. 3)ie« ®efe^, 
fotvo^I, mie andi bie ba^u %tf)öx\' 
geu ^udfü^rungSbeftimmunaen 
üom 19. (September 1882 finb 
auf eine folc^ umftänMi^e büreau^ 
!ratlfc^c SBeife beftnicrt unb Der« 
!CaufuIiert, bag baburd^ bie $(u^' 
(egung bed ©efej^ed el^er erfd)n)ert 
als erleichtert ttJirb. Xroj ober 
dielleicftt infolge biefer «mftänbs 
fitzen 5£)efinitionett unb 'i^Iaufeln 
finb ni^t unmefentlid^e $un!te 
bed Url^berred^teg im @^efe^e 
überfe^en toorben. ^oft^ume, 
anont^me unb pfeubon^me SBerfe 
pnb nid^t ermähnt unb betrefft 
ber ^^otogropl^len fi^toeigt ha^ 
Ö3cfejj gleid^fallg. S)ie allgemeine 
«Cnfidit ift, ba6 poftl^ume SBerfe 
80 3a6re (in sioci im ©efe^e 
nä^er beftimmten ^erioben gu Je 
40 Salären) bom (grfc^einen on 
gefd^ü^t finb. 5£>adfe(be f oQ aud^ 
für anonyme unb pfeubon^me 



SBerfc unbefonnt bicibenber Slu= 
toren gelten, ©etreffd ber le^lc* 
ren beibeu erl^ebt fidi jleboc^ auc^ 
SBtberfprud^, tnbem man tote in 
tJranfreid^ ben S3er(eger ber 9Ber!e 
ald ^utor 5U betrad^ten geneigt 
ift. 

^er § 12 beg ^efe^e« fpric^t 
nur jenen Überfe^ungen ger^ 
feglid)en 6d^u^ ^u, toel^e einer 
inbioibuellen geiftigen St^ätigleit 
entfpringen, nic^t aber blöd Qx^ 
5eugni$ einer mec^anifd^en ^Irbeit 
ober eined d^emifd^en $ro^effed 
rmb. 9ia(^ § 13 geniest ber 
Überfefeer eine§ SSerfe? Ur^bcr* 
redete, toaS aud^ für uberfef« 
ungen tJonSBerfcn berÄunft 
gelten fott. (£S fragt f«^ nun, 
ob bie ¥^otograpl6ie eine über* 
fegung ober eine %ert)ielfättigung 
beg ÄunftmerfeS borftellt. S)aS 
G^efeg entfc^eibet biefe f^rage ntc6t, 
bie &n\djt^pxa^\^ f^ai fid^ aber 
bal^in audgefprod^en, ba% bie 
$^otograp]^ie eine burd^ (^emifd)e 
ober mecfianifc^e SÄittel erjcugte 
Vervielfältigung fei. S)em ioirb 
jebod^ oon feiten ber Sled^tSgcle^rs 
ten totberfprod^n, melc^ bie 
^^otograp^ie für eine Über* 

4* 



52 



Stalten. 



fc^ung be8 Äunfttoer!cÄ er* 
Kören. 3)ie @ntfc^ibung btefer 
t^rage ift fel^r iDtd^tig, ba bie 
bcibcri Sficd^tc öon einanber tool!* 
ftänbig berfd^iebcn finb. 

3)er Snl^alt bc8 ®c|cje§ öont 
19. <Bcp\mUi 1882 ift folgen* 
bcr: 

S)ie Url^cbcr bon ®eifte§JDer!en 
l^aben bad au^ft^Ueglfc^e 9)ed)t 
biefc 3Bcrfc ju öeröffentlid)en, ju 
t)ert)ielfölttgen unb bie Sßex\)itU 
fältigungen gu üerfaufen. ^enn 
blefeä onSfc^licfelid^e SRed^t meiere- 
rcn ^evfoncn gcmcinfam gcprt, 
fo toirb, foKS nid^t ba§ ©egen* 
teil bemiefen wirb, angenommen, 
bafe jebc ^erfon htn gleichen ^n» 
teil f)at unb bered^tigt ift, baS 
gcfamtc Sflec^t (mit 5tuSnal^mc 
bcr SScräufeerung beSfclben) ou§* 
^uübcn. 3)cm Url^ebcr einer 
mufifolifd^en Äomjjofition, für 
»eld^e ein befonberer S^ejt gefer« 
tigt worbcn ift, fte'^t boS Url^eber* 
red^t an bem Se^te gu, n^enn 
biefer mit ber Wlu\\l jufommen 
Dcröffentlid^t »trb; in biefcnitJaHe 
l^at aber bcr ^utor be8 S^cjtciJ 
^nrec^t auf Sntfd^äbigung. %a^ 
Urheberrecht an einem ©ammel« 
toeife, boS au§ mel^rcren öon 
einanber unterfd^icbenen Seilen 
bcftcl^t, gcbül^rt bcmjenigen, ber 
htn ^lon beS ©anjen Qufgefteflt 
l^at^ jeboc^ !()nnen bie Tutoren 
ber einzelnen Seite über il^re 
STrbeit befonbcrS üerfügen, wenn 
fic bei neuer SSeriJffentlid^ung bcr« 
felben bad ^ommeltDerf ald 



OueHe angeben, ^ad Url^eber- 
red^t !onn beliebig tjcröuftcrt unb 
übertrogen loerben unb lann, fo= 
lange c§ im ipcrfönltd^en S3efi^ 
be« Url^cberS ift, nid^t ©cgcnftanb 
einer 3wöngSöollftrcdfung fein. 
^ie Url^e6erredC)te (aufgenommen 
ba§ SRcd^t bcr Söeröffentlid^ung 
hjci^renb ber SebenlJjeit beS Ur- 
hebers) lönnen im öffentlichen 
3ntereffe bom «Staate auf bem 
^egc ber ©jjjrolpriation ermorbcn 
merben. Ob ein öffentlid^eS 3«* 
tereffe borliegt, beftimmt ber 
(Staatsrat auf SSorfd^lag bcS 
Unterrid^tSminifterS. 3)ie ^ö^e 
ber bem Urheber gu jal^lenben 
^ntfd^äblgung Beruht auf beiber^« 
feitige SSercinbarung. Sft ^cinc 
SSereinbarung gu erzielen, f o tpirb 
ber 5ßrei8 für bie ©fpro^jriation 
unter Sujiel^ung öon brei (Baä^- 
öerftähbigen feftgefteHt. 
2)a8 Url)eberred^t ift toä^rcnb 
ber Seben^seit beS SlutorS unb 
40 Sttl^tc nad6 tcfjen £ob ge* 
fc^üfet, ober nwi^renb 80 Saläre 
hit naäi folgenbem ^obuS beredt« 
net ttjcrbcn. S)a§ Urijcberrcdftt 
mirb wö^renb ber fiebenSjeit be§ 
Tutors gefc^ü^t; menn Dom (Sr« 
fd^einen be^ ^er!eS U^ jum 
Sobe bc« SlulorS leine 40 ga^rc 
berfloffen finb, fo ttjö^rt ber 
@d^u^ bis jur SSollenbung biefeS 
ScitraumcS gu gunften ber ©rben. 
Sfiad^ 5lblauf biefer Seit beginnt 
eine jtoeite^eriobe Don 40 Salären, 
in n^eld^er lebem bie SSerbielfäl« 
tigung unb ber Sl^edauf bed 



Statiett. 



53 



%3erled aud^ ol^ne ^nd^migung 
ber fRed^dnad^foIger be$ SlutorS 
gcftatlct ift, unter ber öebingung, 
oafe fünf ^rojent tyom ^ah^n- 
pxt\\e, 3u melc^em ber 9^Qd^bru(! 
verlauft n^irb, bem 9)ed^tSnac6f olger 
bed Tutors . QuSgf ga^ftlt merben. 
2Ber bon biefem dttd^it QJcbrout^ 
mad^cn toiVi, mug bei ber ^rä= 
fcftur feine« SBo^norteS einebie«* 
bc^üglic^e fdftriftlici^e ©rüärung 
abgeben, ^iefc @rf(ärung mufe 
entgolten: feinen ^amtn nnb 
SBo^uort, bog 9Ber!, weld^eä er 
üerbietf&ftigcn n)ta, bie Wrt ?er 
SSerbietfäÜigung, bie ^i3^e ber 
9lufkgc unb \>en 2abenj3rei8 ber 
auf jebem (S^em^Iare be^eic^net 
fein muß. 3)iefer ©rllärung mnfe 
Gltd) bag Angebot beigefügt fein, 
eine ^ebül^r in ber ^öl^e be§ 
ßttwnjlgftcl beSSabenJjreife« muU 
ttpliäiert mit ber Slnja^l ber l^er* 
guftettenbcn (£yem^)Iare an htn 
9ied^tSnad^folger ht^ ^utor« ju 
be^al^fen. ^inbeften« jmeimal 
mit einer S^i^^tn^tit bon jmei 
^od^en muffen biefe ^rflärungen 
in bem am Drte, wo bie SSerbicls 
föttigung ftottfinbet, für gerid^t* 
lic^e ^lanntmac^nngen beftimm:= 
tcn 3oumaIc unb im offijieUen 
Drganc bed Äonigreid^« toeröffent* 
lic^t werben. SSierteljä^rlid^ er^^ 
foCgt noc^ eine Veröffentlichung 
acmeinfam mit ben Eintragungen 
De« Ur^berred^teS (bon weldjem 
meiter unten bie 97ebe ift) im 
offiziellen Drgane be§ ^5nig^ 
tetd^. 



^ad auSfi^Iieglid^e fflt(iii ber 
.öffentlid^en $(uffü§rung brama« 
tifc^er, mufifalifc^er, bramatifc^= 
muft^onfc^er unbd|oreograp§ifd^er 
333er fc befi^t ber Urheber ober 
beffen SRed^t^nad&foIger 80 3a]^re 
bon ber erften äluffü^rung ober 
53crijffentli(^ung an gerechnet. 
3Ser!e, toeldic bom ©taate, ^ro* 
binjiat« ober ^ommunalbermat« 
tungen, ^!abemien, fomie fonfti« 
gen litterorifdöen , wiffenf(^aft- 
lic^en ober ütuftferifd^en ißtx^ 
einigungen l^erauSgegeben wer^ 
ben, p"b 20 3a§re bom erften 
Erfd^einen an gefd^ü^l, unbe= 
fc^abet beS ben einzelnen 3Ritars 
beitern juftel^enben fpe^ieHen Ur» 
l^ebcrrecbtS. 

SBäl^renb ber erften jjel^n ^a^xe, 
bom ©rfdfteinen bc§ 33er!e§ an, 
l^at ber Url^eber auc^ ha^ auS- 
fc^Iießlid^e Überfe^ungSrec^t be8« 
fclbcn. 5){e uberfe^ung littera^ 
rifd^er unb wifTenfdjaftlid^erSSerfe 
befielet barin, biefe in eine anberc 
@pra4e auS^ubrüdPen. Unter 
Überfe^ung bon SScrIen ber j^eid^s 
nenben, malenbeu unb ^laftifd^en 
Äunft, bon @tid|en unb äl^nlidien 
(Sr^eugniffen berftel^t man, bau 
bie fjiguren ober formen nid)t 
blog med^anifd^ ober burd^ einen 
d^emifd^en ^rojefe, fonbern burd^ 
eine befonbere inbibibuelle Strbeit 
rejjrobu^iert werben, fo ha^ fid^ 
baS neue (SrgeugniS feiner 9?atur 
nad^ bom Driglnatwerfe wefent« 
lid^ unterfc^eibet, wie etwa ber 
^Hj)ferftid^ bon einem gemalten 



54 



9tonen. 



©totuc 2C. 

S)lc öffcnllid^e «Tuffüftrunn clncd 
SBcrfcS ift loä^renb htx ©d^ufe* 
frift nur mit fdjriftlid^er (grloubs 
ni« bc8 Url^ebcv« gcftattct. %\t\t 
fd^riftlit^c unb gcbül^rcnb tcpali* 
ficrtc ©ctiel^migung muß bei bcr 
^räfeftur bcr ißroöinj l^interlcgt 
tDcrbcn, fonft mirb bic ^uffü^* 
rung niti^i geftottet. ^orauSge- 
fett ifl, bog fid^ bcr Slutor baS 
Sluffü^rungSred^t burcö (Erfüllung 
bcr öorgcfti^riebcTtett ^Jormolttötcn 
gemalert l^at. 

Wit Sriftcn jä^Ien bon bcm 
Sal^vc on, in tecl^em boS SScrl 
j^ucvft öcröffcntlid^t luurbc, bei 
SBcrfcn, wcldftc in mel^rercnieilcn 
erfc^ienen finb, toerbcn bic griffen 
für jebcn Xcil, bcr nitf|t im felbcn 
3o^re öerbffentüd^t lonrbc, a};>axi 
beredend. SBrud^teilc eine§ Sö^rcS 
!ommcn nidftt in IRed^nung. 

83ci SBcräugcrung einer jiur SSer^ 
bielfälttgung bienenben ^orrid^- 
tung (platten, filifd^cc k.) wirb 
angenommen, hai ha^ ^eröiel* 
fältigungSreciöt öit bcm SScrfc, ju 
beffen ^rfteüung bie SSorric^tung 
bicnt, mit toeröußert tourbe. ^ic 
äcffion eines ober mel&rcrerdjcms 
\>laxt eines SScrIeS fti^Iicßt nid^t 
bic SSeröufeerung bc8 S8ert)ielfä^ 
tigungSred^teS in fic^. 5S)ie ol^ne 
Seitbegren^ung gegebene (Srioubs 
niS jur S^eröffcnllid^ung eineS 
äBerfcS ober jur 93ert)ielfältigung 
eines bereits bcröffentlic^tcn &er- 
feS, fc^Uegt nid^t baS ber geit 



m^ unbefd^rftnlte ^ext^tlf&U 
tigungSred^t in ftd^. 3n fold^em 
graUe entfdgeibet baS (^rnd^t, 
mann eine neue $ert)ielföltigung 
verboten fein foff. 
Um hm 6d^u^ biefcS @^efe^€S 
in Änfprud^ nc§mcn gu fönnen, 
mu6 bei bcr ^ßräfeftur bcr $ro= 
t)mff eine @r!(ärung eingereicht 
tücrben, in »eld^er baS SSer!, fo= 
Wie boS gal^r, in bcm eS gebrudft 
auSgcftcttt ober fonftwlc beröffents 
lic^t mürbe, bcjeid^nct ift. ®ie 
(Srffärung mug aud^ auSbrüdltd^ 
ben ^orbel^aU bcr a(S ^utor ober 
olS Verleger bcS SBcrlcS ju be« 
anf^)ruc§cnben SRct^tc öcriongcn. 
@in @;em))Iar beS ^er!cS, tocnn 
eS ein Äunftmerl ift, eine 5ß^oto:= 
gro^l^ic ober fpnftige 99e)}vobuI« 
tion beSfelben, muß bcr ©rflärung 
beigefügt werben. S3ei SSerfcn, 
bie jur Sluffül^rung geeignet finb, 
mu6 befonberS bemerft merben, 
ob bor ber SSeröffcntlid^ung fdfton 
eine Sluffü^rung ftottgcfunben 
]§at, unb tocnn bicS bergoU ift, 
muß Sal^r unb Drt ber erfteu 
Sluffüt)rung angegeben merben. 
^ie 5ur Äuffül^rung geeigneten 
SBcrlc, fofern fic nod^ nic^t ber- 
öffcntlic^t finb, muffen gur 3Ba]§* 
rung beS ^uffü^rungSred^teS im 
5Wanuffrip(c eingercid^t toerben, 
meld^cS bcm ^utor mit bemSBifum 
bcrfcl^en, micber gurüdfgcftcnt 
mirb. %k inncrl^olb eines Äa* 
lenberiol^reS erfd^einenben ^änbe 
eines feerfcS ober ^Jummern fort* 
laufcnber <)criobifd^er ©rfd^i* 



3taliett. 



55 



nungen löniten Jä^^^nd^ elnmot 
jufammen eingereid^t unb ha^ 
Url^ebcrrc^t angemelbet tuerbeit. 
93ci Sßevöffcntlic^ungett in <)ertos 
bif^en irucffd^riften muß bcr 
SSorbc^alt bc§ Ut^eberret^teS an 
bcr ©i)itc bcr 5lrbcit bcjctd^ttct 
fein, ttibrigcnfallS cS geftattct.tft, 
bicfc Slrbcit in anbcrn ))criobifc§en 
S3lättern unter duellcnangabc 
noc^^ubrudcn. gur sBcröffcnt:' 
Heilung in ©onbcroitSgabe ift nur 
bcr 5lutor bcrcd^tigt. SBünfd^t 
bcr Slutor eine ©onberouSgabe 
l^crauSjugcbcn, fo niufe er bei bcr 
^räfeltur eine @r!(ärung bc^üg* 
lic^ beS ©c^u^eS feinet [Rec^tea, 
wie oben nä|er erörtert, tin- 
reid^en, unb aud^ genau angeben, 
in n)eld^em 3ournaIe unb in tvth 
d)cn Sflummern bcSfcIben bie ^Ir* 
bcit juerft bcröffentlid^t »urbe; 
bic betreffenben ißummern ober 
Jöänbc be8 3ournol§ \inh ju be- 
ponitxtn. 5)ie angemelbeten Ur- 
^cbcrred^te toerben monatltd^ im 
offt^icnen SBIatte beS tönigreid^S 
betannt gemacht. 
®ie Slbgobc blefer (Srflärungcn 
unb bcr ^füd^tejemplore |ot 
innerl^alb breier Monate nac§ 
@rfd&cinen bcS SBcrfcS ju er* 
folgen, ©erben hk gormalitäten 
innerl^alb blefer ^rift nic^it er* 
fünt, fo bebingt bieS nid|t ben 
SSerluft bc§ Urleberrcc^teS, ou§* 
genommen \>tn Satt, ba6 in bcr 
gmifc^enicit bom 3lblouf bcr ge« 
fe^mägigc« Sf^^ip wnb ber dr» 
füttung ber Formalitäten jemanb 



ba9 ©etl na^gebrudt ober einen 
"^adibvwd jum ^medfc beS 93er* 
faufe« t)om ?lu3lanbe eingeführt 
l^ot. 3)cr Wutor fann in biefem 
^alle ben ^erfauf bcr nac^gcs 
brudften ober importierten ©jem* 
piaxt nic^t tierl^inbcrn. 5Benn 
ein 5lutor bie borgc[d^riebenen 
Sormolitätcn wäl^renb ber bem 
©rfd^einen bcS 3Berfc8 folgenben 
jel^n Sö^re unerfüttt lä^t, fo gilt 
beffen Urheberrecht alS erlofc^en. 
&ür jebe Eintragung be§ Url^eber* 
red^teS ift eine (Sebti^r öon 2 Sire 
(1 9». 60 «Pf.) ftU he^atjUn. 
S)ie o^ne Genehmigung beS STu* 
tor§ ober beffen JRe^tSnad^folgcr 
öeranftaltete 58cröffentlic^ung ober 
9Sert)ieIfä(tiqung eine§ no§ ge* 
fc^ti^ten Kerfes, ber SJerlauf 
biefcr unbcred^tigicn SSeröielfäU 
tigungen, bie Unterlaffung ber 
^nmclbung eines SflacöbrudeS, 
bcr in ber jmeiten ^älfte ber 
ad^tjigjä^rigen '©diu^frift öerans 
ftaltet wirb, bic ©erftettung einer 
l^öl^eren, aU ber bertragSmäfeigen 
Auflage, bie SJerlefeung be§ 
Überfegung^rec^tcS DcrpflicÖtetben 
S^pter 5U @d^abencrfaü unb wirb 
mit ©träfe bl§ ju 5000 Sire 
(4000 5War!) belegt. SBcrpflic^tung 
5U ©d^abcncrfa^ unb Strafe bi§ 
ju 500 Sirc (400 äJiarf) ift auf 
bic unberechtigte Sluffü^rung cineS 
2Ber!e§ gefegt. 3)ie 9lad)bruc!S« 
ejemj)lare, folüie bie i^um S'iad^? 
brud ober bcr 9^ac§bitbung bie* 
nenben SBorrid^tungen werben 
lonflSäiert unb jerftört, fofern 



56 



Stalten. 



bcr berichte Xcil nl(3^t beten Äu8=s 
f olgiing Quf 9lcc^nung feineS ©nt* 
fcl^äbtgunQ|Qnf:prud^e8 verlangt. 
3)cr beS y^arf|bru(!eg bcfc^ulbigte 
!ann aber auc^ »erlangen, bafe 
bie 'Rad^hxud^titmpicixt unb bic 
5u beren ^erfteHung bicnenben 
SSorrtrf|tungen bi§ tiad^ Slblaitf 
bcr ©c^u^fvift t)om ©erl^te Der* 
njal^rt unb il^m bann mieber 
anSgcfoIgt h>erben. 5)!C gerid^t? 
lic^e SBermol^tung bcr Sfiac^brucf^ 
Cfcmplarc unbSBorrid^tungen njlrb 
ftctg öerfügt im legten ^af)xt ber 
für ^Sal^rung bcS auäfd^Iiefetic^en 
Ürfteberrec^teä angcfe^tcn <5^uf = 
frift, fotoie auc^ nwi^renb jener 
3eit, in roeldier ber S(utor fein 
auSfc^neöüd^cS JRed&t mcl^r befi^t, 
fonbern ber S^od^bruc! gegen eine 
beftimmte @ntf(|äbtgung jebem 
erlaubt ift. 3Sirb in bie[enx galle 
bie @r!Iärung über bie ^ö^e bcr 
Slufloge unb htm Saben<)reife be§ 
aSerfeS jum 9^ad^teile beS 3(utor§ 
ober beffcn 9?ec^t8nad^folocr falfc§ 
angegeben, fo »irb bcr @c§ulbige 
mit einer ©elbftrafc hi^ ju 1000 
ßire (800 3Karf) belegt unb ift 
jur ©ntfc^äbigung berjjflic^tet. 
SKit ®etbftrofc bis ju 1000 Sire 
mirb jcbc in Erfüllung bergfors 
malitäten jur äöa^rung be§ Ur= 
l^ebcrred^teS obgegebenc falfd^c 
Angabe geol^nbet. Q^bc anbcre 
Übertretung bc8 ®efe^e8 jum 



©d^u^e beS Url^berrcii^ted tmrb 
mit ®clbftrafc bis ju 500 ßire 
belegt. 

S)iefeS (SJefe^ ift ou(§ anmenb* 
bor auf Tutoren, bercn SBerfc 
in fiänbern bcröffentlidftt finb, 
mit toclc^en Stcilien feine S8er= 
träge geftftloffcn l^at, DorauSgefefet, 
ba6 ba^ betrcffcnbc fianb ben ita= 
lienifc^en 5lutorcn 9lejiJ)ro^ität 
gemährt. SSirb bic 9lle5i))roiität 
Don einem anbem Sanbc ben 
italienifd^en ^Tutoren unter ber 
Sebingung Oerlprod^cn, hai ben 
Slutoren jeneS SanbeS in Stölieu 
«Resiprojität beS «Re^tSfc^u^eS 
gemährt »irb, fo ift bic föniglid^e 
Regierung ermächtigt, burd) ein 
5)efret bem ^u entfpred^en, toenn 
bie Url^eberrec^tSgefe^gebung jenes 
fianbeS fid^ Don ben SBefttmmungeu 
biefeS ©efe^eS nid^t tocfentUdj 
unterfc^eibet. 

Stalien f)at bisher folgcnbc Sit* 
terarlonöcntioncn abgefd&loffcn : 
mit S3elgien am 24. 92ot)ember 
1859, S)eutfd6lanb am 20. Sunt 
1884, gfranfreicS am 9. 3uli 1884, 
©rofebritannien am 30. ißoöems 
ber 1860, Öfterreidi am 22. SKai 
1840, ©c^mcben am 22. 3uli 1869 
unb 28. Sanuar 1879, ©d^weben 
unb SfJortoegen am 30. ^o'otmhti 
1884, (Spanien am 28.3uni 1880. 

Stalien ift auc^ ber ©erner Äon* 
öention beigetreten. 



ftanaba. 



57 



Sanalra. 



©in ®cfc^ bom 26.D!toBer 1874, 
bon bcr grolBritanittfc^cn 9flcs 
gicrung oj)probiert bur^ !önig* 
lid^e SSetorbnung bom 2. ^uguft 
1875, cntl^äU einige nod^ jegt 
gütige fpejIeUe SBeftimmungen 
über bie in ^anoba ju erfüllen* 
ben fjorntalitäten. Sm übrigen 
ift biefe« ©efe^ bur* § 8 beS 
großbritQnnifcften ©efe^eS öom 
25. 3unt 1886 anfgel^oben, »o- 
na(]6 jebc§ 2Ber!, baS in einem 
Sanbe brilift^er SBefi^ung erftftien, 
ond^ btn ©c^u^ ber britifrfien 
©efe^e genicfet. 3)ie in Äanaba 
gu crfüöenbcn gormalitäten p"b 
folgenbe: 

SBetm 5l(!crbanmlniftcrinm wirb 
ein Sflcgifteu geführt, in »elc^em 
ha^ Url^eberrecftt an SBerfen ber 
SBiffenf^oft, Sitterotur nnb l^unft 
jur Eintragung gelangen fofl. 
®a8 Url^eberre$t ift nur bann 
gefc^ü^t, tütnn auf bem 2:itclblatte 
ober bcr barauf folgenben ©eitc 
eines S3urf|eS, M harten, niuft= 
falifd&en ÄomJ)ofitionen, ©tici^en 
unb $l^otogra))l§ien, ouf ber SBor* 
berfcite ober ont iite(!u))fer bie 
S3cnicrfung ongebrac^t ift: „^ad\ 
Sßorfc^rift bcS lanabifd^en ©cfcgeS 
eingetragen im ^a^xt .... bon 
^M. beimSlderbauminifterium." 
S3ci 2Ber!en ber jeic^nenbcn, ma= 
lenben unh pla\ti\^tn ^unft ge* 
nügt 5ur ^Sal^rung beS Url^eber« 



redete» bie Unterfrfirift be« Äünft:: 
lerS. 

JBeanfJ)ru4t eine $erfon unter 
i^rem Silamcn bie Eintragung 
eines Url^eberred^teS, »etcfteS bc« 
reitS unter einem anberen9?amen 
eingetragen ift, ober loenn eine 
^erfon bie SlmuIIierung eineS 
nirf|t unter ii^rem 9Jamen einge« 
tragenen Url^eberrerfiteS berlangt, 
fo ift baS ^nfud^en bor ben 
f om))etenten®er icf)tS]§of ju bringen 
unb ift bie Erfüllung ber ber* 
langten fjormalitäten bom Urteil 
beSfelben abl^änaig. Sertürner 
bei Eintragung ober in einer Slb= 
fd^nft berfelben l^aben feinen Ein* 
flu6 auf bie ®iltig!eit be§ 9f?ed^teS, 
njerben fie jebod^ entberft, fo 
lönnen fie mit ^^ene^migung beS 
SKiniftcriumS !orriglert »erben. 
Slnon^me SSerfe fönnen unter 
htm 9iamen beS Verlegers ein« 
getragen »erben, ol^ne \>ai ha^ 
burc^ btn Siechten beS anonymen 
?lutovS ober erften Verlegers 
5lbbrud6 gefc^iel^t. 5)ie bon einem 
^Beamten beS ÄdEerbauminifteri= 
umS ausgefolgte Slbfc^rtft auS 
bcm SRegifter gilt als bollgiltigcr 
95ett)eiS ber erfolgten Eintragung. 

gür jebe Eintragung ift eine 
®ebü§r bon 1 3)olIar <4 SKarf) 
unb für jebe ^Ibfc^rift auS bem 
Slegiftcr 50 EentS (2 3Karf) ju 
be^al^len. 



58 



ftoItimMd. 



E0lumf»ia. 



3)a8 ®efc^ öom 26. Oltobcr 1886 
über bo8 litterarifd^e unb ülnft? 
lerlfd^c ©igetitum, mcIc^eS grö6= 
tenteilg bcr fJ)onifd^cn unb teil» 
meifc aud) bcr franjöfifci^cn Qk^ 
fefgebutig nad^gcbllbctift, gewäl^rt 
htn Url^cbern einen fel^r ou?s 
rcid^cnbcn <B^up. ^nx auSIän= 
btfrfie ^lutoren finb jicntlid^ fticf* 
mütterlich bel^anbclt, waS um fo 
mel^r em))funben toirb, ba mit 
SlttänQ^mc beS SScrtragcS mit 
@J)Qnicn bom 28.S'?oöemoerl885, 
Columbia leine SitterarlonDen* 
tioneu abgefc^loffen ^at. 

Unter Ittterarifd^eS unb fünft» 
Icrifd^eS Eigentum ober Url^eber* 
TCd^t Derfteft man ba^ nad^ ®r* 
füllung gctöiffer tJormalitöten btn 
Slutoren toäl^rcnb einer beftimm« 
tcn 3cit auSfd^IieSItd) juftel^cnbe 
9?ed^t ber materiellen 9iu^nie6ung 
aus bcn ^rträgniffen ifjrer ?Serfe. 
3)cr Url^eber eineS Originaltoer* 
feS, ber SSerfaffer einer gefcflic^ 
juläffigcn ^omJ)itation, ber 
^rau§gc6cr eineS nod^ nic^t ber* 
i)jfcntHd|ten 3Ber!e8, tvtwn er 
rcd^tmäSigcr SBefi|cr bc8 iDianus 
fIrtpteS ift, ber ©taat, mxptx:' 
fd^aften ober fonftige juriftifd&c 
$erfonen, meldte SSerfe bcr Öit* 
tcratur unb Äunft öcröffentlid^en, 
fönnen ben ©c^u^ biefeS ®e=. 
feje§ in ^nfj)rud) nehmen, fo* 
fern bic bezüglichen SBcr!c in« 
bitjibuettc (Srjeugniffe bcS ©eifteg 



ber 5ß]^antafie ober ber Äunft 
finb. 

^bttn, pfjxio\o\>f)i\dit obcrhjiffen= 
fd^aftli^c @^fteme finb nur in 
ber 5orni, in toclciöer fie ur« 
fprünglic^ Veröffentlich tourbcn, 
gefc^ü^t, mäl^reub fte in einer 
anberen gorm frei bcnu^t rocr= 
bm bürfen. SebeS geiftigc @r=j 
jcugniS ift, fobalb bie gefc^li^cn 
Sormatitäten erfüllt finb, ioäl^renb 
ber SebenSjeit be§ Url^eberS als 
beffcn Eigentum unb 80 go'^re 
nad^ feinem ^obe ju gunftcn 
feiner @rben ober fonftigen9lcc^t§= 
nad)folget gefd^ü^t. 3Bft]^renb 
blefer 3eit ift bie 33eröielfältigung 
nnb Veröffentlichung bcJ Serie« 
nur mit Genehmigung beS^lutor« 
geftattet. ^ieS gilt aud^ Don 
noc^ nic^t öcröffentlid^ten SBer!en, 
für toelci^c bie gefe^lid^en gormas 
litäten nid^t crfüttt finb. SBerfe, 
bie bereits ©emeingut gemorben 
finb, bürfen ton jebem nad^ge* 
brudt »erben, boc| ift eS nid^t 
geftattet, ben S'^amen beS 9lutor8 
ju Unterbrüden unb ©infc^al* 
tungcn ober fonftige Änberungen 
am Serfe bürfen nur fo ange« 
brad^t merben, bag ber Originols 
tejt l^iertjon mol^l unterf cgieben 
merben fann. 

3)aS geiftigc Eigentum ift über* 
trogbar tt)ie jebeS anbere beweg* 
lic^e (Eigentum, ^cr ^rmerber 
eines Urlcberred^teS l^at wäi^renb 



ftoIutttQiOw 



59 



ber Sel&en8jeit beft ^utor9, unb 
tvenn biefer, o^ne®i*ben ju l^tttter^ 
kffen, ftirbt, 80 ^a^re (quo imc^ 
beffen Sobe l^ierauf ^nf:i)ruc^. 
^iuterlägt ber ^lutor @rben, fo 
üerllcrt bw (Srmcrbcr be8 Ur» 
l^eberred^ted 25 Igai^re naci^ bem 
Xobe bed ^utoTd fein ffitä^i, 
tuelc^ed für bie übrigen 55 ^affxt 
ber ©d^u^frift ben Srben aufaßt. 
3)cr @rtt)crber eines Url^eberrecftted 
barf an bem SBerle !eincrlet SJer* 
änberungen üornel^men. ^nn 
ber ^tttor loon einem anbern mit 
ber Aufarbeitung eineS ^erfed 
beauftrogt tuirb, fo gentegt ber 
^efteffer badUri^eberred^tmöl^renb 
ber %utox nur auf bad bebungene 
Honorar Anf^rud^ ]§at. 
S3e]§uf§ (Eintragung beS littera- 
rifc^en iSigentumiS n)irb beim 
Unterric^tSminifterium ein^aupt« 
regiftcr geführt unb bei hm SSer* 
nmltungdbei^brben ber $rot>in5 
n^erben noc^ befonbere 9legifter 
aufgelegt. 3n baS §au<3tregifter 
merben bie ^ier bireft angemel« 
htitn Urheberrechte eingetragen 
unb ^Ibjä^rlic^ merben auc^ bie 
in btn $rot)in^en erfolgten fein« 
tragungen in ba^ ^au))tregifter 
übertragen. Über bie @intra« 
gung toirb eine S3efrf|einigung 
ausgefolgt, ^i ber $lnmel« 
bung }ur Eintragung muffen, 
»enn bad $3erl gebrudt ift, brei 
@;em))(are beSfelben eingereid^t 
n^erben, tooDon eined für ha^ 
Unterrid^tdminiftedum unb bie 
beiben mhtxtn für bie 9}ationaU 



bibliotl^ef beftimmt ftnb. (Srfolgt 
bit Eintragung in ein 9legifter 
ber $rot>in^, fo muffen ^mei 
(Sf em})Iare beS 3Ber!eS beim Un« 
terrid^tSminiftertum eingereicht 
merben. Eined biefer beiben 
(££em))Iare Derbletbt bafelbft unb 
ha^ ^totitt ift für bie ^^ational« 
bibliot^e! beftimmt; tin britted 
(^em))tar mirb ber $rot)in}ials 
btbliot^l, menu eine folc^e be« 
fielet, ober einer fonftigen öffent* 
tid^en Sammlung ber ^roDin^ial:» 
]^au:|)tftabt übermittelt. $erio^ 
bifc^e Unternehmungen fönnen 
femeftermetfe angemelbet unb bie 
$f(i(j^te;em^lare abgegeben mer^« 
ben. @S finb bann fon^ol^l bie 
Steckte bed Herausgebers, mie 
aud^ btejenigen ber einzelnen 
SÄitarbeiter gefc^üfet. Sft ein 
$3cr! nod^ ni^t georudtt, jebod^ 
öffentlid^ aufgeführt toorbcn, fo 
genügt bie $(bgabe eineS gefd^rie« 
benen ^flidötei'empIareS. Äunft:= 
tt)er!e, meldte in einem einzigen 
Ejem})Iare t)ergeftcllt merben, ftnb 
ol^ne iebe Abgabe unb ol^ne Ein- 
tragung gefe^lic^ gefc^ü^t. 
^te Eintragung mug innerhalb 
eines 3<^l^feS, Dom 2^age beS Er:« 
fc^einenS gerechnet, erfolgen; ge* 
feitest baS nic^t, fo ift baS ^er{ 
möl^renb ber f olgenben jel^n Saläre 
(Skmeingut ^m Saufe beS elf« 
ten ^al^reS lann ber Autor fein 
^er! eintragen laffen unb ba= 
burd^fein DerloreneS SYed^t mieber 
erwerben. 5)en 8Ser!auf ber in* 
Stoifd^en l^ergefteCiten ^^ad^brudtS« 



60 



ftottttitMa. 



e^emplQte !antt ber ^utor aBer 
nid^t ber^inbcrn. @g fielet il^m 
}ebo(§ frei, bicfc amtlich jäl^lcn 
utib abftem^eln ju loffen, fo hai 
ein ißeubrucf bcr^inbert mirb. 
Sä6t ber Autor biefeö elfte ^a^v 
üorübergel^en , ol^ne fein &erf 
eintrügen ju laffen, fo mirb eS 
befinitit) ©emeingut. S)ic ©in* 
trogitng ber 3Berfe gefrfiic^t f often« 
frei, ^tbt Übertragung beS 
Url^eberrcc^teS gcfc^iel^t burc^ Ic* 
galifierten SBertrog, »el^er gleich* 
fand im 9?egifter eingetragen 
merben muft. SBirb biefe ^ox- 
ntalttät ntd^t erfüllt, fo !ann ber 
©rttjerber be« Url^eberrcd^tc« feine 
^nfiprüd^e nic^t geltenb mad^en. 

S3cl einem in fjortfefungcn er* 
f^einenben 3Berfe ^ä^Ien bie 
tJriften öom Sage ber SSoUenbung 
be§ ©erfc«. S)cr ^utor eine« 
9Ronuffripte8 ober eines gebrutf« 
ten SSerfeS !ann burd^ 2:eftament 
ben %xudr refp. S'ienbrudE beS 
SSerle« bis onf 80 Saläre nac^ 
feinem Sobe l^inauSf^ieben. 

3)en ©cftu^ biefeS ®efe^e8 ge= 
niesen aHe in Columbia ^iaai^^ 
ungehörigen Url^eber, mögen 
beren 3Ber!e tt)o immer erfdfteinen; 
ferner bic Slutoren jener Sänbcr, 
in toclc^en bie fponifd^e ©prod^e 
torl^crrfd^t, njenn bo§ betreffcnbe 
Sanb iReait)rojität beS mt^i^=^ 
f d^u^ei^ gemährt, ^er @d^u^ beS 
ÜberfefungSred^teS borf felbft in 
Konventionen nic^t auSgef))roc^en 
totthttif mit $(u§nal^me bed Über^: 
fe^ungSred^teS jener frembf))rad^s 



lid^cn Scrh, bic in SJftnbcrn ge* 
brudft finb, too bie fpanifd^e 
©prad^e bor^errfd^t, lüic g. ^. 
SBerle in lateinifier, baSftfd^er 
ober !ataIonif(^t ©prac^e, menn 
biefe in ©J)anien gebijudt ftnb. 
OTeim?lu8lanbe gebrurftcn^Berfe 
au§Iänbifd^r Tutoren f önnen frei 
überfe^t werben nnler ber S3es 
bingung, ba6 ber ^amt beS Shi^ 
tor§ genannt mirb. 

©riefe finb baS Eigentum beS 
Slbreffoten, bie 33eröffentlid^ung 
ift jeboc^ nur htm ©rief fcftrei ber 
geftattet. Aufgenommen ift ber 
gaK, bai h'it i&rlefc Dor ©etid^t 
al§ 35e»eiS bienen foüen. ©riefe 
SSerftorbener bürfen mäl^renb 
80 Sauren Dom- TOeben be§ 
93rieff(^reiber§ nur mit @ene5= 
migung öon beffen Somilie tjcr* 
öffcntlid^t tt)erben. 

Öffentliche Vorträge bürfen nur 
mit Genehmigung beä ^cbncrS 
öcröffentlid^t werben, ^arlomcn* 
tarifÄe SReben f önnen nac^ i^ter 
offiziellen ©eröffentiid^ung bc^ 
liebig nad^gebrucft werben, bo4 
!ann eine ©ammlung ber öJcben 
eines SCutorS nur mit Urlaub* 
niS beS SRebnerS üeranftoltet 
werben. QJeftottet ftnb furjje ©i« 
täte 5um S^tdz ber ^itif, ber 
Slbbruc! einzelner ©tüdCc ju An« 
t^ologien ober fonftigen ju einem 
beftimmten litterarifc^en 3*^«^^ 
bienenben ©ammlungen. Über« 
fe^ungen ober ^luSgüge a\x9 %x'6: 
feeren Kerlen bürfen nur mit 
©enel^migung beS StutorS beS 



flolitmbia. 



61 



OrtginaltDerfeS l^erau^gegeben 
njeroen. ^te Uberfe^ung ober 
ber ^udgu^ tDtrb atö Original- 
werf gefc^üjt, toa^ nid^t berl^ins 
bcrt, ba6 ein anberer ton htm^ 
felben SBcr!c eine anberc Über? 
fe^ung ober einen StuSjug l^er« 
fleUcn fann. Äontt)ilQtionen, 
foiuie 6ommtungen üon ^oKS« 
liebem, Sogen 2c. ftnb gefc^ü^t, 
fofern ble öwlöinmenftenung bie 
Srucftt einer befonberen geiftigen 
9(r6elt ift. 5)le in bcn öffent:^ 
liefen ^Yä)i\)tn unb ^ibltot^efen 
Tul|enbcn 2Ranu|!riJ)te bürfen mit 
^enel^migung ber !ont:|)etenten 
SBctjörbc Deröffentlirf|t h)crben.S)em 
juerft $lnfud)enben mirb biefe 
Genehmigung erteilt, tuobei il^m 
^ugleid^ eine ben g^ttraum t)on 
bret Salären nid^t überfc^reitenbe 
grift beftimmt mirb, innerl^alb 
ujeld^er er bicSRanuffri^Dte ^rauä* 
geben mu^. 5)em Herausgeber 
ber 3Ranuffri))tc tt)irb für fein 
3Bcr! eine in jebem gatte befons 
berS feftjufteßenbc ©(^uffrift \)on 
10—40 Sauren getoä^rt. S)er 
SSerleger anonymer, <)fcubon^mer 
ober j)oft]^umer SSer!e ift jur 
SBa^rung ber Urheberrechte be* 
red^tigt, unbcfd^abet ber SRec^tc 
be0 ^utorii, föenn fid^ biefer bei 
anonymen ober ))feubon4men 
SBerfen f))ätcr nennt. ^$oft§ume 
SBerfe bürfen ober, um gefrfiüjjt 
ju fein, nid^t mit anbern ©er!en 
begfelben ^utord, toelc^e bereite 
Gemeingut geiüorben ftnb, öcr« 
öffentlic^t n^erben. 



S)er SRitarbeiter an einem @ams 
melmerfe l^at nur ^nf^rud^ auf 
baS bebungene Honorar, ^ie 
©c^u^frift an einer unteilbaren, 
t)on mehreren Stutoren gemein? 
fam öerfagten §trbeit toirb t)om 
Xobe be§ am längften Sebenben 
gerechnet. ®le Verleger ober 
Herausgeber \)on Journalen bür:' 
fen bie öon i^nen erworbenen 
einzelnen ^rtüel nur einmal 
teröffentlid^en. Söurnalartifcl 
bürfen Don anbern ^ournolen mit 
Quellenangabe na(|gebrucft mer« 
ben; aufgenommen ftnb ^rtüei, 
bereu 92o^brudf bef onberS oerboten 
ift. ©Jjciialtitcl (bcfonber« Xitel 
ber Soumale) bürfen nid^t Oon 
anbern Unternel^mungen bcnufet 
werben, wenn baburd^ beim ^ub* 
lüum ein Si^ttum über bie Sben« 
titöt beS iBlotteS erj^eugt wirb. 

5)er wortgetreue ^iac^brudE Don 
Gefe^en unb anberen offiziellen 
^!teuftüdfen, loie aud^ bie IBei- 
fügung oon Kommentaren 2C. ift 
geftattet. gn ^rojeffen fmb bie 
ftreitenben Parteien Eigentümer 
ber unter ii^rem Flamen einge« 
reid[)ten unb üon i^nen bejal^lten 
^rojejahen; bie SSeröffentlid^ung 
berfelben ift nur mit (Erlaubnis 
bed GeridftteS geftottet. Stec^tS« 
anwälte bürfen bie oon tl^nen im 
Sluftrage anberer ausgearbeiteten 
©d^riftftürfe nur mitGcne^migung 
ber Partei unb beS Gerid^tQofeS 
oeröffentlid^en. UrteilSfjprüd^e 
bürfen gleid^faÜS nur mit ^u 
laubniS beS Gerid^teS Derbffent« 



/ 



/ 



/ 



/ 



62 



ftolitmita. 



li^t toerben unb ift bod ©erid^t 
befugt biefe ^rkubnid beliebig 
ju befc^rönlen. 

3)tc öffcnüic^e «iiffül^nittg eine« 
bramatifd^en ober muftlatifc^en 
SöcrfeiJ ift nur mit öorl^erlger 
@(enel§ntiguug beS ^utord ge^ 
ftottet. (JiitftQmmt "t^^ SSkcf 
einem llanbe, mo bie fpanifc^ 
©^jrodje t)orl^errf(I)t unb mit mel* 
d)em 91ejiJ)rojität be§ Url^eber* 
red)tSfdöujeS öeveiiibort lüurbe, 
fo ift bie iJffentli^e S(uffü()rung 
nur bonn Verboten, luenn fid) 
ber Slutor \i(\S> 3(uffü§rung§red^t 
oudbrücfüd^ ))orbe^alten l^at. (SS 
ftel^t "ttxi Tutoren frei beliebige 
©ebingungcn für boS 9?ed^t ber 
öffcntlid)en Sluffü^rung auf^u= 
ftetten. 3ur öffentlichen Sluf:= 
fttl^rung öon ^IrrongemeutS 
SronS^jofitionen jc. bebarf e§ ber 
ÖJenel^migung \it^ urf<)rüngli(f|en 
SlutorS. 2ranS))ofttionen inerbeft 
Ol« Überfejjungen bctrad^tet unb 
unterliegt e8 nöllgenfaUä bem 
Urteile ©oc^öerftänbiger, ob bur(i^ 
eine 2:ran8^)orition \At Ürl^bers 
rechte bc§ Driglnal!om<)oniften 
beril^rt finb ober nid^t- 

S)a8 «u^fteüen, «eröielfältigen 
ober SBerfQUjen eine« Porträt« 
ober einer JBüfte ift nur mit ®e* 
nel^migung ber abgebllbeten $er« 
fon, ober menn biefe berftorben 
ift mit (S^enel^migung beren t$a« 
milie erlaubt. %(x% beftnitiüe 
9Je(^t ber fortbauernben 33ert)iels 
fättigung unb bed Sßerfaufed 
eined ^orträti^ fann nur burd^ 



förmlid^en Vertrag ertoorben 
merben. "iSiW bem Verläufe eine« 
^nftmerfeS mirb aud^ \i(i& "^x^ 
bielfältigunggrec^t be^felben ab- 
getreten. Soll bog ©egenteil ber 
fjfall fein, fo mug W^ befonberi^ 
Dercinbart »erben. %\% SBergel^n 
^egen biefeS ®efe( gi(t eS, »enn 
][emanb bog S^erC eine« onbern 
als bog fein ige eintragen lögt, 
ober menn jemanb ein noc^ ge- 
f4üjtc§ ©er! Deröiclfältigt ober 
\>zxi im 9(uSlonbe l^^rgefteHten 
^iacftbrudf im^jortiert. 3m legten 
iJolle ift nid^t nur ber Smportcur 
felbft, f onbern ouc§ berjenigc, ber 
ben Sni^Jort beforgt, ftraf fällig, 
©in SBerge^en gegen biefe« ©efef 
ifl aucQ ber in Columbia Deron- 
ftalteteSfiocftbrudC fJ)onifd^er2Ser!e, 
bie in einem ^(av^ erfd^ienen 
finb, mit meld^em rejiproler @4u^ 
be« geiftigen Eigentum« öcrein* 
bort mürbe, ©trafbar ift oud) 
ber S)rucfcr, ber ftd| eine grögere 
Än^al^l oott ©fem^jlarcn be« SBer* 
led jurüdbel^ält, al« i^m t>er' 
trog^mäfeig geftottet ift. «l« 
ftroferfd^merenb ift onjufc^en, 
menn bie verbotene SSeröiclfäls 
tigung jum gmede ber ©infül^s 
rung in Columbia im ^udlonbe 
tjeranftaltet mürbe ober menn ber 
Xitel ober Xejt beö ^er!c8 gc^ 
änbert, refp. gefälfd^t worben ift. 
S)er S^l^äter mirb mit ©trofe 
belegt in ber ^öl^e bed einfachen 
bi« jur ^5^e be« breifo^en 
©droben«, meieren er Derurfac^t 
l^ot; ougerbem toerben bie miber« 



Ü^uitnibuxi. 



63 



red^tlid^ l^etgeftellten (&}ctmplaxt 
beft^lagnal^mt unb ber Derle^ten 
ißcrfon QuSgefolgt. 3ft ber SBer- 
anftalter bed 92a(!)brucfei^ nid^t 
belannt, fo. DIeibt ber 58crlcöer, 
S)ru(!er unb SBeifänfer öcrant* 
iDortlic^, [oferu bie genannten 
$erfonen nic^t itacgmeifen , bag 
fte on bcm tBcrge^en unroiffent* 
iidft beteiligt finb. SScr »iber* 
rcc^tlic^c 58cröiel{älligungen im* 
|)ortiert, ift in jebein gnffe öcr* 
ijfüd^tet, bie ©femplare, hk er 
bcft^t, bem öcrlc^ten Slutor qu3= 
jufolgen unb iCjm ben 3Scrt ber 
Dcrfauften ^^tmplaxt auä^u^ 
jaulen. 0at ein ^utor bie ^ud)- 
t}änbler bom SSorl^anbenfein eineS 
berbotenett ^ad^hrndt^ feinei^ 
^er!e3 benachrichtigt, unb t)abeu 
^udfyänbki nad) bie[er ^n^etge 
bie Verbotene ^(u^abe besser« 
!eS elngefül^rt, fo njerben fte ju 
einer ©träfe Don 100—500 «ßefo^ 
(400—2000 SKar!) bcrurteilt. 



Sm SJüdfoüe tritt ©efängni«* 
ftrafe t)on ^mei bid fec^d SJ^ona« 
ten l^iniu. SBirb bie S^oftrin, 
S[nfd)auung ober baS ®t)ftem 
eineg anbern auf ^u au^Qtbtf^nit 
Söeife ouSgebeutet, fo fann jener 
anbere infolge 3'öi(!(agc er= 
langen, ba^ M ^enu^ung feiner 
S>oItrin, Stnft^auuni 2C. fein 
SiJame genannt unb i^m hit ßi^re 
juerlannt loerbe, baß er bie 3bee 
^uerft gel;abt ^abe. ©eric^tlid^e 
SJerfoIgung tritt nur auf Stntrag 
be§ ^erlej^ten ein. ^ie@^eri(^te 
f^abtn in gäßen, in iDeld^en ber 
Xftotbeftanb ber ©trafbarfeit 
fd^mcr ju ermitteln ift, @ac§öcrs 
ftänbige ju Dhte ju jicl^en. fjäflc, 
bie int @(efe^e nic^t borgefe^en 
finb unb über loelc^e aud^ frül^ere 
©eric^tSentfc^eibungen nici^t Uor^^ 
liegen, finb nad^ ben in ber fran* 
jöftfc^en ober f^janifc^en Suri*« 
prubenj öor^errfdjenben. ©runb^ 
fö^en ju entfc^eiben. 



tnxtmffnv^. 



£u^'emburg gel)örte htm t^t- 
maligen beutfd^en $unbe an unb 
ift beiS^alb \>(i^ nationale @^efeg 
t)om 25. 3anuar 1817, ipelc^eS 
bad ^evlagSred^t bel^anbelt, burd) 
bie f))äteren SBefd^lüffe be^ beut:^ 
fd^en 33unbe§ öielfoc^ gcönbert 
worben. OTc in einem ber fiän* 
ber be^ el^emaligen beutfegen 
8unbe^ erf(j^icnenen ^erfe fmb 
in Su^emburg gefcgüi^t. ®d ift 



bieg au^gebrüdt im § 62 beS 
beutfd^en ©efe^eS bom 11. 3uni 
1870 (fiegc Söanb I, ©eite 144) 
unb § 38 bed i)fterrei(gifcgen 
potentes t)om 19. DItober 1840 
(fie^e öanb I, ©eite 175), in 
^crbinbung mit ben (lufcm« 
burgifcgen) föniglicgen SBerorb« 
nungcn bom 28. @c^)tember 1832, 
11. ^max 1838, 13. Suli 1838, 
31.. Oftober 1841, 17.«ttguftl845 



64 



Sitjciiidtts- 



iinb 29. VRai 1857. ^ie le^te 
löntgli^e Serorbnung entl^ält 
ben § 181 am bem ^rotoIoOe 
ber 10. @t^un9 ^^^ beutfc^en 
SBunbedDerfammlung Dom 12. 
aj^örj 1857, toobutc^ folgenbe^ 
beftimmt toirb: 

^ie burd^ htn S3unbe§bef(]^(ttg 
t)om 22. ^ril 1841 jitm @4u^ 
bcr inlönbifd^en SScrfoffcr bra= 
mattfd^r iinb tnufttali jc^er ^erfe 
gegen unbefugte ^uffü^ung nnh 
2)arfiettung berfelben im Um- 
fange beS SunbeSgebicteg Dcrcins 
haxttn S3eftimmungen iDerben 
tote folgt erweitert: 

I. S)ic öffcntli^c 5luffü^rung 
eine§ bromatifd^en ober mufüa^ 
lifd^cn SBerfeS im goujen ober 
mit SCbfür^ungen borf nur mit 
erlQubni« be« Slutor«, feiner 
@rben ober fonftigen ditd)i^na(5^ 
folger ftattftnben, folange bad 
Sßerf nid^t burc^ htn S)ru(f Der= 
öffentlidit »orben ift. %a^ ou§* 
fd^liefeenbc ^td^i, biefc Erlaubnis 
ju erteilen, ftel^t bem §tutor 
lebenslänglich unb feinen @rben 
ober fonftigen Slec^tSnod^foIgern 
nod^ jel^n S^l^re nac§ feinem 
Xobe ju. 

II. Stuc^ in Um golle, hai ber 
^utor eines bramatif^en ober 
murttalifc^ctt 2Bcr!eS fein 9Ber! 
burc§ bcn 5)rudf Deröffcntlid^t, 
lann er flc^ unb feinen @rben 
ober fonftigen SRed^tSnac^foIgern 
boS QuSfc^Hegenbe SRed^t, hie (iv^ 
laubniS jur öffentlid^en 5luffü6- 
rung ^u erteilen, burc^ eine mit 



feinem barunter gebrudEten^^amen 
Derfe^ne C^Kftrung Dorbe^alten, 
bie jebem einzelnen (^tmplaxt 
feines SBerfeS auf bem Xitelblatte 
t)orgebru(ft fein muß. — @tn 
folc^er SSorbe^lt bleibt wirffam 
auf fiebcnS^eit be§ «utorS felbft, 
unb iVL gunftcn fetner ferben 
ober fonftigen 9led^tSna4foIger 
nod) ge^n ^a^xt nad^ feinem 
Xobc. 

III. 3)em ^utor ober beffen 
aied^tSnod&foIgem fielet gegen je* 
ben, tt)eld|er beffen ouSfc^liegcn' 
beS ditä^t burc^ öffentliche $luf« 
fül^rung eineS nod| nid^t burd^ 
htn 5)rudE veröffentlichten ober 
mit bcr unter Siff^*^ ^ erttJöi^nten 
©rflärung burc^ ben %xnd 0er* 
öffentlic^ten bramotifd^en ober 
raufifoUfc^en SBerfeS beeinträc^;^ 
tigt Hnf^jruc^ auf ©ntfd^äbigung 

IV. 3)iefe ertoeiterten SBeftim* 
mungen merben t)om 1. Suli 
1857 on in SSirffamfeit gefefet 
werben. 

V. giffer 1, 2 unb 3 beS S3un= 
beSbefd&luffeS öom 22. SH)ril 1841 
finb l^iernac^ aufgel^obcn, njo= 
gegen cS bei Söffet 4 ^inftd^tlid^ 
ber (Sntfd^äbigung fein §6emenben 
be^ölt. 

S)ie sub V ermähnte giff^^ ^ 
beS ^unbeSbefd^luffeS Dom 22. 
«r^jril 1841 loutet: 

IV. S)ie Söeftimmung ber @nts 
fc^öbigung unb ber ^rt, mie bie^ 
felbc geiid^ert unb öcrttJirfUcöt 
n)erben foU, f omte bie Sfeftfe^ung 



Susemburg. 



65 



ber etn^a nod^ nod^ htm Sd^aben« 
erfo^e gu leifienbm ©elbbugen 
bleibt ben ßanbcSgefefecn tjorbc* 
galten; ftetö ift jcDod^ ber gan^e 
betrog ber (Stntio^mc t>on jebcr 
unbefugten Sluffüi^rung ol^nc ^b* 
5ug ber auf biefelben \)txtütnht^ 
len Soften, unb o^ne Unterfd^ieb, 
ob bQ8 ©tüd allein ober in SBcr* 
btnbung mit einem anberu ben 
(ä^egenftonb ber 9[uffül^rung ge:: 
mad^t ^ai, in SBefd^lag ju nehmen. 

^te borftel^enb abgebruclten 
S3unbe^be(4lüf[e be^tel^en ftd^ nur 
auf ba9 ^luffül^rungSred^t bra^^ 
motif(6er unb mupfalifc^erSSerfe; 
betreffs ber litterarifdften SBerfe 
ift ber IBunbeSbefd^lug üom 19. 
3uni 1845 mofegebenb, toelc^cr 
burd^ föniglic^e ^erorbnung Dom 
17. ^uguft 1845 in ßujemburg 
jum ©efege erl^oben tourbe. 
3)tefer SBunbeSbefd^lufe lautet: 

I. Xer burc§ htn 8lrt. II. beS 
93ef4ruffe8 Dom Q.Sf^otoember 1837 
für minbeftenS ^el^n ^af^xt Don 
bem ©rfc^eincn eines Iitterari= 
fd^en ©rgeugniffc« ober SBcrIcS 
ber ^unft on jugeftd^erte 8d^u^ 
gegen ben 9}ad^brud( unb jebe 
an bere unbefugte SBcrt)ielf ältigun g 
auf med^anifd^em ^ege loirb 
fortan inneri^alb beS gangen 
bcutfü^en SunbeSgebieteS für bie 



SebenSbauer ber Ürl^eber foldjer ben ift. 



bon^mer Tutoren r fotoie ))oft:s 
^ume unb fold^ ^erfe, »el^e 
öon moralifd^cn ^erfonen (?ßa* 
bemien, Unitjerfitäten k.) l^er* 
rül^ren, genießen folt^en @d)u^eS 
mä^renb breigig Salären t>on Um 
^aixt i^reS (Srf^etnenS an. 

III. Um biefen ©d^ujj in allen 
beutfdgen SBunbeSftaaten in ^n« 
ft>ru(^ nci^men gu !önnen, genügt 
es, bie JBebingungen unb 5örm* 
lic^feiten erfüllt ju l^aben, welche 
bieferl^alb in bembeutfd^en@taate, 
in toelc^em ha^ OriginaItt)erf er^ 
fd^eint, gcfe^Iid^ öorgefd^rieben 
ftnb. 

IV. S)ie Sßerbinblid[)!eit ju Dotter 
©c^abloSl^aUung ber burcg ^ad^^ 
bxnd K. Sßerlc^ten liegt bem 
^adihxndti unb bemjenigen, 
melc^cr mit S^iac^brud njtffentlid^ 
f^anbel treibt, ob, unb gtt)ar fos 
(ibarifc^, infon^eit nid)t attgemeine 
Stec^tSgrunbfä^e bem entgegen- 
fte^cn. 

V. 5)ie @ntf(^äbigung ^ai in 
bem SSerfaufSpreife einer rid^ter« 
lic^ feftgufe^enben ^njal^I Don 
@jemj)taren beS DriginalwerfeS 
ju beftel^en, ttjelc^e bis auf 1000 
@jem))Iare anfteigen fann unb 
eine nod^ pl^ere fein fott, tvenn 
Don bem JBerlefeien dn nod) gros 
feerer ©c^aben noc^gewiefen mor« 



littevarifc^er (Srjeugniffe unb 
SBerfe ber Äunft unb auf breifeig 
^af^xt nadi bem %obt berfelben 
getoü^rt. 
II. ^er!e anont^mer unb ))feus 



VI. SCufeerbem \inh gegen ben 
Siiad^brudC unb anbere unbefugte 
SSerDielfältigung auf mec^anifcftem 
SBege auf Den Antrag beS ^er= 
(e^ten in atten SBunbeSftaaten, 



«StreiBler, bad dttä^t für VLt^tbtx ic, n. 



66 



2>{ew§ssB. 



tDO bic Sanbfdgffc^geSuitg nic^ 
no(^ J^bfftxt Strafen Dorfc^ibt, 
Oklbbugen bid au 1000 Bulben 
ju iTer^ngen. 

VII. 3)ic über bcrgleic^it »er= 
ge§ett erfennenben fKtc^er l^aben 
nad) näherer ^ftimmung ber 
Sanbe^efe^ in benjenigen^üen, 
too i^rent Srmejfen gufolge ber 
Sefunb t>on @a(^t)erftSnbtgen ein- 
jul^olen ift, bei Utterarifd^n f5cr= 
fen ha^ ®uto(^ten t)on @d)rtft' 
fteEern, (3dt^xttn unb $u(^ 
^änblem, bei ntuftfalifc^en unb 
^nftmerfen baS t)on ^ünftferii, 
Äunptjcrftänbigen unb "SHufit^ 
unb ^nft^önblem ein^u^olen. 

2für Suyeniburg finb bic in V 
unb VI feftgcflelltcn @trofbeftim= 
ntungen no(S ju ergangen burc^ ben 
Code penal Dom 18. 3uni 1879, 

§ 191 , ber eine ®cfangni«ftrafc 
t)on einen bis \tdß SWonaten fcft* 
fe^t für Sl^ergc^en, teelc^c burd^ 
eine falfd^e, rcfp. unberccfitigte 
STutorncnnung an Kerlen ber 
Sitteratur unb ^unft begangen 
werben. ®en SSerföufer ober 
SBerbrciter folt^er SBer!e trifft 
bie gleiche ©träfe. @S befielt 
jebod^ bie (Streitfrage, ob nlc^t 
ber frül^r in ©eltung gcwefenc 
f ran jöfifc^e Code penal öon 1810, 
§§ 425-429, in ©otften beS Ur= 
Icberrec^teS noc^ anjumenben ift. 
3)ie ©trafbeftimmungcn biefer 
$aragraj)]^en fie^c In biefcm ^anbc 
(Seite 32, 2. ©pattc. 
®ie nad& ^rt. III be§ S3unbe§= 
befd^Iuffeg öom 19. 3uni 1845 



i^u erf uOenben grormalttateu fmb 
für Suj^emburg bnrd^ § 6 beS 
@efe^ Dom 25. Januar 1817 
feftgefteHt. 3)ie Formalitäten finb 
folgenbc: 

3)o« ®er! muft in einet ^ru* 
(feret beS fiönigreic^ (!Rieber= 
lanbe) ^rgeftettt fein; ber SSer- 
leger ober tt>entgften9 ein ^it^ 
berleoer mu^ im Sanbe n^o^nen. 
^Ski 3lamt unb SBoj^nort biefeS 
3SerIegerÄ, foroie bie 3«it ^^r 
Veröffentlichung be9 tBerfeg mug 
om Xitelblatte ober menn ein 
foId^S fc^tt, an einer onberen, 
[etd)t ft^tbaren eteOe beS SBerfeS 
angegeben fein. 3)er SSerfegcr 
]^t gugleid) mit ber fiu^gabe beS 
?BerfeS ober no<ft öor bcrfelbcn 
bret S^mplare ber kommunal:: 
DerhKiItung feinet SBo^norteS 
jtt überfenben. @ineS biefer ©yem« 
J)Iare mu^ om X^itcl, ober ttjcnn 
ein foI(^er fe^lt, auf ber erften 
Seite beS S5crfe8, bic eigenl^än* 
bige Unterf(^rift M Verleger^ 
unb ha^ Saturn ber 5)eJ)onierung 
tragen, foloie eine beigefügte, Don 
einem in ben ^Rieberlanbcn toof)n^ 
l^aften 3)ru(fer unterzeichnete ©r* 
Härung, ha\i ha^ ^rl t)on i^m 
gcbrucft morben ift. $5)ie ^om^ 
munabermaltung ^at bem Vcr= 
leger über bie regelred^t erfolgte 
5lbgabe eine S8efc§cinigung an§s 
jiufteHen unb bie abgegebenen 
ÖfcmJ)Iare bem ^llntfterium beS 
Snncm gu übermitteln. 

gmifc^cn fiufemburg unb htn 
übrigen Säubern beS cl^cmaligen 



aßejrilo. 



67 



beutfc^en S3uttbe8 befielet oljo 
tcji^rolct ©d^u^ bc^ Url^cber* 
red^ted; augerbent l^at Su^enibitrg 
am 16. ^egember 1865 eine 
Sittcrarlonöcntton mit ^vanfrcid^ 



obgcfd^Ioffcn. S)iefe Äonbention 
tft ober burd^ bcu öeitritt Su* 
jemburgS 511 r Scrncr ^onöciis 
tion foft gan5 gegenftanbSloS ge- 
worben. 



lUiexiH^. 



^Qd me;i{ani[(I)e bürgerltci^e (S^e- 
fe^bu(^ bon 1871 bei^onbelt im 
CTften öu(^, Xitel VIII §§ 1245 
bid 1387 bQ9 Urheberrecht an 
SBcrIen bcr Sitterotur unb Äunft. 
5S)ie ©egenftänbe bed Url^eber:: 
rechtes »erben al^ bnrd^l Arbeit 
l^rt)orgebro(^te ^r^eugniffe be« 
trad^tet, unb flnb q($ fold^e bem 
gemeinen Slecftte unterworfen, 
toa^, einige fpejieße gäHe abge- 
fel^n, immermöl^renben @(i^u^ 
beS Url^eberrec^ted bebingt. ^a3 
®efe( beftimmt folgenbed: 

Unter ^eobad^tung beS ®efe^eS 
über bie $reffe ^aben bie ^t^ 
tool^ner ber me^ifonifd^en fRe- 
publi! bad QUdfd^Iieglid^e 9le^t, 
il^re äBerle burd^ btn ^ud^bruci 
obet burd^ ein beliebige^ anbered 
äj^erfal^ren 3tt t)ert)ielföttigen. 
S)iefeS Siecht erflredt ftc^ aud) 
auf münblt^^ Vorträge jeber ^rt. 
3)ic in ^JoKtiftftenSJcrfammlungen 
gel^altenen fRtbtn barf jeber nad)- 
bttt(fen,bo(^ eine^ammelaudgabe 
ber Sieben herauszugeben ift nur 
mit (Erlaubnis beS SRebnerd ge^ 
ftattet. aJ2Qnuih:{t)te bürfen nur 
mit (S^enel^migung bed ^utor§ 
))eröffentlt(^t meroen, unb ^ur 



SSeröffentlid^ung t)on ©riefen ht- 
barf e§ ber (^enel^migung ber 
beiben forreftjonbierenoen $er* 
fönen ober beren ©rben, au^ge« 
nommen ben ^aU, menn bie Sßtx^ 
öffentlid^ung %\tx ^erteibigung 
eines 9?ec^teS, im 3«tcreffe be« 
®emeintt)o§(eS ober ber ^Biffen^ 
fc^aft geboten erfd^cint. 
^aS litterarifc^e G^igentum fann 
mie jebeS anbere Eigentum ©egen= 
ftanb eines beliebigen Sied^tSge^ 
fc^äfteS fein; ber $(utor fann 
barüber wä^renb ber 3^it feines 
iSebenS t}erfügen, unb nac^ feinem 
Xobe gel^t eS noc^ ben gefe^üd^en 
SSorfdftriften auf feine ßvben über. 
3)er ®rbe ober Erwerber poftl^umer 
^erfe l^at bie gleichen [Hechte mie 
ber Slutor. 3ft ber Shitor eineS 
j)oft]^umen 3Ber!eS befannt, fo ift 
ber Verleger, menn biefer nid^t 
@rbe ober birelter ©rtoerber beS 
SSerfeS ift, iu feinem litterarifd^n 
Eigentum breifeig 3öl)re gefd^ügt. 
^non))me unb )){eubonQme äBerfe 
ftnb ebenfo gefd^ügt toie hit ^erte 
genannter ^Tutoren, borauSgefcgt, 
ba6 ber 5lutor ober beffen @rben 
baS i^nen ^uftel^enbe (SigentumS:: 
red^t an bem SSerfe betoeifen. 

5* 



68 



aRe^ifo. 



?Habcmien ober anbcrc toiffcns 
fd^aftlit^c ober llttcrarifc^c äör:= 
))erfd^Qften genießen für bie l)on 
il^ncn öcröffctttll^tctt fBcrIc eine 
fünfunbjtt)anjiajä|riQe©d^utfrift. 
3)er Herausgeber eineS au8 SBei« 
trägen mehrerer beftel^enben SBer* 
feg gilt afö Urheber be« ®efanit= 
merfeS, hit toeitere 8Seröffent= 
üd^ung ber einzelnen öetträgeftel^t 
jebod^ nur ben Tutoren berfelbcu 
ju. 3n j)ontif(^cn Rettungen 
öeröffentlic^te ^rtifel burfen mit 
ClueßenangaBe nad^gebrucft wer- 
ben. SCuSgenontmen ^ierbon ftnb 
Slrtifel tt)iffcnf(^aftli(6en, littero* 
rifd^en ober fünftleriftften 3n- 
l^altS, einerlei ob biefe Criginal* 
werfe ober Überfe^ungeit finb. 

2>er Urheber eine« ÄerfeS l^at 
qu^ baS audfc^Iieglid^e Sflec^t ber 
Überfejung beSfclben. 3)er ilntox 
mu^ ffc^ aber baä Überfefung^s 
red^t für beftimmte ober für alle 
6prati^en befonberS Dorbel^alten. 
ge^It ein fold^er SBorbel^alt, ober 
fat ber Slutor fein Überfe^ungS* 
red^t einem anberu übertragen, fo 
wirb eine erfcbienene Überfe^ung 
wie ein Origtnolwerf gefc^ü^t. 
92i(^timSanbe tool^nl^ofte Autoren 
geniefeen nur einen 5e5niä^rigen 
@c^uj be§ Überfe^ungSred^teS. 
2>em SBerleger eincS SBerfeS fte^t 
nur bann ba^ Überfe^ungdredjt 
3U, wenn er ed bur^ ^ertrog 
erworben l^at. 

^nmerfungen, Kommentare }c. 
t)ürfen mit bem ^erle, ^u bem 
fie gel^iiren, ol^ne ©enel^migung 



bed^lutor« nid^t jufammen \>tt^ 
öffentlic^t werben. @6enfo mug 
iur ^rfteHung etne9 $lbrtffed 
ober ^iidjugeS ber Vutot bed 
Ortginalwerfed feine (Srmfid^tis 
gung erteilen. 5)ie Siegicrung 
fann aber bie |)erauSgabe eines 
^uS^ugeS bewilligen, wenn fid^ 
biefer alS ein für ha^ öffentlid^c 
Sntereffe berbicnftboHeS ©er! er« 
weift; eS ftnb jebod^ \>ov^x bte 
beiben Parteien (ber $lutor beS 
DriginalwerfeS unb ber Sfutor 
beS ^uSjugeS), Welche aud§ ie 
einen @a(^t>erftänbigen ju wollen 
^aben, über htn ^ert unb bie 
92otwenbigfeit beS ^[uSjugeS ju 
Demel^men. ^trb hit HerauS:= 
gäbe bed ^uS^ngeS tion ber dit^ 
gierung geftattct, fo l^at ber Ur« 
|eber beS Originalwerf eS ^nred^t 
auf eine (Sntfd^äbigung in ber 
^'6tit oon 15 bis 30 ^ro^ent beS 
^etnerträgniffeS, weI(^eS auS bem 
93erlage beS ^uSjugeS erhielt 
wirb. 

3)er Verleger eineS Gemeingut 
geworbenen ^erfeS wirb wä^renb 
ber 3ett ber Sßeröffentlic^ung bcS 
SerfeS unb nod^ ein ga^r bar^: 
über gegen ^ai^hrnd gefd^ü^t. 
Sebod^ bebtngt biefer ®d)u^ nid^t 
baS SSerbot eineS augerbalb beS 
SanbeS l^ergefteHten 92ad^bru(ieS. 
©er ein SRanuffri^t, beffen redgt- 
mäßiger öefifer er ift, gum erften 
Ttait t)eröffent(i(^t, l^at wä^renb 
ber 3eit feines SebenS baS Siedet 
ber l^erauSgabe beSfelben. ©e- 
fe^e unb anbere 6(^rtftftüde ber 



avtefito. 



69 



9?cglcrtti!fl unb Okrldfi^tni^ä^ei- 
bungcn bütfcn tiad^ bei* offiziellen 
SSeröffentlic^UTtg loortgetrcu be- 
liebig nad^gebrucft toerben. ^ie 
^eraui^obe einer Sammlung ber 
ßanbcSgcfcte ober ber (Scfc^e 
einci^ @injc(ftQote§ ber mejifa- 
nifd^cn SJepublif Ift nur mit ®e= 
nei^migung ber ^Regierung ge» 
ftattet. 

3« jcucn gaffen, in benen bie 
<5d^u Jfrift beS litterartfd^en ©igen* 
tumS befc^ränÜ ift, beginnt bie 
f$rift mit htm ^atum, an bem 
boÄ SBerf erfci^eint. 3ft biefe« 
Saturn nid^t Be!annt, fo toirb 
ber bem JJoI^tc bcä @rfd^cineni^ 
folgenbe 1. 3<inuar atö 93eginn 
ber ©(öu^frift ongenommen. 

3)ic Urheber bramatifc^er 893er!e 
geniegen au^er htm litterarifd^en 
^igentume tt^äl^renb ber S^ii 
if^xt^ Sebend baiS au^ft^Iieglid^e 
SRec^t ber öffentlichen Sluffü^rung, 
tt)el(|e§ uac^ ii§vem %oht no$ 
breifeig 3<il^re ju gunflen ber 
erben geft^ü^t ift 3)ag ^[uf* 
fü^rungSrec^t !ann t>om Url^cber 
ober beffen IRed^tSnaii^folger unter 
beliebigen ^ebingungen über- 
tragen »erben, ^ie (S^Iäubiger 
eine« X^eotemnternel^merg fön* 
nen ben bem Stutor bramatifc^er 
^er!e gufommenben Xeil ber 
(Sinnal^me ni^t mit ^efci^Iag be^ 
legen. Srmirbt ein X^eater- 
bircftor baS ^(uffül^rungSrecftt an 
einem nodj ungebntdEten ^erte, 
fo barf er o^ne (Sriaubnid be$ 
Tutors ben 3n^a(t beS ^anw^ 



ffriJJteS feiner bem Sweater frem« 
ben ^crfon mitteilen. 893irb ein 
Stile! nid^t xnv Vertragsmäßig 
bebungcnen geit aufgcfül^rt, fo 
fann eS ber ^utor jurüc!jjie^en. 
3ft bie 3eit ber Sluffül^rung 
nid^t beftimmt, fo fann ber Autor 
ha^ ^erf jurücf^ie^en, toenu e§ 
ein gal^r nad^ ber Ännal^me nod^ 
nid^t aufgcfül^rt »orben ift. S)er 
^tttor fann ein ©tücf audft ju* 
rüdjicl^en, n)enn eS fünf ^a^xt 
lang nid^t toxtbtx aufgeführt 
mürbe. 3tt äffen htn aufgc* 
zählten f^öffen, in benen bem 
Autor geftottet ift bom SSertroge 
betreff« ber öffcntlid^en 5luffü§:= 
mng eine« SSerfeS ^urüdjutreten, 
ift er nlc^t öer^)flid^tet, hit be« 
reitS erl^altcncn Summen jurüdE 
5U jal^len. 

S)er SSerlcger eineS ^joftl^umen 
bramatif c^en SBerf ed geniegt ^man^' 
j(ig Saläre lang htn ®d)u{^ be§ 
Slufful^rungSre^te». ^er SSer- 
leger eineS anonymen ober ^jfeu^ 
bontjmen SSerfcS genießt einen 
brcißigjäl^rigen ©<^u^ beS Wuf= 
fü^rungdred^ted , unbefd^abet ber 
Siedete beS mirfli(ften Wutor« ober 
beffen 9led^tSna(^f olger, fobalb 
ftcft biefc nennen. 3ft ein Z^ta- 
terftüdE bon mei^reren Slutoren 
gcmeinfam Verfaßt, fo ift, menn 

bertraggmäßig «i^*^ anbcreS bc* 
ftimmt ift, jeber ber 5lutoren be* 
red^tigt, bie Erlaubnis jur '6\^ 
fentlid^en ^uffüi^rung ju erteilen, 
^ie @rben ober fonfttge iRed^tS- 
na^folger eine« 9lutord ^aben 



70 



ihciff. 



bad gif id|e 9lt(bt, loenn a6er ein 
%utot ntf^rere Arbeit ober fon= 
fHge 9{e41dnad)foIger ^inlerlä^, 
fo gelten btefe ^ufammen nur für 
eine Stimme unb i^UNir für bie 
Stimme be^ Ur^berS, beffen 
^tdfU fte Befi^en. Stir^ einer 
ber Tutoren eines Stüifed o^ne 
(Irben ober fonftige ^teä^törnd^ 
folger ^u ^interlaffen , fo fSüt 
ba^ (Eigentum an bem Stücfe ben 
übrigen ^Mitarbeitern ju; ber 
bem Mrftorbenen Ur^ber ju« 
fommenbe Xeil ber ^inna^me . 
toirb jeboc^ ^urSubtKntionierung ' 
ber X^ater oertoenbet. %a^ ' 
9itd)i ber ^roffentlic^ung eineS ; 
bramatifc^n Serfed bebingt nic^t ; 
ba^ mtdit ber öffentüc^n 9(uf^ 
fü^rung. 

2für ben Uberfeter cined bra= 
mattfc^n SBerfeS ftnb hit gleichen 
)Beftimmungen maggebenb »ie 
für ben «utor. 2)ie griftcn für 
ha9 Aufführungsrecht beginnen 
ftetS mit ber erften dffeutltd^n 
9[uffü§rung. Aue ^eftimmungen 
in betreff be« Siechte« ber «er* 
öffentUt^ung litterarifc^r 93erfe 
finben aud^ auf ha^ Auffü^tungS« 
red^t bramtttifc^er SBerfe tni^pvt- 
c^enbe $(ntt)enbung. 

5S)a9 audfc^liegUd^e SRed^t ber 
S^erDielffiUigung t)on to))OQra:: 
t)^if(i^n unb geogro^l^ifc^n xax- 
ten, ard^iteftonifc^en, miffenft^ft- 
litten 2C. gcid^nungcn unb Ab* 
bi(bungen ttnb allen fonftigen 
SBerfen ber jeicftncnben, malenben 
unb ))Iaftif4en ^unft, t)on laQi:: [ 



grop^ifi^ 9rbeüea uuh mufU 
talif^en fiom|>o^tionen fte^t nur 
bem Ur^r biefer frseagniffe 
iu. 

S)ie Seftimmungen über bie 
Aufführung bramatif^er 93erfe 
ftnb au4 auf bie öffentlich Auf- 
fä^rung muftfalifcber Stompc^i- 
tionen oniuioenben. ^r Ur- 
^ber eines SMuritftücfeS, ju 
ttielc^ ein Xe^ gebort, nurb 
aud^ als Ur^ber beS Se^rteS be^ 
trautet. ^S tlr^berrec^t on 
einer mufifolifd^n fiompofition 
fc^Uegt auc^ baS EMt S^t AuS:^ 
arbeitung Don Arrangements in 

^er €noerb eineS ßunftmerteS 
bebingt nic^t btn (Srtuerb beS 
9Sert)ieIffiItigungSrec^teS an bem- 
felben. Auf äSefteüung auSge^ 
führte ^unftmerfe barf ber Miift« 
ler ni4t mittels beSfelben ^uft:: 
Derfa^renS txroielföltigen. %om 
Seftt^er eineS äRobeOeS berS!uI)>« 
tur wirb angenommen, ha% er 
au4 baS auSfc^Iieglic^ ^erDiel« 
fältigungSred^t beft^t 

AIS S3er(e|una beS Ur^eber:^ 
red^teS mirb nic^t angefe^n: 

3itate ober !ur^ (flnfctK^hungen 
aus einem fd^on beri^ffenttic^ten 
äBerfe, mit OueHenangabe er« 
folgter Abbrud ober AuSjug auS 
^tovLtn, S^itungen, fie^rita 2C.; 
5um Unterrid^tSgebrauc^e, ^um 
3n)ede ber ^ritit ober einem 
anbem litterarifc^en S^iotdt oer* 
anftalteteAbbrucf einjetnerStüde 
oerfc^iebener Autoren; bie ^ris^ 



aKesifo. 



71 



batauffül^rung mufttalifd^eräBerfe 
ober eine öffentlidle ^uffü^rung, 
^vi toeld^c fein G^intritt^Sgelb er« 
pöbelt tDtvb; bie ^(uffül^tung 
bramotifc^er ober muftfalifc^er 
SBerYe, toenn baS ^rtrögnid ju 
einem mo^Itlgätiaeii S^^^^^ ^^ 
fttmmt ift; bie x^eröffentlid^uug 
bed XefteS einer ntufüaltfc^en 
^om))ortt{on, tt)enn \\^ ber ^utor 
bad litterarifd^e Eigentum an 
bem ,^e;te nid^t Oorbel^alten l^at; 
bie Überfetung eineg ft^on Der* 
öffentltc^ten SSerfeö in @t)rad)en, 
für meldte fi(^ ber, ^utor bed 
Originals bai^ ÜberfeßungS» 
red^t ni(6t t)orbel^Qlten l^at; bie 
SSert)ieIföIligung X)f>n SBerlen ber 
©tulptur, xotnn ^mifc^en ber ^er» 
üielfäüigung unb bem Original 
eine fold^e Serfc^iebenl^eit befielet, 
ha\^ erftere nad^ bem ©utad^ten 
Oad^erftSnbiaer als neues ^erf 
angefel^en toerben tann; bie ^er» 
t>ie(fä(tiguug )>(afttf(]^er ^er!e, 
nxl^e fid^ auf öffentüc^en $(ä^en 
befinben; bie SScröielfältigung 
)?on Werfen ber ^eid^nenben unb 
malenben 5Eunft burc^ bie $IaftiI, 
ober bie ^ert)ielföltigung t)on 
plaftifd^n SS^erfen bur($ bie ^eic^« 
ttenbe ober malenbe ^unft; bie in 
toefentlid^en fünften oerfd^iebene 
SJcrtoielfältigung eineS terfauftcn 
"Sfloh^Vit^,) W SBerDielföItigung 
or4ileftonifd}er 28er!e, toclt^e fic§ 
an öffentlid^en äJ^onumenten ober 
an ber ^ugenfeite ber $rit)a^ 
l^äufer befinben; bie S[^ertt)enbung 
fünftlerlfd^er SSerfe alS aKobcUe 



für ^rgeugniffe ber äJ^anufuItur 
ober beS Sen^erbeS. 
^e unberechtigt l^ergefteflten 
(Sjcem^Iare eines Wertes bec 
fiitteratur ober ^unft unterliegen 
berS3efdC)Iagno]^me. ^ie befc^Iag^^ 
nal^mten QS^em^Iare merben bem 
t)er(e|ten Url^eber auSgefolgt unb 
ber tSfiitx mug nod^ augerbem 
ben bereits abgefej^len ^eil ber 
Auflage sum $rei(e ber DriginaU 
auSgaoe bem oerlej^ten Ur^ber 
be^al^ten. SBenn ber Uv^ber 
bie befc^Iagnal^mten @;em^fare 
nid^t annehmen miff, fo mng ber 
^^&ter bie giefamte unberechtigte 
$luSgabe 5um $reife ber £)rigi= 
naiauSgabe ht^fi^tn. @S n^irb 
l^ierbei ber DoÜe ^arft))reiS be^ 
red^net, aud^ menn für bie £)xu 
ginalauSgabe ein billigerer ^xxh- 
ffri<)tionS<)reiS beftel^en foHte. 3ft 
bie ^ö^e ber Auflage ber unbe« 
red^tigten ^eroielfältigung nid^t 
5U ermitteln, fo unterliegen bie 
oorgefunbenen ©jemplare ber 53cs 
(c^Iagna^me unb mug ber ^^äter 
augerbem noc^ \>tn $retS Don 
taufenb (Sfem{)Iaren be^ai^Ien, fo- 
fern ber oerlejte Url^bcr nic^ 
nac^meift, einen noc^ l^öl^eren 
(Schaben erlitten ju l^aben. ^ie 
^ur ^erfteHung ber unberechtigten 
^4^eTt)ieIfäItigung bienenben %{o.U 
ten, Katern 2C. merben befc^tag- 
nal^mt yxxCo bemid&tct. ®lcfe 
2Ra6regeIn gelten aud^ für MXi' 
berechtigte i8ert)ielfältigungen, 
meldte augerl^albberme^tanif^en 
d^epublif l^ergefteUt werben. 



72 ffle 

'3>k mi8 (intr unfetKc^tiattn 
9 u|f Urning cined bramalifc^n 
obn mufi(ali[(Eten »erteS «jielle 
iBcullociniiQ^me niitb für bcn 
berichten Qi^ber beF>^lagna^mt. 
®ef(^^ bic unbeict^tig'te ^u|< 
f&^iuiig mtl anbeten €tu(ttn i|u< 
(amnien, fo ^t ttt Mrleßte Ur^ 
f^ebti nui auf einen entfpre^ens 
ben Xeil bet 8rutiDeinna|me 
«nteiftt. Der Uc^etier ift it-- 
lei^tiflt, eine unberei^ligte au|= 
fu^vung [eineä ffierteä ju -jeber 
3eit gu untcibict^en unb fSt ben 
beieits flufgcffl^rlen S^eil eine 
Sntfi^flbiguiig ju beunf^iruc^eti. 
®te an ©Anufpieltr, ©ängev nnb 
ffllupf« Bevlcillen SejlBöi^et, 
Partituren, SMen unb Stimmen 
meiben be|(^Iagua^mt. ^c Urs 
^ber fonn augti ber !6rutli>ein= 
no^me für bie ui' ' ' "■ *= 
fü^ruug nof^ ein j 

6eanf|)ru(5en. 3 t 

Sjerantmortuno i 
tung tragt ber U) t 

aber bie in t t 

fle^nben ©ifiaul^ , ,._c 

IC. 9}ut ber üetlefle Urheber 
refp. beffeii 9)e<^tenaii|f olger ifl 
jur SluSütinng bei au8 bie fem 
©efebe entlfiringenben Steinte be= 
tet^lifll. Sür *roieffe, bie 5ier= 
aus euifte^en, ifi baS om äBo^U' 
orte beB SJerlegien äuflönbifle ®e= 
riditlompeleiit.Sii otle ti irocifcl^af^ 
lengatlen tial berffi^ter bnä®ut= 
ü(5leR©a(ScetftönbigeTeinäu^ol«ii. 

3e ein Sjemplat eineä jeben 
berbffentllt^len ^u^i mu& bei 



bcr 9IaliDnaIbtbIiDt§tI unb bei 

ben ülfentUi^cnai^iwn betoniert 
Ipcrben. IBanmufiralift^n Herten 
mug je ein @feni))lai beim na= 
tioiialenSonlemalDrium ber 3Nu< 
fit unb bei beu Bffentlittjen Är= 
(^iuen hinterlegt roerbtn. Sti 
ber ©t^ule ber (dibnen fiünfte 
muffen beponiert n)*rben jwei 
ß^emplare tjon be raffe iit lichten 
Stilen, Sit^ograp^itn k. unb 
eine genaue S^i^nung, i'lan ;c. 
unb Sefcfirelbung bon ntf^Üellix 
nift^eit SBerftn unb SBetfen ber 
mnlenben unb plaftift^en fiunft. 
anpitgme Ur&eber muffen mit 
ben Sjäpic^tejemptaren gugleitfi ein 
berft^l offenes Soubert abgeben, 
roelt^eä i^ren tarnen enltiSlt. 
^n ber SiationalbibliDl^t, im 
Sonferualorium, famie aii<6 in 
bet ©ifiule ber fi^önen ffiünfle 
roitb ein SRegifter geführt, niorin 
bie beponierten SBerfe eingetragen 
wer ben. SuSjüge auS biefen 
Megiftcrn gellen alä Seiueis beS 
Ur|eberie(^teä, fo lange nit^t baS 
©egenleit bciitiefen nrfrb. ®ie 
ISinlragnirgen werben moiiatlit^ 
amllid) betannt . gemalt. 3ebe 
neue üuSgübe. Überfe^ung ober 
Seroielfälligung oerpf(i(fitet jur 
roieberliDlIen abgäbe ber S^em: 
plore. SBirb bie «hgabc ber 
^Pflicfitejemplare unledaffen, fo 
wirb ber ®i^ulbige ju einet 
@elbflrafe bon 25 Siafter (100 
aRorf)benirleilt,unbmeibtau6er= 
bem no(^ jur Abgabe ber Sfem^ 
plare berpflii^tet. 



SResifo. 



73 



3)cr Scrtegcr ctneS SBerfcS barf 
ba^felbe in beliebiger Auflage 
^crftellen, fofern im SScrlagSDer* 
trag bie |»öl^e ber Auflage „ttid^t 
beftimmt ift. Sebcr Slutor, Übers 
fefcr iiiib Verleger muß am 
Umfc^Iüg be§ 16u($cd, ber muft« 
lalifd^en ^om))o|ttion, unter einem 
6tid)e, am gufec ober an fonft 
einer leidet H^tbaren ©teile eineS 
^mftioerfeS feinen 92omen, 3)0« 
tum ber SSeröffentlic^ung , ^rt 
ber SScrbielfältigung ober fonft 
nod^ für nbtig era($tete 16ena^» 
rid^tigungen angeben, mibrigen« 
faOd er gegen SRe^tSDerle^ungen, 
tozlä^ eine t^olge ber Sernad^« 
löffigung bieferf^ormolitätenfinb, 
ni(^t gerid^tlid^ t)orge]^n fann. 
SBenn fid^ mel^rere SRiturl^cber 
in ber ^u^übung il^rec SHed^te 
niti^t einigen fönnen, fo ent» 
fc^eibet bie a)lajoritöt, unb tft^ 
bieS nid^t möglid^, fo l^at ber 
9f^id^ter 5U urteilen, 
^ie 9{ation befi^t bog Urheber:: 
red^t an aQen in ben ^(rd^ioen 
unb bei htn tibminiftrationen 
ber ^injelftaaten unb S^alifornien 
Tu^nben ^anuflripte, unb mug 
bedl^alb 5U beren SSeröffentlid^ung 
bie @^ene]^mtgung ber 9{egierung 
eingel^ott »erben. SRanuffritote 
ober ^nftmerle, meiere im ^e« 
ft^e Don ^fabemien, äJi^ufeen ober 
an beren öffentlic^n ^nftalten 
ftnb, bürfcn aud^ nur mit ®es 
nel^mtgung ber betreffenben ^i- 
reftion Deröffentlid^t ref^. Der« 
bielfältigt merben. @benfo ift 



^ur ^Veröffentlichung ober ^tt=^ 
t)telfältigung eined SBerleS bie 
©enel^mtgung ber 97egierung ei« 
ned @ingelftaate§ einjul^olen, 
menn biefer Eigentümer bed äBer« 
fe8 ift. 

^ie t>on ber 9^egierung l^rauS« 
gegebenen SQSerle finb se|n Saläre 
\)on i^rer ^eröÄ^entlic^ung an 
pefd^ü^t. ^ie ^Regierung lann 
jieboc^ bief e Sd^u^f rift nac^ eigenem 
^rmeffen Derlöngern ober aud^ 
befd^ränfen. 

Sba^ 9}e4t am (itterarifc^en unb 
fünftlerifc^en Eigentum t)erj[ä§rt 
jej^n Saläre nac^ ^rfc^einen beS 
feer!e8, bo8Huffül§rung8re*tt)«r» 
iäl^rt uier Sa^re nac^ ber erften 
lluffü^rung. ^ie Vervielfältigung 
eined nü^Iid^en SBerled lann bon • 
berdlegierung angeorbnet n^erben, 
tDtnn ber Url^eber ober beffen 
Sie^tdnad^folger bie Verttielfölti« 
gung unterlögt; bo^ mirb ber 
Urheber bafür entfc^äbigt. 

^iefe^ ®efe( ift o^ne 9{üdft(^t 
auf bie ^Rationalität bed $er« 
fafferS auf alle im (S^ebiete ber 
mejrif anif^en 9%e))ubUl erfc^inen« 
ben ^erfe anmenbbar, fotoie aud^ 
auf alle im ^udlanbe erf^einen« 
ben SSerle, beren SBerf affer im 
Snianbe mol^nen unb bie in bie« 
fem ®efe^e Dorgefc^riebenen ?$or« 
malitäten erfüQen. 

3)er überfe^er eines in frem* 
ber ©prad^c gefd^riebenenen SBer« 
!ed geniegt bie 9%ed^te eines 
Urheber«. 3m gfaHe ber SRegi« 
))ro5ität toerben auSlänbifc^e^luto- 



74 



fttonaci). 



i'ene6fnfogef(^u|ttDieinIönbif4e. > 3n 6ejug auf ba9 litierarifc^e 
^r ^tDtfc^n SKejrifo unb 3rtanl= | unb Iünft(enfd^ (Eigentum $&= 
reid^ gefc^Ioffene grreunbfd^ftd-, ! nicgen bie Sürger ber beiben 
^anbetös unb ©c^iffa^rtSDertrag Dertragfc^IiegenbenSönber gegen- 
Dom 27. 9{obentber 1887 (in fettig bie Steckte ber meiftbegün- 
Sranlreid^ ))romuIgiert burd^ De- ' fügten Station. 
!rct t>om 23. ^\>xH 1888) cnt- 1 Skitere «ertrage, ben Ur^ebcr^ 
]^tt im § 21 $Cbfa( 7 folgenbe ' tec^tdf^u^ betreffenb, l^at SRe^ifo 
^ftimmnng: ; ntc^t abgefc^Ioffen. 



1IS0nar0. 



^(lerl^öc^fle «erorbnung 
über ben <S(i^u( Don Kerlen 
ber fiitteratur unb ^unft 
Dom 27. Februar 1889. Unter 
„9»crfe ber Sitlcratur unb fiunft" 
Dcrftel^t man: $ü(^er, S3rof4üren 
ober anbere ©d^riftwcrfe, bra* 
matifc^ ober bramattfc^smuft' 
lalifij^e SBcrfe, mufifalifc^e ^om- 
))ofttionen mit ober ol^ne Xe^, 
äBerle ber geic^nenben, ma- 
(enben ober ^laftifc^en ßunft, 
(Bildet, fiitl^ogra))]^ten, $]^otogra= 
))l^ien,9l6bilbungen, geogra))^if4e 
harten r $Iäne, ©{ijjen, ber @eo= 
gra)>^ie, 2:o))ograt>^te, 9(r(^iteltur 
ober fonft einer ^iffenfc^aft bie= 
nenbe ))(aftif(l^e2)arftellung, über:: 
^ou^Jt jebeS littcrarifc^e, n)iffen= 
fc^aftHc^ ober !ünftlerif4e (Sr- 
geugnid, melc^d bur(j^ ^rud ober 
fonft ein SerDielfäitigung^Der« 
fahren Deröjfentlid^t merben lann. 

^er Ur^bcr eincS SBerIcS ber 
fiitteratur unb ßunft ^at M^^ 
renb ber Seit fcIneS Sebenä, unb 
nad^ feinem Xobe ^aben fünfzig 



3a^re (ang beffen SRec^tdnad)^ 
folger ba$ audf^Iiejslic^e dit^i 
ber SSerDielfältigung ober öffent- 
(i(^u ^uffü^rung be« ^erfe^. 
^er SSorbe^alt bed ^uffü^rungd^ 
rec^ted mug bei muftfalifc^n 
SBcrfen, menn biefe Deröffentlid^t 
ftnb, am ^ite( ober an ber @pi^e 
bed ^erfeg bemerlt fein, »ei 
mufttalifc^en Werfen, ^vl n^elci^n 
ein Seft gehört, tann ber ^om^ 
))onift über feine @d)ö))fuuq um 
abhängig Dom ^i^ter Derfügen, 
ebenfo toit ber S)i(^ter l>tn £e^t 
beliebig Derwerten !ann. SDie 
beiben 9(utoren bürfen aber mit 
feinem neuen 9Ritarbetter unter« 
^anbeln, um jur ^om)}ofttion 
einen anbern 2^e;t ober jum 
^e^te eine aubere ^om^ofttion 
l^erfteKen ju (äffen. Überfe^ungen 
n)erben toit Originalmerfe ge« 
fc^ü^t. »et einem Don mehreren 
l^ergefteKten ^erfe, bei n)e(d)em 
bie Don ben einzelnen SRitar« 
beitern gelieferten 2^et(e nic^t 
' unterfd)ieben merben tonnen, rid)« 



SKotuico. 



75 



iet fic^ bie @(^u^frtft nad) beut 
Jobebc« ju(e|t ftcrbcnbcnttutor^. 
*oft|umc Sßcrfe finb fünfzig 
3fl|re naä^ i^xtm ©rfc^cincn ge^ 
f^ii^t, jebod^ bürfett ft^ ^^c^t 
mit «Serien bcSfclbcn SSerfaffcr«, 
iüef(l)e bereit« ©emeingut gctüors 
bert ftnb, jufommen toeröffent(i(^t 
ttjcrben. 

®er SScrIcgcr anonymen ober 
))feubon^mer ^erle toirb oI« Ur» 
^ber gef(^ü|t, unbefd^abet ber 
JRed^te, ouf bie ber loal^re Slutor 
«nfljrudj l^ot, fobolb er fid^ 
melbct. 3)a§ Ur^bcrred)t fanu 
@egenftanb eine« beliebigen 
9ie$t8gefd^äfte8 fein, unDeröffent« 
(id^te $3erle bürfen aber nic^t 
gej^fänbet toerben. 

Ul^ ^rfe^ung bed Urheber« 
rec^ted mitb nid^t betrachtet: ^er 
mit OueUenangabe beronftattete 
^bbrud ober bie Überfe^nng 
einzelner Ärtifcl nu8 8«iiwwflcn 
ober fonftigen ))ertobif(^en ^r« 
fd^inungen, loenu ber ^bbntd 
\>om 9lutor ober S3er(eger nid^t 
f{)cjiett \>etboitn ift; für J)olis 
tifc^e Erörterungen ober Xoge^^ 
neuigfeiten ift t'm foId^iS ^Berbot 
nnkoirlfam. @)eftQttet finb oud^ 
Sammlungen gum 3^^^^ ^^^ 
Unterrid^t§ ober fonft einem Iit= 
terarifd^en Stotät. gu bürgere 
lid^en ober religiöfen gf^ierlid^« 
leiten, ^ur @)rati«auffä^rung im 
freien, fowic ju Aufführungen, 
beren drträgnii^ einem iool^It^ä« 
tigen Stoetfe beftimmt ift, bürfen 
muftfollfd^e ^ompofttionen ol^ne 



©enel^migung bed Url^bcrS be* 
nüft »erben. 

Um ben @d^ug biefeS ©efe^g 
in ^nf^rud^ nehmen p fönnen, 
mug ber ^utor efne9 Serfe« 
ober beffen iRcd^tSnac^foIger beim 
©elretariat ber 0leglcrung eine 
^rÜärung einreid^en, n)orüber er 
eine ha^ ^atum ber ^inreic^ung 
Iragenbe ^fd^einigung em))fängt. 
^iefe @rf (ärung mug entölten : 
1. 3)en 2:itel beS litterarlfc^en 
3BerIe8, ober wenn eS ein Äunft* 
totxl ift, eine eingel^enbe 95e= 
fd^reibung beSf elben ; 2. ben ^a^ 
men be§' ^utorS unb beS SBer* 
(egerd ober hm 9^amen be$ (en- 
teren allein, n?enn e§ ftc^ um ein 
anonyme« ober '))feubon^med^er{ 
^anbelt; 3. i^re 9lationa(itöt; 
4. Ort unb ^atum ber erften 
S8cri)ffentli(^ung; 5. wenn ber 
^utor tot ift, bie Seit feine« 
?lbleben«. Sßor ©rfuHung biefer 
Formalität, loeldfter innerfalb be« 
ber ^eröffentlid^ung fotgenben 
Saures bei Strafe be« SSerfatt« 
be« Ur^eberred^ted nac^getommen 
n^erben mug, !önnen feinerlei 
gerid^tlid^ Schritte loegen ^er« 
lejung beS Ur|eberre(§tcg unter* 
nommen werben. S)er 3)rucfcr 
ift augerbem nod^ für SrfüQung 
ber il^m nad^ § 267 beS ©traf- 
gefe^bud^e« auferlegten $er))fnd^' 
tungcn haftbar, tiefem $aras 
graj)l^en jufolge muß ber 3)rucfer 
uor beginn be« ^rudEe« eine 
(SrHörung einreid^en, worin er 
anzeigt, ba^ er ben ^rud be« 



76 



SHebcrloiibe. 



fkd^ beabfi^ttgt, unb bor ber 
9u$gabe bed SBcrfed mug er 
ituei (l^femplare be^felben beim 
©efretariat hinterlegen. %uf Un^ 
terlaffung einer jebenbiefec beiben 
93ert)f(i4tungen tft eine ©träfe 
Don 500 gfranld unb im lieber« 
^olungdfaae Don 1000 gfranid 
gefett. 

m^ SSerle^ung beS Ur^r^: 
tec^ted gilt au$ bie ^röffent« 
lid^ung Don 9(bQ))tattonen, ^r- 
rangementd, fofern biefe ni(^t 
ben (S^ratter eine9 Originoi- 
merfed an ftd^ tragen ; ferner bie 
auf einem SBerfe ber äitteratur 
ober ^unft angebrad^te fä(fc^Ii(^e 
9}ennung bed ^utord ober bie 
92ad^a]§mung beffen a){ono^ 
grammd. SDie iSenügung muft« 
falif^er fiompofilionen ^u me« 
4anif(^en SJi^ufitioerlen ift ge^ 
ftattet. 

^ergel^en gegen biefeg Qk\t1^, 
fomie auc^ bie ^(udftellung, ber 
aSerlauf, 3m<)ort ober (5j<)ort mi- 
berrec^tlic^r $erk)ie(fältigungen 
)oirb mit Strafe Don 100 bii 
2000 granfg gcal^nbet. SDic 
9?ad^brudf$ejrem))Iare, foiDie bie 



^n bereu ^rfteHung bienenben 
platten ober fonftigen Sorric^- 
tungen werben fon^^jiert. ^ie 
unbered^tigte tCuffül^rung eineS 
bramatif($n, mufifalifd^en ober 
bramatifc^-muftfolifc^n SSer!ed 
wirb mit 6trafe Don 50 bid 500 
(^ranld belegt unb augerbem »irb 
bie (Sinnabme fonft^jiert. tBenn 
eine ^onftdfation Derfügt wirb, 
fo mirb bad Ergebnis berfelben 
bem 9(utor ober beffen SRed^td^ 
na^folger audgefolgt, unbefi^bet 
ber weiteren $(nf))rüd^e auf 8d^a« 
benerfa|. ©eric^tlic^ SSerfolgung 
tritt nur auf $(ntrag be§ Der« 
testen 91utor8 ober be^en SRec^t^ 
nac^folger ein. 

Seber 9utor tann, totnn fein 
Urjebcrretftt Derlcfet würbe, 8^- 
DilKage auf ©d^abenerfa^ er^ben. 
S)a9 (S^eri^t !ann Dom ^(äger 
Q^rlag einer Kaution forbern. 3ft 
ber ^löger ein 9(u9ianber, fo 
mug er ftetd l^aution erlegen, 
unb einen Ort im £anbe wählen, 
wol^iu i^m bie $ro^ega!ten xtä^i^ 
gültig gugeftent werben fönnen. 

SRonaco ift ber S3emer ßouDen^ 
tion beigetreten. 



TSiittftvleintft, 



^ad Htterarifd^e (Eigentum ift 
burc^ bad @)efet Dom 28. Suni 
1881 geregelt. ®icfei8 ©efcj be* 
fc^öftigt ftc^ jeboc^ nur mit 
©(^riftwerlen, wö^renb Uri^eber 
t>on ßunftwerfen ju bem iiemlic^ 



iIIufortf(!^en @)efet Dom 25. 3a^ 
nuar 1817 3uf(uc^t nel^men 
muffen. )6emerrt fei nod^, lai ba9 
(entere (^efe^ ^tlb^auern gar 
{einen ©cbu^ gewährt, ^ad (de« 
fe^Don 1881 beftimmt folgenbed: 



92ieberlanbe. 



77 



^a$ 9?e4t buxtS) ben ^rud 
@cl^rifttücrfc,6tid5c, geogroJ)5ifc6e 
harten, muftlaUfd^e ^ompofU 
tionctt^ X^CQtcrftüdfc tinb Sieben 
)u üeröffentlici^enfUnb bramatifd^^ 
tnufiYalifd^e SGBerle ober Sweater« 
ftürfc öffetttli^ ouffül^rcn ju 
laffen, fielet au^fd^lieglid^ bem 
Uil^eber ober beffen SRed&tSnod^s 
folgern ju. SCI§ öffentli^c ?Cnf= 
fti^rung gilt e§, menn bcr Zu- 
tritt boju burd} 3al§(unQ eine^ 
©IttlrittSgcIbeS erlangt merben 
fann. SllS Urheber gellen: ^er- 
fönen, beren inbibibucller 2)()älig? 
feit ble ©cgenftänbe be§ Url^eber» 
rcd^ted entfprungen finb; öerou^* 
geber, meldte ba^ ^rfd^einen eine(^ 
burd^ bie TOtorbeiterfc^aft ntel^- 
rcret enlftanbenen SBerfcS Der* 
anlaffen; S^ereine, ©efeUfd^aften 
ober fonftigeÄorJ)oratlonen, tocnn 
fte üU ^eraufoeber bon Werfen 
l^ättg finb; Überfeger in bejug 
auf t^re uberfe^ung. 

®cfefe, SScrorbnungen, über« 
f)a\ipt QUe $ub(tfattonen ber ö^^ 
fenttic^en S3e^örben foHen nic^t 
unter htn ©ci^u^ beS Url^cber* 
rechte«. 3fuSna^nt8fö(Ie l^ierDon 
itierben burc^ !*önigli4e ,0erorb« 
ttung beftimmt. S)aS Überfe^= 
ungSredJt muft fid^ ber Urheber 
bei bereits beröffentlid^ten SSerfen 
unb 9tthtn auf Xitel ober Um* 
fc^Iag ber Originalausgabe öor* 
bcl^allcn. 5>icfer SSorbc^alt mug 
aucft bie ©prad^cn nennen, für 
metd^e er. .gütig fein foll, unb 
mug bie Überlegung itinerl^Ib 



brel 3öT^ren nad^ SSeröffenllid^ung 
beS OriginalmerleS erfd^ienen 
fein. 3ft ein SBer! in mel^reren 
(Bpxadjm jugleid) crfd)ienen, fo 
mirb eine Ausgabe otö Origina(= 
auSgobc angefcjöcn, mäl^rcnb bie 
übrigen aU Überfegungen be* 
trad^tet toerben. 5)er Url^eber 
fann am Sitel ober Umfd^Iag bie 
Originalausgabe bejeic^nen, fe^lt 
jeboc^ biefe Sejeid^nung, fo mirb 
bie in ber 9Kutterfj)rac^e beS Ur* 
^eberS berfafete ^uSgobc alS Ort« 
ginal betrad^tet. 

gitate, fur^e §luSjüge jum 
gn^ecfe ber Äritif, Tinb geftattet. 
Sournalartifel bürfen mit OucI= 
lenangabe nac^gebrudEt merben, 
wtnn an ber @pi^e beS $lrtifelS 
fein S'iad^brudfberbot ftel^t. SBe* 
riS^te übet öffentlich gel^altene 
Sfleben bürfen gebrad^t trerben. 
®aS Ur^eberrcd^t ift alS beweg« 
lic^eS Eigentum angefej^en, fann 
gon^ ober teiln^eife übertragen 
ober bererbt merben, jebocft ift 
eS feiner ^fänbung untcrtoorfen. 

^aS Url^eberred^t loirb nur bann 
anerfonnt, toenn ber 3lutor, 33ers 
leger ober S)rudfer beS SBerfeS 
^ttjci @5emJ)lare beSfelben an baS 
Suftijminifterium fenbet. S)er 
Äbfenber mufe auf htm %\ttl 
ober Umfd^lag feine eigen^änbige 
Unterfc^rift anbringen, fomie §ln* 
gäbe beS ^ol^norteS unb 3cit ber 
Seröffentlid&ung; biefe ?tnmels 
bung mug beim ^ufti^mintfterium 
innerl^alb beS Monats, in meld^em 
baS ^erf erfc^eint, gemad^t mer- 



78 



Stiebcrlanbe. 



bcn. %ie ©eitbung mu^ ferner 
t)on einer @r!Iörung ht^ ^rudferd 
begleitet fein, »elcfte beftötigt, 
baB bo§ SBerf in feiner inner* 
l^afb be§ ^önigreic^d gelegenen 
3)rndferei gebrudt „öJorbcn ift. 
3)Qg betreff« beg ÜberfefungS* 
rechtes fd^on früher ®efogte ift 
a\id) nod^ ju berü^fid^ttgen. ^q3 
Suftijminiftcrium fteHt über ben 
Empfang eine ^efc^einigung au3 
unb nimmt hit Eintragung ber 
ouSgefolgten )öef(^cinigungen in 
ein befonbereg SRegifter öor. ^c^ 
bermann ^at ha^ 9%ed^t, ha^ 
Stegifter gratis einjufe^cn unb 
^uSiügc ober Slbfd^riften auf 
feine Soften on^itfertigen. 3)er 
Nederlandsche Staatscourant 
bringt monatlidj eineSiftc ber cin= 
gereid^ten SBerfc unb Überfe^s 
ungen. 9'Jad^ 3)rurf(egung bra= 
matifc^smufifalifc^er ober brama= 
tifd^er SSerfe toerliert ber Url^eber 
baS Qu8f(^lie6lid^e Sluffü^rung§-- 
rcdftt biefer 3Berfe, toenn er fid) 
biefcS 9?ed^t nid^t auf bem a:itel 
ober am Umfd^Ioge auSbrüdüc^ 
i3orbel§aIten l^at. 
®aS Url&eberred^t an ben burd^ 
^rudC toeröffentlid^ten SBerfen ift 
fünfjlg Solare nad^ ber crften 
SluSgabe, öom ®atum ber S3e5 
fcfteinigung über bie erfolgte 5(bs 
gäbe ber $f(ic|tejemplare an ges 
rcd^net, gefd^ü|t. Sebt ber Slutor 
nod^ nat^ Slblauf biefer fjrift, fo 
bleibt baS SSerf bi« on fein 
SebenSenbe gcfd^ü^t. ®ur^ S)rurf 
nod^ nic^t beröffentUc^tc 9Ber!e, 



Sieben unb SJorträge ftnb toä^- 
renb ber Scbengjeit beö S(utor§ 
unb breifeig 3a|re nad^ beffen 
Xob gefd^ü^t. %a9 KuffügrungS* 
red^t bramatifd^er SSerfe, »enu 
biefe nod^ nicftt burd^ ®rud »er* 
öffentlid&t pnb, ift hi^ breifein 
Saläre nad^ htm Sobe beS ^utor^ 
gefi^üft. ®urd6 ®rudE toeriJffcnt* 
li^te bramatifd^e ^erfe ftnb gel^n 
Saläre lang nad^ bem Saturn 
ber ©efd^intgung über bie W)- 
gäbe ber $f(id)te;emp(are gegen 
öffentliche $(uffü|rung gef^ü^t. 
^ad Überfe^unggred^t an nm^ 
nid^t öeröffcntliditcn SSerfcn unb 
Vorträgen ift ebenfo lange gefc^ü^t 
wie ba« Ur^ebcrrcii^t on biefen 
SScrfcn. Ein fünf^igjäl^riger 
@d^u^ gegen Überfe^ung, t>om 
Saturn ber S3efd^einigung über 
bie Abgabe ber $f(ic^tejemj)lare 
an gerechnet, ift ben burc^ 3)tud 
öerijffentnc^ten SBcr!en geroäl^rt. 
gür SSerfe, weld^e in mef)rcrcn 
teilen ober fjrortfcfunaen tx- 
fd^cinen, mirb bie S^utf^ift für 
jeben Xeil befonberS beredftnet. 
Sluf SBerlefeung be§ Url^eber* 
redete« ftnb folgen bc ©trafen ge= 
feft: SSiberrec^tfid^c SSeröffent* 
lid^ung eine« SBcrfeS toirb mit- 
50 @ent« big 2000 (Bulben be* 
ftraft, ber SBcrfdufer cineS un* 
rec^tmöfeig Veröffentlichten ^erfeS 
ioirb, menn er Kenntnis bat)on 
^alte, ba6 bie SJeröffentlid^nng 
eine unred^tmäfeige toax, mit 
©träfe t)on öO ^entS bis 600 
Bulben belegt. %fit ^jcmplaxt 



Slicaragua. 



79 



bc§ untec^tmäSI^ ocröffentUditcri 
SBerfeS, fowic bte gu bcren ^cr* 
ftcttung Mcncnbcn platten, SRa* 
Irijen jc. werben fonftg^iert, unb 
Qu|cr bcr ©träfe ftel^t htm ber- 
ichten Url^cber bcr Siöilrcd^lSmeg 
gur Äloge auf ©^abcncrfaf offen. 
@trQft)crfol9ung wegen übcrtrc« 
tung beS Ur§cbcrred)tcS erfolgt 
nur ouf STutrog be^ SScrlettcn; 
biefcr fann audj bie bcfcllag- 
na^ntten S^mplarc, platten k. 
ausgefolgt berlangen, bod^ mug 
bcr Antrag l^ierju tnnerl^alb ac^t 
Xagcn nad^ t^öKung bed UrlcKS 
gcftcüt werben, unb wirb bcr 
$8crt ber fonfid^ierten ^aä^m 
bei bcr ©d^abcuerfa^flagc in Sin« 
rcdftnun^ gcbrad^t. SSerbcn t)om 
^(ägcrbic bcfc^Iagnal^mtcn @£cms 
plarc, platten 2C. nid)t öerlangt, 
fo erfolgt Unbraud^barmad^ung 
bcrfclbcn. ®fencn unrccbtmäSig 
l^ergcftcHtc @jcmJ)(orc ^ritjat* 
^crfonen jum eigenen ©cbraud^e, 
fo bürfen fic nic^t lonfiS^iert 
iDcrbcn. ©teilt fic^ na^ erfolgter 
^cfd^Iagnal^me bie Unfd^ulb beS 



^tngellagten l^crauS, fo ftcl^t 
bte(cm ein ©d^obenerfajanfprud^ 
an htn Kläger gu. 
S)ie 53eftinimungcn beS ©efe^eS 
crftredfen fid) auf aUc innerl^alb 
ber Si^ieberlanbe unb 9?icberlfins 
bifd^=3nWcn mtttelft bcr treffe 
öcröffentlid^ten SBcrfc, unb ouf 
bie tnnerl^alb bcdfcfben ©ebicte^ 
gehaltenen ^then, wenn bie Ur« 
|ebcr bcr SScr!e inncrl^alb bcr 
9?iebcrlanbc ober ißicbcrlänbifc^- 
3nbien il§rcn SBo^nfi^ l^bcn. 
^ie in iRicbcrIänbif(i6=3nbicn 
mittclft bcr treffe berbffentlidftlcn 
Sßerfe finb in einem @jem<)larc 
bcl^ufS Eintragung M ber Sufti^* 
Derwaltun^ einj^urcic^cn. ^ort 
finb aßc jene tJormalitätcn ju 
erfüllen, weld^e biefeS ©efeg für 
bie in bcn S^iebcrlanbcn bcröffcnt* 
lichten SBcr!e beut Swfüjininiftcs 
rium tjorfd^rcibt. S)lc ©intra* 
gungen ber in Sfiicbcrlänbifc^s 
Snbien erfolgten ^ublifationcn 
werben im offi^icllctt niebcriäns 
bifci^cn Soumalc unb in bcr 
3at)a=8citung bcrbffentlid^t. 



Biraragua* 



92icaragua l^at fein @(efc|i jum 
©d^uftc beS Url^bcrred^tcS unb 
§at nud^ nod^ feine Sitterarfon* 
üention abgefd^loffen. 9{icaragua 
l^at aber bai^ ^rojelt beS 3iulfd)cn 



ncl^mtgt. flud^ Dcrl^inbcrt ber 
3)?angel einer einl^cimifc^en Urs 
lieben cd^t3s®cfcfegcbung nid^t bcn 
3lbfd^lu6 öon Sittcranonöentio* 
ncn, wie ber S^ertrag jwifd^cn 



ben fünf [Wct)ubli!cn bon 9Rittcl= i Stanfreic^ unh ©albabor {ficl^c 
amerifa gefd^Ioffcncn SScrtrageS i §ran!rcidö, ©citc 36 bicfcS 
(ficl^c ©oftarica, ©eitc 14) gc« i SanbcÄ) beweift. 



80 



92otbamcrtta. 



(Qereiniete (Staaten). 



®aS Url^cBcrrec^t, cigentlid^SScrs 
logSrct^t (Copyright), tft in ben 
$arQßrQt)§en 4948 6t8 4971 ber 
rcöibicrtcu ©tatuten (Revised 
statates) ber bereinigten Staaten 
entl^alten. 

®aS SJcrlogSre^t fielet auS* 
fd^licjlic^ ben ^Bürgern berSScr* 
einigten Staaten Don ^oxhamt- 
Vita, ober ^erfoncn, ttjelc^c bo* 
felbft il^ven bleibenben STufent^alt 
l^aben, ju. Unter SSerlaggrcc^t 
ift gu t)erfte]^en, bad alleinige 
SRec^t, ein 3Ber! ju brurfen, öer« 
legen, uollenben, ausführen, \>tx^ 
laufen sc, ober menn ed ein 
bramatif^cS SSerf ift, bagfelbe 
öffentlid^ aufjufül^ren; turj, bai^ 
^erlogSrec^tift baS aOeinige^J^ed^t, 
ein ^erf ber ßitteratur ober 
^unft auf irgenb eine ^eife gu 
benu^en ober ju Dermerten. 

©egenftönbe be^ ^erlag^red^ted 
ftnb Sudler, Sonb^ unb ©ec= 
larten, bramatifd^e ober ntufüa« 
Iif*;e SSevfe, ©ti«e unb Sl6bil:= 
bungen oHer ^rt, $]^otogra))^ien, 
©ernölbe, Sci^äftnungen, (£§romo8, 
Statuen unb ^itb^auerarbeiten, 
Lobelie ober (Sntmürfe, n^eldbe 
ald ^erfe ber bilbenben ^nfte 
audgefül^rt merben foffen. 

^ie S)auer bed Verlagsrechtes 
ift ad^tunb^toanjig Saläre Dorn 
9Datunt ber gefe^mägigen (Sin« 
tragung bed betreffenden äßerleS 



ab atxtdintt 92ad) Ablauf biefer 
grri^ ftel^t eS beut seitn^eiligen 
^ep^er beS S^erlagSre^teS frei, 
baSfelbc für einen weiteren 3cit= 
raunt Don t>kx^t^n Salären ju 
erneuern. 

S)ie Formalitäten ^ur @ilangu ng 
beS äSerlagSred^teS ftnb folgenbe: 

a) Vor ber Veröffentlid^ung mug 
ein gebrudteS (Sjemplar beS 
%M^ bcS Vudfte« ober fonftigen 
gu fcf)ü^enben ^egenftanbeS ooer 
eine Söefc^reibung beS betreffen:^ 
ben SBilbeS ober WlobtU^, ber 
Scid^nung, Stotue ic. int öureau 
bed Vibliot^etarS beS ^ongreffeS 
(Office of the Librarian of 
Congress) nicbergelegt »erben; 

b) jcbcS S3ud^ niu6 ouf bcm 
Xitel ober auf ber unmittelbar 
fotgenben Seite (SRüdffcite bcS 
XitelblatteS), unb jcbeS anbcre 
^erl (j. 83. harten, SKurifaücn, 
Stid^e, ^l^oto^rap^ten, Statuen, 
SBilb^auerarbeiten) an einer fid^t^ 
baren Stelle folgenbe 3nfd^rift 
in englifc^er S^rad^e tragen: 
n Entered accordiDg to the Act 
of Congress, in the year — , 
by A. B., in the office of the 
Librarian of Congress at Was- 
hington." (®emä| ßongregbe- 
fc^lug, im Vureau beS »iblio^ 
t^efarS beS ^ongreffeS ^u ^ad^ 
l^ington, topn A. JB. im ^a^xt — 
eingetragen) ober nad^ Veliebeit : 



fftoxhomtxita. 



81 



^Copyrigth, 18— , by A. B.- 
(SSetlogärcc^t crtoorbcn, 18^ öon 
A. B.). Slnbcrc SBcnbuitflcn, 
tütnn aud^ ö^nlid^en <&inned, ftnb 
niä^t juläfftg; aud5 ift eS toer= 
Boten, bicfc Slnfc^rift auf ©egcn* 
flänben anzubringen, für »eld^e 
t^atfäd^ltd^ fein ^evlog^re^t er« 
njorben ift. 

c) Snnerl^alb ^el^n S^age nad^ 
bcr S^röffentlic^ung muffen jmei 
(&IPtmp\axt be9betre^enben$u(^e$ 
ober fonftigen (^egenftanbeS, ober 
eine $]§otograpl^'ie bed ^ilbeS, 
ber 3ct(|nung, ber @tatue ober 
eined fonftigen ju f(^ü|enben 
(Srjengniffed ber bllbenbenSünfte 
beim ^Ibliot^efor beS ÄongrcffeS 
nicbergelegt »erben. S)ic ©ebül^r 
für bie Eintragung beträgt 50 
@entd. ^ur$ 9^i(^terfüaung 
bicfer 83orfc^riften benoirft man 
fein SSerlag^rct^t. 

Übertretungen in Setreff beS 
^erlagSrec^ted merbeu in folgen« 
ber aSeifc bcftraft: S)aS Druden, 
(Sinfül^ren ober Verlegen t>m 
^ad^hxn^n, ober ber Verlauf 
t>on ^em^Iaren, bon tDtld)tn 
man nieig, bag fte ^ßa^bnufe 
ftnb, toirb burd^ SSerwirlung ber 
fraglid^n d^tmplaxt unb burd^ 
^ejal^tung eined oom ©erid^tdl^of 
ju beftimmenben @d^abenerfaged 
beftraft. 9^ad^brudt, 9lac^a^muRg, 
gänjlid^e ober teilmeife Senu^ung 

Sef4ü^ter harten, äJ^uftfatien, 
5^otograJ)§ien,S3i(ber,@tatuenJC., 
mit ber ^(bfic^t, ba^ ®efe( gu 
umgel^n, i§at gur grolge bie $er« 



toirfung ber platten 2C. unb eine 
@(elbftrafe t)on 1 Dollar für jeben 
t)orgefunbenen Sogen ber nad^« 
gebrudEten harten tc, ober \>on 
10 3)oaarS für iebe« Efemplar 
bt^ SBtIbeg ber ©totue 2C. 3)ic 
unbered^tigte öffentliche Sluffü!^« 
rung eineS gefd^ü^ten brama« 
tifd^en SBcrfeä ift mit ©c^aben« 
erfal big au 100 ^ollarg für 
bie crfte unb 50 S)olIar8 für jcbe 
folgenbe SorfteQung gu fül^nen. 
SBcr ein !WanuffriJ)t unbefugter« 
meife Deröffentlid^t, mug bem 
SBerfaffer ben i^m baburd^ guge« 
fügten ©d^aben erfe^en. 

a)ie Serjäl^rungSfrift für Stn* 
ffagcn au8 biefem ©efe^c beträgt 
gmei 3ciT^t:e. 

Serträge ober ^blommen mit 
fremben Säubern blc SBerfc ber 
öitteratur unb ^nft betreffenb 
ejlftieren nit^t. Sill nun ein 
bcutfd^er 5lutor (refp. ein Autor 
Europas) fein Url^eberred^t in 
ben bereinigten (Staaten n)a]^ren, 
fo bieten fidg i^m folgenbe ^ege 
bar: Entkoeber er lägt fein ^er! 
bei einem Serleger erfd^eincn, 
toelc^er aud^ in ben Sereinigten 
(Staaten ein groeiggef^äft beß^t, 
n^eld^ed bort bie gur ^a^rung 
beS SerlagSred^tS nötigen Ein« 
tragungen bemitft, ober er nennt 
auf bem Stitel be8 ^erle« eine 
^erfon al8 SWitarbeiter, toüd)t 
in btn Sereinigten ^iaaUn baS 
Sürgerred^t ]§at, ober bort an« 
fäffig ift. 3)iefe ^rfon ift bann 
in ber £age, burd^ Erfüllung ber 



€tret|(er, baS Kcd^t fttr Vix^tUx tc, u. 



6 



82 



9tottiHQtn. 



Formalitäten boS ^erlag^red^t 
be^SBerfe^ inVlmevüa ^u f(|u^en. 
9[u4 fann man ben Vertrieb beS 
SBerfed einem ^uc^l^änbler in 
Ämorifa geben, bcr am 2:itels 



blatte a(d 3)Ut))er(eger genannt 
roirb unb atö folc^er bie grorma- 
Ittöten iur ^a^rung bed 92e(^t^ 
fd^u^ed beforgt. 



lt0rUi«0«n. 



S)ic Utl^eberre(6tSs@Jefetgebnng 
beftel^t gegenwärtig an^ folgenben 
®ef c^en : 

®efeg bom 8. Suni 1876 über 
ben Sied^ti^fd^u^ beS fogenannten 
(itlerartfd)en (Sigentum^; 

®efet Dom 12. 5Wal 1877 über 
ben @d^u| be§ lunftlerifc^en 
Eigentums; 

®cfet bom 12. 5Wai 1877 über 
ben ®c^u( ber $^otogra|)^ien; 

©efc^ t)om 20. 3unl 1882 be« 
treffenb bie Eintragung ber S)rndfs 
f^riften unb Slbgabe berfelben an 
bie UniDerfttöt^bibHotl^ef. 

3m nad^ftel^enben ^uffa^e finb 
biefe toier ©efefe jufammen ge? 
faßt. 

S)ieS8cröieIfärtigungöon©(firift* 
merlen jcber Art, geogropl^ifd^en, 
toJ)ogro^l§lfd^en, ted^nif^en, na= 
lurgefd^ic^tUd^eu ober anberen 
harten unb §lbbilbungcn ftel^t 
nur bem Url^eber berfelben gu. 
®iei» med^t ((fliegt anä) bai ^uf^ 
fül^rungSred^t bramatifd^er, mu« 
filalif^er unb bramatifd^smufifa= 
iifc^er ^crfc in ftd^. 3)er Urs 
lieber eineS SBerfcS ber Äunft 
befi^t aud^ boS auSf^neBIic^e 
^edji \>on biefem föerfe (Sinket- 



!o))ien (Oaub!o))ien) l^er^ufteüen, 
fon^ie aud^ c^ burc^ @tid§, Sit^o- 

grapl^ie, $^otograpl^ie ober einem 
eliebigcn anberen SBerfol^ren ju 
t)ert)ielfä(ttgen. 

^er Herausgeber eined auS ^ei« 
trägen mel^rerer beftel^enben 3Ber« 
M n)irb aU Urheber beS ©e^ 
famttoer!e0 betrachtet, unbef^abet 
ber 99ed^te, mel^e bie einseinen 
SDiitarbeiter an il^ren ^Beiträgen 
l^aben. 3)cr Oberfe^cr etneS 
Perfed mirb in S3e5ug auf feine 
Überfe^ung ali^Uvi^eber betrad^tet, 
fofern burdft bie Öberfe^ung bicfeS 
^efe| nid^t berieft tourbe. 2)ie 
Übcrfe^ung in einen S)iale!t gilt 
ald äert)te(fältigung, }U n^el^er 
bie Erlaubnis beS Ur^eberd beS 
OriginalmerfeS ein^ul^olen ifl. 
3n biefer iBegiel^ung gelten nor« 
^cgifc^lf f(^n)ebif(^ unb bänifd^ 
als ^ialelte einer unb berfelben 
©prad^e. ÄIS verbotene SScrbicI« 
fältigung gi(t auc^: a) bie Über- 
fejjung eineS nod^ unt)erbffent= 
listen SBerfeS; b) menn ein 
^erf in einer toten Sprad^e 
öeröffentlic^t »urbe, bie Über* 
fe^ung unb SSeröffentlid^ung beS» 
felben in einer lebenben ©pr odl^; 



Sftoxtot^tn, 



83 



c) tociin ein SBcrf in mel^rerctt 
^praä^tn Jjtglcid^ veröffentlicht 
tourbe, blc Übcrfe^uug nnb Sßcr* 
i)ffentli(^i!ng in eine biefer ^pxa^ 
^en. 

S)er SBerfertiger einer ^^oto^ 
c^xap^it l^at bog audfd^Ueglic^e 
9?e(^t ber S3err)ielfä(tigung unb 
bcS S^etlaufeS bcrfelfiien, wenn 
er auf jebcm (SfeniJ)Iorc bog 
SBort „emberettiget* (auSfd^lic65 
Hc^ed Stecht), ha^ Sa^r ber etften 
%ü^dbt unb feinen 9hmen an- 
bringt; ift bie $]^otogra))]^ie bte 
9leJ)robu!tion etncS ÄunfttoerfeS, 
fo mug aud^ ber Url^eber bed 
£)riginaltt)er!e§ auf ber ^^oto* 
gra))^te genonnt fein. 

2)0« Ur§eberre(!^t fann bei Sebs 
feiten beliebig übertragen ober 
teftamentarifd^ toermac^t n)erben. 
Stirbt ber Url^eber ol§ne ein 
Sieftament ju l^interlaffen, fo gcl^t 
boi^ Url^eberred^t ol^ne 92üdfi(^t 
auf bie gefel^Iid^e Erbfolge auf 
ben @^egatteu über unb fobann 
erft fommen bie gefe^li^en SSe« 
fttntmungen über bie (Erbfolge 
}ur Geltung. ®ie @rben !önnen 
über ha^ Ur^eberred^t ebenfo frei 
verfügen mie ber ^utor. 

®a8 Url^cberred^t an 28er!en 
ber Sitleratur unb ^unft, fotoie 
ba^^uf f ü^rungSred^t bramatifc^er 
unb mufteaüf^er ^er!e ift n)ä^« 
renb ber ükbenSgett bed ^utorS 
unb fünfzig ^a^t nad^ beffen 
S:ob gefd^ü^t. (Sin SBerf, tt)eld^ed 
burc^ bie SJ^itarbeiterfci^aft ntel^= 
rerer entftanben ift, n)obei aber 



ber t)on einem itbtn 9Rttarbeiter 
gelieferte Xeil nid^t erlennbar ift, 
loirb bi« fünfzig ga^re nad^ bem 
S^obe be« am längften lebenben 
Mitarbeiter« gefd^ü^t. S)ie öon 
Snftituten, wiffenfti^afilid^en &t' 
feUfd^aften l§crau«gcgebenen 3Ber« 
!e, fotoie anonyme unb ))feubo= 
n^me SQSerfe finb nad^ i^reu: 
@rfi|>einen fünfzig ^a^xt lang 
gefc^ü^t. ^enn ftd^ ber ^lutor 
anonymer ober j)feubon)^er 
S3erfe innerl^alb biefc« S^iU 
räume« burd^ Eintragung feine« 
9kmen« in bo« 9ieaifter nennt, 
fo mirb hk ©c^u^rift bi« auf 
fünfzig Saläre nad^ feinem 2:obe 
toerlängert. 

^er @4u^ gegen unbered^tigte 
SBeröielfäitigung Don ¥^otogra= 
pf^ltn n^ä^rt fünf S^l^re t)on \>tm 
ber erflen SBcroielfältigung fol* 
genben erften Sanuar an gered^« 
net, wenn ber Url^eber nid^t oor 
Slblauf biefer Svift ftirbt, in 
»eld^em fjaüe bie ©d^ujfrift mit 
bem ^obe be« Url^eber« enbigt. 

Ein Von mehreren Url^ebern 
l^ergcfteHte« bramatifd^e« SBerf 
barf nur mit Erfaubni« aller 
3!Ritarbeiter aufgefül^rt werben; 
jur ^uff ü^rung eine« bramatifd^s 
muft!alifd&cn SSerfe« genügt je- 
bo(^ bie Erlaubni« be« ^'om^o= 
niften ober be« S)i{§ter« aflein, 
|e nad^bem, ob ber muftfalifd^e 
ober ber ie^lid^t %t\l ben wid^* 
tigeren S3eftanbtetl be« ©efamt* 
werfe« btibet. ©er ba« m\^ 
fül§rung«re(^t bom ^utor ober 



84 



Slotloeflcit. 



£omt)ontften etnei^ ^er!e9 tV'^ 
fyditnf^at, barf, fofern ntd^t boS 
Gegenteil bebungen mürbe, bie 
^[uffül^rung beliebig mteberl^olen. 
^ie SRe^itierung etneS brama^ 
tifc^en tBerfed o^ne jebe fjentfd^e 
^tnttc^tunp tt>irb nid^t atö öffent^^ 
lid^e $(uffii](rung betrad^t. 

®er SBerfauf emeä Söer!e» ber 
Stun\t \diikii nid^t hen SSerfauf 
bei» äSertielfältigungdred^ted in 
fxd), angenommen ben ^U, 
toenn eS ftd^ um S3tlbniffe ober 
lüften i^anbelt, toel^e auf S3e« 
ftellung angefextigt tporben ftnb. 
3ft baS 9*e%t, tjon einem Äunft* 
toerle Q^iu^eüo^^ien ($anb{o))ien) 
l^crflcllcn gu bürfcn, öom Url^eber 
bei» ^etled beräugert toorben, fo 
barf ber^unftter bennod^, totnn 
ha^ @^egentet( nic^t au9brüd(id^ 
bebungen ift, tyon htm ^er!e 
^o^ien mit ber ^anb l^erfteQen 
ober einen anbern ju beren ^r^- 
fteHung emidd^tigen. 

iBeftente ^l^otogro^^ien bilrfen 
nur mit Erlaubnis bei» )33efteIIerd 
bert)telfö(tigt »werben. 

9(19 SSerfe^ung beS Ur^eber^^ 
red^teS mirb nid^t betrad^tet: 5S)ie 
3itierung ^urjer ©itUtn ani 
litterarif^eti Serien ober ein« 
jielner $^rafen au9 murtlalifd^en 
^om))orttionen ; bie in einem 
größeren @ammeItoerIe erfolgte 
dufnal^me bereite beröffentli^ter 
^ocfien ober furjer ^rofaftüdte, 
fofern bai^^kfamtwerl na^ einem 
befonberen $Iane ju einem f))e- 
SieHen Qjmtät gufammengeftellt 



ift, unb fett ber erften ^rdffent« 
U(^ung ber barin aufgenommenen 
@tüdte minbeftend einSal^r t3€V^ 
fioffen ift; ber 9la^hxüd Don 
S)id^tungen, n)enn biefe aU Xtj^ 
)u einer mufifaltf^en 5!om))op« 
tion bieneti; bie nur gur ^^ 
läuterung bed £ejrted bienenbc 
STufna^me bon gei^nungen vmb 
$(bbi(bungett in einem @d^rift« 
toerfe, ober eine ^u Unterric^td« 
j^mecCen bienenbe Sammlung Don 
3ei(^nungen Derfc^iebener Ur« 
^ber. $(u^er bei lurgen gitaten 
ift in allen anberen gräSen 
Öuellenangabe jur IBebingung 
gemad^t ^ie in )>enobifd^n 
^rudfc^rif ten berbffentltd^ten fSix^ 
UM !önnen mit ^ndnal^me ber 

([röteren litterarifc^enobermiffens 
d^ftlic^en 9(uffä^, beren 9lad^ 
brudt f))e)iell verboten ifi, in 
anberen )>eriobif(^en 2)mdf<^riften 
mit.Ouellenangabe nad^ebrucft 
»erben. 

^ei ^nfttoerlen gilt e8 nic^t 
al8iBerIe|ung bedUrl^eberrec^ted: 
menn ein SSerf ber geid^nenben 
^unft burd§ bie $Iaftif, ober ein 
^(aftifc^ed ^nftmer! burc^ bie 
^eid^nenbe ^unft Derüielfältiflt 
toirb, unter ber^oraudfe|ung,bag 
biefe SSerDielfältigung nid^tburd^ 
ein me(^nifd^9 ^erfa^ren, mie 
}. fß. burc^ bie $§otogra))l^ie, et^ 
folgt; toenn bod ^unftwert ald 
^obcE %\t einem Snbnftriesd^s 
jeugniffe bient; menn bie ^ojpie 
eines ^nftmerfeS nur %ut C^t^ 
löutemng eined 6<(nfttt)er!eS 



Stortoegeit. 



85 



bient. ©eflattet ifi aud^ Me$ei> 
Dielfältigung bon ^nfttiTerlen, 
toelc^e ft4 auf öffentlichen $(ägen, 
an ber ^ugenfeite t>on (3tMubtn 
ober in öffentlid^en 6amm!nngen 
befinben. 

S)ic in öffenUi^en S8erfantm= 
langen gelittenen 9f^eben, bte 
^rotungen ber gefe^gebenben 
^i}rt)erf($aften,@^efe|e, geridgtüc^e 
Urteile bürfen DeröffentUc^t n)er^ 
ben. gcrner ift bie SScröffcnts 
lic^ung )Don ©d^riften geftattet, 
totldit fünf ^a^xt lang int ^uä^^ 
6anbel vergriffen n^aren. ^enn 
t)om Url^eber ober beffen SRed^tS« 
nac^folger burd^ Eintragung in 
ba$ Sflegtfter ba& be))orfte|ienbe 
@rf(^einen einer neuen $luflage 
ctnge^eigt ift, fo barf fein anberer 
einen 9ieubrud£ t}eranftalten, öor* 
ausgefegt, bag ber t^om ^utor 
angelünbigte ^^eubrud innerl^alb 
bed 3<^]^re9, in bem bie erfte 
^n^eige erfolgte, aud^ erfc^eint. 
^enn jentanb bad ^uffü^rung§:' 
red^t eined bramatifd^n SEBeried 
ertoirbt, unb er fünf Sö^te l^in= 
tcreinanber leine Sluffü^rung bcä 
SBerfeiJ öeranftaltet, fo ift ber 
%utor bered^tigt, t)fm bem $er« 
trage jurüdE^utreten. 

9Ber abfid^tlid^ ober au$ f^al^r^ 
läfpgleit eine unbered^tigte ^er« 
öielfältigung eines SSerfeS ber 
Sitteratur ober^unft l^eranftaltet, 
ju bem S^^^^t ^M^ innerl^alb 
ober augeri^alb 92orn)egenS ^u 
toctbreiten, »irb ju einer ©träfe 
t)m 10 bis 1000 fronen (11 



3Rar! 20 ^f. bis 1120 SWarl) 
berurtcitt. j)er gleichen ©träfe 
unterliegt ber SSerbreiter ber 9iad|:s 
brudfSefemptare, foroie audj ber« 
jenige, tpeld^er abftc^tlid^ ober auS 
^al^rläfftgfeit, unb ol^ne l^ierju be^ 
red^tigt ju fein, bie bffentlidftc 
Sluffüi^rung eineS bramatifd^n 
ober mufüalifd^en SSerfeS öeran* 
ftaltet. «uf bie unberei^tigte 
SSerbielfältigung einer ^^otogra* 
pl^ie, fomie au^ ctuf bie ^erbrei^ 
tung biefer SSerbielföltigungen 
ift eine ©träfe öon 10 biS 200 
Äronen (11 ^Rar! 20 «ßf. bi« 
224 aWarf) gefefet. S)ic toiberred^t* 
lid^en SSertoielfältigungen »erben 
befd^lagnal^mt unb htm berlegten 
Url^eber auSgefolgt. tiefer ift 
au^ ju einem ©d^abenerfa^an^: 
\pvnd)t bcret^tigt, beffen ^öl^e 
na^ bem abgefegten Seile ber 
iRa(^brudSau3gabe )um ^uc^- 
]^änbler:t)reife ber red^tmägigen 
^[uSgabe bered^net n^irb. ^ie 
l^um^ad^brucfe bienenben platten, 
©tcinc jc. »erben befd^lagnal^mt 
unb bernid^tet. S)ie Uuterlaffung 
einer t>om®efe^e t)orgefd^riebenen 
OueQenangabe »irb mit 1 biS 
100 fronen (1 SÖ^arf 12 <Pf. biS 
112 5D2ar!) beftraft. 
®ie UniüerfitätSbibliotl&e! in 
@:^riftiania ift t^er^flid^tet, ein 
Sflegifter ju führen, in »eld^cS 
jebcS neue SScrlagSwer!, »ofür 
ber ©d^u^ beS Urfeberred^teS be= 
anfVrud^t tt)irb, Slufnal^me finben 
fann. SSon jeber 3)rucffd^rlft 
ober neuen 3luflage ift ein gc« 



8ff 



Rortococti. 



BunbeneS ^jcempXax fofort na(^ 
ber ^er0ffentli(]^ung gu l^iitter« 
legen, grcrncr ]^ot ber 3)ru(fer 
\)on aUen im Saufe bed 3<^^i^ed 
aebrudftcu @d|rif trocrfcn , 3Rufts 
falten, 5^u))fetftic^en , Sitl^ogta« 
))]^ien 2C. bis löngftend d^nbe 
Januar bed näc^ften Sal^reS ein 
fehlerfreies unb bonftänbtge« 
$fli(6tcfeniplar ber UniberrttätS* 
bibliotl^! gu @^]^rifttanta gu über? 
geben. 3)ie red^tgeitig etnge* 
fanbten @yem})(arc werben mit 
bemjcnigen betröge be^^al^It, ttjel- 
d^er ben Sabcn^reii^Don 105^ronen 
(11 3RarI 20 $f.) überfteigt. 3n 
biefem fjafle ift ber ©enbung 
eine 9%e^nung beizugeben. S3ei 
greftfleüung beS bie genannte 
©umme überfteigenben »elrageS 
fommen bou brud^ftütfnjeife er* 
fd^einenbcn Sßerfen nur hit tt)ä§* 
renb beS l)erf(offcnen Äalenber* 
Jal^reS erfd^ienenen Xeile jur öe* 
rei^nung. fjür Xage§jeitungen 
unb ahbere öffcntlid^e ölätter 
tritt SSergütung nic^t ein. %it 
©enbungen genießen !Portofrels 
l^eit, wenn fte ben })oftalif(^eu 
Scftimmungen cntf})red&en. S)ie 
SBibliot^e! l^at fobalb al« möglich, 
jebenfallg bor bem 1. ^uguft 
jeben 3ö^re8, ein SSerjeid)niS 
aller bis jum 1. grebruar ein* 
gefanbtcn inlänbifd^en SBerfe öfs 
fentlidf) belannt ju mad^en. gür 
jebeS nid)t l^interlegte (Bjctmplax 
ift eine ©träfe öon 2 6ld 50 
fronen (2 SWar! 24 «ßf. bis 56 
aWar!) feftgefejt. 



Die 6(^u^frtften Beginnen bom 
1. Sanuar, melc^r bem ^etg^^ 
niffe folgt, ber btn 5(nfang ber 
©^ulfrifi Bebingt. (Xob beS 
Autor«, ^rfd^einen beS SScrfcS jc.) 
Mangels anberer ^ertrogSbe« 
ftimmung barf ber SSerleger eineS 
^erfeS nid^t mel^r alS eine ^uf< 
läge in ber ^ö^e bon taufenb 
@;emplaren l^rfteüen. 9ei ano- 
n^men ober ))feubonQmen ^rlen 
ift ber Herausgeber ober Verleger 
berechtigt, bie Qntereffen beS 
^Tutors gu wal^ren. S>ie ISer* 
folgung megeu 9^a#ru(f tritt 
nur auf Antrag beS SSerle^tcn 
ein. ^iage wegen ^erle^ung beS 
ttrl^eberrei^teS ift nur innerhalb 
eines Sai^reS, nad^bem ber ^r« 
le|(te i^ierbon Kenntnis erhielt, 
juläffig; bie ©trafberfolgung ber* 
jä^rt mti Saläre, nad^bem bie 
crfte Verbreitung, ber iftaäibmd 
ober bie ()ffent(t^e ttuffü^rung 
ftattgefunben l^at. S)ie sibil« 
red^tlid^e S^erfolgung (^fd^lag- 
nal|me ber SiJadftoruttSejem^jIare, 
3erftörung ber 94ad^brudSborri<ft= 
tungen, @d^abenerfa^anft)rud^) ift 
fo lange mi)glid^, alS ißad^rudfS« 
eyemplare ober SSorrid^tungen ju 
bereu .^erfteüung borl^anben ftnb 
unb baS äBert nod^ nid^t @)emetn? 
gut geworben ift. 

Dies @)efe( ift auf alte SBerfe 
norioegifc^er Autoren, fowic auf 
SSerfe, bie bei norwegifd^en SScr* 
legem erfc^ienen finb,ann)enbbar. 
Unter ber ^ebingung ber fRt^U 
Vroaität fann ber Sßed^tSfd^u^ 



ßlietreid^— ^erfleK. 



87 



burd6 löntgtid^e ISetorbnuttg auci^ 
aufStutorcn, bie inanbercrSänber 
QuSgebe^nt tücrbeu. 
S^ormcgen ^ai nut mit ^xanh 



reid^ einen Vertrag pm 6d^u^e 
beS Url^cberrcd^teS gcfd^Ioffcn, 
bev aud^ für(Sd^tüebcn blnbcnb ift. 
(Sic]§c ^ranfrcid^, @eitc 35. 



Äpcrtjetdi. 



3)ev boUftänbigc %bhx\xd ber 
öftcrreld^lf^cn Ur^eberrcc^tSs unb 
^reSö^fc^gebung, f omic and^ ^om= 
ntentar berfelben, befinbct \i6) int 
erften ©anbe bicfcg ^erfe§. ®er* 
fclbc ©anb cnti^ött auc^ ben 



5Wifd|cn Öftcrrcicö unb Ungarn 
obgefc^Toffeneu Sltterortocrtrog, 
tüä^renb bie übrigen Sitterortons 
toentionen, bie audft für Ungorn 
binbenb ftnb, am @4tuffe bicfeS 
SöanbcS abgebruÄt finb. 



S)ie ?5erfaffung toom 24. 9?o- 
bcntbcr 1870 bcftintmt im § 19 
„Scber Url^eber ober ©rfinbcr 
beft^t »äl^rcnb ber bom ®efe|e 
fcftgefteaten Seit baS ou«fd)Iie|* 
lid^e Eigentum an feinem 3Berfe, 



feiner ©rfinbungoberßnlberfung." 
S3i§^cr ift »eber ein ©pe^ialgc^ 
fe^ jum ©d^uge beS geifti^en 
Eigentums crlaffen, nod^ eine 
öittcrarfonüentiott abgefc^Ioffen 
nJorben. 



"^tt^tn. 



@in @4u& beS gciftigen ©igen* 
tum« beftc^t in ^erfien nid^t. 
OTe 5ur SSeröffentlidftung ge= 
langenben ©ücfjcr unterliegen ber 
3cnfur unb bebürfen eine§ ©tcm« 
peU be3 a^inifteriumd a(d 3ei:: 
d^en beS flimprimatur*. ?(uf biefc 



me]§r))oIiAeiticl^e^ufft(i^tbef darauf t 
ftd^ bie Xptigfeit be§ ,,3Kinifte. 
riumS ber treffe", meines bafür 
eine ^Ibgabc ju erl^eben bcred^ttgt 
ift. 2)iefe Slbgabe bcfte^t in 
®elb, ni(^t aber in @yem})lareu 
ber betrcffenben ©d^rift. 



SS 



ipettt— Portugal. 



"^tvn. 



S)icUnöcrIe^ftorfcit be« gciftigcn 
©iflentumS ift burd) bic SBcr* 
faffung geioäl^rTeiftet, Jcbod^ ift 
im Sntereffe beS ßJemeiniool^lä 
@jJ)ropriatiott gegen eine ryoxf^et 
fefUuftelletibe ^ntfd^btgitng gu- 
läffig. 3n 5lu8fü^rung ber fßtx-- 
faffung luurbe ba8(SefeJ über 
ba§ litterarifc^e (Eigentum 
Dorn 3. SiJobcmbcr 1849 crlaffen. 

®ie Url^eber t)on ©c^riftwerfen, 
geograVlftifc^en harten unb muft* 
ifalifi^en Äontpofitionen jebcr Slvt 
(aben bod auSfc^IteBIic^e Siedet, 
biefe ©r^eugniffe im ganzen San= 
beSgebiele gu öerfaufen über gu 
Verbreiten. ®aS Url^cBerrecftt ift 
ganj i>bcr teiltoeifc übertragbar, 
iittb ift loä^renb ber Seben^^^cit 
beS 5lutor8 unb ätüanjig Sö^i^c 
nadj beffen Xob gu gunften ber 
@rben ober anberer [Red^tSnad^s 
folger gefd^üf t. S)cr red^tmäßige 
SBeptcr eine« ^joftl^umen SSerteS 
geniegt breigigjä^rigen @d^u^ beS 
Utterarifc^en Eigentums. 

SSon jcber S)ru(ffd^rift, jebem 
©tic^ :c. finb gtoet ^flid^tcfcms 
platt abzugeben, tooDon eineg bei 
ber öffetttlid^en »ibliot^! unb 
eines bei ber ^räfeftur beS S)cs 



J)artement§, xoo ha^ 3Berf er= 
f(§eint, einzureichen ift. ^ie 
Tutoren anoni^mer ober J)feubo= 
n^mer SSerte l^aben bei ber ^rä* 
feftur ein üerft^IoffeneS Äouöert 
abzugeben, toelc^eS i§ren loal^ren 
Partim entl^ält. 

S)ic SSeröffentIi(^uttg ober ber 
Verlauf einer miberred^tUc^n 
S5ert)ielfältigung »irb mit 200 
bis 500 ^iaftcr (800 biS 2000 
3Rar!) bcftraft. ®ie ©traffumme, 
fomie aud^ bie iRad^bruclSefem- 
platt, bie ber ^efd^lagna^me 
unterliegen, werben bem öerlcj^ 
ten ^utor ausgefolgt. S)ie im 
^uSIanbe l^ergefteUten unb in 
$eru eingeführten S^ac^brudS- 
e£emt>Iare tottbtn gleichfalls ^u 
gunften beS tjeriejten ?CutorS be? 
fd^Iagnal^mt. 

4)er SSerfaffer einer Uberfc^ung 
toirb »ie ber Urheber eiucS Dri= 
ginaltt)erfeS gefc^üft, tüenn er bie 
Dom ®efef e t)orge[§riebenen ^ox- 
malitöten {%h^aU. ber $f(id^t^ 
eyemplare) erfüllt. 

92ac^ Slblauf ber ©dgu^friften 
njerben bie betreffenben SBerfc 
Gemeingut, internationale ^er^^ 
träge l^at $eru nic^t abgefc^Ioffen. 



Seftimmungcn über ha^' litte* | tum finb im bürgerlid^n ©efc^ 
rarifcf)e unb fünftlerifc^e (5igen:= bud^e üom 1. ^uli 1867 §§ 570 



Portugal. 



89 



bis 612 entölten. %it <StTaf=: 
Bcfttmmungcn fittbauSbcmStrafs 
gefctbud&c öom Saläre 1886 §§ 
457, 458 unb 460 ju entncl^mcn. 
Scber fjat ba^ Dicd^t, mittclft 
SBuc^bntc!, ber Sitl^ograpl^ie, bcr 
f/^cnif(^eu 5^unft ober fonft einem 
SSerfal^ren feine litterarifd^en ?tr- 
bciten ^u öeröffcntlid^cn , ol^ne 
einer tjorl^ertgen Slutorifation, 
ÄautionSerlegunß ober fonftigen 
bireften ober inbire!ten S3efd)rän* 
fung in ber freien §luäübung 
biefeS ditd)\e^ gel^inbert gu fein, 
unbefd^abet jebocl ber Sßerant» 
mortlid^feit, mel^e jeb^mann 
bem ©efe^e gegenüber gu tragen 
Ijot. 2)a8felbe gilt betrep beS 
Überfe^ungSrecftteS. SSon ber Ste? 
gierung öeröffentlid&te (Scfege, 
»erorbnungen 2C. bürfen genau 
nad^ bcr ofpgicKen Sluggabe nat^ 
gebrudt merben; ebenfo bie in 
ben gefejgebenben ßörperfd^aften 
unb bei fonftigen offtäießcn Stn* 
läffen gel^oltcnen fRtbtn. ©ine 
tctittjeife ober öoUftänbige @amm= 
lung ber SSorträge eineg iRebner« 
barf nur mit Ermächtigung beg= 
felben herausgegeben merben. ßf* 
fentlid&c SSortröge ber Seigrer, 
^rofefforen, ^rebiger bürfen nur 
au8gug§n)eifc mitgeteilt toerben, 
tt^äi^renb e§ jum ttoQfiänbigen 
$l6brude ber (Srm&d^tigung oeS 
betreffenben 9?ebnerS bebarf. Wa^ 
nuffripte bürfen in feinem SJatte 
ol^ne S3eti)inigung be§ Tutors 
bcröffentlid^t »erben. ®a8 Ur* 
l^cberrec^t an ©riefen Verbleibt 



bcm ©d^reiber berfclben. Sttate 
ober fur^e $Cudjüge mit 9^enttung 
beS ^utor^ finb geftattct; ebenfo 
5l6brudC au§ S^i^Wi^^ftc^if »obei 
jeboc^ bie D.uette angegeben tt)er= 
hm mu6. SWitarbeiter on ))erios 
bifd^en Uutemel^mungen ober 
©ammeltoerlcn "bürfen, mangels 
einer gegenteiligen ^Bmadljung, 
i^rc ^Irbeiten aud^ anbertt)citig 
oeröffentlid^en. ^m Ur^cberred^t 
ift ha^ Überfe^ungSred^t mit eins 
begriffen, gür bie Slutorcn ano? 
n^mer ober ^jfeubon^mer 3Ser!e 
gelten biefelben gefc^lid^en f&t^ 
ftimmungen, fobalb ber toa^re 
S^lame beS SlutorS, beffen SRedfttS* 
nadifolger ober Erben feftgeftellt 
wirb. ^Beigcrt fid^ ber 3n§ober 
beö Urheberrechtes an einem 'o^x^ 
griffe neu SSerfc biefeS neu f^tv^ 
auszugeben, fo !ann er \)on 
feinem Sfled^tcejpro^jriiert loerbcrt. 
Eine fold^e E;:t)ro:|)riation lann 
jeboc^ nur t>om (Staate gegen 
eine angemeffenc Entfd^äbigung 
borgenommen »erben unb nur 
unter benfelben ©ebingungen, 
unter »eichen laut ben begügs 
lid^en gefefelic^en ©eftimmungen 
E;pro:t)rtationen im allgemeinen 
Sntereffc ftattfinben bürfen. 2)er 
Verleger eineS SScrfeS borf ol^ne 
3uftiinmung beS SlutorS feiner* 
lei änberung toeber im 5)efte, 
nod^ am ^itel beS SBerleS bor^ 
nel&men. S)er Verleger, toelc^er 
baS aJ^anuffript eineS ^erfeS 
bel^ufS SBeröffentlirfjung erworben 
l^at, ift öer))f(tc^tet, mangels an* 



90 



^ottugol. 



berer $(6tna(i^uiig, ba9 ^rl bid 
längftend im barauffolgenben 
Saläre nad^ ^Cnnai^me bedfelben 
erfc^cittcn gu laffcn, uub für bic 
eDentueQe regelmäßige Sortierung 
©orge ju tragen, tDibrigntfaüS 
ber %utor ^nfpruc^ auf ©(j^aben^ 
erfo^ ftot. ©tirbt ber Zxäatt 
eines Url^eberred^teS o^ne @rben 
5U l^interloffen, fo toirb baburc^ 
bog SSerf jum S^lod^brucfe frei, 
unbef(]^abet ber 97ed^te, meiere 
©laubiger am ^aäfia\\t l^aben. 
^a8 Url^eberred^t iftunüerjäl^rbar. 

®romattf(i^e Autoren genießen 
außer btn l^orftel^en ben, fid^ auf 
htn 5)ru(f i^rer 3Ber!e bcjtel^ett* 
ben fRtäiUn nod^ folgenbe: 

3ur Sluffül^rung eine« bramo= 
tifc^en SBer!e8 in einem S^l^cater, 
tt)cI4e8 (SintrittSgelb erl^ebt, be^ 
barf eS ber öor^erigen fc^rifts 
liefen ©rmäd^tigung t)on feilen 
be§ Url^bcrS ober beffeu Sled^tSs 
nac^foIgcrS. ®et Xlrl^eber !ann 
feine ^utorifation jur $(uffü§:: 
rung befc^ränfen, entttebcr auf 
eine gemiffe geit, ober auf einen 
beftimmten UmfrelS ober ouf eine 
befonbere ^njal^I bon $Büt[nen. 
3Birb bicfc ^cfc^ränfung übers 
treten, fo fällt ble auS ber §(uf- 
fü^rung ern^ac^fene iRettoetn« 
na^me bcmjenigen ju, beffen 
^utorifation jur ^uffü^rung 
nötig gemefeu »äre. ®ie dHäu« 
biger bed S^eaterunterue^merS 
!önnen bcn bcm Url^eber gel^ö^ 
rigen Äell ber ©innal^me nic^t 
pfänben. ^er Urheber barf ha^ 



9(uffü]^ruttg9re(^t feine« fSerfeS 
in-icbem Orte nur einer ©ü^nc 
überlaffen. Sluc^ barf er feine 
92a4a]^mung feine« ^er!e§ in 
bemfelben Orte aufführen laffen. 
fjfül^rt ber S^^eaterunternel^mer 
ba« ^tM, beffeu ^uffü^rungS^ 
red&t er ertoorbcu l^at, in ocr 
feftgefe^ten S^it nid^t auf, fo 
fann ber Url^ber über fein 38erf 
lieber frei berfügen. 
^er Url^eber eine« mufifalifd^n 
SBerle«, einer geid^nnng, einer 
3WaIerei, eine« ^erfe« ber pla- 
ftif^en ^nft ober eine« ©tid^e« 
^at ha^ au«f(^(ießlic^e S^ed^t ber 
5BcröieIfältigung feine« SBerfe«. 
Sür bit Vervielfältigungen gelten 
biefelben 0ied^te loie für ©d^rift- 
»erfe. betreff« ber ?(uffü§rung 
mufüolifc^cr SSerfe unb ber §lu«s 
ftellung bon SBerfen ber bitben* 
ben ^unft an ©tätten, wo^u 

Segen (Srlog eine« @intritt«gelbe« 
[utritt ju erlangen ift, gelten 
biefelben Söeftimmungen mie für 
bie ?(uffü]^rung oramatifc^r 
38er!e. 

S)a« XXr^eberred^t ift mäl^rcnb 
ber Seben«jett be« ^utor« unb 
fünfzig 3tt^te naäi beffen %oh 
gefd)ürt. ^u«länbifc^e Slutoren 
finb in i^rem ÜberfetungSred^tc 
nur gel^n Sa^re nad^ ^rfc^einen 
be«DriginalwerIe« gefd^ü^t, unter 
ber SBebingung, .ha^ bie über» 
fc^ung innerl^alb ber erften, brci 
3a^re begonnen iotrb. S)er Über* 
fejer, einerlei ob biefer $ortu« 
giefc ober Slu«länbcr ift, genießt 



^ottitgot. 



91 



für feine UBerfe^uttg einen bveU 
Btgjäl^rlgen @^uf bc§ Url^eBcr* 
re^teS, mag nld^t toerl^lnbert, bag 
eine anberc ?Jcrfon eine neue 
Überfejung beS driginalroerTeS 
öcronftalten fann. ^ieöomStaa* 
tc ober öon öffentlid^cn ?(nftalten 
l^erauSgegebencn 5SerIe finb biS 
fünfjig Saläre itacg ©rfc^einen 
bed legten ^eik^ gef^ü^t. ^enn 
bie öerfc^lebcncn Steile ber S3er= 
i)ffentlid&ung ober ocrfd^iebene 
©toffe bel^onbcfn, fo wirb bie 
fönWöJfi^i^iQC ©(^uffriftfür \thtn 
%e\l befonber§ bered^net. S5ei 
einem bon meisteren genannten 
Autoren öerfaßten SSerfe »ä^rt 
bie ©^u^frlft be§ ^efamtwerleS 
bis fünfzig jjal^rc nac^ bem 3^obe 
bcg juiejt fter benben ^itar beiterS. 
3ft ha^ ®efamttt)cr! Don einer 
$erfon rebigiert unb ^^rauSge« 
geben, fo gilt ber Herausgeber 
als Urheber beS ©efamttoerfeS. 
3)er SSerlegcr »irb naci^ 3Ra6gabe 
bcS SSerlagSoertrageS ebenfo ge^ 
fd^ü^t tt)ie ber Urheber; in gftHen | 
jebod^, In toetd^en bie Sänge ber i 
©d^u^frlft Don ber SebenSjeit beS , 
Tutors abl^ängig gemad^t ift, »irb [ 
an blefer Söeftimmung nid^tS ge* I 
änbert. ^cr S3ertcgcr eineS ^jo« | 
ftl^unten SerfeS genießt bis fünf* ' 
jig So^re na(^ ber ^cröffent^ | 
Iid|ung i>tn ©d^ug bcS Url^eber- , 
rc^teS. ^er sSertcger eines 
SSSerfeS, beffen ?lutor ni(§t be= , 
Tainnt ift , unb ber fic§ aud^ auf ' 
bie gcfcjmäftig borgefc^riebenc ' 
^rt ni(^t bcfannt nia'd^t, genießt | 



einen breigigjäl^rigen ©(^u^ beS 
Ur^eberred^teS, loefd^e ©c^u^frift 
oom G^rfd^einen beS legten ^eileS 
beS 28er!eS gerechnet wirb. 

3ur2Ba]^rung bcSUrl^berred^tcS 
finb folgenbc fjörmlid^felten ju 
erfüllen. S3or ber 5(u8gabc beS 
SBerBeS finb in jroei (Jjemptaren 
einjureid^en: @d^riftn)er!e bei ber 
öffentlichen S3i6liot^eI ju Siffa== 
bon ; bramatifc^c ober muftfolift^e 
5BerIe ref}). 28er!e, loeldje bra« 
matifdjc ober mufifalift^e Sitte* 
ratur bel^anbcln, beim fiJniglic^en 
^onferoaiorium ju . Siffabon; 
SBerfe ber jeic^nenbcn, malcnbcn 
ober ^Jtaftifd^en Äunft (ebentucH 
Seid&nungeu ber Originale) bei 
ber ^!abcmie ber fd^önen J^ünfte 
ju Siffabon. Über bie hinter* 
Tegung wirb bem Urheber eine 
©mpfangSbeftätigung auSgcftclIt, 
unb erfolgt Eintragung ber 
betonierten 5Serfc in tin bc- 
ftimmteS 9?egifter. gKonattid^ 
werben bie erfolgten Eintragungen 
in bem offijiellen Organe ber 
9?egierung be!annt gemacht. SluS* 
jüge aus bem Sftegifter gelten 
mangels eineS unumftöölid^en 
gegenteiligen SeweifeS bei IRed^tS* 
ftreitig!eiten alS ScwciS beS Ur* 
^eberrec^teS an einem beftimmten 
2Ber!e. 

SBiberrec^tlid^er 9?ad&brudf ober 
SSeröielfältigung cineS 2Ber!eS 
wirb mit Söefd^lagnal^me ber ge* 
famten unrcditmößig ^ergeftcUten 
Ejem^jlore unb SluSfotgung ber« 
felben an btn berle^ten Url^eber 



92 



Kitntitttien. 



gea^nbet. fjüt bie Serettö abge« 
festen (l^;em))Iare ntug bet boQe 
Sßcrfauf^JjrciS ober bcr bafür ab* 
l^efc^ä^te $reid bem ted^tmägigen 
Uri^bet ausgefolgt merben. 3ft 
bie ^uffagel^ö^e ber ioibevTed)t(td^ 
l^crgcftellten Aufgabe nic^t feft* 
aufteilen r fo toerben auger ber 
befd)Iagnal^mteu ^n^al^lno^ 1000 
(S^entplare aU Verlauft ange- 
nommen. S)cn SSerfäufer ober 
Smp^rteur bou unrechtmäßigen 
^^ai^brudeu trifft bie gleid^e ^^n^ 
bung toie btn Verleger felbft. 
$eibe finb folibarifd) t)erantn)ort:: 
li(j&. 9Scr S5riefe unrechtmäßig 
Der öffentlichst, ift bem Url^ber 
ber7elben ober beffen ©rben guni 
@d6abenerfa^ öeri)f(i(]Stet. 
2)cr SBerle^cr bc« Url^eberred^te« 
ift nid^t nur cil?ilred)tl^ Derant^ 
toortlid^, fonbern !ann aud^ auf 
STntrag be§ SScrle^ten ftrafrect^t* 



(i(^ tierfolgt merben. 9Cfö ©träfe 
ift für bie unberechtigte ^ttt>xd^ 
fältigung eine« ©er!e§ bcr Sit* 
teratur ober ^unft 30 m 800 
3Rilrei* (135 m 1350 Wtaxf) 
angefe^t. ^r gleic^n ©träfe 
unterliegt, koer einen im %n^ 
(anbe l^ergefteQten^Jad^brud eined 
)>ortugiertf(^en ^erled in $ortu« 
gol einfiiört. ®er SSerlauf ber 
njiberred^tUdften ^erDielfälttgung 
tt)irb mit 10 bi« 100 aRilrei« 
(45 bis 450 SWar!) beftraft. ^er= 
felben ©träfe unterliegt bie un- 
berecigtigte ^uffüi^rung eineS bra- 
matifd^en ober mufifalifc^n $3er« 
feg. ^ie ^inna^me n>irb be^» 
fc^lagnal^mt unb ebenfo toie bie 
gleid^fadd ber ^efd^lagnal^me un:» 
terliegenben 92adSbruade£em)>lare 
unb bie ^u bereu ^rftellung 
bieuenben^orrid^tungen bemüer:* 
legten ^utor ausgefolgt. 



JUnmeinitn. 



^Rumänien bcfijjt ein ^reßgefef 
bom 1./13. Sl^}ril 1862, »elc^cS 
in ben §§ 1 bi§ 11 ha^ littera= 
rifc^e unb fünftlertfc^e (Eigentum 
anerfennt unb beffen ^uSfül^* 
rungSbeftimmuugen burd^ S)efrct 
mx, 1087 Dom 3a§re 1863 feft» 
gefteKt ftnb. 3)ie ©traf6eftim= 
mungen ftnb im ©trafgefe^bud^e 
t)om Sö^rc 1864 §§ 339 biS 342 
ent^^alten, toelc^e nur eine 97e- 
probuhion ber §§ 425 bis 429 
beS fronjiJfifc^enCode penal finb. 



^r S^ec^tS^uftanb ift iebod^ ein 
fel^rjn)eifel]^after,n)eilbie$lnfd^u« 
ungeu ber rumänifc^en (S^ric^te 
über bie ^Inmenbung ref)). ber 
©iltigleit beS ®efe^eS Dom gai^re 
1862 fel^r geteilt finb. 9M 
einer (Sntfc^eibung (toom 23. ©e))* 
tcmber 1880) fott ba^ Url&eber* 
red^tgar nid^t gefc^ü^t fein, 
metl ber § 30 ber ^erfaffung 
bom 3<il^re 1866 alle frü^ren 
gefeblid)en S3efttmmungen , bie 
ben Q^runbfägen ber ^erfaffung 



dtvmünien. 



93 



h)ibctfj)rc(i^n, ouf^bt. (Sine an« 
berc ©ntfd^cibung (bom 17. 9Jlärj 
1867) beruft i!d| duf § 19 ber 
Sßcrfaffung l)ont Saläre 1866, 
totläftx baS Eigentum jcber 5(rt 
für unberlcfelfd^ crflärt. 3)iefer 
^aragra))]^ in ^erbinbung mit 
ben §§ 339 bt§ 342 ©trofgefc^* 
bud^eS fj)re(i^en ftd^ für ^Iner* 
fcnnung beS gciftigen Eigentums 
ou9, tveldied, ba eine 93eftiminung 
über ©d^u^friflen fel^It, immer* 
mäl^renb gefc^ügt »erben mu^. 
liefen betben^ef efeSauSlegungcn 
gegenüber fei nod^ eine brittc 
v(nfd^ouung ermä^nt^nad^ weld^er 
baS $re6geje6 )3om Saläre 1862, 
fonjeit eS bic S(ner!ennung be§ 
Url^ebcrred^teS auiSffJ)ri(i^t (§§ 1 
m 11), bur* bic »erfaffnng 
t)om 3ö]§re 1866 nid^t aufgel^oben 
fei, )oei! ber Url^eberrecl^tdfci^ul 
htn ^runbfäjen ber SBerfaffung 
nt(^t jutt)iber laufe. 

9iadftfie5enb geben toir ben Qn* 
l^alt ber bejüglid^ il^rer ®i!ttgfett 
fo ghjeifel^aften crften elf ?Para* 
gr(4>^en beS ^reggefe^ed bom 
Saläre 1862. (Statt beS § 9 
' bicfeS Oefe^e«, welcher bon ber 
$Cbgabe ber $f(i(^te£em:t)Tare l^an« 
belt, re))robu3ieren n)ir bie §§ 1 
bid 3 bed ©efe^ed toom 2. ^))nl 
1885, bad besüglic^ ber ^flidgt* 
e;em)){are anbere S^eftimmungen 
feflfe^t. 

%it Url^ber t)on @(i^riftn)erlen 
jjebet $lvty mufttatifdlen Sompo=i 
fttionen, 3RaIer ober Seidener, 
loetc^e il^re Silber ober S^iä^' 



nungen litl^ogro^l^ieren (äffen, 
befi^en ha^ auSfd^lteglid^e 9f^ed^t, 
i§rc ^erle innerl&olb be§ ^önig« 
rcid^eS ju bertjielfältigen unb ju 
oerfaufen. 3)iefe§ 9?e%t ift über* 
trogbar unb n)trb nac^ bem Sobe 
ber Uri^eber no(^ gel^n 3Ǥre lang 
5U gunften ber ^rben ober fbn« 
ftigen äied^tänac^f olger gefd^ü^t. 
Sluf ®runb be§ SSorftel^enben pnb 
auc^ geitungcn ober anbere pt* 
riobifd^e S)rurffd^riften atö (Sigen* 
tum ber Herausgeber berfel^en 
gefd^ü^t. ^er ^aä^hviid einzelner 
geitungSartilel ift in anbern 
3eitungen geftattet, mit SluS* 
nai^me größerer miffenfd^aftlic^er 
ober litterartfd^er 5lrbeiten, beren 
Siiad^brucf burd^ eine ©emerlung 
an ber ^\>x^t beS SlrtüelS be* 
fonberg verboten ift. ®aS SRet^t 
be|;5luffü^ruttg bramatifd^crSBer* 
fe ift ebcnfo lange gefc^üjt loie 
M Siedet ber SBcrDielfältigung. 
ftberfefeun^en ftnb nur gef^ü^t, 
toenn fic nad^ bem 5lejt be§ Ori* 
otnalS l^ergefleKt [xnb. ßum 
3toedEe ber ^ritif ober jur ©r» 
löuterung ftnb ^uSpge aud aw 
bem ©d&rtftttJerfen geftattet. 
Sllle ol^ne auSbrücflid^e fd^rift* 
lid^e Erlaubnis bed Ur]§eberd 
l^ergefteüten (Sjem^jlare eines ge* 
fd^ü^tcn SSerleS finb auf Eintrag 
beS üerle^ten Url^eberS unb ju 
beffen gunften k)on ber dermal* 
tungSbe^örbe ^u befd^Iognal^men. 
®er 9^a(|brudfer l^at noc^ auger* 
htm btn fßreiS bon 1000 ^yem? 
plaxtn ber Originalausgabe alS 



94 



IRuMonb; 



^erfäufer eine? 92ad^bni(!ed ^at 
als ©c^abcncrfo^ bem Dcriefetcn 
Urheber htn $rei3 Don 200 
'^^emploren ju bt^a^Un. 

Seber ^ud^bcuder ift t)ert)F(tc^tet 
jebn)ebeSSud^,S5rof(i^ürc,3citung, 
übcrl^au^Jt jebtDcbc 5)rucfavbe{t, 
meldte in feinem ^tteliec auSge« 
fül^rt Sorben, in je brei ©ients 
j)Iorcn ber Sentrolbibliot^e! in 
Söutareft, ber Sibliotl^ef ber tu* 
niänifc^en Slfabentie, foioie ber 
3entvaIbib!iot]^e! in ^a\\) ^n^vi^ 
\diidtn, 

Scber Uutox ober rumänifd^e 
SSerleger, toclti^er ein S3ud^, mie 
im bor^ergc^cnben Slbfatj be= 
ftimmt, ]^crau8giebt, ift benfetben 
SBerJ)f(id)tungen untertüovfen. Qe- 
ber S)rutfer, Slutor ober rumä= 
nifc^e SSerlegcr, ber bicfe SBer* 
Jjflic^tungen nidftt erfüllt, loirb 
mit einer ©träfe öon 100 hi^ 
500 «Reulei (80 bi§ 400 SWorl) 
beftroft. S)aS Strafmaß »irb 
burc^ baS Xribunal feftgefegt unb 
jmar ol^ne "äptU. 

®ie ©trafen oegen ^adibtud 
finb na(^ §§ 389 biS 342 beS 



©trafgefe^bud^e^ bom^fal^re 1864 
folgenbc: 

Sebe SBerlefeung beS Url^eber^ 
re^ted, fomie aud^ ^infü^rung 
\>on Werfen, n^elc^e im ^uSlonbe 
gebrudt finb, unb moburc^ bie 
^td)tt eines rumänifd^en Ür« 
geberS t)erle^t [xnh, toirb mit 
©träfe bon 100 bis 2000 granfS 
geal^nbct. ^er SSerMufer wiber* 
red^tüc^ bergeftellter ^erfe mirb 
mit ©träfe bon 25 bt« 50 gran!« 
belegt, ^ußerbem toirb hk nad^- 
gebrudCte Auflage, fotoie bie ju 
Seren ^erfteHung bienenben$lat= 
ten, Slatern 2C. befc^lagnal^mt. 
Sebe toiberrec^tlid^e 5luffü^rung 
eines bramatif^en ober mufifa= 
lifd^en SBerteS toirb an bem ^i- 
rehor ober Unternei^mer ber Sluf* 
fül^rung mit ©träfe öon 50 bis 
500 f^ranfS geal^nbet, unb auger^ 
bem toirb bie gefamte (Sinnaf me 
mit.SBcfd^lag belegt. 3)aS (Sr* 
gebniS ber in htn t^or^ergel^nben 
ioeftimmungen Verfügten ßonfiS- 
lationen »irb bem t>erle^ten 
Url^eber jur ®ccfung feineS 
^nft)rud^S auf ©d^abenerfa^ über- 
mittelt 



Suglantr. 



SRußlanb unterftel^t leincr eins 
l^eitlid^en Url^eberrec^tSsöefe^ge* 
bung, ha glnnlanb (pel^c ©eite 
24 bicfcSöanbcS) fein befonbereS 
Url^eberrcc^t l^at. gür baS übrige 
dluglanb (mit $luSf(i|lug bon 



f^innlanb) ift baS Ur^berred^t 
burdij baS äleglement üHbct 
genfur unb treffe tjorngo^^^c 
1886 geregelt. &ür bit !aifcr* 
liefen %^taHv toirb baS ^uf» 
fül^rungSred^t an bramattfc^ti 



ShiManb. 



95 



unb bromQtifci&=mufiIalif d^cn SScr* 
fcnauf ®runb bcsafteglcment^ 
topm 13. iRoöcmber 1827 cr= 
tüorbcn. S)aS Dfieglemeitt t)om 
Scii^te 1886 toirb nod& burd^ bic 
^ro^clorbnung §§ 718 big 724, 
1412, 1413 unb ha^ ©trafgcfet* 
bu^ bom Sa^rc 1886 §§ 1683 
m 1685 ergänzt. ®qS ^Jeglc* 
tncnt über genfur unb treffe 
beftimmt foIgcnbcS: 
S)cr Stulot ober ber Übcrfe^er 
eineä S3u(^c8, fotuie aud^ 3RoIcr, 
SBiIb§ouer, Strd)ile!tcn, ©rabeurc, 
$]^otogrQ|)]6en , über^au))t alle, 
toeld^e fid^ mit irgenb einem 
3iücige ber fd|önen i^unft be* 
fd)äftigen, l^aben baS audfd^Iieg« 
lid^c 9^erf|t, il^rc SSer!e burd^ ir= 

![enb ein SSeijal^ren gu beröicls 
öltigen, unb toenn e@ fidi) um 
mufilalifdje 2Ber!e ^anbelt, biefe 
SBerle öffentltd^ aufjufül^ren ober 
beren $lu[fü^rung gu geftattcn. 
%a^ QuSfdjUefelidje 9led|t beS Ur^: 
l^eberS toirb mö^renb ber Seben9« 
jett bed Url^eberS unb fünfzig 
^al^re nad^ feinem ^obe gefd^ült. 
®ic erftcn Herausgeber Don SBoIf §5 
liebern, ©prid^miJrtern, ©rijä^* 
Jungen k., toelc^c nur in müni- 
lid^er Überlieferung üorl^anben 
ttjaren, ebenfo bie erftcn ^erauS^ 
gcber olter 9Kanuffriplc »erben 
als Urheber betracl)let unb bem* 
entfpred^enb gefd)ü^t. ®ic nad^ 
bem Xobe beS Tutors erfd^einen^: 
btn SSerfe ober Übcrfe^ungen 
merben fünfzig ^af^xt naä^ x^xtm 
erften d^rfdfeinen gefc^ütit. 



9?ur auf GJrunb eineS in Qt\t^' 
mäßiger fjorm abgejc^loffenen 
(c^riftüd^cn SlJcrtragcS mit bem 
Slutor ober Übcrfejer barf ein 
5Scrf bomSßertegcr l^crauSgegebcn 
loerben. ffür jebe neue Auflage 
bebarf e§ eincS neuen SSertrageS. 
2Ber Ürl^eberred^te erbt, mufe in* 
ner^alb eineS S^^reS nacfi bem 
2:obe beS ©rblafferS ben SBetoeiS 
beS red^tmägigen öcfifre« ber 
Siedete erbringen* SS^ilt ber @rbe 
im ^uSlanbe, fo n^irb t^m eine 
jweijäftrige grlft jur Erbringung 
biefeS S3ett)eifeS eingeräumt. Sita« 
bemien ober fonftige ©efellfd^aften 
genießen in bcjug auf bie bon 
il^nen herausgegebenen SBerfe ei* 
neu fünf^igjäl^rigett @d^u^ beS 
Url^eberret^teS; biefe grift »irb 
öom (Srfd^einen beS legten S5ans 
beS ober XeileS an gered^net. 

3)ie aus Heineren Arbeiten 
mehrerer Tutoren jufammenge* 
fteHten SBerfe Journale, Klma* 
nodftS :c.) barf ber SBcrleger in 
ber gleid^en fjorm beliebig öers 
öielfältigen; ©onberouSgaben ber 
einzelnen Beiträge ju oeranftalten 
ift nur btn 5lutoren berfelben 
geftattet. ^rtbatbrlefe bürfcn nur 
mit Genehmigung ber beibcn for* 
rcfponbierenben ^erfonen (ober 
mit ©enel^migung i^rcr Erben) 
beröffentlid^ttnerben. 9Kanuffripte 
ober fonftiqe nid^t jur SSeröffent« 
lid^ung beftimmtc $riöat^)a|picrc 
finb ebenfo gcfc^ügt toit gebrudtte 
S8er!e. 

S)aS UberfegungSred^t ift frei 



96 



8ht|lasft. 



unter bcr ©ebingung, ha% bcr 
Se^t be8 Originals ntd)t \)tx^ 
önbert »irb. f^ür äBev!e, ^u 
beren ^erfteOung Diel toiffen- 
fd^aftüd^e ©tubieu nötig loorcn, 
lann ha^ u6erfe|ung$red)t burd^ 
eine S3emer!ung am ^iteI6(atte 
Vorbehalten merben, jebo^ ntu^ 
bte Überfe^ung innerhalb jmei 
Saläre, noc^bem bie Erlaubnis 
gunt S)rucfe bed Originale erteilt 
tourbe, erfd^inen. 
gurSk^rung beS Url^eberred^teS 
an SBerien ber ^uttft ntuft ber 
Äünftler fein SSerf ju einem 
92otar ober jum ^uftönbigen ®t^ 
rid^te bringen nnb hit auSfü^- 
Ud^e S3ef(!^retbung bt& ^erted 
bafelbft eintragen laffen. $on 
biefcr Eintragung mu6 fid^ ber 
5lutor ein legalifierteS Seugniö 

Sebcn laffcn, uje(d^8 fein Ux- 
ebcrrcd^t an bem SSerle aner= 
fennt. ©ine Stopk biefcS 8eug= 
niffeä §at ber Äünftler ber !ai= 
[erliefen $(!abemie ber fd^önen 
^nfte einjufenben, meldte nun 
auf Soften beS Urheber« ba8 öön 
biefem ermorbene ditdjt befannt 
ma(^t. 3ft baS ^unftmet! fo 
gro6, ba§ eS fic6 fd^Icd^t tranS« 
Portieren lä^t, fo mufe ber S^iotar 
behufs Eintragung in hü% Uit^ 
licr beS ÄünftlerS gc^en. tunft* 
weife, meldte burc^ ein 5)rudfs 
tierfal^ren berDielfältigt werben, 
muffen in gwei (Sfem;plaren bei 
ber $(!abemie eingereid^t werben. 
^IS verbotener ^adjhxnd gilt 
ed: ^enn jemanb tin verbffent« 



lid^teS 93erf al9 jtueite, britte k. 
Auflage be^eid^net, ol^ne ben für 
jebe ^uffage nötigen fc^riftlic^n 
SSertrag gefc^loffen ju l^aben; 
wenn jemanb einen 9?ad^brucf 
ober eine überfe^ung im %u^ 
lanbe ()erftellt unb in S^uglanb 
einfül^rt, ol^ne vom rufftfc^n 
Verleger voriger bie fc^riftllc^c 
Erlaubnis erhalten ^u l^aben; 
wenn ein Sournalift eine ge« 
fcftü^te ?CuSgabc unter bem aSor= 
wanbe eineS SBerid^teS ober einer 
^ritif burd^ fort^efef te furje 8i' 
täte ober ^uSgüge nad^brucft; 
wenn jemanb ein bereits übet:: 
festes ^er! nochmals überfe^t, 
biefe neue Überfe^ung aber me^r 
als 3Wei. drittel beS 2:r^eS ber 
früheren Überfejung wörtlid^ totc= 
berl^oU. ^IS verbotene 'dladibiU 
bung ift angufel^en: 2)ie mit bet 
^nb (als Ein^eüopie) ober bur^ 
ein anbercS beliebiges SScrfal^rcn 
veranftaltete SSerVielfältigung ei- 
nes 5htnftwerIeS; bie Entlehnung 
t}on ®x\tpptn, $Iänen ic. Von 
anberen SBerfen ber SRalcrei, 
©fulptur ober Ärd^iteltur. S8er= 
boten ift auäi ber 92a(^brud( einer 
veröffentlichten ober unveröffent« 
lichten muftfalifd^en ^om))ofition ; 
bit Verausgabe einer öffentlich 
gefpiclten fremben 5^onH)orition, 
wie au(^ bie Verausgabe eiueS 
5lrrangemeutS ober einer XranS* 
^Option berfelben; bie öffent« 
lic^e Sluffül^rung unVeröffentlic^* 
ter mufilaltfd^er ^omf)ofitionett 
ober bie Sluffül^rung bereits ge« 



dhtfttanb. 



#f 



brudlict 3Rttft!flütfe, ttjcttn ft(i^ 
ttuf bcn gcbrucftcn ©ycmplarcn 
ber i^omponift baiJ Stuffül^rung«* 
r€cöt auSbrücfüd^ unter Stnbro* 
5ung gcrid^tliijftcr Verfolgung bor= 
bcl^alten l^at. Opern unb Ora* 
torien ftnb aber aucft o^ne folc^en 
SSorbe^Il gegen öffentliche ?luf* 
füljrung gefcftüßt. 
@« tft ieboc§ gemattet: S)er 
S^iac^brud üon ^}oIit!f(5ett 9Jeuig- 
feiten, 3^tate ober lurjc Uu^^t, 
menn ber fßa^brucf nid)t mel^r 
als einen S£)ruc!bogen na(b ber 
legten ^ndgabe be§ Originale 
gered^net, umfaßt unb ble Oueffe 
angegeben ift; bie 3"foninten« 
fteHung Don fei^reftomotien ober 
onbem jum Unterrichte bienenben 
SSkrfcn, aud^ wenn bie nac^ge* 
brudien ^eile In il^rer ÖJefnuit* 
l^it me^r atö einen 3)rucfbogen 
umfaffcn; 3^töte ober Slu^jüge 
oui8 SBüc^ern, fclbft wenn ber 
nad^gebrudte %t\l me^r a(d einen 
^rucfbogcn umfofet, jeboci^ weniger 
aU ein drittel bcS ©efamtteyte« 
beträgt; ble 92a4bt(bung ber t)on 
ber Shfegierung angefauftcn ober 
in ll^rem ^2luftrage aufgeführten 
^unftwerfe, welche in ®otte§« 
igäufern, faiferlic^en ^aläften, 
aWufeen ober fonftigen öffentlichen 
Slnftolten aufgeftettt ober angc« 
bracht ftnb; hit S3enü^ung öon 
SSerfen ber Äunft jur SSer^ierung 
öon ©rjeugniffen ber 3Kanufattur 
ober be« Gewerbes ; ble SSert?ieI« 
fättigung Don 3Berfen ber j^eldö* 
nenben unb malenben ^unft 



huxdi bie $(aftif unb vice 
versa. 

®er SJerfauf eine« Äunfttoerte« 
f daliegt nid^t ben Verlauf bed 
SSerDieIfäItigungSre(i6te^ in p4 
5)a8 VerDfelfättigungSrecfjt ber 
auf Vcftellung auSgefül^rten 
Äunftwerfe gebitl^rt bem Vefteüer. 
@injelne 3Berfe, bcren VetDiel« 
fältigung^rec^t ber SCutor über^^ 
tragen ^at, barf biefer nur in 
einer ®efamtau§gabe feiner ^erfe 
wieber Deröffentlicften. 9Ser hei 
ber SSeröffentlidftung eineS ©erfcS 
ben 3cnf urDorf d^riften nid^t na^^ 
!ommt, Derliert aUe Url^eberred^te 
an bem 3Scrfe. 

S)ie Qtn^vixlomitet^ unb einjel* 
nen S^nforen ftnb Derpflic^tet, 
bei htm ©rfd^einen neugebrucfter 
Sudler, gouniale, 3cit«ngen unb 
anberer S)rudfer5eugniffe Don btn 
Herausgebern berfelben -gir Der« 
langen: 3*Dei ©jemplare, welche 
für bie 3cnfttrbe]^örben geforbert 
werben, jwei @fenH}Iarc für bie 
faiferlic^e öffentiic^e Vibliot&e!, 
wenn bo§ 3BerI In nid)t weniger 
atö 600 ©yemplaren erfd^eint, 
bod| nur ein @fentj)lar, wenn 
eS in geringerer ^Änjal^l gebrudtt 
wirb; ein ©fcmplar für bie ^le- 
janbersUniDerfttät in ^elftngfor« 
unb ein d^tmpiax für bie faifer* 
li^e Sllabemie ber ^Biffenfcfiaftcn ; 
augerbem ein ©yemplar \)on 
SSerlen — mit allen Söeitagen 
unb ©uj)plementen — , welche fic^ 
auf ßJeograp^le, Sopograip^ie, 
6tatiftif, Sieifen, ®ef(^ic^te, «r* 



ettei^et, Ui fftt^t ffir Xlx^tUx ic, n. 



«8 



9ht^tttitb« 



d^äologie , 92aiurtt)lf[enf d^aften, 
aWatöcmotil, Slftronomic U^it^tn, 
ober in bad ©ebtet ber ^riegg« 
toiffcnfc^Qften gehören ober irgenb 
eine SBe^tel^ung ju benfelben 
l^aben, mit ^uSnal^me oon perio:: 
bifc^en, nid^t f:t)e5iellen Kerlen, 
für bie ^ibliotl^e! bed ®enera(« 
ftabS; ein @;emplar Don harten, 
ftatiftifcöen 2:abeIIcn, ©efd)rci= 
Bungen nnb onbcren auf baS 
©eenjefcn bezüglichen fpejiellen 
äBer!en: für bie i)t)brograp]^ifc^e 
^auptDem)aItung be$ ^arint^: 
minifteriuntS; ein d^empiav bon 
Seitungen, 3ournaIen unb %U 
ntanaciien für ba^ ^olijeibepar^ 
tcmcnt im SRinifterium beg Sn« 
nern. 

S)ie SÄogfauer SKufeen, ba« 
öffentliche unb baSStumjan^omfcl^, 
l^ben bad fRtd^i, unentgeltlich ^u 
erhalten: 1. je ein @;emplar oon 
aQem, toad in 9^u|(Qnb burd^ 
$rit)atleute ober burc^ <Btaai^ 
inftitute Qebrucft, graoiert unb 
lit^ograpl^tert loirb; 2. je ein 
(^tmplat in 9lu^(anb pl^otogra- 
pikierter ^anbfd^riften unb ^üc^er 
unb 3. je ein ©jemplar ber fon^ 
fiSjiertcn ober burcö 8fiifu^be= 
l^örben ober 3(>U^niter onge^al:: 
tenen audlänbtfcf^en ^erfe, melciie 
ju bicfen S3el^örben in mcl^reren 
(S^emplaren gelangen. 

S^emplare Don S3üc^ern, perio^ 
bif^en SBerfen, ©vofcftüren unb 
©eparatabbrüden aud periobifc^en 
unb Sammeln^erfeU; mit allen 
sugelgötigen IBeilageUi ebenfo 



Q^emplare t)on Xafeln, ® raDüren, 
Sit^ograpl^ien, geogrop^ifc^en 
^^arten, $Iänen, plgotogropl^ierten 
^anbfc^riften unb ^üd^ern u.a.m. 
tt)erben in bie SRufeen gefanbt: 
mcnn fie toon 3)rudtereicn, Ilt^os 
gropl^ifc^en unb metadograp^is 
fc^en ^nftalten an bie lofalen 
Senfurbcöörben geliefert »erbe«, 
burcfi biefe 93e]^brben; menn fie 
auf Stnorbnung oon 9?eg.ierüng«s 
beworben unb ^erfonett ^erau^s: 
gegeben n^erben, burc^ biefe fSt^ 
Sorben unb $erfonen; toenn fie 
enblicb auf aüer^öd^ften ^efe^I 
gebruclt »erben burc^ biejenige 
^rudferei, in ber fie gebruat 
morbcn fmb. ®ie ^füj^tejcm* 
plare finb )Don aUen neuen ^uf« 
tagen, bie toon neuem genehmigt 
»erben muffen, abjjugeben. 3m 
Weigerungsfälle tritt 5»ang9»eife 
Söeitreibung ein. 

Verfolgung »egen Verlegung 
bed Urheberrechtes tritt nur auf 
untrem beS Derle^ten Url^eberd 
ober Verlegers ein. 3)ie »iber» 
re^tlid^ l^ergefteüten (S^emplare 
unterliegen ber Vefc^lagnal^me, 
unb ber ©c^ulbige ift htm SJer- 
legten ^u Sc^abenerfa^berpfüd^tet. 
^lugerbem fe^t ha^ @trafgefe^« 
bud) Dom Saläre 1886 folgcnbe 
©trafen feft: 

SBer ein frembeS SBerl als fein 
eigenes auSgiebt unb bit be^üg« 
liefen Url^eberrec^te ausübt, »irb 
nad^ einer entfernten ^roDin^ 
(auSgenommen@ibirien) Derbannt 
ober lu $aft Don fec^ ä^onaten 



SHt^fditb. 



99: 



btd 5U einem 3al^e berurterlt; 
^erfonen, t^elc^e !ört)erUd)en 
©trafen nid^t untertoorfen ftnb, 
toetben gu einer (S^efängntöftrafe 
Don 8 tu 16 SRonaten t)erurtei(t. 
^er fid^ int )3eft^ etned nod^ 
unöcröffcntlic^ten fremben SBcr* 
!e8 (a»annf!ript, S3ilb ic.) befinbet 
unb biefeS, ol^ne ^ierju berechtigt 
gu fein, bcröffentlicftt , toirb mit 
Q^efängniS Oon 2 big 8 ^onoten 
beftraft. ®er gleichen ©träfe 
unterliegt, tott eine neue 9(uf(age 
eined %Ber!e8 l^erauSgiebt, ol^ne 
mit bem Url^eber borüber Ver- 
trag abgefcigtoffen p l^aben, ober 
totx baS Ur^berred^t an einem 
SBerfe öerfauft, ol^ne l^iergu be* 
recfttigt gu fein. 2Ber in einer 
geitf^rift, einem SBu(§c k. ein 
frembeS SSetf teilweife nod^* 
brudt, iebod^ in gr%rem Um- 
fange aU ed bad @^efe| geftattet, 
mirb )u einer @)elbftrafe Derur« 
teilt, meiere jiebod^ ha^ hopptltt 
bed greife« ber ©efamtauffage 
jened SBuc^ed, metc^ed ben ^adj' 
brucf entölt, nic^t überfc^reiten 
barf. 

$(tö tterbotener ^^ad^brud mirb 
au(^ beftraft, wenn ein rufpfc^er 
5^om:t)onift bad Verlagsrecht an 
feiner Äompofition einem ruffi* 
fd&en SScrfeger, unb für boS 51u«s 
lanb einem au3lönbifci)en Ver- 
leger überträgt unb ber Äom<)0' 
itift t)on ber im ^uSlanbe er- 
f ^ienenen ^uSgabe mel^r old ^ei^n 
dj^txnplaxt in mulslanb einfül^rt 
itnb Derbreitet 



betreffs ber bramatifd^en ©erte 
unb £)))ern; welche gur ^uffü^ 
rung auf ben faiferli^en Vü^nen 
beftimmt finb, fe^t baS 97eglement 
öom 13. 9JoDember 1827 folgen* 
be8 feft: 

^He bramatif(^en SBerle unb 
Qptxn, welche Don ben Slutoren 
ben !aiferlic6en S^^eatern jur 
öffentlichen ^(uffüi^rung über* 
laffcn werben, ftnb nac^ folgen* 
bem @(^ema in fünf Maffen ein* 
zuteilen. 

I. klaffe; Driginolwerfe in 4 
ober 5 ?llte unb in Verfen, 
fowic bie SRufif grofecr Dpern. 
IL klaffe; Original werfe in 3 
5lfte unb in Verfen, $rofa* 
ftücfe in 4 ober 5 §tfte, in 
SSerfeu überfefete ©tüdfe in 4 
ober 5 «ftc, bie aKufi! mitt* 
lerer Opern. 

III. Älaffe; ein* ober jweiaftige 
Originalluftfpiele in SSerfen, 
breiaftige Öriginalwerle in 
$rofa oberebenfo lange 9Re* 
lobramen^ Überfe^ungen guter 
^rofaftüde in 4 ober 5 mit, 
Original Stoffen in 3 Slfle, 
bie aRufi! ju Operetten. 

IV. Älaffe; ein* ober jweioltige 
Originahoerfe in ^rofa,Übers 
fejnngen ebenfo langer ßuft* 
fpiele in Verfen, Überfe^ungen 
guter ^rofaftücfe in 2 ober 
3 Slfte, Original^^offen in 1 
ober 2 ^fte. 

V. Älaffe; ubcrfe^ungcn lurijer 
einaftiger ^rofaftücfe ober 
hoffen. 

7* 



100 

SCtttoren, beren ®tMt atsf einer 
ber !aiferU(6en ^ü^nen bev btU 
ben ^tt^tftöbte jur SCuffül^rung 
gelangen, erl^alten tuft^cenb i^rev 
Üebend^eit einen tlnteil üon ber 
burc^ jebe $(uffü§rung erhielten 
(£inno|me, ober nac^ grgenfettigcr 
Ubereinfunft s^otfci^en bem ^utur 
unb ber X^eaterbirettion eine 
einmalige ^fbftnbung für badSluf^ 
fil^ungiSre^t. ^er bem $(utor 
j^ufommenbe Seil ber ^innal^me 
ober bie 9[6ftnbung9fumme be- 
trägt: 



Stla^tn : 



Ztil 
nomine. 



IWäjtnmm 
bec «bfin- 

bUllflS« 

fumme. 



I. t(offe 


VlO 


II. Äloffe 


Vi5 


III. Älaffe 


^/«O 


, IV. moffe 


/so 


V. Äloffe 


— 



4000 



2500 



2000 



lOOO 



— 500 

S)ie tibfinbungSfummen tt>erben 
in ^a^ierrubei ge^l^It, ael(4e 
ein drittel M SSkrted ber ©über« 
rubel gelten. (1 ©ilberrubel = 
3 Wlaxt 20 $f.) 

^er htm ^uiox 5ufommenbe 
Xeil ber ^inna^me mirb toon 
5toei drittel ber Bruttoeinnahme 
berechnet, ba ein drittel für bie 
^o^tn ber ^Cuffül^rung angefe^t 
)uirb. mxb ein lur^ed ®lüc( 



mit einer Cpxx ober dnem fiaOett 
ittfammen aufgefüllt, fo »trb 
ber bem ttutor bed lur^en ©tütfed 
^ttfommenbe Anteil ber grö^un 
$[uffü^rung$Ioften tt)egen oon ber 
$ölfte ber Sruttoeinnal^me be? 
red)iiet. 3ugfröftige6tücfe muffen 
im erften ^al^re minbeftend \tdfis 
mal unb in ben f olgenben Sagten 
minbeftend gmeimai aufgeführt 
koerben. 

SCutoren, ttjeld^e jtoei @tü(fe 
erfter klaffe unb toter @tüde 
^toeiter klaffe gefc^rieben ^aben, 
bie no4 auf bem ^tpcttoixt unb 
minbeftend feci^dmal nad^einanber 
gegeben luorben ftnb, ^ben ^n^ 
fpruci^ auf freien Eintritt ju aüen 
5U gunfteit M f^idlu^ gegebenen 
ruffifc^n Sorftettungen. nutoren 
))on fed^d @tücfen ber britten unb 
ber bierten klaffe lönnen, fofem 
biefe (3tü(!e fortlaufenb auf bem 
9iei)ertoire ftnb, für alle ^ugunften 
bed Sfidlud gegebenen rufftf^en 
S^orfteßungen u^ä^renb ber 3«^^ 
bon ein biiS brei Sa^en freien 
Eintritt itid X^eater erl^alten. 
^uf biefe Sergünftigungen ^aben 
jebo(^ nur jene Tutoren SCn» 
\ptuäi, mlt^t nici^t burd^ eine 
einmalige 3<^§Iung abgefuuben 
morben finb. 

9(ae ^onorarjal^Iungen für bro;« 
matifd)0muftfaiif^e^erIe merben 
bem Som))oniften audgefoigt, totU 
d^r bie SSerpflic^tung ^at, htn 
S^erfoffer bed Xe^ed ^. entf^ä« 
bigen. ^ie XJ^eaterbireftion ift 
aud^ ermäd)tigt, für einen )u 



(San 3Raritio— ©an @aIbabor. 



101 



bodft bcn ber brüten klaffe nUt 
«6erf(£)reitCR barf, Überfcjungcn 
Don 0:|:»etn 5U laufen, ju meieren 
bie Wufi! betettö lontpimiert ift, 
ober £)riginalfiü(fe %n ertoerben, 
ju toeld^n bie SRitfi! Don ben 
SWuftfbircftoren ber if^taitt f om« 
Jpottiect tDtrb. ^irb toon einer 
$Bül|m bem 9(utor eine Sbfin» 
bung^funtme gejal^It, fo n)irb baiS 
@tüä Q^igentum aller faiferlidgcn 
©Ulanen, gum löenepi eineS 
^ünftlerd aufgefül^rte ®tü(fe ober 



D))ern toetben naäi ber ^itff&l^ 
rung difßninm bed S^eaterS. 
S^u^anb l^atte mit f^ranlreid) 
am 6. Sl))ril 1861 eine ^nDen-- 
tion junt gegenfeitigen ®^u^ 
beg ^igentumd on Serfen bed 
^eifteS unb ber ^un^ abge« 
fci^Ioffen. ^tefe ^onbention ift 
ober feit 14. Suli 1887 ougcr 
^raft. ©egentvörtig fmb stoifd^en 
gfran!ret(i^ unb fRu|lanb $er^ 
fanblungen junt $(6fcl^Iuffe ei« 
ner neuen Sitterarfontocntion im 



$an nSarinior. 



@an Marino l^at fein @)efr| 
gum 6c^u^e bed geiftigen ^igen« 
tumd. @in mit Stalten am 
27. ä)l&r} 1872 a^effJ^IofTener 
Srreunbfc^QftSDertrag beftimmt je» 
bod^ in § a5, bog ^bie 9le))u6Ii! 
ben in S^alien aner!annten 



<S)runbfäten betreffs m Untva^ 
lifci^en iSigentumd DoUftänbig bei« 
ftimmt, unb ftc^ t)er))f(i4tet, auf 
i^rem ©ebiete jebe $erDieIfä(ti« 
gung etned in Italien beröffent« 
lichten SSerfeS ber ßittcrotur ober 
ber Äunp 5U toerl^inbern." 



$an $altra}r0r. 



5Da$ bitrgerlid^e (Sfefej^buc^ Dom 
goftre 1880 beftimmt im § 610: 
',,^ie @rgeugniffe bed XalenteS 
ober be^ ^eifteS finb baS @igen« 
tum il^rer Url^ber. 5E)iefed (Sigen« 
titm ift burd^ befonbere @)efe^e 
geregnt." 

S3id l^eute ift nod^ fein @yefe| 
$tUK <5(6u^e bed geiftigen digen« 
tumd ettaffen motben. San 6al« 
babor ^t aber ben jmlfc^en ben 



fünf 9fie))ubafen a»ittelamerifa$ 
i^tojeftierten $anbeI$Derlrag mit 
unterjeit^nct. (©iel^e (Joftorica 
Seite 14.) 

S)er mit granfreit^ gefd^foffene 
SitterarDertrag ryom 2. 3uni 1880 
fe^t, ba SalDabor fein eigene^ 
Url^eberre^t^gefe^ l^at, and^ bie 
IRed^te unb $fli(^ten feft, meiere 
bU Ur^ber beiber i5änber ge« 
niegen. 3n be^ug auf ben Srftgei' 



102 



©^tocbcn* 



be8 Url^ebcrre(6te«,„?Pcrfon unb 
Umfang bcSfelbcn, Uberfc^ungS«' 
xedjtf ©d^u^frift unb ©trafbarrclt 
fmb bie angemeinen Q^mnbfä^e 
bcS fronjöflfcficn UrfiebcrreÄteÄ 
aufgefleHt. Um Schritte gegen 
ettDatgen d^ac^brudt ju t^un, 
mu6 bcr 53crfoffer eine S3efc^is 
nigung toon ber juftänbigen ^t^^ 
Iftörbe toorlegcn, njeld^e beftätlgt, 
h(\^ fein SSei! im Urf^)rung«s 



lanbe gefe^mägigen @d§tt^ ge:: 
niegt. 

^m 23. Sunt 1884 l^at San 
Salbabor einen Vertrag mit 
!5J|)onien gcfc^Ioffen. S)ie Sc* 
bingungen btefed Vertrages ent« 
f^re^en ben ^orfc^riften, tneldie 
ha9 f^anifc^e @)e[e9 für ben 9[b^ 
fci^Iug Don SitterarfonDentionen 
toorf(§reibt. (©lel^c Spanien, 
Seite 106.) 



Sijflhtßlrctt. 



S)ie fd^toebifd^e Url^eberrec^tS- 
©cfe^gcbung befielet an^ foIgen= 
ben ®efe|en: 

®efet t)om 3. SWai 1867, be* 
trcffenb bie Vervielfältigung toon 
^unfttoerfen ; 

QJefefc öom 10. ^uguft 1877, 
betreff enb baS litterarif(^e ^igen^ 
tum; • 

®efet öom 10. 5luguft 1877, 
bctreffenb bic Slu^be^nung beS 
®efe6e8 bom 3. 2Rai 1877; 

OJefefc Dom. 10. Sanuar 1883, 
betreffenb Änbcrung ber §§ B, 
10 unb 21 m @)efe^e3 t)om 10. 
Sluguft 1877 über bo8 littcrorifd^e 
Eigentum. 

Siiadjfte^enb geben tt>ir hen Qn« 
l^alt ber bejüglid^en ©efe^e. 

%tx Url^eber l^at ha^ auSfd^licS» 
li(^e 0}e4t ber Verütelfältigung 
feiner ©c^riftwerfe unb SBerte 
ber Äuttft, einerlei, oh biefe 
bereits gebrucft finb ober nid^t. 
^töSd^rtftmerle merben im Sinne 



biefeS (äJefe^eS betradfttet: mufifas 
lifd^e ^ompofitionen, naturge^« 
fc^id^tlic^e ^[bbilbungen, Sanb- 
ober Seefarten , ar^iteftonifd)e 
$läne ober anbere S^i^nungen 
unb ^bbilbungen, toeld^e il^rcm 
^efen na4 nid^t aU ^unftioerfe ju 
betrad^ten pnb. ^ad SSerüiel« 
föltigungSred^t an Herten ber 
Äunft ift »ä^renb ber ScbenS^eit 
beS Tutors unb jel^n galftte nad^ 
feinem Xobe gef^üft. Sd^rift* 
mxh ftnb n^äQrenb ber SebenS« 
gelt be§ StutorS unb fünfzig 
Saläre nad^ feinem 2^obe gegen 
^a&\hxüd gefc^ü^t. 9[non^me, 
))feubon^me unb ))oft§ume Sd)rif t-' 
n)erle, fon>te ^er!e, welche bon 
®efcnfdpaftcn l^erauSgegebcn »er» 
ben, finb fünfzig 3a§re Dom 
erften (Srfd^einen an gefc^ü^t. 
SSenn mel^rere Tutoren an ei* 
nem ^erle arbeiten, fo mirb 
bie @4u^frift Dom 2:obe bed am 
löngftenlebenbengered^net. "^tnn 



©(j^toeben. 



103 



\xd^ ber ^utor etneS anonymen 
ober pfcubon^mcn SBcrfe^ bor 
Ablauf ber für bicfc «3erfc feft* 
gefegten ©d^ujfrtfi nennt, fo h)irb 
ber (5c^u| ouf fünfzig Qa^re 
nadi feinem Xobe üerlöngert 

S3et SSerten, btc in mehreren 
Steilen crfc^einen, mirb bic ®(i&u^= 
frift t)om ©rfd^einen beg Ie|ten 
%aM an gerechnet, fofern jhJi« 
fc^cn ber ©erau^gabe ber einjel* 
nen Jctic nicftt me^r aU brei 
gaörc öerfloffen finb. ' 

SBe^üglid^ beiSÜberfe^ungSrec^te^ 
ift ju bemerfen, baß ©rf)mebift^, 
S^ormegifd^ unb 3)änifc^ al8 S)tos 
lefte einer @^)rQ(i^e angefetjen 
ttjerben, eine Überfe^img auS bent 
©tfimebifc^en inSSfiortoegifc^c ober 
S)änif(^c olfo al« 9?a(öbrucl be= 
trautet toirb. ©irb ein 3SerI in 
mei^reren (Sprad^en (meiere jeboc^ 
am Xitel angegeben werben müfs 
fen) swgJeic^ |era abgegeben, fo 
ttJirb jebe ?Cu§gabe atd ?Serf für 
fic^ betrachtet. *S)aS Überfegung^s 
re^t als 3:eil beS Urheberrechtes 
muß fic^ ber Slutor auSbrücflid^ 
am %M beS 5BerfeS borbebalten. 
Slucft muffen bie ©Jproc^en ge= 
nannt fein, für meli^e biefer 
SBorbel^alt ©eltung l&aben foff; 
ber §lutor genießt in biefem ^alle 
einen fünfjäl^rtgen <S(i^uft beS 
ÜberfetungSrecbteS. ^tv Über* 
fe^cr genic|t für feine Überfe&iing 
baS Urheberrecht im ganzen Um* 
fange, »aS nidpt berfjinbert., bafi 
ein anberer eine anbere Über* 
fe^ung beSfelben ^er!e$ l^erauS:" 



geben fann. $)er Herausgeber 
eines J)eriobif(:§en ober ©ammel* 
merfeS gilt für baS auS SBeiträ^ 
gen SRel^rerer gufammengefteQte 
^er! als Urbeber, o^ne jebo^ 
hit einzelnen Beiträge apaxt öer* 
öffentli^cn ju bürfcn. din Sal^r 
nac^ ber crften 5Öeröffentü(j^ung 
bürfen aber bit einzelnen ^r* 
beiten toon ben ?tntoren anber« 
meitig t^ermenbet merben. (Samt* 
lic^e bem Url(^eber juftel^enbe 
fRtdite fann ber \autor ober beffen 
[Rec^tSnacf)foIger beliebig über* 
tragen, jebo% gilt eine fold^e 
Übertragung, wenn nic^t auS* 
brücfiic^ etwas anbereS bebungen 
würbe, immer nur für eine ^uf* 
tage in ber ^'6f)t t)on 1000 (S^em* 
^jlaren. 

Slöe tJriften laufen öom 1. 3a* 
nuar, welcher bem (Sreigniffe, baS 
ben SBeginn ber grrift beb Ingt, 
folgt. 

®eftattet ift bie 3^tierung eincS 
3BerfeS ^um ^mtdt ber Äritif 
ober ber Äommcntierung , 3^* 
fammenfteflung flcinerer^rbeiten 
5U einem ber religii5fen Erbauung 
ober Unterricl|tSiwedten bienenben 
©efamtwerfe; au(^ ift ber ißad^* 
brucf, wenn berfelbe als Xejt ju 
einer SKelobie bient, geftattet. 
3n all biefen Sötten ift jeboc^ 
ber ^utor, wenn baS Original* 
wer! beffen 9?amen nennt, an^u* 
führen, kleinere 9Jlitteilungen 
bürfen S^^tfc^riften tooneinanber 
mit Ouettenangabe abbrucfen, 
griJgere arbeiten j[ebo(^ nur bann, 



lOi 



e^lvebcn. 



toenn baft Dtigtnal fein ^laify^ 
htuäSiotxbot tnmlt 

^d tlr6e6erie4t f^Iiegt au^ 
bad 9(uffü^Tung$re<]6t tfiieatTali- 
f^et 9kr!e in ftc^, ol^ne ^oftunte 
iinb Dl^ne fonftigen fjenifc^n 
K|)))orat ift )eboiJ^ bie ^[uffu^ung 
jebem geftattet. 

2)ad QtiSf(flIiegUd6e ^up^ 
ningSrecbt mug befonberd be:: 
bungen fein, h^ ffiQt biefeS an 
ben $(utor jurü(f, U)enn ber dx^ 
toerber bed 9?e(i^tö loöl^renb fünf 
Sa^te feinen (S^ebraud^ batoon ge^ 
vnüäjit l^t. 

^ie Erlaubnis gn {eber 9[rt 
jdon 99e^TobufHon unb R^erlauf 
ber 9le))robuItij)n \)on Werfen ber 
l^unft ifl t)om "äuiot bed ^erle« 
^u crmerben unb ift e3 bem 
Stutor frcigefteKt, wie fielen $cr= 
fönen unb unter melden ^e« 
bingnngen ober SSefc^ränfungen 
er biefe @rlaubnt§ erteilen »id. 
2)er Verlauf bed Driginaltoerled 
f(6Iie^t ni(^t ben S3er!auf bed 
^erbielföItigungSred^teS in fici^. 
<^efiattet ift jebod^ bie mepxohuU 
tion ber bem @taate ober ben 
i^ommunen gel^örigen ^unfttterfe, 
fon)ie au(6 folc^er ^erEe, meiere 
auf öffentlid^en $Iä|en ober auf 
ber ^ugenfeite l7on Sebäuben an- 
gebradit ftnb. fj^erner bürfen 
jpanbmerfer ober ^abrifanten 
Serfe ber ^unft ald ^obeOe ^ur 
^ergierung t)on ®ebrau(^9gegens 
fiänben benü^en. 

9Btberted)tIid)er 'Sladjbxud bon 
@d^riftn)erfen totrb mit Strafe 



bOK 20 bid 1000 fironen belegt. 
2)er &\&qfix fyd augerbem !Re%t 
auf bie miberrec^tU^ l^rgeftellten 
a^xmpiaxt bed ^rled, mobei 
i^m noc^ ber $reiS für bie be^ 
reitd t>eda\i\\t Stnja^l ausgefolgt 
UKrben mug. ^tö SRa^tab gilt 
ber Su<^^änbler)>reid ber festen 
red^mägigen 9[udgabe. 9Biber- 
re^tlicjbe Äuffül^rung eiued $ü^ 
nenmeried unterliegt berfelben 
©elbfirafe unb aufterbem mirb bie 
gefamte SSruttoeinnal^me be- 
f^Iagnal^tt, o^ne jeben ^b^ug 
für ein eDentueU j^ugleid^ aufge- 
fül^ed anbered @tücf. 3ft ei» 
nt^t möglich, bte Dorfte^enben 
©runbfäge ^ur ^rec^nung bed 
©d^benerfa^d in ^Cnn^enbung ^u 
bringen, fo toirb ein anberer ge- 
red^t erfd^einenber iRa^ftab an- 
genommen, ber äSinimal betrag 
be$@4abenerfa^$ ift jeboc^ fünf^ 
jig fronen. ^Qe platten ober 
fonftiged Material, meld^ed ^um 
toiberred^tlid^en ^ac^brudE biente^ 
foioie Kopien beS unrechtmäßig 
aufgeführten ^ü^nentoerfed mer- 
ben fonfid^iert unb berort be- 
l^anbelt, bag fein meiterer '^lii' 
braud^ bamit getrieben merben 
fann. äT^it (Strafe btS ^ur ^a« 
j^imall^öl^ l)on 100 fronen »irb 
belegt, toer in t^öHen, mo l^om 
©efege ClueUenangabe ober ^tn^ 
nung bed ^niox^ l^orgefd^rieben ift, 
biefe§ unterlögt, ^er miffentlic^ 
ein unrechtmäßig l^rgefteEted 
Ser{ Derfauft ober be^ufd S3er;s 
fauf aus bem 9luSlanbe einfül^rt, 



@d^toeben. 



105 



tocrfättt bcnfclbett ©trafen njic 
bcr iRad^brutfet. S)ie gleid^en 
©trafen finb aud^ auf bic un* 
re^tmägige $er)>ielfättigung bon 
Werfen ber IButtft gefegt. ^^^ 
ftreitet ein ber unre(i^tntä6igen 
SSed)ieIfäUtgung eine^ tunfttoer- 
!eiS ^ngeflagter feine ©d^ulb, fo 
^at ein in üoereinftintmung ber 
ftreitenben Xcile angerufene« 
@ad)toerftänbigen = (4Juta^ten 5U 
entfd^eibcn ; anbernfaÜS entfc^eis 
bet bie^lfabemie ber f d^önentünfte. 
^er ®eri(^tö^f l^at bie htn ^adi* 
^rftönbigen 5U unterbrettenben 
ftrcitigcn ffragcn aufjuftcttcn. 
Seber fc^mcbifd^e IBürger geniegt 
ben ^u^ be« ^fe^ed. gebeS 
t>on einem fc^toebifc^en Verleger 
lerau^egebene anonyme ober 
:pfeubon^me ^erl mirb al^ t>on 
einem Bürger ©d^toebenä ^t' 
rül^renb «ngefel^n, fofern nic^t 
bad (Gegenteil feftgefteUt mirb. 
^t ein @4riftmer! mel^rere Ur« 
lieber, jo bebarf ed ju beffen 
3>ru(f (cgung- ober Aufführung ber 
^utorifation einei^ jeben ein^el^ 
nen; bei bramatifd^^mufifalifi^n 
SBerlett genügt jieboci^ hit ^uto^ 
rifation be« IBibretttften ober bed 
^onit)onifien, je nac^ bem Um« 
ftanbc, ob ber 2:cjt ober bie SKufif 
h'it ^u))tfa(^e M $?erre§ ift. 
äKanuflri|)te in ^änben be« Ur» 
beberd, beffen ^itme ober (Srben 
li&nntn für ©cbulben nid^t be« 
fd^Iagna^mt unb im §aße eine« 



^onfurfed aud^ nid^t jur ^on- 
lurSmaffe getoorfcn toerben. 
^a§ ®efe^ geftattet unter ber 
S3ebingung ber 9le^i))rosität hk 
^nwenbung bedfelben aufUr^ber 
anbcrer Sänber. (Sine berartige 
$(bma(^img ift jebod^ biSl^er nur 
mit Sfranlret^ unterm 25.3februar 
1884 aefc^Ioffen ioorben. S)ie 
^Ibmac^ung gel^ bal^in, ba| bie 
Urlicber beiber Sänber In jebem 
Sanbe ben ^inl^eimifc^en gleid^- 
gefteUt toerben, ^id ber auS 
einem ber Vertrag fd^tiegenben 
Sönber ftanunenbe Ur^ber im 
anbern Sanbe sur Verfolgung 
feine« 9?ec^te« bie ^ülfe ber @e^ 
richte in %n())tud^ iu nehmen, 
fo bebarf er ba^u nur ein 3^^$- 
ni« ber Eompetentcn iBe^örbe fei? 
ne« Urf|)rung«Ianbe«, toeld^e« be« 
ftätigt, bai ha^ in tJrroge ftebenbe 
©c^rifttoerf ober ^unftmer! ein 
Originaltoecf fei, unb in bem 
Sanbe, 100 badfelbe oeri)ffenl liebt 
tourbe, ben gefe^Iic^n ©cbu)^ 
gegen SiJad^bruä.ober 58ert)ielfäls 
tigung genießt, gfroniöfifcbe SSür* 
ger erhalten biefe« geugni« beim 
Ußinifierium be« Sni^^^ti ^^ ^^' 
reau de la librairie unb muß 
ba«felbe t)on ber f^mebifd^^^nor« 
tt^egif^en Q^efanbtfcbaft in $ari« 
beglaubigt merben; fd^mebtfcben 
l^urgern n^irb ha^ S^W^^^ ^^^^ 
Sufttaminifterium auSgeftellt unb 
oon ber fran^öftfd^ni^efanbtfc^aft 
in ©tocE^oIm beglaubigt. 



106 



®d^n>ei^— Spanien. 



$dlVu£t|. 



3)cv öonftänbioc Slbbtud her 
fc^toeiscr Ur]^e6crretöt§s®efc|?gcs 
bunfl befinbci fic^ im erften ©onbc 
hk\i^ ^eiled. ^erfelbe ^nb 
ent^ölt audj bte jmifci^en bec 



€4me^ unb ^eutfc^Ianb abge^: 
fc^Ioffcnctt SitterorioTiDentioncn, 
tvä^renb bie übrigen lütterarfon« 
Denttonen om (Sc^Iuffe biefeS 
93anbe$ obgebrucft flnb. 



$pmxitn. 



(Bpanitn getoäl^rt huxd^ fein ^le- 
fef t)otn 10. Sonuar 1879 bcm 
gei fügen (Eigentum ben meit' 
gel^enbfien @d^uj^. 

3)q8 geiftige Eigentum (Pro- 
priedad intelectual) fte^t bem 
Utl^eber aller SBcrIe ber ßiitera* 
tur ober Äunft gu, hjelc^c burdft 
irgcnb ein SBcrfa^ren öcröictfäts 
tigt »erben lönncn. ^er ©toat, 
93c§örbcn, ©efeafd^oftcn , 55er:: 
eine k. !5nnen, n>enn fie ^rau§« 
geber bon Werfen ber Sitteratur 
ober Äunft finb, at« Urheber be^ 
tra(^tet werben. S)oS geiftige 
(Stgentum »oirb n?ä§renb oerße* 
bendjeit bed ^ufor^ unb adfit^ig 
ga^re noc^ beffen Zob gefc^üjt. 
^0$ bei Seb^eiten be$ ^utord 
übertragene geiftige Eigentum 
föllt 25 Saläre nac^ bem Xobe 
beS ^utor«, ttjenn biefer @rben 
^tnterlaffen ^t, für bie übrigen 
55 Saläre berSc^uffrlft ben^rben 
ju. S)ie SBerleger anonymer ober 
Jjfeubonijmer feerfe merben, fo 
lange p^ Me Stutoren nic^t nen* 
nen, in bepg auf bie )oon {§nen | 



t)erlegtcn 3BerIe afö Urheber be* 
trachtet unb bementf^rec^enb ge^^ 
fd)ü^t. (Sbenfo gilt ber ^raud« 
geber eines poft^umen %BerIe9 
als Urheber. 

9lu$j(üge ober ^[bfc^riften ouS 
^ro^efealten bürfen nur mitSe* 
miaigung beS (^eric^tS^ofeS, ber 
btn ^roje6 ocrl^anbeltc, toeröffcnt* 
(i^t merben. @S ift ganj inS 
l^elieben beS ©eric^te« geftem, 
wem ober tt)ie fielen $erfonen, 
et)entuell nnter meldten liBefc^rän« 
f ungen er bie Erlaubnis jur ^er« 
i5ffentli(i^ung geben mitt. 9?e^tS« 
anwätte bürfen bie t)on i^nen 
iftergeftenten ©c^riftftücfe ober 
^ptoibo^erS nur mit Erlaubnis 
beS ©eric^teS unb S^f^nt^ung 
iftrcr Klienten Deröffentficbcn. 

3u jeber einzelnen ^uffül^rung 
eines bramatif(i^en ober muftfa« 
Uferen 3Ber!cS bebarf eS einer 
üort)erigen fpejteQen Srmfic^ti« 
gung beS HutorS. @inb mehrere 
iautoren Url^eber beS fBer!ed 
(}. 93. ^ic^ter unb J^omjponift), 
fo mug 5ur ©efamtauffii^rung 



Spanien. 



107 



jeber feine befonbere^rmä^tigung 
erteilen unb fielet eiS jebem ein- 
gelneu WitaxUiitx om ^erle 
frei, bic Ermächtigung für feinen 
Xei( ^u berfagen unb über ble 
öon il^m gelieferte Arbeit be* 
lieb ig fiU t)erfügen. 3JlangeId 
onberer ^bntac^ung entföKt t>om 
Honorar für bie ^[uffü^rung 
etneiS bramotif^ - mufifalifc^en 
Verleg bie ^Ifte auf ben ^ont« 
poniften unb bie ^ölfte ouf ben 
Sibrettiften. «Rot^ bcr öffcntli(f|cn 
^uffül^rung eined bramatifdjen 
ober ntufi&tlifc^en ^er!e3 barf 
leine Slbft^rift beSfelben o'^ne dx^ 
laubni« beS Url^eberS öerfauft 
ober k)erlie]^en tt>erben, toenn ba9 
SBerf no(^ nicftt im S)rucf.cr5 
fc^ienen ifl. ^ud^ barf leine ^n* 
berung, @tret(^ung :c. an bem 
SSerfe ol^nc öor^crgel^enbe (Sr* 
laubnid be^^utor^ t)orgenommen 
»erben. 

®er Verleger eines anonymen 
ober ^feubon^men ©crfe« genießt 
alle fUtdiit beS 9(utovS. tiefer 
tritt jebod^ in feine SRetöte, fo« 
ba(b er ft(3^ metbet. %Bie toeit 
bcr SSerleger ^)oft§umer SSerfc 
gefc^ü^t ift, fagt baS @)efe6 ntc^t; 
jebenfallS lägt fic^ annel^men, hai 
f)itx berfetbe dlec^tSfc^u^ mie für 
ben Verleger anonymer ober|)feU' 
bon^mer SSerfe in Äroft tritt. 

©efe^e, S)eh:cte, löniglid^e SSer* 
orbnungen, SReglementd unb fon« 
füge 3e!anntma(^ungen ber öf« 
fentlic^n SBel^örben bürfen \)on 
Journalen ober fonftigen ^ublU 



!ationen, in melden bie kommen« 
ticrung, 8i*^crung ober ^itific= 
rung ber ®efejc wichtig erft^cint, 
üeröffentlid^t n)erben. ^ie @^efe^e 
für fxd^ ober eine ^olleftion ber- 
felben gu brurfen, ift nur mit 
Erlaubnis ber Slegicrunggcftattet. 

^er Eigentümer eineS IgourualS 
!ann an bem gnl^alte beS IBIatteS 
attcSRed&te beS Urhebers ernjcrbcn, 
wenn er leben DoQenbeten ^af^x^ 
gang be8 3onrtiöJ^ in brei Ef em« 
iplaren beim 99egifter einreicht 
unb als litterarifc^eS ErjeugniS 
eintragen lägt. ^Sfelbe lann 
bcr ^utor ober Überfe^cr ein« 
»einer §lrtifel tl^un, inbem er om 
Enbe beS S^^l^reS eine ^oUeltion 
feiner arbeiten eintragen lägt, 
tt)cnn i^m bieS ntd^t ber S^ertrag 
mit bem Verleger beS Blattes 
verbietet. g^^^nngSartilel ober 
S^elegramme bürfen t)on anbern 
3eitungen nur bann (unb jmar 
mit Clueüenangabe) nacbgebrudtt 
»erben, »cnn boS Original (ent* 
meber am Enbe beS tlrtifelS ober 
am ^o))fe beS 93latteS) !ein ^aäf-^ 
brucfsoerbot enthält. 

SBiffenfcfiaftlid^e, litterarifc^e ober 
fünftlerifdfte SSerfe, fomie in %ta^ 
bemien ober fonftigen ÄiJr^jer* 
fc^aften ge'^altene SReben unb ^ox- 
träge fann ber ?lutor in einer 
^otteftion entmeber alle jufammen 
ober einige berfelben felbft bann 
beröffentüd^en , menn er einen 
Xeil baüon fd^on anbermeitig \)tx^ 
lauft ^at. 

Um ben ®(^u( beS ®efe(eS über 



108 



®)>ankn. 



bad geiftige ^iüentum ju genie- 
ßen, muffen bte betreff cnbenfectic 
bei bem Dom iD^intftertum ht% 
Snnern (fomento) geführten ofls 
gemeinen 9f?egifter beS geiftigcn 
Eigentums jur (Eintragung ge^ 
langen, ^iefe Eintragung roirb 
in ben ^rotoinjiall^au^tftäbten 
burci^ bie ^ibliot^efen ober too 
biefe feilten, bur^ Unterrid^tS* 
anftolten betoerffieffigt, ml^e 
gleifi^faUd ein 9^egifter über ba$ 
geiftige Eigentum führen, unb 
100 bie angeme(beten ^erfe in 
c^ronologifc^er Orbnung pr Ein» 
tragung gelangen. 
SBe^ufd Eintragung ftnb brei 
Ejemplare be« SSerfe» ju über^ 
reichen; eineS bleibt in ber ^ro- 
Din^ial^aujptftabt (^ibüot^e! ober 
Snflttut), bad anbere fommt an^ 
^inifterium be8 3nnern unb ba« 
britte Ejemplar wirb ber iRottos 
nalbibliotl^e! einverleibt. Über 
bie erfolgte Eintragung toirb eine 
8eftötigung au^gefteHt, monac^ 

bann bei bcr gi^i^^^P'f^« ^^^ 
Slntrog gu fteUen ift, biefelbe 
möge bem SWiniftertum beS Qn* 
nern t)on ber im ^ßrobin^talre^ 
gifter erfolgten Eintragung WlxU 
teilung mad^en. Ungebrudtte bra- 
matifc^e ober mufifalifc^e ^erle 
broucfien nad^ erfolgter öffentlicher 
^[uffü^rung bel^ufd Eintragung 
nur in einem (gef^riebenen) Ejem» 
))lare eingereicht p merben. ^i 
bramatif dl « muftfalif d^en IGSerlen 
ift ber litterarifc^ unb ber mu^ 
fifalifd^e Seil mit Begleitung 



Q^art gefd^leben eiitgureidlen. 
%IIe Eintragungen gefd^d^n fo- 
ftenfrei. Silber, 6tatuen, öaS- 
ober $od^relief9, arc^ite!tontfc^ 
ober topogro^l^ifd^e SRobelle, über- 
l^au|)t ^erle ber malenben ober 
^laftifd^en ^itnft bebürfen ber 
Eintragung nic^t, genießen ober 
bennoc^ benfelben 6d^u( mie 
@d^rifthjer!c. 55)ie eintrag8}>f(id^5 
tigen 3Scrfe finb inncrl^alb eine? 
Sa^red bom Erfd^einung^tage on 
gered^net ^ur Eintragung an^u^ 
melben, mibrigenfalld fie be^ g&: 
fe^lid^en ©d^uj^ei^Derluftig gelten, 
^ebe Übertretung beS ®ef^e§ 
betreffenb bQ§ geiftige Eigentum 
toirb mit C^föngnid Don ein bis 
Dier Monaten unb @(elbftrafe in 
ber breifac^en ^ö§e bcS öerur* 
fadsten (Sd^abenS ober mit nur 
einer biefcr belben ©trafen ge= 
al^nbet. S)ie ©trafen fmb an= 
n)enbbar auf $erfonen, meldte 
1. gefe^lid^ gefc^ü^te fpanifd^e 
2iBerfe,berenerfte8Seröffentnd^ung 
im Hudlanbe erfolgte, inSpanien 
reprobujieren; 2.iitel oberSron* 
tif))ice eined ^erfeg fälfd^en ober 
eine au$läubif(^e tluägobe al9 
in ©Manien erfd)tenen be^eic^nen; 
3. Xitel berartig fölfctjen, hai 
ein Si^rtum jwrfcften alter unb 
neuer ÄuSgabe erregt wirb; 4. 
au§länbifc§e $3erfe einfd^mug« 
geln; in btefem %aUt ^t ber 
gridfud no(^ feinen ^nfpntd^ auf 
ben l^interjogenen ßotlbetrag; ö. 
bie ditdfit au»länbif<6er «lutoren 
beriefen, toenn mit bem betreff 



d^atttett. 



m 



fenben fianbe eine ^ottotnixon 
abgefc^offen. ifi, toelc^ betrefft 
be« gelegen (SigctitutnS SRcji* 
))ro5ität borfd^reibt. iK(d erfd^toe« 
reiiber Ittnftanb lommt hü ber 
Sßcrurteilung in ©etracöt, iDenn 
ber Xitel ober Xejt bc§ njiber* 
re^ttic^ toeröffentllt^len ©erfcS 
geönbert tDurbe ober toenn 9%es 
probuttion im ^udlanbe betoerl« 
fteQtgt »mbe unb nac^^er @in^ 
fü^rung in Spanien erfolgte, ^uf 
Antrag bed ba^u SSered^t igten ^at 
jcbe ßofalbel^örbe bie Slnffü^rung 
etned bramatifc^n ober ntuftfa- 
lifc^en Wertes ^u l^erbieten refp. 
bcn QU« ber ^uffü^rung erIong= 
ten (SrlöS mit SBefc^Iag ju be^ 
legen, bid ha^ \>tm geiftigen 
Eigentümer beS ^erfied jufte- 
^enbe Honorar erlegt ober ftc^er» 
gefteüt ift. 

^a9 internationale 9tec^t über 
ha^ geiftige digeutum ift bur4 
bte $aragrop]^en 50 unb 51 be$ 
fponifd^en ®efef eS geregelt. S)iefe 
beiben $aragrap]^en bilben bie 
^afid aUer mit ©panien gefc^tof» 
fenen unb etwa no4 ^u fehlte- 
ftenben Verträge. S)ie beiben 
Paragraphen lauten: 

§ 50. ^ic SlngePrigen jener 
Staaten, bereu ®cfcjgebung ben 
©paniern bad 97ed^t beS geiftigen 
Eigentum^ in bemfelben dm« 
fange juerfennt n^ie e« in biefem 
®efe^ feftgefteüt ift, genießen 
aud^ in Spanien bad aud biefem 
@kfe|;e entfpringenbe Siecht, o^ne 
bai^ ein Staat^t^ertrag ober fonft 



eine biplomatifd^e ^nblung ni$« 
tig märe. 

§ 61. 3m Saufe be« «lonatS 
nad^ ber Promulgation bed gegen- 
toärtigen ©efejjeS wirb bie 'aie* 
gierung bie mit 5ran!rei(^, ©ng* 
lanb, ^Belgien, ©arbtnien, ^ortu* 
gal unb Siieberlanbe gefc^loffenen 
öitterarfontjentionen befannt ma? 
c^en unb wirb fic§ bemü^n, mit 
fo))ie{ 9{ationen aU mäglid^ neue 
SSerträge ab^ufc^üegen, jebod^ im- 
mer feftl^altenb an ben ^orf c^rif ten 
biefeiSG^efe^eS unb mit gugrunbe- 
legung folgenber ^eftimmungen: 
1. ^oflftänbige 9le§iprosität ^toi« 
fc^en ben beiben lontra^ierenben 
teilen. 2. SSerpfüAtun^, fic^ 
gegenfeitig otö meiftbegitnftigte 
92ation ^u bel^anbeln. 3. S^ber 
$lutor ober beffen IRec^tdnat^^ 
fotger, toeld^er burd^ Erfüffting 
gefe|Itd6 Oorgefc^riebener Forma- 
litäten fein 9f?c^t in einem ber 
beiben fontral^ierenben Sänber 
gefid^ert l^at, fuftert ftc^ bamit 
5ug(etd6 fein ffitä^t in hem an- 
bereu öanbe ol^ne neue Srormo* 
litäten erfüllen ^u muffen. 4. @inb 
in jebem Sanbe ber 3)rudf, SBer* 
!auf, @inful^r ober ^(udfnl^r r)on 
Werfen, gefcbrieben in ber@prad^e 
ober einem ^iatefte M anbern 
Öanbe« tjcrboten, wenn ber Sn* 
l^aber be« geiftigen (Eigentum« 
nic^t feine ^utorifation erteilt 
l^at. 

Spanien l^at f onüentionen ob« 
gefd)(offen mitS3eIgien am 26. 
guni 1880, &ran!rei(§ am 



110 



^tb\tn-^^Üh0ftXbmi\^ Kt€pv!!büt 



16. 3uni 1880, Stalten am 
28. 3«ni 1880, ©ro^britan^ 
nien am 1 1. ^uguft 1880, $ot' 
tugal am 9. 9(uguft 1880, San 



<Bait>abot am 23. 3uni 1884, 
ftolumbia am 28. 92ot>ember 
1885. 6^nien ift aitci^ ber 
fönnex ftonDentton beigetreten. 



Stvhltn. 



%a^ ferbtfc^e bürgerlid^e Qk\tj^ 
bu4 t)om Sa^re 1844 beftimmt 
im iitcl XXVI, «Bu« II, § 720, 
bag betreffe ber S^eröffentlit^ung 
t)on^ü(4ern unb ber ^jie^ngen 
5tQifcben 9[utoren unb ISerleger 
ein befonbered 9leg(ement aud« 
gearbeitet mirb. ferner tvurbe 
bei Unterjei^nung bed jtoifc^n 
©erbien nnb fjranlrcit^ gefcblof* 
fenen ^reuitbf^aftiS«, ^anbetö- 
unb @c^iffa6rtdt)ertraged Dom 18. 
Januar 1888 bim Vertrage eine 
mitunter^eidgttete (Srllörung bei« 



gefügt, toelc^e beftimmt, bag bie 
beiben ^Regierungen bie littera« 
rifd^en, fünfKerifc^en unb inbu« 
ftrieden ^r^cugniffe beiber San« 
ber i^u f^ü^en münfd^n unb fi4 
t)er<)Pt(fttcn, in fürjeftcr gfrift 
eine biedbe^üglic!^ ^onbentiou 
ob^ufci^ltegen. 

93id leute ift jebod^ in ©erbien 
no(^ !ein ®efe^ 5um 6(^u^e beS 
Ur^berrec^ted erraffen, unb ift 
au(| mit leincm fionbe eine Sit« 
terarfonDetttionabgef(j^Ioffen n>or« 
ben. 



Sütrafriftantft^ie Mtpnhliki 



Ur§eberre(^tdgefe^t)om23. 
3Rai 1887. 3)er Urheber unb 
feine IRec^tdnacbf olger l^aben ha^ 
au^fc^liebUcbe ffted^t, burd^ ^rud 
©d^rifttoerfe, 3clcl^nungen, Aar* 
len, muFtfalifc^e, bramatifc^e ^erle 
unb münbli^e S8orträge ju ver- 
öffentlichen ober bramatifd^smu« 
ftfalif^e unb bramatifc^e ,^er!e 
öffentlicft aufzuführen, fcffent« 
\x6)t Ättffül^rungen ftnb folt^e, 
gu tDt\ditn man gegen g^i^^und 
eines (SintrittiSgelbeS gutritt ^t. 
^er Herausgeber eineS auS 93ei« 



trägen mehrerer bcftel^enben 9Ber« 
M mirb als Urheber betrachtet. 
^aS auSfd^Iiegüc^e ffitdft beS 
Urhebers »irb bei burd65)rucl t)er= 
öffentlid^ten SBerfen fünfzig So^rc, 
t)on ber Eintragung an gered^net, 
gefd^ü^t. ^enn ber $lutot nad^ 
SCblauf biefer fjrift nod^ lebt, fo 
»öl^rt ber @d^u^ U^ ^um %obt 
be« «utorS. Untxröffentlic^te 
SBcrfe ftnb »ä^renb ber ßcbcnS* 
jeit beS 9[utorS unb bteigig 
Xiaf^xt nad^ feinem %obe gefd^ü^t. 
^aS Aufführungsrecht an bra:> 



6übafr{ta9if<|e fUtpumt 



111 



tnatifd^stnurtfalifti^n unb brama« 
tifc^en Kerlen, tueld^e no4 ntd^t 
burc6 ^rudt t^eiöffentlid^t ioorben 
finb, ift mä^tenb ber Seben^i^eit 
bed $(ulor^ itttb breigtg Saläre 
na4 feinem Sobe geMü|t; finb 
bte ^erfe aber bereite burci^ ^rud 
öeröffentlid^t tüorbcn, fo iwll^rt 
ber @(i^u^ 5e^n Solare t>on ber 
©intvQguiig on geredjnct. 3)aS 
überfe^ung^recöt an uitDeröffent« 
listen Werfen ift ebenfolange mie 
ha^ Urheberrecht gefcf)ü(t, an t)tx^ 
öffentlid)ten Werfen tvät)rt ber 
@c^u^ jebod^ nur fünf ^ai^vz üon 
ber Eintragung an gered?net. ^aS 
Übetfeßung^re^t für beftimmte 
Sprayen ntug aber am Xitel bed 
SBerle^ t)orbe^aIten fein, unb mug 
bie ÜOcrfe^ung innerl^atb brei 3a§s 
re na^ ^erau^gabe be$ Originals 
erfc^einen. 16ei SieferungSmerlen 
»erben alle griften für jebe Sic* 
ferung befonberd bered^net. @r- 
fcl)eint bo« 3BerI in mehreren 
<5{)rac^en jugleic^, fo mirb eine 
ber ^[uSgaben aU Original unb 
bie übrigen ausgaben toerben 
ald Uberfe^ungen betrachtet. ES 
ftel^t htm ^utor frei, bie Origi- 
nalausgabe ^u be^eid^inen; fe^It 
eine fold^e SSe^eid^nung, fo n)irb 
bie in ber ^utterf))rad^e beS 
Tutors erfc^ienene ^uSgabe als 
Original betrad^tet. 

S3ei anonymen ober |)feubont)' 
mtn Kerlen gilt ber Verleger 
als Urheber. 

^r 9^ad^brucf t)on ©efe^en, 
Selanntmac^ungensc. beS^taateS 



unb ber SBel^brben ifi geftattet. 
Erlaubt ftnb aud§ fur^e S^iait 
ober ttuSjüge ^um ^wedt ber 
^itü, ber $oIemiI, unb auS pe^ 
riobifc^cn blättern ift ber %b^ 
brudt mit OueQenangabe geftattet, 
menn an ber (&))i^e ber ^rtüel 
fein befonbereS ^Jtad^brucfSDerbot 
ftel^tober wenn be^üglid) berfelbcn 
bie Formalität ber Eintragung 
nic^t eifüOt morben ift. 
2)aS SRecfit beS Urt)ebcrS an 
einem bulci^ bcn S)rudf öcröffcnt« 
lichten ^erfe erlifc^t, menn ber 
Urheber (ober feine 9lec^tSnac^« 
fofger), ber Herausgeber ober 
S)rucfer nicftt brei Ejemplare beS 
^erfeS, tod(i)t fömtlic^ auf bem 
Titelblatt ober in Ermangelung 
beffen auf bem Umf c^tag bie eigen* 
^änbiae 9{amenSunterfci)rift mit 
Eingabe feineS ^o^notteS unb 
beS 3eitpun!teS ber $>erauSgabe 
tragen, binnen jwei Monate nad^ 
bem Erfc^einen — l^inrtd^tlic^ ber 
Überfe^ung unter 1Bea(t)tung ber 
für baS Erfc^einen berfelben ge* 
fteatcn grift — bem SRegiftrator 

einreidf)t. 3^9^^^^^ ^^^ ^^^ ^i^' 
reicht! ng mu^ eine t)on bem 
^rucfer abgegebene beeibigte Er« 
ftärung, ba^ baS SSerf in feiner 
in biefer iRepublil gelegenen 
S>ru(ferei gebrudEt toorben ift, 
toorgctegt toerben. Über hit er= 
folgte Hinterlegung ber ^ßflid^t« 
ejemplare wirb eine S3efcftcinii 
gung auSgefoIgt. Eine 9[bfd^rift 
biefer 93ef£einigung wirb in ein 
9legifter eingetragen, toel^eS t)on 



in 



tttltil. 



jebem eingefe^n toetben !ann 
uitb mot)on fln^\Ji%t tterlatigt 
toerben lünneit. ^er @taatd« 
courant bringt mouatlicg eine 
ßifte bct eingetraflenen SBcrfe. 

%n burc^ ^rudt t>eröffentlic^ten 
brantottfc^smn{lfa(if(f)en unb bra« 
matif^en Werfen tft ba^ 9(uf« 
fü^Tung^rec^t nur bann gefc^ü^t, 
mennauf bemXitelbfatte obeibem 
Umfd)lQge ber erflen ^udgabe 
ein bieSbejüglid^er ^orbel^olt be« 
mcrft tft. 

Sfür jebe SSerle^ung beSUr^eber- 
re(j^led ift ber S^^öter, wie au(6 ber 
SBcrfäufer, SSerbreiter öon iRoc^* 



bru(!ej(em)itarett unb benenige, bet 
folc^e äiim 8n«<äte be« Äerfaufe» 
auf Sagev l^ölt, bem t)erle|ten 
Url^eber ober beffen 9lec^t«nö<l^= 
folger 5U ®(^a benerfa^ üert>flic^tet. 
S)er Urheber ober feine Ülec^tS* 
na^fotger fönnen bie SBefc^^Iag- 
na^me ber 92aci^bruä^;em^Iare 
gu i^ren gunften ober aud^ ^er^^ 
nic6tung berfefben ))erlangen. ^te 
$6ef(j^lagna]^nte !ann aber ntd^t 
auf einzelne @jem|)fare auSge* 
be^nt werben, toelc^e fi(^ bereite 
5um gmede bed :|)erfön(iti^en 
d^brauc^ed in !ßriiHitber<( be^^ 
finbcn. 



Sunt». 



liefet über bad Htterari« 
fcfyeunb tünftlerifd^e^igens 
tumüont 15. 3unt 1889. Me 
inner^Ib be9 SanbeS erfc^ienenen 
^crfc ber Sitteratur ober Äunft, 
fowie SSerfe, welcfte in iJänbcrn 
erf(^ienen finb, mit benen ^unid 
eine Sitterarfonoenttou abge^^ 
fc^Ioffen ^at, ftnb o^ne Unter» 
fc^ieb ber ^Nationalität beS Ur« 
^eberd wä^renb ber Sebend^eit 
bedfelben unb fünfzig Saläre nact) 
feinem %o\>t gegen jebe ^ert)iet« 
fäftigung, ^erfouf, öffentliche 
^uffü^rung ober fonftige ^er* 
breituug \vl gunften beS Url^eberd, 
feiner drben ober anberer Sttec^tiS^ 
nac^f olger gefc^ü^t. 

Unter ,,®crfc ber Sitteratut 
unb ^unft'' Derfte^t man mä^x, 



53rof4üren ober anberc ©d^rift« 
werfe, bramatifci^e ober bramo« 
tifc^«mupfalifcftc SBerfe, mufila* 
lifc^e ^ompofitionen mit ober 
o^ne ^e^t, äerfe ber geic^nenben, 
möfenben ober |)Iaftif(^en ^nft, 
@ti(^e, Sit^ograpl^ien, 9lbbilbun:s 
gen, geograp^ifd^e harten, ^läne, 
©fij^en unb |)Iaftif^e drjeugniffe 
be^ug ^abenb auf bie (^eogra^^ie, 
ZopOQVQpfiit, ^rc^iteüur ober ir« 
genb eine ^iffenfc^aft, ü6er^aut)t 
ade litterarifd^en , wiffenfc^aft« 
lic^u ober fünftlerifc^en (Sr^eug* 
ntffe, welche burd^ %vud ober 
fonft ein ^ert)ieIfältigungSöer= 
fahren t)eröff entfielt werben tön« 
nen. ^m Ür^eberre^t ift au(^ 
ba« fRe^t ber Überfejung, fowie 
au(^ ^% audfc^lieBH^e mdft ber 



Würfel. 



113 



^nangementö muftfalifd^er^om- 
))o{{ttDnen inbegriffen. 

©eftattet Ttnb (urae 3itate ^um 
gmecfc ber Äritif, ber ^olcmi! 
ober be^ Itnterri^ted; eBenfo 
bürfen SeitungSovtifcI, an bereu 
<Bpii^t fein 92ad)bruc!§üerbot fte^t, 
öon onberen Seitungen mit Cluel* 
lenangabe nac^gebrudt merben. 

S)ie öffeutli^c ^uffü^rung ober 
5lu«fteaung eineiJ SBerfcS ift nur 
mit toor^eriger fc^riftlic^er ©e* 
ne^migung beS Urhebers geftottet 
3ebe SScrlejung be8 Urheber* 
red^teS ift ein ^ergel^en, toelc^eS 
mit ©träfe Don 50 bis 2000 
^iafter (25 bi« 1000 matt) ^t^ 
Q^nbet tt)irb. ^er gleici^en ©träfe 
unlerücgt, wer im ©ett)u6tfein 
ber^ibenec^tlid^feit unbered^tigte 
93erDieIf(iItigungen t)erlauft, jum 
^erfaufe ouSfteQt, auf Sager ^ölt 
ober menn fie im ?Cu§lonbe l^er* 
geftellt finb, in 2:uni8 einführt. 

mt toiberre^tlic^en S8erDteIfät« 
tigungen, fotoie hk ^u beren ^er- 
fteKung bienenben Vorrichtungen 
unterliegen ber S3ef(i^(agna^me; 
ebenfb toirb bie aud einer unbe^: 
red^tigten $luffül§rung erhielte 
^innal^me bef^tagna^mt. 5E)aS 
Ergebnis ber ^onfi§!ation toirb 



Itm t)erlegten Url^eber auSge^ 
folgt. 

@iner ^elbftrafe üon 100 bid 
2000 $iafter (50 bis 1000 «KarQ 
unb ^eföngnid oon 3 9)^onaten 
bis ju 2 Qal^ren, ober einer bie« 
fer beiben ©trafen unterliegt ber« 
jenige, toeld^cr ein 9Ber! ber Sit* 
teratur ober Äunft mit bem SRa« 
men ober Sonogramm eines 
anbern Url^eberS be^eidinet. ^er 
im SBetougtfein ber 3Biberred6t- 
lirf|feit biefe ^r^eugniRc feill^äft, 
einführt ober fonftmie Derbreitet, 
unterliegt ber gleidjen ©träfe, 
^ie gefölfd&ten (Sr^eugnlffe unter* 
liegen in jebem gaffe ber S3e* 
fc^lagnal^me. 

2)ie SSerbielfältigung mupfalir 
fd^er Äom^ofitionen burd& mtä^a^ 
nifd^e 9JlufiI»erfe ift geftattet. 
S)ie ßofalbc^örben \inh auf Sn* 
trag beS t)ei festen Urhebers ober 
beffen $et)offmäc^tigten Derpflit^« 
tet, gur ^onftatterung ober Unter« 
brüaung eines S^erge^enS gegen 
baS Ur^eberred^t einjuf^reiten. 
gür bie auS biefem ©cfefe ent« 
f))ringenben klagen finb nur bie 
fran^öfifd^ien @^erid^te j^uftänbig. 

SuniS ift ber S3erner Bondens 
tion beigetreten. 



©firtot. 



®er ©c^ufe beS Url^eberrec^teS 
Befc^rönft fxdt nur auf folc^e 
SBerfc, für toeld^c ein ^rloilegium 
erworben würbe, ^nx in ber 



Xürlei gebrucfte ^er!e fönnen 
auf @)runb eines $rioitegiumS 
gefc^ü^t werben. $(uc^ finbet bie 
türfifqe @^efe^gebung nur ^n? 



etxti^Uv, ba9 9tt^t für Url^eber ic, n. 



8 



114 



Xfltlel. 



tvenbung bei 6treitf&IIen stotfctett 
Xürfctt, fowlc au(ö gwifd^cn Xür= 
!ctt unb Stu^ianbern. ©trcltig^ 
feiten jnji((^cn gronjofen l^ot bie 
franaöpfc^e ÄonfuIargeric^t«6or= 
ifeit nod^ bcn froitjöriWcn ®e* 
fe^cn gu ciitfcftclben, möi^renb für 
©treittgfeiten swifd&cn einem 
tJron.iofctt unb einem onbcrn^uS« 
länber bie J^onfu(argeri(i(|t96ar!eit 
bed S3enagten suftänbtg ift. 

^ie türtifdie ©efe^ncbung be- 
güglidö bcS Url^eberredlteS beftel^t 
in fotgenben ®e[e^en: 

9ieglement über ben 2)rucf ber 
m6)tx t)om 8. «Rcbfd^eb 1289 
(11. ©ci)tember 1872) nebft 8u= 
fafeartüel; 

9cQd^tTag l^ierju t)om 20. (Safer 
1292 (28. 3Rära 1875); 

S3u(^bru(ferorbuung t>om 9. 
3)fc^emQfi*u^e»eI 1305 (10. 3a* 
nuar 1888); 

©trofgefe^butfi Dom 28. @ir]^ib= 
f*e 1274, § 241. 

3)tefe ®efeje beftimmen folgen= 
beS: 

Sebermann l^at bad SRed^t, ^ü- 
4er jeber ^rt brucfen ju laffen. 
Seber Url^cber bat tt)ä|renb ber 
Seit feine« ßeben^ bo8 auSfcbließ^ 
lt(^ $rit)tlegium jum ^rude 
feiner ^erle. ^a§ $ribtlegtum 
lann er beliebig übertragen, ber 
$8ertogSüertrag mug aber beim 
Unterri^tSminlfterium ongemel* 
bet merben. ^ie ^Regierung fann 
htn 5)ru(f toott SBerfen, bereu 
(Srfd^eineu fie für nötig erad^tet, 
t)eranftalten, jebod^ mu^ ber Ur« 



^ber bafür entfc^äbigt merben. 
3)er 3)rudt eine« 3Ber!c» in einer 
größeren SCn^al^I Don ©jemplaren 
al§ toereinbart morben war, ift 
Verboten unb wirb an bem Sd^ut 
bigen aU ^iebftal^I beftraft. 
Auf SBerlangen crWtt jeber Ur* 
lieber ein Privilegium, meldte« 
i^m vierzig ga^re lang, )oom 
erfien Srfc^etnen bc« ^er!e« an 

Serecbnet, ba« auSfc^Iie^H^e Ur:: 
eberrec^t getoäl^rt. S)a« $rit)i= 
legium ift beliebig übertragbar. 
2)a8 Privilegium für Überfe^un^ 
gen n>ä§rt nur ^tvanjig ^af^xt. 
Ü« !ann jeboc^ nod^ mö^renb be« 
$rit)ilegienfc^u^e« ba«felbe Ori- 
ginalmert Von einer anberen ^er» 
fon auf« neue übetfefet »erben. 
9^a4 Ableben be« liBeft^er« eine« 
Privilegium« unb wenn avL(ii 
feine @rben mel^r Vorlauben ftnb, 
fann man einen vierjährigen ^ri= 
vilegienfd^u^ für eine #,groge 
S(u«gabe" be« SSerfe« crtoerben. 
^t« „große ^uggabe'' ift c« an:: 
jufeben, toenu ha^ 38erf im gan- 
zen minbeften« 800 ©eiten unb 
mlnbeften« 87 geilen pxo ©eitc 
enthält, ^ie groge ^u«gabe 
eine« S^erfe«, meldte« J^arten, 
$Iäne, Seitönungen 2C. cntl^ält, 
muß minbeften« 21 geilen J)ro 
©eite unb wenigften« 50 2^afeln 
unb in«gefamt nic^t meniger a(« 
200 @eiten enthalten. ^ie%3er!e, 
meiere in groger $(u«gabe er« 

greinen, fönnen in eine beliebige 
n^al^I Von S3dnben, Sieferun» 
gen ^c. eingeteilt »erben, ^enn 



Ititgotn. 



115 



ein SBcrl, für h)cl(6c§ ein $ribi* 
legium erteilt würbe, nicftt (fing* 
ftenS innerl^olb einein^alB So^ren 
crfd^eint, fo ift ha^ ^rit^ilegium 
öerfatten unb eS lann einer be« 
liebigen onbern ?ßerfpn übertrat 
gen njerbcn. 3ft. an bem ber« 
jögerten Q^rfd^cinen bc§ SScrfeS 
ber ®rurfcr fc^ulb, fo ift biefcr 
bcnt el^cmaligen S3efi^cr be§ ^ßri* 
öifegiumg 5U ©c^obcnerfo^ ber* 
))f(id)tet. 

^er ein J)rit3i(cgicrte§ Söcrf 
nad^bradt ober nac^bruden lägt, 
unterliegt einer Strafe bon 5 bi§ 
200 2)?cbjibie§ in ®oIb (95 MS 
3800 maxi). ®ie m6)hrnd^^ 
t^tmpiaxt merben gu gunften M 
Dcrle^ten SfulorS fonfiSj^iert. ®er 
Import )i>on yiadihxvLd^t^tmpla^ 
xtn, »elc^e im 5luSlanbc l^erge* 
ftent ftnb, ttjirb mit ©elbftrafe 
bon 5 big 100 S^ebiibieS in @(o(b 
(95 bis 1900 ^arf) belegt, unb 
»er im ©cnjufetfcin ber SSiber* 



red^tlic^Feit 9Zac^brucfSe;em))Iare 
berlauft, M eine @(elbftrafe bon 
1 hi^ 25 ^ebjibieS in @)oIb (19 
bis 475 maxi) bcrtoirft. 
8u jeber ©rudPfaciftc gehört bie 
©enei^migung beS ^inifteriumS 
beS öffentlid^n Unterricht«. Rmei 
(£jemi)Iarc finb öor ber SBerbrei* 
tung beS ^erfeS an baS oben 
genannte ^inifterium in ^on- 
ftantinopel, bejiel^enttic^ bie DrtS- 
bel^örben in ber ^robin^ ab^u^ 
geben, mit Eingabe beS XitelS 
unb ber ©röfee ber Sluflage. 3Ber 
ol^ne ^enel^migung beS ^ini* 
fteriumS unb o^ne bie $fH(6t== 
eyemplare abzugeben eine ®ru(f* 
fad^e ^erftcUt, Derfäfft in eine 
©träfe bon 5 bis 15 gRebjtbieS 
in ®olb (95 bis 285 aj^^orf). 3nr 
(Sinfü^rung tyon ^rudfad^en unb 
^rucfutenfitien auS bem ^uS- 
lanbe unb^elbftänbigen ^roöinjen 
bebarf cS miniftcrieffer ©cnel^^ 
migung. 



Mn^arn. 



2)er boüftänbige Slbbrud beS 
ungarifc^en ®efe|eS über baS 
^utorred^t unb baS ^ertaoSrec^t 
beftnbet fid^ im erften Sanbc 
biefcS SöcrfeS. ^erfelbe 93anb 
entl^ält aud^ ben öfterreic^ifd^» 



ungarifc^en Sitteraröertrag. ®ie 
Sitterarbertröge, weld^c ßfterrcid6 
abgefd^Ioffen fat unb fidö im Sin* 
l§ange biefeS iBanbeS abgebrudPt 
pnben, finb aud^ für Ungarn 
binbcnb. 



8* 



116 



Urugua)} — fßtnthntla. 



lKru0ua||. 



2)qS bürgcri. ©cfcfcb. (in ^roft 
feit l.gon. 1869) § 443 beftimmi: 

„®tc ©c^cugniffc beS Xolentc« 
unb beS@kifted ftnb ba3 (Eigentum 
il^rer Url^eber. S)icfc8 ©Igcntum 
mitcrfte^t bcfonbcren ®cfcjen." 



IBlSl^er ift nod^ fein Befonbere^ 
®efe|^ über bad (Eigentum an 
Werfen ber fittteratur unb ^unft 
crlaffcn luorben; oud^ l^at Uru- 
guat) leine Sitterorfonl^entionen 
abgcfc^Ioffen. 



Vtnt%ntla. 



Q^efeg über ba9 d^iftige 
Eigentum öom 12.SWail887. 
S)q8 geiftige Eigentum (Proprie- 
dad intelectua]) fte^t bem Ur- 
l^ber aller S3erfe ber Sitlcrotur 
ober 5?unft gu, welche burt^ ir« 
genb ein ^erfa^ren öeröielfältigt 
werben lönnen. S)er Staat, S3c= 
]6i)rben, ®cfeflf(^aften, SBcreinc 2C. 
!önnen, menn fie ^erouSgeber 
öon Söerfen ber Sttteratur ober 
Äunft finb, alÄ Url^eber betrad^tet 
loerben. 

®a8 geiftige C^lgcntum loirb im* 
merwä^renb gef(|ü^t. ^a9 wä^« 
renb ber Sebenäjeit bcS ^utorS 
übertragene geiftige Eigentum 
föirt 25 Saläre m6) bem Stöbe 
bc§ SlutorS, wenn biefcr (Srben 
l^interlaffen l^at, ben ferben ju. 
2)ieS8erieger anonymer ober tofeu* 
bonl)mer SBerfe loerben, folange 
ftd^ bie 9(utoren nic^t nennen, 
in bejug auf bie bon il^nen öer* 
legten aBerfe al« Url^eber be* 
trad^tet unb bemcntf()red^enb gc« 



fd^ü^t. ©benfo geniest ber ^er* 
auSgeber eine« J)oft^umcn ^erfeS 
benfelben äf^ed^tSfc^u^, afö ob er 
Urlftcbcr bcSfelbcn Ȋre. 

^ud^üge ober ^bf^riften au^ 
^rojegaften bürfen nur mit Se- 
miQigung bed (S)erid^t3^ofeS, ber 
ben ^rojeft öerl^anbette, t)eröj[fent= 
lidjt werben, ^boolaten bürfen 
bie öon i^nen l^ergefteötcn ©c^rift^ 
ftüde ober ^(aibo^erd nur mit 
©riaubnig beg ©erit^te« unb 8«= 
ftimmung i^rcr Klienten öeröf* 
fentlid^en. 

3u ieber einjjelnen ^uffü^rung 
eineg bramatifd^en ober mufifas 
Ii(cben 2Berfe§ bebarf e§ einer 
öor^erigen fJ)eäieHen ©rmöc^ti* 
gung beS ^utor3. @inb mel^rere 
§lutoren Url^eber be« SBerfeS 
(j. SB. 2)i(^ter unb 5Eomt)onift), 
fo mug jur @)efamtauffü^rung 
jeber feine befonbere (Srmöd^tigung 
erteilen unb fte^t eS jcbem ein« 
jelnen ^Mtarbeiter am 3Ber!e 
frei, bie ^rmäd^tigung für feinen 



^tntiutla. 



117 



Seil 5U toerfogen unb über bie 
t7on i^m gelieferte $(rbeit be- 
liebig ju ))erfügen. 9)>?angelg 
anberer ^bmac^ung entföHt tyom 
Honorar für bie Sluffü^rung 
eines bramatifc^ « mufifalifc^en 
SßerlcS bie ^älfte auf ben Äom= 
J)oniftcn unb \>it ©älftc auf ben 
Sibreltiften. 9^ad^ ber öffcntüc^en 
^uffül^rung eined bramatifd^en 
ober muftfalifc^en SBerIcS barf 
feine Slbfirift beSfelben o^ne ©r* 
{aubniS beS Urhebers Derfauft 
ober Derliel^en mevben, toenn ha% 
SBcrf no(J^ nic^t im ®rud er? 
fc^ienen ift. Sluc^ barf feine Sn* 
berung, ©trcic^ung 2C. ön bem 
Serte o^ne ))or]^erge^enbe Er- 
laubnis beS Tutors borgenommen 
werben. 

S)er SBerleger eineS anonymen 
ober ^feubon^men ^erfeS geniest 
alle iRec^te beS Tutors. S)iefer 
tritt jeboc^ in feine 9led^te, fo* 
batb er ft(^ melbet. ^iemeit 
ber SBerleger ^joft^umer Söerfe 
jcfcSü^t ift, fagt baS (5)efe^ nid^t; 
jebenfallS lägt fid^ annel^men, hai 
|ier bcrfelbc 9?e(^t§fd^u^ toie für 
itn Verleger anoni)mer ober ^jfeu* 
bon^mer 3Berfe in Äraft tritt. 

©efeje, 2)efrete, föntglid^e SSer= 
orbnungcn, ^Reglements unb fon* 
füge S3efanntmac4ungen ber ö^^ 
fcntlid^en Sel^örben bürfen Oon 
Sournalen ober fonftigen ^ubli* 
fationen, in Wellen bk kommen- 
tierung, gitierung ober Äritifie* 
rung ber ©efe^e mtc^tig erfc^eint, 
tieröffentlic^t werben, ^ie ©efe^e 



für [läj ober eine ^oHeftion bei« 
felben ju brudPen, ift nur mit 
Erlaubnis ber9legierunggeftattet. 

®er Eigentümer cineS 3ournaIS 
fann an bem Sn^alte beS ^tatteS 
aUeSlec^te beS Urhebers erwerben, 
wenn er jeben bollenbeten Qa^r* 
gang beS 3oumalS in brei Ejem* 
klaren beim Sf^egifter einreicht 
unb als litterartf^eS Erzeugnis 
eintragen lägt. ®aSfelbe fann 
ber 5lutor ober Überfe^er ein« 
jelner Slrtifel tl^un, inbem er am 
Enbe beS Qo^reS eine ÄoIIeftion 
feiner 5trbeiten eintragen lägt, 
wenn il^m bieS nicftt ber SBertrag 
mit bem Verleger beS SBlatteS 
tjerbietet. 8^it""9^ortife( ober 
SCelcgramme bürfen öon anbern 
Leitungen nur bann (unb jWar 
mit OueHenangabe) na^gebrucft 
werben, wenn baS Original (ent* 
Weber am Enbe beS §lrtifelS ober 
am Äo<)fe beS S3(atteS) fein mad)^ 
brucfSoerbotentl^ält. geic^nungen, 
@tid6e,Siti^ogro^]^ien, mufitalifc^e 
SScrfe, 9?omane, wiffenfc^aftlicöe, 
litterarifc^e ober fünftlerifc^e^er* 
fe, bürfen aud^ bann nic^t nac^? 
gebrudft werben, wenn fein S'iac^s 
brucfSoerbot an ber ^pii^t beS 
S3erfeS fielet. 

3Biffenfd)aftIid^e, Iitterarifd)e ober 
fünftlerif^c SBerfe, fowie in Slfa* 
bemien ober fonftigen ^ör^jer* 
fd^often gel^altenc Sieben unb Sßors 
tröge fann ber Slutor in einer 
^ofieftion entWeber aKe jufammen 
ober einige berfelben felbft bann 
beröffentlid^en, wenn er einen 



118 



aSenesuela. 



%t\l bo!oon f^on anbertoeittg t)er« 
fauft ]|Qt. 

Um ben Ur^berre^tdfd^u^ be« 
an{))rud)en ju fönnen, muffen 
\)\tx mit 9lamenSuntcrf(örift öcr^ 
fe^ene ^^tmpiaxt eined jeben 
tpiffenfd^of t(i(^en , litteratiMen 
ober fünftlcrifc^en SBerfeS beim 
SWiniperium bc8 öffentlichen Hn* 
terric^tS ctngercic^f werben. ®lcfc 
$flicl^te;em))(are muffen auc^ t)on 
8tl^en, Sit^ogropl^len, orc^itef« 
lonifc^en S^i^nungen, geoara))]^i' 
fc^en ober geologifc^en warten, 
über]^auj)t bon gcidinungen jeber 
^rt abgegeben werben, ^ad 
Unterrt(5t8mlnifterium unb bie 
in ber $roDin^ em))fang$bere(i^« 
ligten SBibliotl^efen unb Unter» 
rlc^tdanfialten führen ein c^ro^ 
nologifd^e« Siegtfter über bie on* 
gemelbeten 5(rtife(. 3ebc ^in* 
Icagung in ha^ iRegifter mug 
folgenbe Angaben enti^alten: Stiel 
beS ©erfeS; — gu welker klaffe 
c8 gelftört; — SJor* unb ftunöme 
bei 5(utor8, ÜberfctcrS, SBcar- 
beiterg k.; — SSor» unb Quname 
unb SSol^nort beS Eigentümers; 
— bie Slnftalt, m bie «eröicl* 
föltigung l^crgcftcllt würbe, fowie 
bie mi ber SSeröicIfältigung; — 
C5)ru(fort unb ^So^r; — ^uSgabc 
nnh SCuflagel^öl^e; — wie biel 
Sänbe, gormat unb Seiten jai^I 
ber Sänbe; — 3)atum ber SBer* 
öffentlic^ung unb oHe fonftigen 
eingaben, welche ^ur naiveren xBes 
j^ei^nung beS SBcrTeS biencn 
tiJnnen. 



fßon ben öier etngeltefertcn 
@yemj)larert bleibt cinS ^ur Äuf=^ 
bcwa^rung im 3nftiiut, ein an* 
bereS im äf^lnifterium, ha^ brittc 
et^ält bie »ibliotl^ef ber Unitjcr^ 
fttSt (Caracas, baS liierte bie ^U 
bliotl^el ber äene^oIanif(^en 91fa« 
bemie. Unaebrucftc bramatifd^e 
ober muftfalift^e ®erfe braud^cn 
na^ erfolgter öffentli^er ^uf* 
fül^rung be^ufS Eintragung nur 
in einem (gcfc^riebenen) Eycm* 
plaxt eingereicht ju werben, ©ei 
bramatifcö^muftfatifc^n SBcrfen 
ift ber litterarifd^e unb ber mu^ 
ftfalifc^e Seil mit »eglcltung 
Qpaxt gefd^rieben einzureichen. 
^He Eintragungen gefcftel^n fo* 
flenfrei. Silber, ©tatuen, ©a8= 
ober ^od^reliefS, arc^iteltonifd^e 
ober to})ograJ)]^ifc^e 3RobeÜe, über- 
^anpi SBcrfe ber malenben ober 
^laftifcften Äunft bebürfen ber 
Eintragung nid^t, genießen aber 
bennoq benfclben ©c^uj wie 
©d^riftwerle. §(uf ®runb ber 
Em))fang§befc^einigung beS 3^- 
ftitutiJ unb beiJ geugniffeö über 
bie erfolgte Eintragung in ba9 
»Staates ober 6eftionaIregifter 
l^aben bie Eigentümer fic§ an bie 
3it)i(t)erwaltungzu wenben, welche 
bem Unterrid^tSminifterium bie 
aWittcilung über bie SRegiftrierung 
ma~d)t unb an baSfelbe bie bret 
«ßflic5tcfeni|)lare (für ^iniflerium 
unb SBibliot^elen) abführt, ^e 
eintragSpfiic^tigen SBcrIe finb in* 
nerl^alb eincS ^a^xe» Dom Er* 
fct)einungStage an geregnet jur 



flSenesuela. 



119 



Eintragung an^nmelben, toihtU 
genfattd fteoed gefeilteren @cl^u^ 
üerluftig gelten. 
Scbc Uocrtrctung bc8 ©cfc^cS 
betreffenb bad geiftige Eigentum 
n)lrb, locnn ber öcrurfo^te ^6ia^ 
ben 50 »oliüar (40 3Worf) über» 
ftetgt, 5u (S^elbftrafe in ber bo))' 
gelten $5^e bed berurfad^ten 
©d^abenö, ober gu einer ©efäng« 
nidftrafe l^on titer BtiS ac^tjel^n 
aWonaten verurteilt. 3m fRüd^ 
fade tritt ju biefen Strafen nod^ 
SBerbonnung inS ßanbeSinnere 
jpä^renb ein big brei gö^i^en l^n* 
ju. S)ie ©trafen ftnb antoenb* 
bar auf $erfonen, tueld^e 1. ge« 
fe^Iid^ gefd^ü^te i^ene^olanifd^e 
©eric, beren erfte^eröffentlitbung 
im ^udlanbe erfolgte, in ^ene^ 
5uela re))robui(ieren; 2. Sitel 
ober Srrontif))ice eineS ^erle^ 

Sälfd^en ober eine audlänbifd^e 
lu9gabe aU in SBene^ueta er:: 
fd^ienen bejeic^nen; 3. Xitel ber« 
artig fälf^en, ha^ ein Srrtum 
gtoifc^en alter unb neuer ^vl^^ 
gäbe erregt loirb; 4. auiJIänbifd&e 
feerfe einft^muggeln; in biefem 
graue ^at ber gidluS noc^ feinen 
$Cnf))rud6 auf ben ^inter^ogenen 
SoHbetrag; 5. bic 9fied6te auÄs 
länbifd^er^utoren tytxU^tn, toenn 



mit bem betreffenben Sanbe eine 
^ont)ention abgefdiloffen ift, toeld^ 
betrep beS geiftigen Eigentums 
SRe^iprojität oorfc^reibt; 6. toenn 
an ber ©pi^e beS ^erled ange« 
geben ift, bafi bie gefejli^ Dors 
aefd^riebenen 3rormo(ttäten erfüllt 
feien, loäl§renb bieS nid^t ber 
gall ift. S)ie au8 ber unberechtigt 
ten Aufführung eine« ^r!e8 
erhielte ^ruttoeinnal^me mirb be« 
fd^lagna^mt unb bem ))erlegten 
Urheber au^efotgt. $(ugerbent 
n)irb ber @d^ulbige ju einer 
(S^elbftrafe in ber l^alben ^öl^e ber 
SBruttoeinnd^me Verurteilt. ®ie 
©traffumme loirb jur Untere 
ftü|ung beS nationalen Giemen:" 
tarunterrid^teiJ Dcrwenbet. Sluf 
9(ntrag beiS baju SSered^tigten ^at 
iebe Solalbel^örbe bte ^uffü^rung 
eines bramatift^en ober mufifa» 
lifc^en SBerleS ju Verbieten refp. 
ben aus ber ^luffül^rung erlangten 
®rIöS mit IBeft^Iag j|u belegen, 
bis baS bem geiftigen Eigentümer 
beS ^erfeS juftel^enbe Honorar 
erlegt ober p^crgeftettt ift. 
Unter ber S3ebingung ber ma^ 
ter ienen$Reji))roaität mirb^uS^^ 
länbern berfelbe iRec^tSfcrul ge^ 
toä^rt n)ie Sniänbern, o^ne bag 
eS lierju eineS SBertrageS bebarf. 



Kont)entionen. 



-^•*-^ 



Die ßttntt &o\mtAm. 



@cit bcm ©rlQg be§ frow^örifd^en 
SJeftcteS öom 28. gKör^ 1852, 
meld^eS jcben auf franjöfifcftem 
©oben t)erü6ten S'^acftbriicf, aud^ 
tvettn biefer an ou^Iänbifc^en 
SBcrfcn bcgotigcu tpirb, aU 8Sct= 
gcl^n crllört, ift eine SBcwegung 
im ©angc, beren (Snbjiel bie 
intcrnotionole Stncrfennung beS 
Url^ebenec^teS ift; blc grofec gal^I 
ber Sitterorfonbcntionen, bie ju 
Sern am 9. @c<)tember 1886 
gcfd^Ioffcne^Übcrcinlunft 6c= 
treffenb iU Söilbung clncg 
intet nationalenSSerbonbcS 
juntSd^ugeöonSBcrfcn ber 
Sitteratur unb Äunft", mel* 
d)em SSerbQttbc bereits 11 (Staaten 
(barunter öier GJroSmäd^te) an? 
gel^örcn, finb bie grüd^te jener 
iBemegung. ^ud^ auf bie San« 
bedgefe^gebungen mad^t ba§ in« 
ternatlonalc Url^eberred^t feinen 
@tnflu6 geltenb, unb eS ift bor* 
auszufeilen, baß bie Silterarfons 
tionen in nic^t ju ferner gelt 
btn Url^eberrec^Sfd^uJ aller San? 
ber ouf eine gcmeinfame ©runb« 



läge jurüdfül^ren »erben. SBor^ 
läufig gelten bie Söcftrebungen 
ba^in, bie ©d^u^friften für aKe 
öänber gteic^.iu geftalten. 

2)ie ©erner Übereinf unft, meiere 
bie bebeutenbftc ©rrungenfc^aft 
auf bem ©cblete beS internatios 
naien Url^eberred^tSfc^u^eS bar= 
fteHt, 5at in Dielen fünften eine 
Erleichterung beS internationalen 
litterarlfc^en SSerfel^rS jttJifcften 
bcn bebeutcnbften Dilationen ©u* 
ro^jaS l^erbeigcfü^rt, fo baß in 
ben meiftcn ^'dUm (wenn avidi 
nit^t immer) bie Q3eftimmungen 
biefer Übereinlunft einen mei^ 
teren ©d^ug geroäl^rcn, als bie 
früher gefd^loffenen . Sitterarfon= 
öentionen. 

^(S befonbere SSorteile fmb l§er* 
öorju^cben: 

1. S)er Url^eberred^tSfd^u^ toirb 
bem Urheber beS SBerfeS gewäl^rt, 
menn er nur bie gormalitäten 
erfüllt, »eldfte im (bem SSerbanbe 
angeprigen) UrfprungSlanbc jur 
SBal^rung beS Url^eberrec^tS öors 
gefd^rieben finb. ^IS Url^eber 



124 



^ie Serner itontocntbtt. 



gilt, folanae ni(^t bad (S^eitteil 
oemiefen mxh, o^ne toeitered bft« 
jenige, ber am Xttel bed 93erfed 
aU Urheber be^ei^net ift. 

^Qd uberfe^unadrec^t ift für 
alle ISänber bed ^erbanbed o^ne 
einer bcfonberengformalitötC^ors 
beinah) ju bebürfen, gefd^üfet. 
IBe^üglic^ beS Überfe^ungdrec^ted 
fommt aber in manchen ISön« 
bcrn ber § 15 unb ber S^\ai^' 
artifel ber Scmcr Übcrcinlunft 
jur Geltung, »orin 'beftimmt ift, 
bog befonbere ^bfommen jwif^en 
ben bem ^erbanbe betgetretenen 
^Regierungen foweit Geltung l^a- 
ben, qI§ fte ben Ur^bern toetter- 
gel^nbe 97e(j^te cid i^nen burc^ 
Den Sßerbanb gemährt toitb, ein- 
räumen unb fojcrn fie htn Söe« 
ftimmungen berübereinfunftntc^t 
5un)iberlaufen. 

92a4fte^enb geben tuir einen 
lurjen Kommentar 5U ben eins 
feinen $arQgrQ))l^en ber ferner 
Übereinlunft ^ir üermieben bie 
Einfügung be§felben in ber .f on- 
bentton felbft, ba bieg bie Über* 
ftc^t beeinträd^tigt. ^im |)ra^ 
tif^en ©ebrouc^e toirb }a ber 
Kommentar nur in ^weifeltjoften 
SräQen nac^gefd^Iagen , mä^renb 
ber gufammen^öngenbe 3BortIaut 
l^äuftger benötigt n^irb. 

?lrt. 1. S3eaugli4 ber gaffung 
biefed ^rtileld erl^oben fid) bei 
ber ferner lEonferen^ ju^ifc^en 
ben delegierten ber l^erfd^iebenen 
Stationen Differenzen n^egen ber 
^Benennung beS dttd^M, toe^eS 



ben ©egenfianb ber ^onDention 
bilbet. 5E)ie ©ejeld^nungen „lit^s 
terarifd^S unb fünftlerifc^eö (Si* 
gentum", ober „geiftige« ^igen^^ 
tum" tourben für baS Dbjelt ber 
^ont)ention Dorgefc^Iagen, t^om 
Vertreter S)eutf4IanbS aber cnt* 
fd^ieben beläni|)ft. @d »urbe 
beS^atb in ber ^meiten Konferenz 
3ur ©eratung ber ©emer Äon« 
Dention auSbrüctlic^ i^erabrebet, 
bag ber 9(udbrud .,64u^ be$ 
Urheberrecht« an ©erlen ber Sit* 
teratur unb ^unff' hit gleich 
©ebeutung ^abe n^ie ^<5c^u( beS 
litterarifc^en unb fünftlerifd^n 
(Sigentumd", unb überhaupt jebe 
bem SBerbanbe ange^örige Ü^ation 
bie im eigenen Sefe|e gemö^lte 
©ejeic^nung (wie i. ö. „Url^eber' 
Tecöt**, ,Propriet61itt^raire etar- 
tistique*, „Copyright", „diritti 
degli autori" ac.) in ber rebaf« 
tionenen Raffung ber ^onl^ention 
auSgebrüdt ift. 

Der beutfc^e Wortlaut „%\xm 
©d^u^e be§ Ur^eberred^tS", ber 
bem fran^öftfc^en Se^te „pour la 
protection des droits des 
auteurs" nic^t gan^ entfpric^t, 
ift au(^ auf auSbrüdli^e Ö^rliä:: 
rungen in btn Sßorberolungen 
uiriidt^ufü^ren. Der beutTd^c 
SSertreter |atte bie rebaftionette 
änberung „du droit d*auteur" 
t)orgefd)Iagen, toa^ aber mit ber 
93egrünbung 5urüdtgen)iefen mur^ 
be, bag ber gemöl^nlid^e ©prad^^ 
gebtau4 „droit d'auteur" nur 
auf IBel^ebung \>tf^ 9(utor^onorard 



2)ie Serner ftontoention. 



125 



U^xt% toöl^renb bie ^ont^entton 
bod^ baS Url^eberreti^t im aUge^ 
meinen fd^üj^en foQ. @i$ ift beS- 
5alb im fronäöftf^en S^eyte, um 
SRißöcrftänbniffe ju toermelben, 
ber $(ural angenommen toorben, 
mäl^renb in ber beutftftcn ^pxa^t, 
in tDeld^er ein fold^eS Wi^rytt^ 
ftäubni« ni^t ju befür^tcn ifi, 
ber Wortlaut bem antrage be§ 
beutfd^en SBertreterS entf))red^enb 
rcblglert ift. 

%xt 2 Slbf. 1. m\o nur bie 
SBürgcr (nicftt SBetool^ner) ber SSer* 
baniülönber fönnen ben burd^ 
bie JTonüention gebotenen @d^u^ 
in ^nfprud) nehmen. (Sielte 
«rt. 3.) m ift jeboc^ herein* 
bort bog t^ jebem ^erbanb^Ianbe 
freiftc^t, burd^ feine ®efe^gebung 
btn StuSlönbctn n)eitere 3fted)tc 
ju gewähren. Hud^ ift in $ro« 
toloden auSbrtidlid^ anerlannt, 
bog bie 92ationoIität beS Siedet d^ 
nac^foIgerSeined Url^eberS u n^ 
berüdrt^tigt bleibt. 

STrt 2 «bf. 2. Über ble«3lr:^ 
!ungen beS t)erfd^iebenen iRec^td- 
fd^u^eS ref)). ber Derfd^iebenen 
6(6u|^friften fie^e 16anb 1 biefeS 
38erle«, Seite 85, ber Slrtilel 
SfJeaiproaität 

%rt. 3. SBlIbet nur eine ^b« 
fc^mäd^ung ber ftrengen SSefttm« 
mungen bed ^rt 1. ^aS ^ort 
„Verleger" (4diteur) ift im mci* 
teftcn ©innc jju gebroud^en, fo 
bog g. S3. ein ^tl^eater« ober 
^onjertunterncftmer ouc^oföSBers 
teger ^u betrachten ift. 



«rt. 4. ©iffenfc^aftlit^ fc 
jeugniffe, meldpe ni(^t i^eri^ielfftl!« 
tigt merben fönnen, ftnb nic^t 
gefd^ü^t. ^er ^uSbrudt ,,alle 
anbcren ©d^riftioerfe" bcijeit^net 
ber ^iffenfd^aft unb ber ©ericfttS« 
))ra;ig Sufolge, nur fold^e ©d^rif« 
ten, mel^e bad Ergebnis ber 
eigenen geiftigen X^ötigfett beS 
^erfofferä ftnb, unb fid^ jur lit* 
terorifd^en SBertoertung eignen, 
^ejüglic^ ber $^otogra^]§ien unb 
ber 4oreograt)|if4en ^erfe \itf)t 
@d^(ugproto!oII 1 unb 2. 

^rt 5 9(bf. 2 ift auf dlomane 
ober Srgäl^Iungen an^utt)enben, 
meiere in Seitungen öerbffentlic^t 
tt)erben. Solche in Sforlfel^ungen 
erfc^einenbe SRomane ftnb nid^t 
aB geitungdartifel an^uf eigen, 
bie bem §lrt. 7 ber Äonoention 
unterftclgen, fonbcrn eS finb in 
Sieferungen erfdgeinenbc ©erle, 
be^üglidi bereu bie «rt 2, 5, 10 
unb 11 antoenbbar finb. 

%rt 7. (£S ift audbrütflidg an^ 
erfannt morben, bog ber ^ud^: 
brurf 9CrtifeI »jolitifc^cn gn^ött« 
fidg nur auf hk $oIitif be§ Saged 
be^ielgt, nidgt aber auf ^Cb^anb- 
lungen ober (Sffaid auf bem ®e« 
biete ber $oIitit beS 6taat9red[)tei» 
ober ber SSoIlStoirtfdgaft, weldfte 
in miffenfc^aftlic^em @)eifte auS:^ 

gearbeitet finb. Sludft ift eS toer« 
oten, eine Sammlung ber in 
einem Journale i^eröffentlic^ten 
^rtilel l^eraudjugeben. 
«Irt 8 ift elgentli^ nur eine 
^ner!ennung oer Sanbedgefe^e, 



126 



$ie ferner ftonbentlott. 



fotpeit fi(^ btefe über hit henifycttn 
(SJegenfiänbe audfpred^en. ^iefe 
befonbcrc Slncrlcnnung bct San* 
bedgere|gebung toat nötig im 
i^nblia auf ^Ärt. 15 unh bcm 
Sufo^QrtilcI bcr Äonöcntion, toeU 
ä)t bic S3efttmmungen ber San= 
beggefe^gebung unb anberer ^on« 
öcntioucn wur foircit onerfcnncn, 
qU boburdft ben Url^ebern grö* 
Jcrc SRed^tc eingeräumt tucrbcn. 
^ie Erlaubnis beS 9{a(^bruded 
ju gewiffen Sroecfen ift ober eine 
SeWränfung be§ Url^ebcrredötcS. 

Slrt. 9. 5J)a8 Sfuffü^rungSrcd^t 
bramotlffi^cr ober bramatlf^=mu* 
ftfolift^er ,?Berfe im Driginat 
ober in Überfc^ung unb baS 
9SeröieIfäItigung§red^t bicfer ©ets 
!c in Originol ober in Über« 
fe^ung finb jmci bon einanber 
boQftänbig unob^öngige unb t)er' 
fd^iebcne 9?c(^te. 

«rt. 10. 3)iefer ißaragro<)5 
miberf^jricftt im Äbfa| 1 manchen 
SanbeSgcfe^cn. 3n(SngIanbg.S3. 
ift bie 3)rQmotifierung eincS Sflo* 
mane^ ol^ne ©enel^migung be§ 
SlutorS geftdttet. 9^od) ^bfa^ 2 
ift im ^erfe^re )tt)ifd^en ju^ei 
(Staaten, »elc^e bie^bcjiiignd^ oers 
fc^iebenc gefe^Iid^e Seftimmungcn 
Qaben, na4 ben ©runbfä^en ber 
Sieji^jrojität (fiel^e SBanb 1, ©eite 
85) ftetS bie (^efe^gebung jenes 
Sanbei^ anmenbbor, melc^eS ben 
Autoren geringeren 6^u^ ge= 
loäbrt. 

Sit 1. 11 m\. 3 begießt ftc^ nur 
aitf bie ^ro^egorbnung eineS je- 



ben li^nbe^, l^t aber nic^t^ mit 
grormaUtäten j^u tl^un, n)el<be ^ur 
^al§rung bed internationalen Ur- 
beberred^teg nötig mären. @te^e 
t(rt. 2 ber ^onüention unb ^titt 
40, Bpalit 2 in biefem Skinbe. 

91 rt. U. ^ie £Pont)ention ift 
am 5. S)e^ember 1887 in Äraft 
getreten, ©ic^e ©d^lulprotofoll 4. 

§lrt. 19 «bf. 2. 5ronfrei(i^, 
Spanien unb Großbritannien 
§aben )oon biefem äled^te ®e= 
brauch gemacht, infolgebeffen ^e 
ferner ^önoention au(§ auf bie 
Kolonien blefer ßänber au^e= 
bel^ntift. ©ie^lBolI^iel^ungS' 
protoiotl. 

@(b(ug))roto!oU4. hierüber 
fc^reibt ö. Orelli:*) 

,,3SerTe, meldte infolge beS SÄan* 
geld einer bieSbe^üglic^en ^on-- 
oention gar leinen <Sc^u| gegen 
g^acftbilbung unb Sf^a^brudf/Äuf^ 
fü^rung, Überfejung 2C. genoffen 
l^abcn, erl^älten biefen <Bd)u^, 
infofern berfelbe nac^ ^^tn neuen 
SSertrag begrünbct toirb. 

3n bm meiften Sitterorfontoen» 
tioneu finbet ft4 bie ^eftimmung, 
bog bie oor §(bf4Iu6 ber «er:= 
traget in htm anbern Sanb bc« 
reitS l^ergefteHten SSerDielfölfi* 
gungen, fomie bie ISorrid^tungen 
ba^u oon htm ^^ac^brudSOerbot 
aufgenommen unb burc^ @tem« 
pelung nnb Qnoentarifterung 
lenntlid^ gemaij^t merbert. 

•) ©er tttterntttlonalc ®<5tt<^ be8 Ur» 
l^cBcrrcd^tc«. C>ömburö 1887. (®eitc 
49, 52, 63.) 



2)ie Sernei: ftonbentioit. 



127 



3n ber erften internationalen 
j^onferenj in SBern im ^a^x 1884 
»urbe btefe ^raae bec 99et(oaf? 
tiüität eingel^enb oef))rod^en. ®er 
urfprtinglicftc ©nttourf ber Asso- 
ciation litteraire et artistique 
Internationale l^atte flanj einfach 
baS(bom t^eoretifci^eni&tanb^unfl 
au9 gemig richtige) ^rinji)) auf« 
gefteHt: „^er gegenmärtige ®er= 
trag ftnbet auf aQe 9Berfe ^n- 
ttenbung, wel^e in i^rem Urs 
fprunoSianbe im SRomente bed 
Snfrafttreteni^ bed erwähnten 
^ertragj} no^ nii^t Gemeingut 
(dans 18 domaine public) ge« 
worbcn ftnb." ©lefer ©af ^ätte 
eine gan^e dleil^e toon Übergang^« 
beftimmungennotn)enbig geirai^t, 
totläit bie genaue ^enntnid ber 
flie^ieHen ^er^öltniffe in ben ein« 
feinen Union9ftaaten (alfo nid^t 
blog in Sfrantretc^ unb ^eutfd^« 
lanb, fonbem aud^ in (Snglanb, 
@J)anien, Stauen u. f. f.) Dor« 
ausfegten, ^or biefer fa^ un« 
iibern)inbCi(i§en@ci6tt'ierig!eit fc^ral 
bie ^onferen^ jurüd unb man 



begnügte ftc^ btefe rü(!mirfenbe 
^aft itoäx aU ^rinji)) ^in^u« 
ftefien, aber bei^ufüpen, hai in 
ber 9lnn)enbung bte einzelnen 
^obalitätenin gemeinfc^aftlic^em 
@intoerftänbniS feft^ufe^en feien 
unter btn ein^Inen Staaten ber 
Union gemäg ben bereits ge« 
f^Ioffenen ober fünftig erft ab* 
jufd^tiegenben @tit)utationen. 3n 
Ermanglung t>ox{ folgen fei l^ier- 
für immer bie (Skfet^gebung be3 
einzelnen 6taated maggebenb, n)o 
bie 9}et)robu!tton, bie $(uf|ü!^' 
rung k. ftattfinbet. 
a^ ift feibftnerftänblic^ unb 
!ann au4 afö eine f^olge ber 
rüdEmirlenben ^raft be^eid^net 
merben, ba% ^er!e, meiere na4 
htn bisherigen Verträgen einen 
fürjeren 64u^ gegen ^^ad^brud 
u. f. f. genoffen l^aben, nun bes 
löngern @d^u|^eS teillgaftig mer« 
ben. ^iefe Verlängerung ber 
©d^u^frift fommt aud^ folgen 
Herten ju gut, toeld^e bereits 
Gemeingut gemorbcn {Inb. (@ie^e 
bie Einleitung.) 



128 



f)ie 9erner ftontoention. 



' Betceffeitb 

bte i6tlbuit0 eines intentatioiialen Derbantes ^rtm S(^it|e 
Qon iDerken ber £ttteratur unb ftuii^« 

(^ie ^udroec^felung ber SRatlftlationSurfunben i^at am 5. @e))tem5ec 
1887 in SBern ftattgefunben; bie Überetniunft tft fomit am 5. ^^ 

^entber 1887 in Äroft getreten.) 



(Seine ayiajeftSt ber ^eutfc^e ^at^ 
fer, ^5nig t)on ^reugen, 8etne 
SRajeftfit ber ^önig ber ^Belgier, 
tm Spanten ©einer ^ot^olifc^en 
aXajeftät beS ^bnigS Don (Bpa^ 
nien 3^re SRajeftät bie ^önigin^ 
Stegentin toon Spanien, ber $rä= 
fibent ber granjöfifc^en 9?et)ublil, 
S^re ^ajeftfit bie Königin beS 
SJerein igten Äönlgreid^S üon ® rop* 
britonnicn unb Srlanb, Gafferin 
t)on Snbien, ber $röfibent ber 
^tpnhüd ^m, ©eine Sy^ajeftät 
ber Äöntg öon Stölien, ber ^rft= 
pbent ber 9le|)ubll! Sibcria*), ber 
S3unbedrQt ber ©d^mei^erifd^en 
(Sibgenoffenfd^aft, @eine ^ol^eit 
ber S9e^ t>on SuniS**), gleich 
mfigig toon bem künftige befeelt, 
in roiilfomer unb möglit^ft gletc^s 
ntögiger ^eife bad Ur^eberred|t 
an %Ber!en ber Sttteratur unb 



•) 2)te mtpumi fitberta l^at bie Übet» 
eiitfunft niqt ratifiziert. 
••) ferner feit 20. Sunt 1888 au^ bie 
(S^roB^er^ogC. Su£emburgif(fie {Regierung 
unb feit bem 80. SRat 1889 ba9 prften» 
tum SRonaco. 



^nft SU fc^iit^en, l^ben* btn ^6- 
fc^Iug einer Überetniunft ju hk^ 
fem 3^^^ befc^Ioffen (folgen bie 
92amen ber ^eüoDmöc^tigten): 

Art. 1. ®ie öertragf(i|lte6enben 
ßänber bilben einen SBerbanbj,um 
6ci^u|e bed Url^eberrec^td an Ser:= 
!en ber Sitteratur unb ^unft. 

Slrt. 2. a)ic einem ber ^erbanbS- 
lönber angel^örigen Ur^ber ober 
i^re Stec^tSnac^f olger geniegen in 
ben übrigen äöngern für t^re 
^erfe, unb ^loar fomol^l für bie 
in einem ber $Berbanb9länber 
l^eröffentli^ten, afö für bie über- 
^anpt nic^t toeröffentlid^ten , bte^ 
jenigen IRed^te, »eld^c bie betreff 
fenben ®efe(e Un intänbifc^en 
Url^ebern gegenn)ärtig einröumen 
ober in Bulunft einräumen mer^ 
htn. 

^er ®enug biefer [Redete ift t)on 
ber @rfüflung ber SSebinaungen 
unbgrörmlic^feiten abl^öngig, totU 
d^e burd^ bie ®efe|gebung bed 
Urf))rung9lanbed bed ^erled Dor^^ 
gefc^rieben ftnb; berfelbe lann in 
ben übrigen Säubern bie ^auer 



^e ecrttef teiiMiititir. 



129 



M in htm Urf^cung^lanbe ge« 
tDä]irteit@(6u^dni(^t überfteigen. 

9l(d Urfprungdlanb bed ^erfeS 
toM bodjenige anaefefien, in toel« 
äftm Me erfte ^eröffcntnd)ung 
erfolgt tf^, ober ntenn biefe 93er« 
öffentfid)ung gleid^^eitig in mel^« 
reren ^rbanbi^lönbern ftottge« 
f unben l^t, bai^jenige unter il^nen, 
bfffen (S^efe^ebung bie Eür^f^e 
(3d^u$^rtft genxi^rt. 

Sn ftnfe^ung ber nic^t t)eröffent« 
liefen S93erle gilt bad f)etmati^ 
lanb bed Url^berd atd Urfprung^s 
(anb bed fEkxM. 

fixt, 3. Xte SSfitimmungen ber 
gegenwärtigen Üöereinfunft ftn« 
Ben in glei(^r ^i(e auf bie 
93er((ger twn folc^en Herten ber 
2itt«ratttr itnb ^unft %nt9tn* 
bttng, »elc^e in einem Serbanb«^ 
lanbe veröffentlich {inb, unb be< 
Ten Urheber einem ^^ii^U^erbonb^ 
lanbe angel^ört. 

«rt. 4. a)er ^Cudbrnd „«Jcrfe 
ber Sitteratur itnb &vLnft'* um« 
faftt ^ä(^r, S3rofc^üren unb aQe 
anbeten ©c^riftmerfe ; bramatifd^ 
unb bramatifc^mufitalifc^ $kr fe, 
muftlalifd^ ftompofitionen mit 
ober o^e 2:e;t; SSerte ber seiet« 
nenben ^un^, ber IRalerei, ber 
^itb^uerei; ®ti4e, Sit^ogra« 
ptiitn, Sflttftrattonen, geogro^^i« 
fc^ harten; geograp^ifc^ , iopo^ 

f|ra)>tif(te , arcbiteftonifc^ ober 
onftige n^iffenfcboftiic^e $Iäne, 
®fi5§ett unb 3)arft«ilungen pla^iu 
f^er Hrt; über^on^t jebed (£r« 
^ugni^ aud htm SBeieidje ber 



Sitteratur, ^iffenfc^af t ober ^uuft, 
»elc^d im ^ege bed 2)rttdEei» 
ober fonftiger ^erüielföltigung 
üeröffentlic^t merben fann. 

$lrt. 5. ^en einem SSerbanbS« 
lanbe angel^örigen Url§ebern ober 
i^ren Siec^tdnadjfolgem fte^t in 
ben übrigen S^änbern, bi^ jum 
^b(auf Don f^^n 3<)]^^cn, Don 
ber ^eri^entii^ung bed Origi« 
naimeried in einem ber SSer^ 
bonb^Iänber an gered^net, baS 
aui^fd^tieglic^c Otec^t ju, i^re^erfe 
^u überleben ober bie äberfe|ung 
berfelben ^u geftatten. 

5öci ben in Lieferungen öer* 
öffentH^ten Werfen beginnt hit 
Srrift bon ^l^n ^a^xtn erft mit 
bcm ®rf(^inett ber testen Sie« 
ferung bed Driginatmerfe^. 

^ei Serien, meiere aud meiere« 
reu, in Sii^ifc^ctt^äumen erfc^i« 
nenben ^önbeu befielen, fomie 
bei fortlaufenben )Beri^ten ober 
^eften, toetc^ t)0H litterorifc^n 
ober n)iffenf4üftli4en (S^efeQfd^af« 
ten ober t)on $rit)at^rfonen Der« 
öffentli^t »erben, mirb jeber 
$anb, jeber SSeric^t ober jebed 

teft be^ügüci^ ber get^njä^rigen 
4u^frift als ein befonberel^Serl 
angelegen. 

3n ben in biefem ^rttfel k)or« 
gef ebenen gäUen gilt für bit ^« 
rec^nung berSc^u^frtften ald %a^ 
ber JBcröffentlic^ung ber 31. 3)e= 
^ember bed Sa^red, in melc^em 
bad SBerf erfd^ienen ift. 

tirt. 6. 9{ed^tmä|ige Überfe^un« 
gen merben n^le Originatmecle 



&titi%ltx, baft »e(^t füc Urheber ic, II. 



9 



130 



1b\t 8ctttef Aon)>ritti9if 



gefd^ütjt. @ie geniegen bemju« 
folge rüc!ftd)tlid| i^rer unbefugten 
SJerüielfältigungin ben ^^erbanbS- 
länbern ben in bcn ^rt. 2 unb 
3 feftgefeftcn (B&iui^, 

Senn ed ftc^ inbeffen um ein 
2Berf l^anbelt, betreff« beffen boS 
fftedit gur Überfegung oQgentein 
feftfleftt, fo fte^t htm Überfe^er 
fein (Jinfprud) gegen bie Über* 
fc^ung be« 2Ber!e§ burrfi onbere 
©cöriftfteüer ju. 

^xt. 7. ?lrti(el, weld&c in einem 
^erbanbSlanbe in Rettungen ober 
periobifc^en vBellfcftrif ten ocröffents 
liti^t finb, fönnen im Original 
ober in Überfc^ung in ben übri- 
gen ^erbanbslänbern abgebrucft 
werben, fotl^ nit^t bk Urheber 
ober Herausgeber ben Slbbrud 
au^brücflid) unterfagt l^aben. 3ei 
3citfc^riftcn genügt eS, toenn baS 
S^erbot aügeniein an ber @|)i|c 
einer jeben 9?ummer ber geit* 
fcftrift auSgcfprocfien ift. 

^ie« SScrbot foü jebocfi M Sir* 
tifeln politifdjen Sn'&öftS ober 
bei bem Slbbrud oon SageSneuIg^ 
feiten unb „t)ermifct)ten Sfladixi^^ 
ten" feine SInmenbung finben. 

^rt. 8. SBe^üglid) ber 33efugni3, 
^u^iiüge ober Stüde ou§ Werfen 
ber ßitteratur unb ^unft in 9Ser* 
öffentlicbungen, melcfce für ben 
Unterricht beflimmt ober toiffens 
fc^oftHctjer S^Jatur finb, ober in 
(Sbteftomatl^ien aufzunehmen, fol* 
len bie Q^efe^gebungen ber ein« 
jelnen ?^erbonb«Iänbcr unb bie 
^mifc^en il^nen befte^enben ober 



in S^^nft abjufd^Iiegenben he^^ 
fonberen ^btommen majsgebenb 
fein. 

%rt. 9. ®ie Seftimmungen beS 
Slrt. 2 finben auf bie öffcntUd^e 
Sluffü^rung bramatifdier ober 
bramatif(^=murtfalifcber©erle %n= 
menbung, gleicboiel, ob btefeSerfe 
oeröffentliäjt finb ober ntcftt. 

^ie Uvl^eber \)on bramatifd^en 
ober bramatifc^«muftfafifd)en ^er^ 
fen, fomie i^re 9lect)t9nacf)fo(ger 
merben gegenfeitig, niö^renb ber 
^auer t^reS augfdjlieglid^en Über^: 
fe^ungSi echtes, gegen bie dffent^ 
li^e, oon i^nen nic^t gemattete 
Sluffüt)rung einer Überfegung 
ibier 32erfe gefc^üjjt. 

^ie iBeftimmungen bed $lrt. 2 
finben g(fict)fa(I§ l[nn)enbung auf 
bie bffentlidje ^uffü^rung oon 
nic^t oeröffentUcftten unb fofc^cn 
oeröffentlic^ten mufifalifc^euSer« 
fen, bei beuen ber Urheber auf 
bem Titelblatt ober an ber @pi|e 
beS Serfe« auebrücflid^ hit öffent* 
liebe Sluffü^rung unterfagt ^at. 

31 rt. 10. 8u ber unerlaubten 
^Biebergobe, auf meldte bie gegen« 
mörtige Übereinfunft ^nmenbung 
ftnbet, gehört inSbefonbere au(§ 
diejenige nic^t gene]()migte tnbi- 
refte Aneignung eined Serfed ber 
ßitteratur ober Äunft, »eld^e mit 
oerfc^iebenen 9^amen, mie »^bap« 
tationen, mufifalifjfte Slrrange« 
mentS" ac. be.^eit^net ju toerlJeu 
pflegt fofern biefelbe {ebiglid) bie 
^iebergabe eineS folcben fBerfed 
in bevfelben ober einer anberen 



Itit Oentef Aoittoeittfoif. 



131 



Sotm, mit utttoefentlid^en ^nbe- 
ruttgcn, 3uf^^n ober Äbfürjuns 
gen barfteOt, o^ne im übriqen 
Die ^igenfc^aft eined neuen DxU 
ginalroeried 3U beft|en. 

@^ beftet)t barüber (ünt^erftönb« 
ni^, ba| bie Q^erict)te ber Derfd^ie- 
benen ^efbanb^länber gegebeneu:: 
faUd btefen SCrtifel nac^ ^oggabe 
ber betonberen ^fttmmungen 
Uixtt Sanbei^efe^e anjumenben 
l^aben. 

Strt. 11. S)Qmit bie Url^cber ber 
bur4 hit gegentDörtige Überein> 
fünft gefdjü^ten Sperre bid }um 
SSekoeife^bed @(egentettö al9 folc^e 
angefe^en unb bemgemög Dor ben 
@ieri4ten ber einzelnen ^erbanbS« 
länber )ur Verfolgung Don un- 
erlaubter ^iebergabe ^ugelaffen 
merben, genügtet, toenn i^r92ame 
in ber üblichen SBeife auf bem 
99Ser!e angegeben ift. 

S3ei anonymen ober t)feubont)men 
SBerlen ift ber SSerIcger, beffen 
92ame auf bem ^erfe ftebt, jur 
SSa^mel^mung ber bem Urbeber 
juftel^enben dttdjit befugt. S)er« 
felbe gilt o^ne meiteien 93e»eid 
atö 9lecl^t$nad)foIger bed anony- 
men ober pfeubon^men Url^eberd. 

gm übrigen fönnen bie ©eric^te 
eintretenbenfattS bie Beibringung 
einer Don ber guftönbigen Be- 
l^brbe audgefieOten SSef^etnigung 
f orbern, burd^ ttjelc^e bit ©r« 
fitfiung ber im @inne bed ^rt. 2 
Don ber Q^efe^ebung be9 \Xx^ 

Strungdlanbed Dorgefc^riebenen 
drmli(^!eiten barget^an toirb. 



Wct. 12. gebed nad^gebrudPte ober 
na^gebilbete ^erf ifann M ber 
©inful^r in biejenigen Verboubd- 
länber, in ttjeWen ba^ Original« 
merf auf gefc|ti(^n @c^u^ ^n:: 
fpru4 ^oi, befdjlagna^mt merben. 

^ie ^efc^logna^me finbet ftatt 
nac^ ben 5öorfc^riftcn ber inneren 
©efe^gebung bd^betreffenbenSan« 
bed. 

^rt. 13. 3)ie öeftimmungen ber 
gegenwärtigen Übercinfunft beein* 
träcbtigen in feiner Be^iel^ung baS 
ber ^Regierung eine« jeben Ver* 
banbSlonbed gufte^enbe ditdit, 
burc^ ^agregeln bei (S^efe^gebung 
ober inneren ?5er»altung bie SScr* 
breitung , bie 5)arfteHung ober 
ha^ feilbieten eineS jeben ^er!e$ 
ober (£r;ieugniffe§ §u geftatten, gu 
übertoac^en unb ju unterfagen, 
in betreff beffen hk juftänbigc 
^tVoxht biefed SRec^t aui^auüben 
l^aben uritrbe. 

^rt. 14. 5)ie gegentoärtigc äber= 
einfunft finbet, Dorbel^attlic^ ber 
gemeint am ju ücreinbarenben ©in* 
fc^ränfungen unb Bebingungen, 
auf alle Jöerfc Slnmcnbung, welche 
in i^rem UrfprungSlanbe mix gelt 
beg SnfrafttretcniS ber Übereins 
fünft nocft nic^t Gemeingut ge* 
morben ftnb. 

Slrt. 15. 5)ie Delegierungen ber 
VerbanbSlänber bel)a(ten fic^ baS 
9?ed^t t)or, einzeln mit einanber 
befonbere Slbfommen gu treffen, 
infomeit aU biefe %bfommen ben 
Url^cbem ober il^ren SRec^tSnad^* 
folgern meitergel^enbe !Rec^te, aI9 

9* 



182 



2>ie fBnwt fftnbeiittmi. 



il^nen fold^e bttrd^ htm $er(anb 
getDä^ct toerben, einräumen ober 
feiift ^ftimmitttgett entgolten, 
melc^ ber gegenmärtigen Über» 
eintunft ni(6t jumiberiaitfen. 

^rt. 16. (t^ mirb ein interna« 
ttonaied $(mt unter bem 9^amen 
^SBüreau bcS internottonalen^ers 
banbed 5itm6c6u|e Don %3erten 
berSitteraturunbÄunft" errichtet. 

5)icfe8©üreau, bcffen Äoften ton 
ben SRegiernngen aHcr S^erbanbd« 
I&nber getragen toerbeU; mirb un« 
ter ben t^cn 6c^u( ber o^ren 
SBermattungSbeiftbrbe ber <Bd^totU 
^ectfd^en ^tbgeneffenfc^aft gefteQt 
unb iKrfte^t feinen ^ienft unter 
beren ^ufftc^t. Seine ^efugntffe 
toerben gentdnfam ton ben SSer- 
banbSfönbem feftgefteHt. ., 

8lrt. 17. S)ic gegcnroärtige Über« 
einfunft tann S^eoiftonen unter« 
5ogen toerben; be^ufd (Sinfit^rnng 
öon SSerbefferungcn, welche gecig« 
net [inh, bad ©Qftem bed $er« 
banbe^ ^n bertooüfommnen. 

S)erQrtige, fomic folcfte Srögen, 
toüdtt in onberen IBej^te^ungen 
bie (^ntmicfelung be$ ^rbanbed 
berühren, foüen auf Äonferenjen 
erörtert werben, ttjeld^e ber 3Jeil^ 
nac^ in ben einzelnen ^erbanbd*' 
länbcrn burd^ delegierte berfel« 
ben ahiiUfiaiitn ftnb. 

Snbeffen beborf eine jebe An« 
berung ber gegenloärtigen Über« 
eintunft p i^rer (Sältigfeit für 
ben ^erbanb ber einzuigen 3^'' 
ftimmung ber ^erbanbdiänber. 

%rt. 18. i)eniemgett Säubern, 



toeldit fi(i^ an t>er gegeittt^ärtigen 
äbcreinfunft nic^ beteiligt l^ben 
unb meiere für i^r ®cUH ben 
gefe^Itd^n @(^u^ ber ben @egen« 
ftanb biefer Übereinhmft bilben« 
ben 9{e(t»te getoft^feiften, foQ auf 
i^ren tBnnfc^ ber «Beitritt ge« 
ftattet fein. 

tiefer 93eitritt foH fd^riftlti^ 
ber 9{egierung ber ©c^n^i^erifc^n 
(Sibgenoffenfd^aft unb tH>n biefer 
aQen übrigen SRegierungen 6f« 
tannt gegeben »»erben. 

^erfefbe bennrft twn 9le^«« 
megen bie Untern)erfung unter 
aüe oerpflic^tenben ^ftimmungen 
unb bie Seilnai^e an aßen 6or« 
teilen ber gegenmSrttgen Über« 
einfunft. 

JSitt. 19. ^ie ber gegenwärtigen 
Übereinfunft beitretenben Scinber 
i^aben jeberjett qu(6 ba$ Üie^t, 
berfelben für il^re Kolonien obet 
au^ioärtigen ^ft^ungen Ibeiju« 
treten. 

3u biefent ^el^ufe !5nnen fte 
entmeber eine aßgemeinc Srflä« 
rung abgeben, nad^ welc^r äffe 
i^re j^olonien ober ^eft^ungen 
in ben S3eifritt einbegriffen ftnb, 
ober biejenigen bef onberi^ benen« 
nen, welc^ barin einbegriffen, 
ober ftc^ barauf befd^rSnfen, bie« 
jenigen ju be^elc^new, »elc^c ba« 
oon au^efc^toffen fein foflen. 

Art. 20. 3)ie gegenttJärligc ttbcr« 
eintunft foß brei Monate nod^ 
Itu^mec^elung ber SRatififationSc 
urtunben in ^aft treten «nl 
ol^ne seitliche ^fc^rSnfnng in 



ü)i€ Vtnict ft9tt)Miiti«n. 



188 



l^raft bleiben bid ^um fSblanft 
eined Sa^rdS Don bem Sage an 
gered^iiet, an totiä^m hit ^ünbi^ 
gung bevfelben erfolgt fein mtrb. 

S)ie ^ünblgung foU an bie mit 
ber Entgegennahme ber IBeitttttd» 
erKärungen beauftragte 9?egies 
rung gerichtet toerben. ®ie übt 
i^re ^irhmg nur in ^nfe^ung 
bed auftünbiqenben Si^anbe^ au^, 
tt^l^renb bie fibereinfunft für bie 
übrigen SSerbanb^länber Derbinb« 
m bleibt. 

9(rt. 21. ^ie gegenmörtigc Über« 
einfunft foU ratifiziert unb bie 
S^atififatton^urfunben foQen fpä« 
tcftend innerhalb eined Sa^red 
}U ^rn audgetaufc^t werben. 

3u Urfunb beffen l^aben b\t 
betreffenben ^DoÜmä^t igten bie« 
felbe DoO^ogen unb i^re Snfiegel 
beigebrüdt. 

®o gefc^l^n ^u ^txn, am 
neunten ®e))tember be^ S^^^ted 

(Stntaufenbac^tl^unbertunbfec^« 
unbac^t^ig. 

3ufa^artire(. 

2)ie unter bent i^eutigen S)atunt 
abgef^Ioffene ubereinfunft be- 
xuf^xt in feiner SBeife b\t weitere 
(Skltnug ber zmifc^en b^n t>er« 
tragfc^li^^enben Sönbern gegen« 
mftrtig befte^enben^blommen, in« 
fon^eit a($ biefe 9lbIommen ben 
Urbebcrn ober i^ren Slcc^tSnac^* 
folgern weitergel^enbe SRe^te, alS 
il^nen folc^ burd) ben liBerbanb 

fiewft^rt »erben, einräumen ober 
onft Seftimmungen enthalten, 



toelcbe biefet äbereinfunft niil^t 
^umiberlaufen. 

<S(Qluf(protoroQ. 

3m begriff, jut lOott^iel^ung 
ber unter bem „ifteutigen i)atum 
abge[c^(offenen ÜbereinCunft ^u 
fdyreiten, ^ben bie unterzeichneten 
)6eooIImäc6tigten bad92a(^fte^enbe 
oerlautbart unb t>erabrebet: 

1. 3n bejug auf ^vt. 4 ift man 
übereingefommen, bag biejenigen 
^rbanbdtänber, metcbe ben pf^o* 
togropbif^en ^r^eugniffen. ben 
G^l^rofter bon Kerlen ber l^unft 
nid)t oerfogen, b\t $er|)f(id)tung 
übernehmen, benfelben bie ^or« 
teile ber in ber Überelntunft oom 
l^utigen Sage ent^Itenen Se« 
ftimmnngen öon beren Snfraft« 
treten an ^u teil werben 5U laffen. 
Ubrtgend pnb biefe Sänber> ab« 
gefeiten oon beftel^enben ober noc^ 
abzuf(^(iegenben internationalen 
$lb!ommen, nur gebatten, bie 
Urheber bet be^eiAueten Erzeug« 
niffe in btm ^a^t su f^ü^en, 
in weichem bted nacb il^rer ük« 
jeftgebung angängig ift. 

^ie mit @)enebmigung bed 9e« 
red^tigten angefertigte ißbotogra« 
pbit eined gefc^ü^teu J^unftmerteS 
geniegt in allen IBerbanbdiänbern 
ben gefe|^(t(^n $4u( im @inne 
ber gebauten Ubereinfunft fo 
lange, ald ba$ [Rec^t }ur ^ad^ 
bilbung bed Driginatwerfed bau« 
ert, unb in ben Q^ren^en ber 
ZWif(i6^n ben ^red^tigten abge« 
fc^ioffenen $rit>atoerträge. 



184 



tCie 9cmer ftimtoentiott. 



2. 3n 6eaug auf 9(tt. 9 ifi man 
übereingefommen, bog biejentgen 
S^crbanbSlänber, bercn ©cfefgcs 
Bun^ unter htn bramatifc^ - mu= 
fttalifd^en Werfen auc^ bie d^oreo- 
gropl^iWctt ©erfc begreift, ben 
festeren au3brüc!(tcf) bie Vorteile 
ber in ber Übcrcinluuft üom l^eu* 
tigen S^age enti^altenen SBeftim^ 
ntungen ^u teil toerben (äffen. 

Übrigens fotten bie bei Slnroens 
bung ber DorfJel^enben ©eftim* 
niung pti^ etma crgebenbcn 8njei= 
fei ber ©ntfd^eibung ber betreffen« 
ben ©erlebte borbeSalten bleiben. 

8. ^S befielt ^inüerftänbniS 
barüber, ba^ bie gabrifation unb 
ber SBerfauf Don Snftrumenten, 
meiere ^ur ntec^anifdien lieber« 
pabe t)on ^ufifftücten bienen, 
Die aus gefcftü^ten Werfen ent- 
nommen ftnb, ni(t)t aI9 ben X^at- 
beftanb ber mufifalifc^en yiad)- 
Bilbung barfteOenb angefel^en 
»erben foHen. 

4. ^ie im S(rt. 14 ber Über« 
einfunft Dorgefel^ene gemeinfame 
SBereinbarung iuirb, wie folgt, 
getroffen : 

®ic Slnwenbung ber uberein= 
fünft auf bie jur Seit il^reS Sn« 
IrafttretenS noc^ nic^t d^emeingut 
geworbenen Sffierfc foll in ®c= 
mäfei^elt ber Slbmad^ungen er* 
folgen, tt)eld^e über biefen $unlt 
in ben Befte^enben ober gu bem 
ßwecf abjufd^Iiegenben befonberen 
Sbfommen enthalten ftnb. 

3n (Ermangelung berartiger Slb^ 
mac^ungen 5mlfd^eu ^erbanbS- 



Ifittbem tverben bie Betreffenben 
Sauber, ein iebed für ftc^, burd^ 
i^re innere ©efe^gebung iiber bit 
%xt unb ^eife bet 9Cnmenbung 
beS im 9[rt. 14 entl^altenen 
©runbfaJeS ©eftlmmung treffen. 

5. ^ie Organifation bed im 
^rt. 16 ber Übereinfunft Dorgc* 
fernen internationalen iBüreaud 
fott burcft ein ^Reglement feftgc* 
ftedt »erben, beffen Ausarbeitung 
ber ^Regierung berSd^weiierifcftcn 
@ibgenoffenf(|aft übertragen roirb. 

^ie ®ef4öftSf)>ro(6e beS inter« 
nationalen SüreauS ift bie fran« 
jörift^e. 

®aS internationaleiBüreau fam« 
melt 9^ac^ri4ten aQer 9lrt, meld^ 
ft4 auf ben @c^u( beS Urheber- 
red|tS an Werfen ber Sitteratur 
unb l^unft be^ie^n; eS orbnet 
biefelben unb t)eröffentli(l^t fte. 
®S fteQt llnterfud[)ungen an, 
»eld^e t)on gemeinfamem 9{u|^en 
unb \)on Sntereffe für ben SScr^ 
banb ftnb, unb giebt auf ®runb 
ber ^ofumente, meiere i^m bie 
Derfd^iebenen SfSegierungen jur 
Verfügung fteCten »erben, eine 
periobiftfie 3^ttf(ftnft in franko* 
ftfcfter (Bpxadjt über bie benSe^ 
genftanb beS SSerbanbeS betreffen? 
ben fragen ^erauS .*) S)ie fRegie^ 

*) ^te etfte Slummei tiefet Siit= 
fd^rlft tjt am 15. Januar 1888 erfcfiie« 
nen. feie crfd^eint im SBerlafle bon 
3ettt A JRelncrt in »ern unb fü^rt ben 
%iUi: LE DBOIT D'AUTBUB, Or- 
gane officiel du Bureau de l'ÜDioii 
international pour la protection des 
oBUTres littörairea et artiatiquea. 



Sie 8emer Aont)entiott> 



185 



rttngctt bcr ^crBanbSTänber Bc* 
l^alten ftc^ t)or, nac^ erfot^ter 
aUfeitiger 3ufiiin^ung ha^ Bu- 
reau 5ur Scröffcntlidiung einer 
SluSgabe in einer ober mehreren 
anbereii Sprachen ^n ermäc^tiflcn, 
für ben gall, baß ftc^ hierfür 
tin 5Bebürfni§ burc^ bie ©rfal^* 
rung l^erauSfteQen foQte. 

^ad internationale ^itreau l^at 
fic^ jebcrjeit jjur Sßerfügung ber 
äSerbanbSmitglieber bereit p f)aU 
ten, um benfei ben über f^ragen, 
betreffcnb ben (5d)u| Don SBerfen 
ber Sittcratur unb Äunft, bic 
befonbcrcn ^uSlünfte ju erteilen, 
beren fic ettoa bebürfen. 

3)ic SJegierung be§ ßanbcS, in 
toelc^m eine ^onferenj tagen 
foff, bereitet unter ^itwirfung 
bed internationalen $üreau$ bie 
Slrbeiten bicfer Äonferenj öor. 

^er^ireItorbe§ internationalen 
^üreaui^ mol^nt btn ^onferen^:: 
fi^ungen bei unb nimmt an ben 
I3erf)anb(ungen o^ne befc^tiegenbe 
©timme teil. @r erftattet über 
feine (Sefc^äftSfü^rung einenQa^s 
re^berlc^t, welcher ottcn ^er^ 
bonbSmitgliebcrn mitgeteilt toirb, 

^ie Soften be^ 93üreau$ be$ 
internationalen 58crbanbe3 toer« 
bm gcmcinfciöflftücb Don ben ocr« 
tragfc^Iiegenbcn Säubern getra« 
fien. S8i« ju neuer S3efd)(u6= 
faffung bürfen fte bie Summe 
Don 60000 graulen jäör(irf| ni*t 
überftcigcn. S)iefc Summe !ann 
nötigenfalls erl^ö^t werben burc^ 
einfachen SSefd^lug einer ber 



// 



tf 



V 



n 



f/ 



im Slxt 17 Dorgefe^cncn ftonfc« 
renken. 

öeftuf« fJeftfeSung bc8 Beitrags 
•eines jeben öanbcS jt^vi biefer Oc* 
famtfoftenfummc roerbcn bie Ders 
tragfd^liegenben unb bie etma 
fpäter bem SBerbanbc beitretcnben 
ßänber in fce!^« klaffen geteiU, 
Don benen eine jebe in bem 3Sers 
^öltniS einer gemiffen ^njal^I 
Don ©inl^eiten beiträgt, nämlicft : 

bie 1. klaffe 25 ©in^citen 

bie 2. ,, 20 

bie 3. ,, 15 

bie 4. „ 10 

hit 5. „ 5 

bie 6. ,, 3 
S)lefe Koeffizienten tocrben mit 
ber 3öW ber Sänbcr einer jeben 
f Inffe multipliziert unb bic <Sum=? 
mc ber fo gemonncnen Siffern 
giebt bk 3^^^ ^^^ ^in^eiten, 
burd^ ttjelc^e ber (äJefamtfoftenbe* 
trag ju bioibieren ift. S)er D^uo^ 
tient crgiebt ben S3etrag ber 
Koftenein^eit. 

SebeS Sanb erliärt bei feinem 
beitritt, in meiere ber oben ge« 
nannten Klaffen eS einzutreten 
n)ünf(^t. 

^ie f d^meizerif c^e 9*egierung ftellt 
baS ^ubget beS ^üreauS auf, 
übenoadit beffen ^(uSgaben, (eiftet 
bie niJtigen ^orfdjüffe unb ftellt 
bie gafireSted^nung auf, »eld^e 
allen übrigen 9tegterungen mit» 
geteilt mirb- 

6. 5)ie näcftfte Konferenz foll 
in $ariS ftattftnben nac^ %b^ 
(auf Don Dier biS fed^S Solaren 



id6 



SHc Qcmct ftaimcitttoit. 



feit StilrafHrden bet Ü6ereiii« 
fünft. 

^le fron^dftf^c Stegierung toitb 
tnner^olb biefer (Dren^e na^ \>ox: 
gängigem IBenebmen mit htm 
intcrnationeifen Bureau ben Q^iU 
t)uiitt beftiinmen. 

7. )0etrifft bie SCttdioed^elung 



bct SlattfifcidMSttrfttiibeii «nb 
etffflrt bad Sc^tufst^rotofott «(I 
g(ei4 Mftig toie bie Ü6ereinf ttttft 
felbft. 

®o gefd^l^n p Sern, am 
neunten ®et)tember be8 S^^^e^ 

(Sintaufenbod^t^unbertunbfed^d« 
unba(!^t)ig. 



^ic Dorfle^nbe äberetnCunft 

nebft 3ufA(<t^iifc^ unb bad bor- 
fte^enbe @^Iu6ptotoIo(I ftnb oon 
ben ^ertrafl^ftaaten mit 9(u9' 
noi^me t>on Stberia ratifiziert unb 
finb bie Sfatiftfationdurtunben 
gemög giffer 7 be« <3(^(ugproto^ 
folld in ben Strd^tDen ber iRtQit^ 
rung ber ^c^toei^erifdien @tbge< 
noffenfd^aft ju ^rn am 5. @ep« 
tember 1887 niebergetegt »orben. 

S^oasie^ungSprototaQ. 

S)ie unterzeichneten IBeDoQmäd^:: 
tigten, meiere ftc^ ^eute gu bem 
Stotd Derfammeit l^aben, um ^ur 
^oQ^ic^ung ber Übereinfunft, be? 
treffenb SKbung eined interna^ 
ttonolen SBcrbonbeS jum Sd^u^e 
toon 99erfen ber Sitteratur unb 
^unft, zu fc^retten, ^abett fol« 
genbe ^rtlärungen auSgetaufc^t: 
..1. iBeattglic^ bed im 9lrt. 19 ber 
Übereinfunft t^orgefe^enen S3ei< 
trittß ber Kolonien ober aud* 
märtigen SSeH^ungen: 

2)ie Bct)oamö4tigten ©einer 
fat]^o(if4en aRaieftät be9 j^iinig« 
üon ®t)anien bellten i^rer Ke» 



qierung bad 9le<l^t toor, il^ren 
^tfil^fug bei bec 9(u9me4feluitg 
ber9f atififatton^urf itnben befannt 
gu geben. 

^er IdetooOmftd^tigte ber fran« 
Zöftfcben 9le))ubaC erltört, bai 
ber IBeitritt feined Sanbed ben 
ader ^a(onien Sronlreid^S in ft<^ 
fcölietjt. 

Xie6et)onmä(6tigtett g^rer Sri« 
tifdien Wajeftftt erKären, ba| 
ber beitritt Großbritanniens zu 
ber Übereinfunft zum 6c^^e Don 
^rten ber Sitteratur unb ßunfl 
bai 93ere{nigte ^iHiigreie^ Oon 
(Srogbritaniiien unb 9lrlanb fo:? 
mie alle Kolonien unb auftmär« 
tiqen $Beft|ungen g^rer SBdttfc^n 
^ajeftat umfagt. 

Snbeffen behalten fte ber 9fe« 
gierung S^rer S3ritif4en Wlait^ 
]m ba« SRec^t oor, in ber burd^ 
^rt. 20 ber Übereinfunft üorg& 
fel^nen IBeife jeberjeit bie ^iin« 
bigung getrennt für eine ober 
mehrere ber folgenben Kolonien 
ober Säefi^un^en, nämlid^: 3n« 
bien.baS^omtniumßanaba^^eus: 
funblanb, ^af^Ianb, 92ata(, 9ltu^ 



$>it 8ertter JteiiDetttt«». 



187 



lanb, 5la^man\tn, ©üb^^^uftra« 
lien, ^eft^^^uftralien unb 9{eu« 
©cclonb, erflärcn ju bürfcn. 

2. »€iü6li(6 ber l^laffiftfotton 
ber tBcrbanbSläiiber in betreff 
xf^tx flSeitrogdpflic^t j(u ben Soften 
bed tntetuattonalen ^üreauS 
Otffcr 5 be§ (Sd)tu6protofoII§): 

^ie SSeDottmäditigten ertiären, 
bog tl^re betreffenben Sänbft in 
folgenbe Pfaffen eingereil^t wer- 
ben foClen, nömUc^: 
S)eutf(6lanb in bie 1 . klaffe, 
©elgictt « « 8. « 



tf n 



2. 



f* n 



Spanten 
flfreinheicl^ 
©roftbritanntcn „ 
^i'tt 
dftoliett 

a:ttni« , , 6. , *) 

5E)et ^t^offmä^tigte ber 9let)u^ 
bti! Liberia er! (ärt, bag bie S3oII^ 






1. 

;: 1. 

5. 

1. 



8. 



u 



tt 



H 



mod^ten, toel^e er Don feiner 
d^egterung empfangen l^qBe, il^n 
;;ur Unter^ic^nung ber Überein- 
{unft ermöc^tigen, bag er aber 
leine Snftrultion^n über \fit 
Älaffe, in hjclc^c fein Stoat bc* 
trefft ber 8eitragS4)Pc6t }u \itix 
Soften be§ internationalen $ü^ 
rean§ einzutreten loünfc^t, er« 
^Uen l^be. demzufolge behält 
er über biefc Srage bie ©ntfcöei* 
bung feiner ^Regierung bor, toelc^e 
biefelbe bei ber ^udroe(öfe(ung 
ber 9latiftlation$urlunben belannt 
geben n^irb. 

3u Urfunb beffeu l^aben bie 
betreffenben ^eDoQmädftttgien \>oS^ 
gegenn)örtige ^rotofoH unter» 
geic^net. 

6o gefd^elften gu S3ern, ^nx nvxofi 
itxi September be^ Sal^red ^tn^* 

taufenbac^t^unbertunbfec^unb^ 
ac^tjig. 



^ei C^elegenl^eit ber 92ieberlegung 
ber[Ratifitationdutfunben 6at ber 
föniglic^ fpanifd^ ^DoUmäc^« 
tigte bezüglich beS im $lrt. 19 
ber Übereintunft t>orgefe^nen 



*) £n|ciR(uro unb Sßonaco (fie^e 2. 
Mnotc auf ©eltc 128) flnb tn ber 6. 
9.\Qf^t etngttet^t. 



S3eitritt^ ber fiolontcn ober aufi- 
mdrtigen $efigungen ber Ser« 
trag^ftoaten auf ®ntnb bed %b^ 
fa^d 2, 3iffer 1 bed üorfte^enben 
^oUgiel^ung^protofoIId namend 
feiner 9{egierung Wt (l^rltörung 
abgegeben, bag Spanien ber Über« 
einfunft für fömtlic^e SBefi^ungen 
ber fpanifd^n ^rone bettrete. 



188 



!Die eentet ftont>enUon. 



bctreffenb 

bte :Xtt0ftt^ntit9 ber am 9. Stjßtmhn 1886 }Vi ßtxn 

akgeft^Uilfeneit llbereinknnfl megen fitlbung eines inter- 

nationolett Verbaubes jnm i^4in|e doh Werken ber 

£Uteratnr unb &mfi. 

«om 11. 3«K 1888. 



§ 1. 3)!e gufolgc bc8 «rt. 14 
ber t)orbe,^etdbneten UbereinCunft 
in ^utfÄIanb eintretenbe SCn« 
toenbung berfelben auf olle aud 
ben übrigen S^erbanb^Iänbern 
l^errnfirenben. Beim giifrofttrcten 
ber übereinfunft in i^rem Ur« 
fprung^Ionbe no4 ni^t Q^emetn^ 
gut gemorbenen 3Scr!e unierliegt, 
foiDcit nicftt nac6 Stummer 4 
%6fa( 2 bed @c^lug))roto!oa$ 6e^ 
ftel^enbe Verträge "^la^ greifen, 
ben naci^fte^enben ^infc^ränfun« 
gen: 

1. ^er 3)rutl ber (&}ctmplavt, 
beren ^erfteQung bei bem ^n^ 
Irafttreten ber Übereinfunft er* 
laubterroeife im ©ange mar, borf 
üoUenbet »erben; biefe Q^^em- 
platt, fomie btejenigen, nielc^e ^u 
bem^ebac^ten 3eitt)unft ertaubter* 
»eife l^ergefteflt waren, bürfen 
Derbreitet unb ücrfauft werben. 
@6enfo bürfen bie p bem ge* 
backten g^i^P^^^t Dorl^anbenen 
Vorrichtungen, wie Stereotypen, 
^ol^ftöde unb geftoc^ene platten 



aller ^rt, fowie Utl^ograpl^ifc^e 
Steine bid jum 81. ^e^ember 
1891 benu^t werben. 

2. SBerle, wcld»c Dor bem 3"= 
fiafttrelen ber Übereinfunft in 
einem ber übrigen. SSerbonbä* 
länberDeröffcntlic^t rtnb,gcntc6en 
ben im fixt 5 ber Übereinfunft 
Dorgefe^enen Sc^ug bed auSfc^lieg« 
liefen Überfe^ung§rec6te$ nic^t 
gegenüber fold^en Überfe^ungen, 
welche 2U bem gebac^ten 3citpunft 
in 3)eutfcI)Ionb crlaubterweife bc« 
reit« gan) ober Icilwetfe Deröf* 
fcntli^t waren. 

8. ^ramattfc^e ober bramatifd^* 
muftfalifc^e ^crfc, wetdjc in 
einem ber übrigen SBerbanbd^ 
lönber veröffentlicht ober aufge* 
fü^rt.unb t)or bem Snfrafttreten 
ber Übe»^cin!unft im Original 
ober in Überfe^ung in 3>eutfc^ 
(anb erlaubterweife öffentUd) auf« 
gefül^rt Ttnb, genießen Den Sd)u| 
gegen unerlaubte Sluffü^rung im 
Original ober in einer Über* 
fe^ung nici^t. 



S>ie Ocntet ftim)»ention. 



189 



§ 2. ^iefe ^erorbttung tritt 
mit bemSage ilftrer %rtünbigung 
in Sraft. ^ie 93eftitnmungen 
bcrfclbcn gelten ou(^ für, bic feit 
bem 3nli^<ifttrcten ber Ubcrein= 
fünft üerfloffcnc Seit, ^adj bcr 
^erlünbigung biefer ^erorbnung 
unterliegt inbeffen bie im § 1 
Plummer 1 geinöl^rte S3efugniS 
lax Verbreitung unb gum SßtXf 
lauf Don @£emp(aren fomie gur 
93enu|(ung Don ^orri^tungen ber 
iBebingung, bag bie @^m))(are 
unb Vorrichtungen mit einem 
bcfonbcren Stempel berfeften finb. 
^ie ^[bftempelung mug fpöteftend 
am 1. Siioöember 1888 erfolgen, 
^te näheren Slnorbnungen in 
betreff ber ^Ibftempelung fowie 
in betreff ber guDentarlficrung 
ber abgeftempelten @;em))lare 
unb Vorrichtungen merben Dom 
9letc6i^fan}ler erlaffen. 



f § 3. 3m galle be8 »eitritt» 
anberer Sänber auf ^irunb bed 
«rt. 18 bcr Übereinlunft ftnben 
bie Veftimmuugen im § 1 unb 
§ 2 finngemäge ^nmenbung. 3n:s 
fomeit nac^ benfelben ba^ ^n^ 
frafttreten ber Übereinlunft atö 
3eit))un!t entfcfteibet, ift ftatt 
beffen ba« bed Beitritts magge^ 
benb. Von le^terem 3<^^lf>unh 
an gerechnet ift bie Venu^ung 
bcr Vorrichtungen (§ 1 9lr. 1) 
Dier Sai^re lang geftattet unb bie 
^bftempclung (§ 2) binnen bret 
Monaten ^u bemirfen. 

Urhtnbli^ unter Unfcrer ^ötj^ft« 
eigenl^änbigcn Unterfc^rift unb 
beigebrucftem ^aiferlid^en 3m 
ficgel. 

begeben 9)larmor«$alaii$, 

ben 11. Süll 1888. 
(L. S.) SSil^clm. 

Don Vidmard. 



betreffend Sefiimmungen 3ur ^tusfül^rung ber am 9« 3ep» 

tember \8S6 3u Sern abgefdjtoffenen Öbereinfunft megen 

Stftung eines internationalen Perban&es sunt Sd^u^e 

von IPerfen ber Citteratur unb Kunj^. 



9ruf @runb bed § 2 ber Ver^ 
orbnung Dom 11. 3uli 1888 
(9lcic^«*®efetbl. @. 225), betreff 
fenb bit ^udffil^rung ber am 
9. ®eptcmber ,1886 ju Vcrn ob« 
gcf^loffcncn. Übereinfunft h)egen 



Vilbung cined internationalen 
Verbqnbcd jum @d^u^e Don ^cr« 
len ber l^iitteratur unb ^unft, 
n^erben bk nad)folgcnben 

Veftimmungen über bie ^b- 
ftempclung unb S^t^ntari^ 



140 



2Mc IBcnec JgMtttnlloii. 



fterutig ber bafeI6fl be^id^» 
ttetett ^em^Iare unb SSote 
ric^ttttgett 
cdoffcn: 

§ 1. tBet {{(^ im 9kfi|e Don 
(S^mplaren ber im § 1 9{r. 1 
ber ^erorbnung be^id^neten ^xt 
Don ^tlen ber Sitteratur unb 
^nft (^ti^wtxUn, tCbbilbun« 
gen, gei^nitn^l^n r mufifalifc^n 
^oitU>ofttiouen, Werfen ber btlben- 
ben fünfte), meiere beim Snlraft- 
treten ber ^rorbnung oom 11. 
9na 1888 f(t)on ^ergeftellt »aren, 
ober beren ^erfteflung ^u bem 
gebcKi^ten S^^^Pu^^^ ^^ ®ange 
nMr, befinbet, ^at bie @;em))Iare, 
wenn er biefefben Der&xufen ober 
bcrbreiten toiO, bi§ jum 1. iWo* 
oember 1888 einfc^Uegltc^ ber 
^oli^eibe^örbe fetned ^ol^nortd 
5ur ilbftempetung oorjulegen. 

OortlmcntSbudö^änblcr , ^om* 
mif fionärc 2C., weiche fold^e (5f cm^ 
t)Iare befi^en, !önnen biefelben 
namens ber SSerleger ober il^rer 
Auftraggeber jur ^Ibftempelung 
borlegen, ol^ne ha^ ti einer ht^ 
fonberen ^odmac^t bebarf. 

§ 2. ^ie $oIi)eibe^drbe fteHt 
ein genaues ^er^eic^niS ber i^r 
vorgelegten @;em^(are nac^ bem 
nodifte^enben 9){ufter A auf unb 
Bebrudft bemnäc^ft j[ebeS einzelne 
^rtOplax mit il^rem 2)ienft« 
ftemt^I. 

§ 8. S3er fid^ im SSeft^e oon 
$orricl^tungen ber im § 1 ^x. 1 
ber ^rorbnung bejeid^neten $(rt 
(mie ^reo^en, ^ol^ftöde unb 



geftod^ne platten aOer ^xt, fo^ 
mit Itt^grat>(if(^ Steine) befin« 
bet unb biefetben nod^ ferner, 
unb ^wat ÜtngftcnS bid ^um 
31. ^e^mber 1891, gur ^« 
ftellung Don (S;em)i(aren benu|en 
mill, ^t bie Sorrid^tungen biS 
5um 1. Slooember 1888 ein^ 
f (6Iieg(i4 ber ^oli^ibel^örbe feined 
^o^nortS jur fCbftemi^Iung Dor« 
gulegen. 

^ie ^tmplaxt fetbft, toeldft 
mit ^ilfc ber gcftempelten ©or= 
ricbtungen erlaubtermeife ^rge« 
ftcßt finb, bebürfen eine« ©tem« 
ptU nid)t. 9[uf Erlangen follen 
fie inbeffen ebenfadd abgeflem^lt 
merben. 

SGSer (£{em))Iare ber bejeic|neten 
Wct abgeftempelt )u l^aben mütif (^t, 
l^at biefelben bid pm Bl. <S)e^ 
jember 1891 einfc^üeglid^ ber ge« 
bauten S3e4i7rbe oorjutegen. 

§ 4. %U $oIigeibebörbe ftettt 
ein genaues ^er^eidjniS ber il^r 
oorgelegten $orrid}tungen ttad^ 
bem nac^ftel^enben dufter B auf 
unb bebrudft bie Vorrichtungen 
bemnä^ft unter tl^unlic^fter ®4os 
nung berfetben mit i^rem 2)tenft« 
ftentpel, unb ^max in einer 
^eife, meiere bie (Sr^altung beS 
6temi)cIiei(^enS mögtic^ft ftdjers 
fteüt. 

@ie fteHt ebenfo ein genaues 
Ser^id^niS ber mit jenen Vor« 
rid^ungen l^ergefteQten, i^t Dor« 
gelegten ^^emptare nac^ bem im 
§ 2 erwähnten äJ^ufter A auf 
unb bebrurft bemnäd^ft jfbeS ein« 



t>ie Qemct AohUsHm. 



141 



i^elne (£;em))Iar mit il^rem ^ienft« 
ftempel. 

§ 5. Ob Me ^tftefiung btx 
(tj^tm^laxt unb bie Senu^mtg 
bei S^otrtti^ngen crftrabt war, 
^at bie ^oKsetbfl^brbe nm Su 
prüfen; bagegen l^at btefelbe bie 
®tem))e(ung ^u berfaaen, toenn 
fie ermittelt, bag bie im § 1 unb 
§ 8 bezeichneten @£em))(are ober 
bie im § 3 be^ei^neten SBorrid^« 
tungen beim Snfrafttrcten bcr 
»erorbnung üom 11. 3uü 1888 
no4 nic^t ^ergefteHt »aren, aud) 
bec 3)rucf ber (Sfemplare ^u ber 
angegebenen gett nod^ nic^t im 
©ange loor, ober bie im %^ht' 
^ic^neten (£^m)>kire mit C^itfe 
ungeftemt>elter 58orri(ötungen ^er« 
gefteüt »orben finb. 

§ 6. %it ^er^eici^niffe toecben 
binnen 6 ^oc^en nad^ i^rem Uh- 
fc^Iut ^on ber $oIiBetbebbrbe an 
hk pftänbige (S^entral bewürbe im 
(Slefd^äfti^mege eingereicht unb bon 



ber le^teren aufbemal^rt. Üiner 
Slnseige, hai bei ber $oIiseibe« 
]^5rbe (S;emt)(are ober ^orric^ 
tungen }ur 9Cbftemt)e(ung über« 
i^upt nic^t )>orge{egt ttnnrben 
finb, bebarf e9 ni^t. 

§ 7. Srür bie Eintragung unb 
9lbftem))e(ung ber d^tmplaxt unb 
Sorric^ungenmerben Soften nic^t 
erhoben. 

§ 8. ®ie «orfd^iften ber «er* 
orbnung öom 11. 3uli 1^88, fo« 
wie bie öorfte^enben ©eftim« 
mungen ftnbeu infomeit feine 
Äuroenbung, aU ben an bcr 
Übereinfunft öom 9. ©e|)tember 
188Ö beteiligleii «erbanb^än^ 
bern: 93elgteu, t^rantreic^, t^rt^ft:« 
britannien, 3t<tlten unb ber 
@(^n)ei} gegenüber bie mit htn> 
felben gefc^toffenen @)>ezialDer« 
träge ^oj greifen. 

«eriin, ben 7. ^uguft 1888. 
^er SReic^^fanjIer, 
3n SSertr.: ö. ©c^eUing. 



A. 

«erieidftniil 
ber bei ber unter^eid^neten ^oIiAeibe^örbe jur Hbftemt)e(ung t>or= 

gelegten fejemjjlare. 



Ät. 



Zag 
(er SSorCagc. 



Slam« 
ober ^irma 

beS 
iBoTtegenbeit. 



XUe( t>€r 

©{^zlftwerle, 9(6bi(« 

bungen, ftompofttionen 

u. f. to. 



SaU ber 

adgcftem^elteji 

S^em^Iare. 



r42 



^er beutf(l^«fratt96f{f<9e fiiftenirbettrag. 



B. 

btt bei ber uhterseic^neten ^olti^eibefibrbe ^ur ^ftem^Iung toor- 
gefegten ^oTtic^tungen (Sttvtotr^ptn, ^ol^ftöcfe, $ktten, ©tetne k.). 



fftx. 



Zag 
bet SoTtage. 



SHome 
obet (Jplrma 

beS 
iBorfegenben- 



Xitel bee ec^riftlveTteS, 
bertlbbilbung, ber Aom= 
pofition2c.,Quftt)e(d^ebie 
9Sorrl(^tung fid^ be^iel^t. 



iRälere »cfi^reiduno 
(platte, ^orm, @tein, 
@tereot^)>abguft ic.) ber 
16orri(f)t. u. oer. ®c5|e. 



Vertrüge jtutfdien Iiem Itorbbentfdieii ßnntt btp», 
htm Detttft^en Kettle mi ber St^met; megen gegenfettigen 
S4lit^e0 ber Hetzte an Ittterarifdien di^engnilfen tiiib 

Werken ber jännft 

ryom 13. ^at 1869 unb 23. "SRai 1881 ftel^e ^onb 1 6eite 223. 



Die Übereinkunft }mfä^tn Ilentf(i)lanb nnb irnnk- 

retd), betreffenb ben S(i)n^ an Werken ber fttteratnr 

nnD jftnnß ^«^ 

öom 19. 5t|)ril 1883. 



3[n @teKc ber früher jwiWen 
tJranfrcic^ unb cinj^elncn beut= 
fc^cn ©taatcn abgcft^l offenen ßit* 
terarfotioentionen ift feit bem 6. 
^Joüember 1883*) bie nac^fte^enbe 



•) «pt. 8 18 «bf. 2 bet Überelnlunft 
unb bte 9inmertung iu bemfelben. 



äbereinf unf t jtoif d^en ^eutfd^Ianb 
unb gronfreicft, betrcffenb ben 
®c^u^ an 9Ber{en ber üiitteratur 
unb ^unft; Dom 19. ^prit 1883 
getreten: 

5Crt. 1. 3)ie Urheber öonSBer* 
len ber iSitteratur ober ^nft 
foEeit, gletc^t)iel, ob btefe SBerfe 



!Der beutf4sftaii)Sfif(!§e Sitterartoerttatf: 



148 



veröffentlicht ftab ober nic^t, in 
jebem ber beiben Sänber gc(^ens 
fettig (ic^ ber 53orteiIc ju erfreuen 
^abeti, roeldje bafelbft ^unt ©c^u^e 
t)on Werfen ber IBltterotur ober 
^unft gefe^(ict) eingeräumt ftnb 
ober eingeräumt werben. @ie 
foQen bafelbft benfelben @c^u^ 
unb biefelbc StecfttS^itfe gegen 
jebe ^eeinträd^tigung i^rer SRec^te 
genießen, aU wenn biefe Seein« 
tTfid)tigung gegen tnlänbif(^ Ur« 
lieber begangen toäre. 

2)icfe SBorteile foHen i^nen je- 
boc^ gegenfeitig nur fo lange ju- 
ftet)en, ald i^re Siechte in bem 
Urfprung^Ianbe in ^raft ftnb, 
unb foHen in bem anberen Sxtnht 
nic^t über bie ^rift l^inau^ bau- 
ern, meiere bafelbft ben inlän? 
btf^en Urhebern gefe^ltd^ einge« 
räumt ift. 

®er Slu^bntc! „2Ber!e ber ßit* 
teratur ober Äunft" umfaßt S3ü- 
d^er, 83rof teuren ober anbere 
©c^riftmerfe; bramatifd^e SBerle, 
mufifalijc^e ^ompofttionen , bra« 
matifc^-mufitalifctje ^erte; SBerfe 
ber geid)nenben ^unft, ber ^a^ 
lerci, ber SBilbl^oucrel ; Stiege, 
Sit^ograp^ien, SQuftrationen, 
geogra^^ifd^e harten , geogra> 
p^ifd^e, topograpl^ifc^e, ard^itelto- 
nifd^^ ober naturwiffenfc^aftlic^e 
$(äne, ©fi^^en unb ^arfteQungen 
plaftifc^er 8lrt*) unb über§au})t 

*) (&toaxap^iidit, to^ogtat^l^ifd^e, arcl^i' 
teftonifae obec naturtoifTenfd^aftttd^e 
2)aTfteIlungen ))(aftitct)er fixt 
ftnb jeboc^ tro| iJ^rer auAbcüddc^en 



jebeiS Sri^eugniS aud bem ^ereid^e 
ber Sitteratur, SBiffenfd^aft ober 
Äunft.*) 

?lrt. 2. 3)ie Seftimmungen be« 
Hrt. 1 foQen aud^ ^nwenbung 
finbcn auf bie Verleger folc^er 
^erfe, mefd^e in einem ber beiben 
Sänber oeröffentlic^t Ttnb ober 
beren Uv^ber einer britten ^a^ 
tion angehört.**) 

%xt 3. S)ie gefejjtld^en ^tx^ 
treter ober SRecftt^nacftf olger***) 
ber Url^eber, SSerleger, Überfe^er, 
^omponiften, ^txSimx, Wlaltt, 
$i (blauer, ^upferftec^er, ^rdii:^ 
teftcn, öitlöograplfecn ^c. fottcn 
gegenfeitig in allen ^^iel^ungen 
biefeiben [Rechte genießen, meiere 
hk gegenwärtige Übereinfunft 



(SrtDä^nuttg im 9trt. 1 fleaentoärtifl im 
internationatett iBecfe^r ^ttlfc^en 
^euti(^lanb unb ^ranfreidg nt(6 1 geqen 
92a(^Mlbung geW^t, ba jte nic^t 
unter § 43 beS beutfc^en @efe|eS üom 
11. 3unl 1870 faflcn. S)cr beutfc^e 
SSerfertiger einer fo(c6en 3)arfteUung 
lann in S^anfreic^ feinen @d)ui gegen 
bie iRacboilbung ber Ir^teren finben, 
n)ei( er feibft in 1)eutf(^(anb gegen eine 
fo(4e 92a46ilbung ni^t gef^ü^t ift» 
unb bie fran&öft^e ))laftifd)e ^ar\teU 
(ung genielt xn ^tmWanh feinen 
@(4u^, n)eil bie Siac^bilbung eben l^ier 
ni(6t verboten ift. 

*) aSrgen beS ©c^n^ee ber ))l^otO' 
arQpl^tfd)en (£raeugniffe ftebe 
92r. 3 beS 6(^(u|protofoa8 toom 19. 
9lpri( 1883. (Seite 151. 

**) S3g(. § 61 beS beutfc^en ®efe|e8 
bom 11. ^uni 1870 tinb § 2i beS beut» 
f(6en ®e{e|ed bom 9. Januar 1876. 

••*) Unter ben Ked^tenac^folgern 
(„les ayants-CAuae'^) ftnb andi bie Sr» 
ben be8 Url^ebers, Qerlegerft ic au ber» 
flehen. 



144 



^et b«ntHH**Kftifif^ fbMUtvtHttta^ 



bcn Url^bem, 9et(egcm, iXhtX' 
feiern, ftoinponiftett, getcftnern, 
maitxn, SBilb^auertt, ^upferfte« 
(^ent, tlrc^itetten unb Stt^ogca^ 
p^n fetbfr betoiatgt. 

tlrt. 4. ^d foK gegenfeitig er« 
laubt fein, in einem ber beiben 
Sänber9[ui$^üge ober gange ®tücfe 
eined jum erftenmal in bem an^ 
bereu X^onbe erfc^tenenen $3erled 
gu Deröffentli^en, porau$gefe(^t, 
bog biefe Ser5{fent(id)ung aui»:' 
hxvMidi fitr ben @^ul« ober 
Unterric^tSgebraud^ beftimmt nnb 
eingerichtet ober »iffenfc^ftlid^er 
9latur ift. 

Sn gleic^r ®eife foü e^ gegen« 
feitig erlaubt fein, d^reftoma- 
tl^ien, tt)eld)e au^ ^mc^ftücfen 
Don SSerfcu öerfc^iebencr Urheber 
&ufammenge(e^t ftnb, gu üeröf> 
fentlid^en, fomie in eine Q^^refto« 
mottle ober in t\n in bem einen 
ber beiben £äuber erfc^inenbeS 
Orioinalmerf eine in htm anberen 
Sanbe toeroffentUcbte aange@(^rift 
t)on geringerem Umfange aufgu- 
neunten. 

(Sd mug jtboä^ jebei^mal ber 
!Rame bed Url^eberd ober bie 
OueHe angegeben fein, aud totU 
6^x bie in ben beiben Dorfte^n« 
ben ^bfä^n gebauten ^fu^güge, 
©tücfe r>on SSerfeu, 93nid)fti«fe 
ober ©c^riften l^errii^rcn .*) 

^ie S3eftimmungen biefed 2ii> 



jlifeU ftnben feine tCntoenbnng 
auf bie SCufnal^me mufifaltfc^r 
^ompofitionen in Sammlungen, 
meldie ^um ^ebrau(^ fnr ^DtufiU 
faulen beftimmt Tinb,*) krteime^ 
gilt eine berartige ^(ufua^me, 
roenn [it o^ne @)ene^migung bed 
^om^oniften erfolgt, a(d uner- 
laubter 9{a(6bru(f.**) 

Krt. 5. 9lrttfe(, meldte an(^ ben 
in einem ber beiben Sänber er» 
f^ienenen Rettungen ober ptÜ9s^ 
bifcben 3^itf<^i^ftc" entnommen 
ftnb, bürfen in htm onj^eren 
Sanbe im Original ober in über« 
fe^ung gebrudft ttierben. 

3ebo4 foH biefe lOefugnid ft4 
nic^t auf ben $(bbru(f, im Ori* 
ginat ober in äberfe^ung, krön 
gfeniHetonromanen ober bon Wcs 
tifein über ^iffenfc^ft ober fiitnft 
begiel^en.***) 

S)ad gleid^e gift twn anberen, 
and 3^iiungen ober t^ertobif^cn 
3eitf(^riften entnommenen ^tb* 
leren flrtüeln, aenn bie Url^eber 
ober Herausgeber in ber gcitung 
ober in ber g^i^fc^^ft felbft, mo« 



*} 8» Hbf. 1, 2, a bei «Tt. 4 )>fii. 

§ 7 Utt. a bc9 beutf<!^eit «efe^c» b9m 
11. Sunt i«70. 



«) 9$gl. § 47 beS (Befe^el bom 11. 
3uni 1870. 

**) gffit bie erlaubte «cnul^uita t>9n 
SSerten ber bttbettben ftttnfte 
fomtnen im internationalen VSerle^r 
atPif<^en ^eiitf(l)tanb unb ^tanfrei«^ 
naä htm $rinii|) beB 9lrt. l ber Über« 
eintunft bie »orfc^rlften bed § 6 be9 
beutfc^en (Sefe^eS bom 9. Januar 1876 
}ur ^mmenbung. 

***) Sal «rt. 6 Kbf. 8 ber »ctner 
Übereinfunft bom 9. September 1886 
unb bie eemertung l^ieris auf ^eite 
195 bief«e Danbeft. 



S)er betttfdl'frattiöflfd^e SltterorDertrag. 



145 



ritt biefelBen erfd^ienen ftnb, quS« 
brüdlid) erfCärt ^a6en, bog fie 
bereit iliac^bntc! unterfagen. 

3n feinem gattc fofl bic im 
t)orfte^ttbeu ^Ibfaj^ geftatiete Un- 
terfagung bei Strtifeltt polttifc^en 
Sn^altd ^timenbung ftnben. 

^rt. 6. ^ad ^edit auf @4ug 
ber mufilalifcftett ^erle begreift 
in fi(4 bie Un^^ulöffigleit ber fo« 
genannten murtfalifd}en Erränge« 
ment9< nämli^ ber (Stucfe, »elcbe 
na(6 ^otioen an^ fremben ^om- 
poftiionen o^ne @enetoigung be^ 
Urhebers gearbeitet finb. 

S)en betreffenbcnöericftten bleibt 
ed kjorbel^alten, Die ©treitigleiten, 
meldte bei^tiglid) ber ^nrcenbung 
obiger Sßorfcftrift etwo l^erDor- 
treten foflten, na4 Sl'^aggabe ber 
©efe^gebung jebe9 ber beiben 
Sänber ju entfd^eibcn.*) 

?lrt. 7. Um oOen 3Berfen ber 
Sitteratur unb ^unft ben im 
$(rt. 1 k)ereinbarten ®4u$ ^u 
ftdiern, unb bamit bie Url^eber 
ber gebadeten ^erle, bis ^um 
^metfe bed Gegenteils, atö folc^e 
angefe^en unb bemgemäg t)or ben 
©cricfttcn beiber Sänber gur SSer= 
folgung üon S'^adibruc! unb ^adt^ 
bitbung gugelaffen werben, foQ 
ed genügen, bo6 i^r 9?ame auf 
bem Sitel be§ ^er!e§, unter ber 
gueignung ober SSorrebe, ober 
am S^Iuffe be§ ^evfeS ange- 
geben ift. 



*) fB%t. § 46 bes beutfc^en ®efe|ed 
tiont 11. 3unl 1870. 



Seianont)men oberpfeubon^en 
3Berfcn ift ber SSerlegcr, beffen 
^amt ouf bem 5Ser!e ftcfit, jur 
Sa^rnel^mung ber bem Urheber 
juftel^enben dt^d^ie befugt, ^er« 
felbe gilt ol^ne vetteren ^emeid 
als 99ec^t§nad)fo(ger bed anony- 
men ober ^feubon^men Ur^e^s 
berS.*) 

«Irt. 8. 3)le ©eftimmungen be« 
^rt. 1 foOen auf bie öffentliche 
^ufful^rung muftfalifcfter, fomie 
auf bie öffentliche ^arfteßung 
bramatifd^er ober bramatifctj-mu:" 
fifalifdjer SBerte gleichfalls Stn* 
menbung finben. 

^Trt. 9. S)en Originahoerfen 
merben bie in einem ber beiben 
Sauber üeranftalteten Überfefuns 
oen inlönbifcber ober frember 
^erfe auSbrücflid^ gleicggefteat: 
3)emäufoIge f offen biefe Über? 
fej^ungen, rücfftd^tlid^ il^rer un« 
befugten ^eroielfältigung in htm 
anberen Saube, h^n im ^rt. 1 
feftgef entert Sc^u^ ^genießen. 

i^S ift jebocf) mol^toerftanben, 
baB ber S'üec! beS gegenwärtigen 
grtifelS nur ba^tn gel^t, ben 
Uberfe^er in Se^iel^ung auf bie 
oon i^m gefertigte Überfegung 
beS DriginalmerfeS 5U fdftütien, 
feineSwegS aber, bem erften Über» 
fe^er irgenb eineS in toter ober 
leben ber ^Jjracfte gefdftriebenen 
^erfeS bad auSfd^Iieglid^e Aber 



♦) ««.(• ^tcrau 9(vt. 11 9t6f. 3 bei* 
©crncr Überclnfunft bom 9. ©ebtember 
1886. 



®trei|Ur, bad »ed^t für üx^tx tc, u. 



10 



146 



2>et beutf(^«fTand0flf<$e SUterattiertrag. 



fe^UTtg^vec^t ^u übertragen, auger 
in beut im folgenben ^rtifel t>oi* 
gefeierten gfaUe unb Umfange. 

^xt. 10. 3)en Ur^iebern in je* 
htm ber betben Sänber' foQ in 
bem anbeten Sanbe wäftrenb ^e^n 
Salären nad^ bem (£rfd)einen ber 
mit i^rer Genehmigung üeran« 
ftolleten uberfetungjbreS SSerfe« 
hai au§fd)(ieglic^e Überfe(ung9« 
recftt gufte^jen.*) 

SOie Überfe^ung mug in einem 
ber beiben Sänber erftftiencn fein. 

(^el^ufSkbeS ©enuffeS be9 
oben geba(j^ten audfd^tieg- 
lictien aJed^teS ift eä erfor« 
berlic^, bagbie genel^migte 
Uberfe^ung innerl^alb ti^ 
neS Stittanrnt^i öon brei 
Saftren, öon ber SBeröffent* 
liijftung beS Originalmerfed 
an gered^net, Dollflönbig 
erfcftlcnen fei. 

S3ci ben in Lieferungen 
crfcfteinenben S5crfen foU 
ber Sauf ber in bem öor* 
fteftenben Slbfa^ fcftgefe^= 
ten breijäftrigen iJrift erft 
t)on ber Veröffentlichung 



*) «Rod^ 9lrt. 5 «6f. 1 ber »ctnct 
übeteinfunft toom 9. ^et)tentber 1886 
läuft bic äel^niä^rißc äfrtft toon bct 
»ctbffcntUtöutig bcSDriflltiats 
toerfeS an. Xro^bem bleibt bie Se« 
fttmmun^ beS 9lrt. 10 ^bf. i, toonad^ 
bie gei^njä^rtge grrift t)on bem Sr» 
fd^einenbet rec^tnt&BigenÜbers 
felung an läuft, befteöen, lueit ba^ 
burd^ ben Urhebern ein toeiterge^enbeS 
9ted)t, b. B. eine längere gfrift, aie 
i^nen burq bie ©ernet uberelnfunft 
geiDä^rt ift, eingeräumt toirb. 



ber legten Lieferung beS 
OriginaEmerfe^ an begin« 
nen.)*) 

SfaHd bie uberfe^ung eines 
^erled lieferungSmetfe erfc^eint, 
foa bie im erften $lbfa$ feftge« 
fe^te ^eftnjöftrige grrift gleid^faSS 
erft t)on bem ©rfcfieinen ber 
legten Lieferung ber Uberfe^ung 
an 5tt laufen anfangen. 

Subeffen foH bei Werfen, nielc^e 
au9 mehreren in 3n)tf(^enröumen 
erf^einenben ^änben befte^n, 
fomie bei fortlaufenben l^eric^ten 
ober heften, me((^ Don littera« 
rifcften ober miffenfcftaftlic^en ®t- 
feiifcftaften ober t)on $rit>atpet« 
fönen beröffentlicbt »erben, jeber 
SBanb; jeber ^eric^t ober jebeS 
^eft, bejüglicft ber jeftnjä^rigen 
(unb ber breijäftrigcn)**) 
t^rift, als ein befonbered äBerl 
angefeben »erben. 

SOie Urheber bramatifdftec ober 
bramatif4 ' mufifaUf^r äBerle 
fotten, toäftrenb ber 3>atter iftreS 
auSfcftlieglicften Überfe^ungdrec^« 
ted, gegenfeitig gegen bie ni^t 
genehmigte öffentliche ^arfteQung 
ber Übcrfe^ung il^rer SBerfc ge« 
f^ü^t n^erben. 

«Trt. 11. SSenn ber UrlJ^^r 
eines muftfalifc^n ober brama:" 



*) Stbf. 8 unb 4 beS jKrt. 10 flnb 
burd^ 9lrt. 5 ber ©crner Überelnlunft, 
toelcber bag (£rf orbernis ber SSoSenbnng 
ber Überfe^ung innerhalb ber breijä]^« 
rigen grtft nit^t aufftettt, befetltfli. 

**) Ißgl. bie toor^erge^enbe 9Cnm«r« 
!ung. 



^eT beutft^'fransdfifd^e SitteratbertTag. 



147 



tifd&^murifQlifcften 3ßcrfe8 fciii 
S3ert>ielfö(ti{)ung$rec^t an einen 
SBerleger für eineS her belben 
Sänber mit $(u$f4(u6 bed on^^ 
beten Sanbed abgetreten ^at, fo 
bürfcn bie bemgemäß i^ergepeHten 
@;em^Iare ober ausgaben biefed 
3BcrfeS in bcm Ic^teren Sanbe 
nlc^t öevfauft hjerben; üielme^r 
foft bie (Sinftibrnng biefer ©jem« 
plare ober $(uSgaben bafelbft aU 
SSerbrettung \)on ^adilbxud ange^^ 
feigen unb be^anbelt tt)erben. 

3>ie SSerfe, auf welcfte öorfte^^ 
l^cnbe S3eftimniu«g fic^ begießt, 
tnüfjen auf t^rem %ixü unb auf 
il^rem Umfd^Iog ben Sßermerf 
tragen: ,^n 3)eutfc6Ianb (in 
^ranfrcid)) verbotene ?lu5gabe." 

Übrigen« foQen biefc 5Serfe in 
beiben Säubern gut ^urc^fu^r 
nac6 einem britten Sanbe unbe- 
l^inbert gugefaffen merben. 

^te ^eftimmungen beg gegen- 
wärtigen Ärtifetö finben auf an= 
htxt ald muftlalifd^e ober bra^ 
matifd^smufifalifc^e SBerfc feine 
^nttjenbung. 

«rt. 12. 3)ic (Sinful^r, bie «TuS* 
fu^r, bie SScrbreitung, ber SBer* 
fauf unb ha^ f^eii^alten t^on 
9{ad^brucf ober unbefugten ^adj^ 
bilbungcn ift in jebem ber beiben 
Sänber t)erboten, gleid^uiet, ob 
biefer ^a^hxud ober biefe ij^ad^- 
bilbungen au^ einem ber beiben 
Sänber ober aud irgenb einem 
britten Sanbe IJerrü^ren. 

Slrt. 13. gebe Suroibcrl^anbs 
(ung gegen bie ^eftimmungen 



ber gegenwärtigen Übereinfunft 
foQ bie ^efd^tagna^me, (Sin^ie« 
^ung unb Verurteilung ^u ©träfe 
unb ©c^abenerfa^ nac^ Sli^aggaDe 
ber betreffenben ©efe^gebungen 
in gleid^r ^eife f^ur %o\%t l^aben, 
wie wenn bie Sw^^Ji^^r^önblung 
ein SBerf ober drjeugni« inlän* 
bifd^en UrfprungS betroffen l^ätte. 

^ie 9^er!male, au9 welchen ber 
^l^atbeftanb beS 9^acf)brucf3 ober 
ber unbefugten 9?ad)bilbttng ftd^ 
ergicbt, ftnb burd) bie betreffen* 
ben ^erid^te nad) SJiaggabe ber 
in jebem ber beiben Sänber gel« 
tenben @(efe^gebung feft^uftellen. 

^rt. 14. ^ie ^eftimmungen ber 
gegenwärtigen Übereinfunft follcn 
in feiner ^e^^iel^ung ha^ einem 
ieben ber beiben l^oi^en toettrag« 
fd^IiegenbenXeife juftelftenbed^e^t 
beeinträd)tigen, burd^ SJiagregeln 
ber ©efe^gebung ober inneren 
Verwaltung bie Verbreitung, hit 
S)arfteIIung ober ba« geilbieten 
eine« jcben SBerfeS ober ©r^cugs 
niffe« 5U überwad^en ober gu 
unterfagen, in betreff beffen bie 
juftänbige Ve^örbe biefed d^ecgt 
au^^uüben 4aben würbe. 

@benfo befdjränft bie gegen war* 
tige Übereinfunft in feiner 3Beifc 
ha^ 9!ec^t bed einen ober bed 
anberen ber beiben l^o^en öer« 
tragfcftliefeenben 3:eile, bie ©in* 
ful^r folget Vü^er nad^ feinem 
(Gebiete ^u üer^inbern, weld^e 
na4 feinen inneren ®efe$en ober 
in @)emäg]^eit feiner mit anberen 
^äd^ten getroffenen Slbfommen 

10* 



148 



3)et beutfcl^:fransöftf(^e Sitterarbettrag. 



für 9lod^brud crflärt ptib ober 
erÜärt werben. 

fixt. 15.. 5)ic in bcr acgctt= 
»artigen Ü6erein!unft entl^alteneu 
^eflimmungen foQen auf bie Dox 
bcren QnlrQfttreten üorl^anbenen 
3Berfc mit ben SRofegaben unb 
unter htn Sebingungen ^(nmen« 
bung finben, toe(d)e bod ber 
Übereinfunft angeheftete $roto= 
lott öorfc^reibt. 

?lrt. 16. 3)ie l^ol^en öertrag* 
fd)ne6enben Xeile finb barüber 
einüerftanben , bag jeber »eiter- 
gel^enbe Vorteil ober ^or^ug, 
totXditx !ünftig^in Don feiten eine§ 
berfelben einer britten ^aö)t in 
bepg auf bie in ber gegenwär- 
tigen Übereinlunft üeieinbarten 
fünfte eingeräumt »irb, unter 
bcr 58orau§fe^ung ber SJe^ipro^ 
gität, ben Url^ebern beS anberen 
SanbeS ober beren 9fiecöt8na^= 
folgern o^ne weitere^ ju ftatten 
fommen fod. 

@ie behalten fid^ übrigen^ ba3 
9?cc^t t)or, im SSege ber SSerftän* 
bigung an ber gegenniörtigen 
Üoereinfunft jebe SJerbeffcrung 



ober S^eränberung toor^unel^men, 
beren 92ü(li4leit fic^ burcb bie 
(Srfal^rung l^raudfteden foöte. 

fixt 17. <J)ie gegenwärtige ubcra 
einlunft tritt an bie (Steflc ber 
frül^er jwifc^en gfränfreid^ unb 
ben einzelnen beutf^en Staaten 
abgefd^Ioffenen Sitterarfonüentto- 
nen. 

©ie foll »äl^renb fedft« ^ö^ren 
toon bem Sage i^re« än^rafttre« 
tenS an in Rettung bleiben, unb 
i^re ^irffamfeit foK al^bann fo 
lange, bid fie t)on bem einen 
ober anberen ber f^ofitn tjertrag* 
fdjliefeenben Steile geftinbigt wirb, 
unb nod) ein gal^r nad^ erfolgter 
Äünbigung fortbauern. 

^Trt. 18. ^ie gegenwärtige Übers 
einfunft foQ ratiftgiert unb bie 
Sf^atififation^urfunben foQen fo« 
balb afö möglid^ in S3erlin au«« 
gewed^felt werben. 

©ie fott in beiben fiänbern btci 
Monate nac^ ber $ludwed)fe(ung 
ber SRatififationen in Äraft tre« 
len.*) 

gu Urlu nb beffen k. 



^ie fütdiit, welche ber ?lrt. 15 
ber Übereinlunft öom 19. fipxil 
1883 ben Urhebern ber bor beren 
Snirafttreten bor^anbenen ^erle 
beilegt, ftnb in bem 
$rotoIott üom 19. fipxii 1883 
nä^cr beftimmt unb geregelt 
worben. 



S)a8felbc lautet: 

1. %it ^ol^It^at ber ^t\üm^ 
mungen ber Übereinfunft t)om 
heutigen Sage wirb ben|enigen 



*) S)ie SluSloed^felung ber 9iatiftr 
lationSurfunDen ^at am 6.-9(uguft 
1888 ftattQefunben. 



3)er beutf(|'ftaniöjtfd^e Sittetartjertrag. 



149 



Dor beten 3n!rafttreten Dor^an^ 
benen Kerlen ber Sitteratur unb 
^uttft 5U teil, meiere etroa einen 
gefeilteren ®(4u$ gegen i)>2ac6' 
bruä, gegen ^^ac^bilbung^ gegen 
unerlaubte öffentliche ^ufföl^rung 
ober ^rfteQung ober gegen un^ 
erlaubte Uberfe^ung UK^t ge- 
niegen, ober biefen @cl^u^ infolge 
ber ^ic^terfüdun^ üorgefd^vie- 
Bener fjörmlic^fetten k)erIoren 
^aben. 

®er ^rud ber @;em))Iare, beren 
^erpellung beim Jjnfrafttreten 
ber gegenroärtigeu Übereinfunft 
erlaubtermeife im ^ange ift, fod 
DoIIenbet n^erben bürfen; bie 
dltmplaxt foQen ebenfo loie bie- 
jentgen, toelc^e ^u bem gleichen 
3eit))unft erlaubtermeife bereite 
l^ergefieQt ftnb, ol^ne 9!ücfft4t auf 
bie iBeftimmungen ber Übereiu:: 
lunft, Derbreitet unb toerfauft 
merben bürfen, tooraudgefe^t, bag 
innerl^lb breier Monate, in ®e^ 
ntäg^eit ber r>on htn betreffenben 
Slegieruno^en erlaffenen $(norb« 
nungen, bie bei htm Snfrafttreten 
angefangenen ober fertig gefted« 
ten (^{em))Iare mit einem befon^ 
beren (Stempel berfei^en merben. 

©bcnfo foflen bie beim Snfrafts 
treten ber gegenmävttgen Über« 
ein!unft t>ort)anbenen ^orric^« 
tungen, mie ®tereot))))en, ^olj« 
ftjicfe unb geftod^ene platten aQer 
^rt, fotoie lit^ogra^il^ifc^e ©teiue, 
mä^renb eined QtiixavLmt^ toon 
Dier 3a^en öon biefem 3"Iwft* 
treten an benugt toerben bürfen, 



nac^bem fte mit einem bef onberen 
Stempel üerfe^en n^orben ftnb. 
Sluf Slnorbnung ber betreffen« 
9?egierungeh fott ein Snbentar 
ber ^^emplare t)on äBerfen unb 
ber SSorricfttungen , n^elc^ im 
@inne biefe§ ^rtüeU erlaubt 
ftnb, aufgenommen toerben. 

2. ^ad bie bramatifc^en ober 
bramatifc^ s muftfalifc^en ^erle 
anlangt, meiere in einem ber 
beiben l^önber erfd^ienen unb in 
bem anberen Sanbe oor bem 3m 
frafttreten ber gegenwärtigen Über* 
einlunft im Original ober in 
Überfe^ung j}ffentli4 aufgeführt 
worben pnb^ fo foflen biefelben 
ben gefe^ltdjen @(i^u^ gegen uns 
erlaubte Sluffü^rung nur info* 
n)eit geniegen, ald fie nad^ ber 
früher jn^ifc^en grranfreic^ unb 
ben einzelnen beutfc^en Staaten 
abgefdiloffenen Übereinfunft ge« 
fc^ü^t maren. 

3. S)ie «Bo^ltl&at ber «eftim:* 
mungcn gegenwärtiger Übereins 
fünft foU oud^ benjenigen 28er= 
!en, meldte toeniger als brei 
Monate toor bem Snfrafttreten 
erfd^tenen ftnb unb be^üglicf) beren 
bal^cr bie gefejlic^e &rtft..für .bie 
in einigen ber ftül^ercn Uberein* 
fommen jwifc^en gri^c^nfreic^ unb 
ben einzelnen beutfd^en Staaten 
t)orgefd^riebenen Eintragung nod^ 
nid^t abgelaufen ift, ^u ftatten 
fommen, unb ^mar o^ne bajj bie 
Urheber ^ur Erfüllung jener 
^i^rmlic^feiten gehalten wären. 

4. 9lnlangenb bad uberfegungd« 



150 



2)et beutfd^'fraitiöftfd^e SUterattoertrQg. 



ted)t, fomie bie öffentliche ^u\^ 
fül^rung bcr Überfctungcn Don 
SBcrfcn, »el(ftc belm^lnfrQfttreteu 
ber gegenmöTtigen Übereinfunft 
nod) ttacf) ben fr älteren Überein- 
{otnmen gefc^ü^t finb, fo fod bie 
in ben Icfteren auf fünf Sa^re 
bemeffene ^auer jeneS S^ec^teS 
unter ber ^oraudfe^ung auf jel^n 
Solare öerlängert tocrben, boj 
cntrocber bie fünfjäl^rige fjrift 
beim S^S^ofttreten ber gegen* 
bärtigen Übereinfunft noc^ ni(^t 
abgelaufen ift, ober aber, itn 
t^alie bed f(^on erfolgten Ab- 
laufes, feitbem leine Überfe^ung 
erfc^icnen ift, be^to. feine Sluf* 
fül^rung ftattgefunben ^at. 
©benfo foflen bit Urheber be* 
5üglic^ be§ Überfe^ungSrec^tS an 



il^ren 28erfen, fo»ie ber öffent* 
(ic^en^Iuffü^rung DonÜberfe|un« 
gen bramotifd^er ober bramatifc^« 
ntufifaltid^er SBerfe, infott>eit eS 
fic^ um bie burd^ bie früheren 
Übereinfommen für htn beginn 
ober für bie ^oHenbungen ber 
Überfe^ungen feftgefe^ten griften 
l^anbelt, unter ben im Dorfte^en« 
ben Slbfa^c Dorgefel^nen fßox- 
audfe^ungen, bie burc^ bie gegen* 
märtige Übereinfunft gemö^rlen 
58orteilc genießen. 

S)a8 gegenwärtige ^rotofofl foß, 
als integricrcnber Xeil bcr Über- 
einfunft t)om l^utigen ^ge, mit 
berfelben rati^jiert merben unb 
gleid^e ^raft, @)e(tung unb ^ouer 
»ie biefe Übereinfunft l^aben. 

8u Urfunb beffcn k. 



3n bem 
^m^votoMi üom 19. ^x\i 

1883 

finb enblic^ nod^ bie nad^fte^enben 
^rfiärungen unb SSorbe^alte feft- 
gefejt: 

1. %a na6) ben Seftimmungen 
ber beutfc^en S^eic^Sgefe^gebung 
bie ^auer beS gefeilteren Sc^u^eS 
gepen 9^ad^bru(f unb ^ac^bilbung 
bei anonymen unb ))feubont)men 
SBerfen in ^eutf erlaub auf brei* 
6ig Sa^re nac^ bem @rf (feinen 
bcfc^ränft ift, eS fei bcnn, baß 
jene SBerfe innerl^alb biefer brei* 
ßig Saläre unter htm nm^ren 



^amtn beS Url^eberS eingetragen 
»erben, fo roirb toerabrcbet, ia% 
eS ben Urhebern ber in einem 
ber beiben fiönber erfd^ienenen 
anonymen ober ^feubon^men 
39erfe, ober beren gefeflid^ bf= 
rec^tigten 92ed^tSnad^fo(gern freist 
ftel^en foQ, fic^ in bem anberen 
Sanbe bie ^o^It^at ber normalen 
^auer beS d2ec|teS auf ®c6u^ 
baburci^ 5U fic^rn, bag fie mä^^ 
renb ber oben ermähnten breißtg» 
jährigen fjrift i^re ©erfe unter 
i^rem maleren 92amen in btm 
Urf]}rungS(anbe noc^ ^aggabe 
ber bafelbft geltenben gefe^Uc^n 
ober reglementarifc^en ^ox\d^xif^ 



Ibtx beutf<^(c(gifd^e SitterdtDtrtrfts. 



151 



ten eintragen ober be))onieren 
laffcn. 

2. ^ie jur Sinfui^r erlaubten 
iBüd^er, meiere au9 einem ber 
6eiben Sänber fommen, foQen in 
bem anberen l^nbe au(^ ferner- 
l^in, fotoo^t smn @ingan(|e a\^ 
au(^ 5ur unmittelbaren ^urd^= 
fu^r ober jur 92iebettage, bei 
aden S^^tM'teQen abgefertigt »er« 
ben, metc^efür biefen 3tfccf 
gegentoärtfg beftimmt finb ober 
ifünftig beftimmt »erben. 

3. ^it mä^m barauf, bag 



itac^ ber beutfd^en {Reid^Snefe^« 
gebung |>]^otogrob|^if4e äerle 
nic^t benjenigen SBerfen beige« 
^ä^It »erben !5nnett, auf meiere 
bie gebac^te Übereinlunft Stntoen:: 
bung flubet, bejahen bie beiben 
9Jegierungen ftc^ eine f|)ätere SBer« 
ftänbigung toor, um burd^ ein 
befonberei^ ^bfommen in beiben 
iMnbern gegenfeitig ben @4u^ 
ber ))]^otogra))i^i|c^en ^erle ftd^er 
gu ftetlen. 
8u Urfunb beffen 2C. 



Die Übereinkunft ^mtft^en Hentfi^lan]! nnb Belgien, . 
betreffen) ben 3(t)n| an Ulerken ber fitteratnr nnb üunji 

t)om 12. S)csember 1883. 



5(n ©teile ber frül^er jwif^en 
S3elgieh unb einzelnen beutfd^en 
©taaten abgefc^toffenen Sitterar- 
fonoentiohen ift feit bem 11. 
3^oDember 1884*) bie Übcreim 
fünft 5tt)if4en ^eutfd^fanb unb 
S9elgien, betreffenb ben @(4u( 
an Reifen ber Sitteratur unb 



•) ?trt. 18 ber Ubcrcinfunft t)om 12. 
^t^mbtv 1883 beftimmt, baB bie (et^= 
tctc in beiben fi&nbern brel SRonate 
uaäi ber Susmed^feluns ber Slatififa« 
tionen in flraft treten foS. ^ie StuS« 
toe(|fe(iina ber atatififationSurtunben 
ibot »u Serün am ii..9ltt0uft 1884 
^attaefunben ; bie Übereintunft bom 
18. ^esember 1883 ift aifo am ii. 9to« 
bember 1884 in flraft getreten. 



Äunft, Dom 12. 5)eiembcr 1883 
getreten. 

S)tefelbe entf))n(i^tbur(i^au$n)l5rt' 
üä) ber Übereinlunft groif^en 
^eutfd^Ianb unb i^ranfreic^ üom 
19. ^px\i 1883, fo ba6 Don einer 
befonberen ^iebergabe berfelben 
^ier abgefel^en »erben !ann. 

^üäi ba^ 

$rotofoQ üom 12. £e$ember 

1883, 

in »eld^em bie Siedete, »e(4e ber 
9(rt. 15 ber ftbereinfunft ben 
Uri^ebern ber üor bem Snfroft? 
treten ber legieren k)or]^anbenen 
fBerfe beilegt, nöl^er beftimmt 



152 



Set beittfd^'itattentfd^e OUterattoettras. 



unb geregelt toetben, ift in ben 
Stff. 1, B unb 4 mit bem beutfd^« 

Sanjörtfdien $rotofoa t>i>m 19. 
t)rtl 1883 wörtlich übereinftitn« 
menb. dagegen enttjält giff- ^ 
bed $roto!oad folgenbe {Berein:» 
Barung: 

,,%3adbie öffentliche $(uf:» 
füi^rung bet muftfan» 
fc^en, bramatifd^en ober 
bramatifd^^mufifolifc^en 
^erfe anlangt, fo finbet 
bie tü(fn)ir!enbe firaft ber 
gegenwärtigen Übereinfunft 
nur auf bie feit bem20.$(uauft 
1863 üoi^anbenen ^erte ^n^ 
menbung. 

3ebo(( follen biejenigen brp- 
mattfd^en ober bramatif^- 
murtfalif4en ^erfe, meiere 
nud^ jenem Xage in einem 
ber beiben Sänbcr tjeröffent« 



lid^t ober aufaefül^rt unb in 
bem anberen Sanbe Dor bem 
Snfrafjtreten ber gegenm&r« 
tigcn Übereinfunft, im Crf« 
ginal ober Überfe^ung, öffent« 
lid^ aufgeführt UDorben ftnb, 
ben gefe^Iicfjen 6c^u^ gegen 
unbefugte ^uffü^rung nur 
inforoeit gente&en, atö fte nac^ 
bem bisherigen SBertragdrec^t 
gcfc^üjt toarcn." 
S)a$ 
(S^lufüirotofon üom 12. S)e* 

1888 
entl^SIt enblic^ nur bie in giff. 1 
unb 8 be§ beutfc^-frani^öftfcfeen 
@d)Iu6|)roto!oad t)om 19. ^rU 
1883 oerlautbarten Srllärungen 
unb ^orbel^alte, ol^ne eine befon= 
bere ©eftimmung über bie S^^' 
abfcrtigung ber jur ©infü^r er^ 
laubten ^üc^er gu treffen. 



Ute Übereinkitttfl }ttiif(t)en Hentfc^lattb nnt Statten, 
tietreffen]! bett S^n^ an Ulerkrit in £ttteratitr uub jftituß, 

toom 20. Sutti 1884. 



S(n bie ©teile ber frül^er pi* 
f4en gtalien etnerfeitS unb Dem 
9?orbbcu!fdjen 53unbe, ben Äö* 
nigreic^en ^o^ern unb ^ürttem^ 
berg, bem ©rog^er^ogtum 93abeu 
unb htm ©rogt^ergogtum ^ffen 
anbererfeitd abgefc^loffenen IBitte^s 
rarfonoentionen ift feit bem 28. 



5ßot)ember 1884*) bie Ubercin^ 

*) ^a^ Krt. 18 ber Übereinfunft ))om 
SO. Sunt i^^ fön bie (entere in bei« 
ben fiänbern brei Sltonate nac^ ber 
ftustoecbfetung ber Statififationen in 
flraft treten. S)ie tiu^mec^felund ber 
IRatifirationSurtunben ^at ^u I9er(t]i 
otm 23 «uauft 1884 ftattgefunben ; bte 
Übereintunft t>om 20. 3uni 1884 ift 



$>et beutf(^4toIienifd^e SittenitbettTair. 



153 



fünft jtDifd^en ^eutfci^Ionb unb 
Stallen, betreffenb ben 6d^u^ an 
Werfen bei Sitteratut unb ßunft 
öom 30. 3utti,1884 getreten. 
Sluc^ biefc Übevcinfunft cnt* 
f))nd)t mit n^enigen nnberungen 
ifycem SBortlaute nad) ber Über* 
ehifunft ^mifc^en ^eutfc^fanb unb 
granfreic^: öom 19. «pril 1883. 
Stbroei^ungen )^on bem Xejrte 
bietet leiteten Vertrages ftnben 
ftd& nur in ben ^rt. 6, 7 unb 8 
ber Übereinfunft Dom 20. Sunt 
1884. 
^er 5(rt. 6 lautet: . 

„%ai ^edit auf ^d^u^ ber 
mufilalifcften SBcrfc be* 
greift in fic^ bie Un^uläfrig« 
teit ber fogenannten mufüa- 
lifc^en ^Irrangement^ unb 
anberer @tücfe, loelc^ ent« 
UDcber noc^ ^otiüen ani 
fremben ^ompofitionen o^ne 
Genehmigung bed Ur^eberd 
georbeitet fxnb ober ha^ Oxu 

SinalttJerfmitSeränbcrungcn, 
ibtür^ungen ober 3ufä(en 
miebergeben. 

„^en betreffenben ©ericö« 
im K.'* (toic, in ber beutfc^* 
franjöftfc^en Übereinfunft Dom 
19. «pril 1883). 
®em Slrt. 7 ift atö brftter "äb^ 
fa( f ofgenbe ^eftimmung hinzu- 
gefügt: 

„3)er ®enu6 be8 Im ?Crt. 1 
feftgefteaten ditd^M ift jeboc^ 



fonad^ am 23. ^ottmhtt 1884 in flraft 
getreten. 



baburd^ bebingt, bag in htm 

Urfprungg(anbe bie ^'i^xm^ 

lic^feiten erfüat finb, »e(d^ 

bie bafelbft gettenben @)efe^e 

ober 9%egUment$ be^üglicf) bed 

^erfed, toofür ber @i4u| in 

Sfnfprudft genommen toxxb, 

öorfcbreiben/' 

unb ber Art. 8 ber beutfd^^frans 

göftf^en Übereinfunft ^at in ber 

bcutfdftsitalienifd^en Übereinfunft 

öom 20. Suni 1884 folgcnbe 

fjaffung erhalten: 

,,^er im Slrt. 1 Dereinbarte 
@cf)u^ foO Ttc^ auf bie öf« 
fentUdie ^arftellung 
bramatifcfter ober bra^^ 

matif (^ s muf ifaUf (i^er 
©erfe erftreden, gleid^Dicl 
ob biefe ^erfe DeriJffenttic^t 
finb ober nid^t. 
^ie ^eftimmunaen be9 9rt. 
4 foHen aud^ auf bie öffent^^ 
(idie ^luffü^rung Don mufi- 
falifc^en SSSerfen- ^(nmenbung 
ftnben, wenn biefelben nic^t 
Deröffentlid)t ftnb ober »enn 
bei i^rer ^eröffentlidiung ber 
Urheber auf htm Sitelblatte 
ober an ber ©pi^e beS ^er* 
feg audbrüdlid^ erflärt l^at, 
hai er bie i>ffentli4e ^uffü§^ 
rung beSfelben unterfage.". 

3)a8 

^xotom Dom 20. Sunt 1884, 

in luelc^em bie 9ied^te, meldte bie 
5tt)ifc6en i>eatfdblanb unb gralien 
abgefc^Ioffene SitterartonDentiott 
ben Urhebern ber Dor beren 3np 



154 



Ttt beutf^-itdlieitifil^c SitterorbertrttQ. 



trafttreten bor^nbenen ^etle 
beilegt; it&^er beftimmt unb ae» 
regelt werben, etttf^rid^t in^altuc^ 
ebenfadft bem beutfc^^fran^ößf^en 
^rototoa oom 19. $())ril 1883; 
ttut ift ^infic^tlic^ ber mufifa« 
lifc^en ^erle nod^ folgenbe 
SBcrcmbQruug getroffen: 

,,3. $3a9 bte murtlalifc^n 
^rle betrifft, meldje in einem 
ber beiben äönber t>ox bem 
Sttlrafttretcn berübereinlunft 
t)eri)ffentli(^t, aber toor biefem 
3eitf)un!te in bem anberen 
l^nbe nid^t öffentlid^ aufge= 
fül^rt toorben finb, fo foflen 
fte ben in ben ^rt. 8 unb 15 
t)ereinborten©(^u^ fetbftbann 
gcttiefeen, menn ber Urheber 
fid^ boSÄuffü&runggrecl^tnic^t 
QUdbrücfUd^ Dorbel^alten l^at, 
wie er He^, in @^mög^eit beS 
«rt. 8, l^inpt^tlic^ ber..na(^ 
bem Snfrofttretcn ber Über« 
einlunft Deröffentlid^ten^Berfe 
be^uf« ©a^rung jcneSSRec^tcg 
gu t^un verpflichtet ift." 

3n bem 
(B^iu^xototon üom 20. Suni 

1884 

ftnb bie in ben giff. 1 unb 8 be§ 
beutfd^sfrQnjöfifdjen ©d^IuStJroto- 
loHS toom 19. §ll3ri( 1888 Der* 
lautbarten ^rüärungen unb 5Sor- 
behalte ebenfalls aufgenommen, 
dagegen enthält bai^ beutfc^dto^^ 
lienifc^ ®4(ugprotofo(I feine 
S3eftimmung über bie goUabfer« 
tigung ber gur @inf ul^r erlaubten 



Bücher, ))erlautbart aber l^infic^t- 
({(^ ber öffentnoften^uffü^« 
rung c^oreograpi^if d^er^er« 
le unbbed$rät)enttt)fc^u^e9 
gegen unbefugte ^arftel- 
lungober^luffill^rung eines 
für hit öffentliche 3)arftct = 
lung berechneten %Ber!ed 
folgenbe (SrHörungen: 

„2. Auf ben öon bem ita« 
lienifc^en^eDoÜmäc^tigten Im 
92amen feiner 9f{egierung ju 
erfennen gegebenen ^untd^/ 
hit d^oreograp^ifctien. SBcrfe 
ben nad^ $lrt. 8 ber Überein« 
!unft gegen öffentlich Auf* 
fü^rurrg ^n fd^Q^nben Werfen 
auSbrüalit^ beijujä^len, ^at 
ber beutfdie ^eDoQmöd^ttgte 
erflärt; bag er biefem ^vin= 
fc^e nid^t gu entfprec^en Der« 
möge, ba eS nad^ bem Reifte 
ber beutfc^en ^efe^ebung, 
toel^e bie t^oreograp^ifcfien 
^er!e nic^t ermät)nt, ben ®e* 
rid^tenüberf äffen bleiben mug, 
eintretenben ^M gu beur* 
teilen, ob ber ben bramatifd^en 
ober bramatlfc^^mufifalifc^en 
SBerfen gegen unerlaubte 5luf* 
fü^rung gewährte @c6u0 fic^ 
aucf) auf bie c^oreograp^tfd^en 
5Serfe erftrecft ober nidjt." 
„3. Um in ber ^royi« ba« 
SSerbot ber unerlaubten 3)ars 
fteUung ober ^uf fü^rung eine« 
für bie (Jffentlicbe ^arfteHung 
bered^neten ^erfeS, eined cbo« 
reograpl^ifc^en (^rgeugniffe« 
ober einer mufifalifc^ fiom* 



!Der ^eutfd^'itftHenifd^e iSitterotDerttttg. 



165 



))ofition ttod^ mirlfamer ^u 
maci^en, geioäl^rt bit (^efe(- 
gebuttg bed ^öiugreic^9 3ta« 
iien biefeit SBerfen auger 
bemjenigen ©d^u^e, meieret: 
Quf bie Verurteilung twgen 
erfolgter Verlegung jened 
SRec^ted be^ Ur^eberd abaielt 
unb ouf meldten ftc^ bie iBe« 
ftimmutig beS Art. 8 ber 
Überein!unft be^iel^t nod^ tU 
tien ^räuentiofc^u^, inbem 
bie $ertoQltung§be{)örbe ht^ 
rufen tft, bie ^rfteQung ober 
.^liiffii^rung bc« ©crfcS ju 
unterlagen, faQd man ii|c 
nic^t bie fd^riftlidge (SintoiQi^ 
gung bc^ Urhebers ober feiner 
ulec^tSnac^foIger toorlegt. 
Obmot)( ein analoger $rä' 
t)entit)f(^u^ htn itaUenifc^en 
Url^ebern in ^eutfd^lanb na^ 
bcr jur Seit in Äraft befinb* 
liefen ©efe^gebung nid^t ge? 
tt>ä6rt toerben tann, ift Der« 
einbart morben, bag bie beut? 
f(6en Urheber unb beren 
IRe^t^nad^fotger in Stalten 
bie oben gebadeten befonberen 
^ergünftigungen geniegen f o(« 
len, unter ber SBebingung 
iebo4 bag fte bie im $(rt. 14 
bed italieuifdien ®efe^ed t)om 
19. (September 1882, fotoie 



in ben ^rt. 2, 8 unb 14 beS 
9leglementd t)om gleiten ^a« 
tum erf orberten prörmlic^feiten 
erfüllen unb h'it ebenbofelbft 
öorgcfe^cnen ®ebü§ren jal^* 
len.*) 

^ie beiben9legierungen »er:: 
htn fic§ toor bem 3n!rafttreten 
ber Übercinfunft über bie 
«Crt unb SSeife oerftänbigen, 
um htn beutfd^en S^tereffeu» 
ten, fomo^I für bie S^^^nft 
ald auc^ ^tnft(^tU4 ber t)or 
biefem 3nfrafttreten erf^ie^^ 
neneu Serfe, bie (Erfüllung 
ber üorermti^nten IBorfc^riften 
^u erleichtern. 

Übrigen^ f^ahtn bie Unter« 
jeidineten toerabrebet^bag^faUd 
früher ober fpäter bie SRelc^S^ 
gefel^gebung ben inlönbifd^n 
Url^ebern einen $rät)entit)« 
fd^u^, analog bem obenge« 
backten, gemäl^ren foQte, bied 
benitalienifc^enUrl^bern unb 
beren dlec^tdnad^folgem k)on 
dlec^td megen ju ftatten fom- 
men foH, jeboc^ unter ber 
Skbingung, ftc^ ^tn für bie 
^nlfinber etma Dorgef^riebe« 
neu Srörmlid^!eiten unb &t* 
büörcn gu unterwerfen." 



*) ®{e^e ®dte 51 btefes 9anbcS. 



156 



ttx ft^toeii'^Igif^e SitterQtl»cTtTog. 



9te }tiitf(t)en tin^eltten itulfi^tn Staaten ht^m. htm 
9entfd|eii Kettle nnb (Brofibritannten ab^tfi^lofftntn Her- 
trüge jttm gesenfettigeit <3i^n^ )er lUi^te an ÜerkeK htt 

fUteratnr nnb ftiin^. 

(ftel^e iBanb 1 @eite 128) flnb burc^ bie SBevner ^ont)entioti auger 
Stxa\t gefegt toorben. @te^ ©eile 39, ^meite ©^olte in biefem 

^anbe. 



ilberetnkttnfl jioift^ett ]ier ii(t)ttiet} mi tielgten jmii 
gesenfritigeii i^din^e itB lttteran|d|en nirb kitn^lertfi^en 

Ctgentnms. 

«bgcfc^Ioffen bcn 25. Stpril 1867. 



«rt. 1. 3)ic SBcrfaffcr tion 
^üci^ern, fjlugf^riften ober an^ 
btm Streiften, mupialifdien Äom* 
))oritionen ober Bearbeitungen, 
Zeichnungen, ©emälben, ^ilb^ 
Hauereien, ©tid^en, Sitl^o^rap^ien 
unb aQen anbern berarttaen (Sr- 
jeugniffen auS bem Gebiete ber 
äitteratur ober ber fünfte, welche 
jum erften 3Ro(e in ber ©c^rocti 
t)eröffentUd)t werben, genießen in 
Belgien bie Borteile, totldtt ba« 
felbft burc^ ba9 Qk]t1^ bem @igen« 
turne litterarifc^er unb !ünftlert:s 
fc^er ©erle eingeräumt finb ober 
iünftig eingeräumt »erben mö* 
^en, unb e§ !ommt i^nen gegen 
icbweben Eingriff in i^re Diente 
ber nämliche ©c^u^ unb bie näm- 
lid^e gefe^Iid^e iRec^td^ilfe ^u 



ftatten, wie toenn biefer Eingriff 
gegenüber ben Bcrfaffern Don 
%Berfen begangien morben toäre, 
»et^e jum erften ^ale auf bem 
©ebiete be§ ^5nigrei(^d Belgien 
t)eröffentlic^t würben. 
Snbeffen finb biefe Borteile 
ben Urhebern fol4[er ©erfe nur 
für fo lange, ald i^re 9}e(^te im 
eigenen Sanbe fortbefte^n> ^u^ 
geftdjert, unb e^ lannber ®enug 
beifelben in Belgien nic^t auf 
eine längere aU bie in ber 
©c^weij eingeräumte ^rift bean- 
f^)ruci^t werben.*) 



*) SRad^ ben (Srunbfft^en ber ReaU 
|)i-osität (fte^e 1. »anb, ®eite85) lomntt 
im internationalen Serte^r ftcts bie 
lürjere ®(^u^frift jur 9(nn>enbung ; im 
o6i0en gaUe a(fo bie ber ®($)peli. 



^er fc^tveii'belQif^e Stttctarbettrag. 



157 



«ri 2. @S ift geftattct, in 
93elgieit ^ud^üöe ober (tonje 
©tücfc aus Herten ju txröffcnts 
ü^en, toeld^ gum erften S9kl tu 
ber @4toei^ erfc^tenen ftnb, »o- 
fem f old^e SBeröffentlicfiungeii fpe^ 
j^ieQ für ben Unterricht ober jum 
©tubium Bearbeitet unb mit er^ 
läutcrnben 5lnmcrfunftcn, ober 
Shttcrüncars ober Silanbüber* 
fe^ungen toerfe^en ftnb. . 

ixt. 8. ^er ®euu6 ber burd^ 
^rt. 1 gebotenen Vorteile ift an 
bie in ber ^d^mei^ erfolgte ge^ 
fe^li^e @rtt)erbung beS ^igen- 
tum« litterarifc^er ober Iilnftlerl= 
fdfter 3Berfe gebunben. 

firür bte jum erften ^ole in 
ber ©cftroei.^ Deröffenilic^en Sü* 
d^er, jlarten, j^upferftii^ unb 
©tiefte anberer ^rt, £itl^ogra))^ien 
ober muftlalifctjen SBerfe ift bie 
$ludü6ung beS (£igentum§red)teS 
in ISelgien überbied an bie ba^ 
felbft t)orgängig j^u erfüQenbe 
Srormalitöt ber Sinf(ftreibung ge- 
Iniipft, totlii)t in Trüffel beim 
äWinifterium be« Snncrn ju ge« 
fc^el^n l^at. ^iefe (Sinft^reibung 
erfotgt Quf bie fcöriftlicfte ?ln* 
melbung ber beteiligten, unb eS 
fann bie le^tere entn^eber an be« 
fagteS ^inifterium ober an bie 
belgifcfte ©efanbtfd^aft in $em 
gerichtet n^erben. 

®ie ^nmelbung mug f))äteften§ 
btei Monate nacfjbem baS ^erf 
in ber ©c^n^eij erfci^ieneu ift, er« 
folgen, 
.fjih; bie 3Berfe, »elc^e liefe? 



rung^weife erfcfieinen, beginnt bie 
breimonatlid^e Srtift erft t)on.ber 
$erau9gabe ber legten SHeferung 
an gu laufen, mofem nid^t ber 
SSerfaffer gemäß htn Sorfc^riften 
be« Art. 6 ertlärt 6at, baß er 
ftct) boS uberfegungSred^t borbe« 
l^alte, in »eld^em ^alle jebe Sie« 
ferung afö ein befonbereS ^erf 
betrautet »irb. 

^ie äinfd^reibung in befonbere, 
eigen« ju biefem ^ntdt gel^altene 
$'üd)er ^at ol^ne (Srl^ebung irgenb 
totidin (S^ebfil^ren ftatt^ufinben. 

^ie beteiligten erhalten auf g&s 
fteUte« ^epe^ren eine, bie ge« 
fc^e^ne ^mfcftreibung beurfun« 
benbe ^efcbeinigung, meiere nid^t 
meftr aU fünfzig S^entimen !often 
barf. 

^iefe« geugni« foll genau ba« 
^atum tragen, an melcftem bie 
^nmelbung erfolpt ift; baSfelbe 
l^ot ^en^eidfraft tm ganzen @e« 
biete be« Königreichs unb oerlet^t 
ba« auSfc^liegliciie dim beS ^i:: 
gentum« unb ber 9f{e))robu!tion 
für fo lange , alS nicftt ein am 
berer fein Siecftt t)or @^eric^ gel« 
tenb gemacht l^aben tolxh, 

^rt 4. ^ie IBeftimmurigen beS 
$lrt. 1 finben ebenfalls ^nmen^ 
bung auf bie ^arfteQung ober 
^ufful^rung bramotifd^er ober mu^ 
ftfaiifc^er ^erle, »elcie nad) beut 
Snlrafttreten gegenUDärtigerÜber:: 
einfunft inm erften ^Dlalt in ber 
©c^mei) t)eröffentU(^t, aufgeführt 
ober bargeftedt n)erben, nid^t aber 
au(^ auf bie 9le))robu!tion )^Qn 



158 



S)er fd^tDeia»ftel0if(l^e ^Sitterarberttag. 



mvL[itftMtn tnittelft SRufttbofen 
ober äi^nfic^ Snftrumente, in« 
bem bie fjabrifation unb ber 
SBerlauf folget Snftrumente pi« 
f^en ben beiben ©taoten feiner 
(Sinfc^ränfung .ober SRefcröc ouf 
@^runb biefer Übereinlunft ober 
eiltet fad^be^fi(}Ii(f)en @)efe|ed un« 
tcrroorfcn ipcrben barf. 

Slrt. 5. S)ic äberfcftttitgcn ein* 
Ifteimifttcr ober frembcr SBcrfc 
finb ben Originalmerfen au9= 
brüdlid^ flleid^gefteHt. ^emgemtig 
geniegen fold^e Ü6erfe|ungen l^ln* 
fid^tlic^ il^red unbefugten ^aäii- 
brucfed in ^Belgien ben im ^rt. 1 
iugefogten @c^u^. gnbcffen ift, 
mo^l üerftanben, ber ^totd gegen« 
tpörtigen $lrtifel§ nur ber, ben 
Übcrfe^er bei ber Übcrfefung, 
bic er öon h^m OriginalttJerle 
gegeben l^at, ju fd^ü^en, unb 
vmt etroa, ha^ augf4Iie§(id^e 
ÜberfcftungSret^t bem erften Über* 
fe|er irgenb eineS in toter ober 
iebenber @|)rad)e gefcbriebenen 
9Ber!e9 ju gemögren, mit ^orbe- 
l^alt bed im nad)foIgenben ^itüel 
öorgefei^enen. ^Ut& unb Um« 
fanged. 

«rt. 6. 3)er «erfoffcr eineS 
jeben in ber ©Atoeij öeröffent« 
lichten ^erfed,.. melier fid) ha» 
9{e(t)t Quf bie Uberfe^ung Dorbe^ 
galten mill, geniegt^ unter ben 
nofi^folgenben nähern IBebingun* 
oen, bie ^ergünftigung, bog fünf 
§a4re (ang, t)om erften (Srfc^einen 
ber t>on i^m geftatteten Über« 
fe|ung feined ^erled an gered^» 



net, !citte t)on \^m nid^t autori= 
flerte Überfegung beSfelbeii im 
Qnbern Sanbe l^rauiSgegeben toer* 
htn barf: 

1. ^ad OriginaIn)er! mu^ in 
Belgien, auf bie binnen brei 
Monaten na4 h^tn Xage bed 
erften (Srf^eiuen^ in ber 
®(6toei^ erfolgte ^nmelbung, 
gemäg ben ^eftimmungen bed 
mt 3 eingefd^rieben merben. 

2. %n SBerfaffer muft an ber 
@))t^e feines ^erfed erflären, 
bag er fi4 baS Stecht ber 
Überfe|ung öorbel^alte. 

3. 3)ie betreff'nbe, toon ibm au« 
toriPertc Überfe^ung muß 
innerl^alb ga^redfrift, Dom 
Xage ber in foeben üorgc« 
fc^iebencr^eife benjcrfftettigs 
ten ^nmelbung be§ Original^ 
an gered^net, menigftenS jum 
Jeiif, unb binnen brei Sauren 
nac^ befagter$(nmelbung t)oII« 
ftänbig erfc^ienen fein. 

4. ^ie Überfe^ung mug in einem 
ber beiben Sänber toeröffent« 
lid^t unb überbieS gemäg ben 
Seftimmungen bed $lrt. 8 
eingcfd)rieben fein. 

S3ei htn in Lieferungen erfc^ei« 
nenben Kerlen genügt ed, menn 
bie ©rüärung beä SSerfafferS, baß 
et ^tdf bad %ed^t ber 9}eprol)uf« 
tion Dorbel^atte, auf ber erften 
iSieferung audgebrücft ift. 

3n be^ug auf bie für bie fvA^ 
Übung beS audfc^Iiegtid^en Über:« 
fe^ungdrec^ted in biefem $(rti!et 
eingeräumte fünfjäl^rigeSrriftfoa 



^er fc^tveiisbelgifd^e Sitterartocrttag. 



159 



jebod^ jebe Lieferung aU ein be« 
fonbereiS ^erf angefel^ett merben; 
jebe berfelben foQ in Belgien, auf 
bie innerl^olb bietet 9)>{onQte nod) 
i^rem erften @rf deinen in ber 
<3d)n)etj erfolgte ^nmelbung, ein» 
gel^vieben »erben. 

$^aS bie Uberfe^ung Don bra« 
ntatif4en Werfen ober bie ^uf» 
fü^rung btefer uberfegungen be« 
trifft, fo bot ber SJcrfaffer, toelci^er 
ft4 ^c^^ in ben ^rtiteln 4 unb 
6 ftipuliette auSf^lieg liege IRecgt 
toorbeftalten rntH, bie Überfe^ung 
brei ^onatt na4 ber (Sinf^rei- 
bung bed OriginoIroerfeS erfcgeis 
nen ober aufführen ^u laffen. 

^ie bur4 gegenwärtigen 9(rtifel 
gett>ä^rten dted^te finb an bie 
^eoingungen gefnit))ft, toel^e 
burcö bie Slrt. 1 unb 3 ber gc* 
aenmärtigen Überein!unft bem 
iBerfaffer eineS Origtnaltoeried 
auferlegt ftnb. 

5(rt. 7. aSenn ber belgifcge 
^erfaffer eined ber im 9lrt. 1 
aufgejä^tten ^et!e fein $u6Iifa« 
tiond« ober 9{eprobuftion$red^t 
einem fc^n^ei^erifc^en Verleger mit 
bem 9$orbet)atte abgetreten l^at, 
bag bie ^{emplare ober SCudga- 
ben . biefeS alfo k)eröffentli(^ten 
ober reprobu^ierten ^erfe^ in 
S3elaten nidit k)ertauft toerben 
bürfen, fo finb biefe ^emplare 
ober $(udgabien in (efterem l^anbe 
aU unbefugte lRe))robuItion )u 
betrachten unb ju bebanbeln. 

9trt. 8. S)te gefeglicgen ^er« 
treter ober 9ie4tdnacgfoIger ber 



aSerf affer, Übetfe^er, Äömponis 
ften, 3ei4ner, 3RaIer, ©ilbgauer, 
^upferfte^er, Sit§ogra)}gcn :c. ge^ 
niegen in |eber ^inficgt bie näm« 
tiefen fRed^tt, meldte bie gegen- 
»artige Übercinfunft ben Äer? 
faffern, Überfefern, Äoni<)oniften, 
.Seicguern, ÜRalern, 53ilb^ucrn, 
ji^u))ferftecl^ern unb Sit^ograpl^en 
felbft getoäftrt. 

Slrt. 9. 3n @inf(6ränfung hzx 
in ben 9(rtifeln 1 unb 5 gegen« 
»artiger Ubereiufunftentl^altenen 
SBeftimmungen bürfen ttrtilel, 
»eld^e ben in ber ©cgmeij er« 
fcgeinenben Sagedblättern ober 
©ammelmerfen entnommen finb, 
in ben Xagedblättern ober perio« 
bifdjen ©ammelmerfen Belgiens 
abgebrudtt ober überfe^ gegeben 
merben, tooraudgefe^t, bixfi bie 
Ouelle, aud ber fie gef^üpft finb, 
habei angegeben toirb. 

i>iefe ^efugni^ erftredtt fid^ je« 
bocg nicgt auf ben ^ieberubbrud 
k)on ^rtüeln ber in ber ©cgmei) 
erfd^einenben Sagedbl&tter ober 
periobifcgen ©ommelroerfe, toenn 
bie S^erfoffer in ber Bettung ober 
bem (Sammelmerl felbft, mo bie 
^rtifel erfcgienen finb, audbriki« 
lieg erflärt gaben, bag fte beren 
Slbbrud unterfagen. 3n feinem 
OraHe foU aber bie|e Unterfagung 
auf ^rtifel t^oUtifcgen Sngaltd 
^nmenbung finben. 

!äxt, 10. 5:er »erlauf, Umfafr 
unb »erlag t)on unbefugtermeife 
reprobujierten Werfen unb ^gen« 
ftftnben, toie fie in t>tn Strtitetn 



160 



Der f(^n)eU'be(glf($e Sitteraitoectrao. 



1, 4, 6 unb 6 tiftj^r bei^ei^net 
pnb, ift in Belgien verboten, 
mögen nun biefe unbefugten 9?e^ 
))Tobuftionen au9 ber @c^wei} 
ober oud irgenb einem fremben 
Sanbe l^erlommen. 
9lrt. 11. (Sine 3uti)iberl^Qnb(ung 

Segen bie SBeflimmungen Dor- 
:e^enbet ^rtüel l^at bie Sefc^Iog:« 
nal^me ber hQcf)gemaditen ^egen- 
ftänbe gur e^olge, unb ed loerben 
bie®eri(4te bie gefe^Itcben Strafen 
in gleicher ^eife jur $[nmenbung 
bringen, wie tocnn bie Übertre« 
tung ein belgifcbed ^ert ober 
(Sr^eugnid betroffen ^ätte. 

%\t ^erlmale, burd^ lueld^e 
eine 9{Qc6madiung bebingt ift, 
n^erben Don btn belgifc^en @)e^ 
richten an ber $Qnb ber auf bem 
@ye6iete be« ^önigretciieS in .f^raft 
befte^nben ©efe^gebung feftge« 
fteOt n)erben. 

STrt 12. 3)te SBeftimmungen 
ber Dorftel^enben Ärtifel 2, 3, 5, 
6, 7, 8, 9 unb 11 »erben eben* 
faOd für ben @(6u^ be$ in ^tU 
gien gehörig ern}orbenen ^igen« 
tumd an (itterarifd^en ober tünft- 
lerifcften (Srjengnin^en gegenred^t^^ 
lid^ in ber ©c^roeij ^nmenbung 
finben. 

«rt. 13. 3)ie ©erit^te, bie in 
ber ©d^wcij, fei c* für bie Slüil* 
entfc^öbigung, fei eS für bie Be^ 
ftrafung ber SBergel^en juftänbig 
finb, »erben auf bem gongen 
Gebiete ber ^ibgenoffenfc^aft bie 
Sefümmungen beS borfle^enben 
^rtifetö 12, fon4e ber nod^fol- 



genben Sttilel 14 bis 30 ^u 
gunften ber be(gifcf)en Eigentümer 
litterarifc^r unb lünftterifc^et 
^erle in 9[n»enbung bringen. 

SRan ift, j[ebo4 mit ^orbebalt 
ber im «rt. 30 ftipullerten ®e= 
roöl^rleiftungen einoerftanbeu, ba^ 
biefe IBeftimmungcn burd^ gefeg« 
geberifc^e Sorfdjriften erfcjt roer- 
hm !i5nnen, mldit bie juftänbigen 
Se^örben ber ^d^to^i^ immerhin 
unter ©leidifteUung ber ^u^län^ 
ber mit ben Ein^imifc^en , in 
bejug auf bad litterarifc^e ober 
tünftlerifd^e Eigentum erlaffen 
mögen. 

?lrt. 14. 3)ie im «rt. 3 bor^ 
gefd)riebene (Sinfdjreibung Don 
iitterarifc^en ober lünftlerifc^en 
Er^eugniffen l^at für ©crfe, bie 
in ^Belgien gum erften Wale Der- 
öffentlic^t merben, innerhalb bec 
in befagtem Slrtifcl angefeften 
griftcn bei bem eibgcnöffifc^en 
^cjjartcment beSSttnern in ©em, 
ober beim fd^mei^erifdien ^onfu= 
(at in S3rüffe( ju erfolgen. 

5trt. 15. 3)en SSerfaffcrn bon 
Sudlern, fjlugfd^riften ober an- 
bem Schriften, mufttaUffben ^om^» 
))ofttionen ober ^earbeitüngett, 
3ei(^nungen, @^emälben, 93tlb« 
l^auereien, ©tiefen, Sit^o^rat>^ien 
unb allen anbern berarttgen @r« 
Aeugniffen au§ bem @)ebiete ber 
Sitteratur ober ber ilünfte, toü^ 
^um erften ^alt in Belgien ber« 
öffentlid^t • »erben, fommen 4n 
ber @c^mei2, ^um 6(^uge i^rer 
d^igentumdrec^te, bie in ben na^ 



3)et fd^toeti'belgif^e Sitterarbetttag. 



161 



folgcnbctt ^rtücltt attgcfül^Ttcn 
®ctt)ä]§rlciftungen gtt gut. 

SCrt. 16^ S)ic SScrfQffcr öoit 
bramotift^cn ober timfifalifd^cn 
SBcrfcn, tocld^c in ^Belgien jum 
crften 9RaIc Dcröffcntlidftt ober 
aufgeführt toerben, geniegen in 
ber ©d^toeij in Be^ug auf bie 
3)arftellung ober Auf f ül^rung il^rcr 
^er!e ben nöntlic^en (Sc6u(, toeU 
d^en bie ®efe^e beS Icgtern ©taa« 
tcg ben fdfttDeigcrift^en SScrfoffern 
ober ÄomJ)oniften für bie S)ars 
fteHung ober Aufführung i^rer 
SQ3er!e getoäl^ren, ober Ktnftigl^in 
gemöl^ren loerben. 

^rt. 17. S)a8 in ber ©^toeij 
gentäg ben ^eftintmungen ber 
öorl^ergel^enben ^rtifel ertoorfiene 
Sigentumdred^t an btn im ^rt. 15 
erttjö^nten litteraritd^en ober lünfts 
lerif^en Serien bauert für ben 
Ißcrfaffer ouf ScBenSjcit; fofem 
biefer aber öor Ablauf bc§ brei* 
feigftcn Saläre«, öom S^itpunfte 
ber erftcn SBeröffentli^ung an 
gcred^nct, ftirbt, fo bauert ha^ 
fclbe für ben 9?cft biefc« 8«t= 
raumd nod^ ju gunften feiner 
SRec^t^na^foIger fort, ^enn bie 
a^eröffcntlid^ung ni^t bei iüb* 
jjeiten be8 SBerfafferS ftattfanb, 
fo l^aben feine Srben ober fRtdit^' 
na^fotger toäl^renb ben fed^§ 
Sauren, totld^t auf htn Zob bc8 
^erfafferS folgen, bad audfd^Iieg- 
lic^e ditd)t jur ^eraffentlid^ung 
bed SBerleS. SJ^a^en fte baoon 
(3thtau<S), fo bauert bie (B6)ni^' 
©treiBler, baS dit^i fflr ttrl^eber 



frlft breijtg igal^re, Don biefem 
Xobfaüe an gercd&net.*) 

S)ie 5)aucr beS ©igentumSred^teS 
auf Überfe^ungen l^ingegen ift 
gemäß ben ©eftimmungen beS 
ärt. 6 auf fünf 3a*re befc^rönft. 

STrt. 18. gebe ?(u«gabe eine« 
in ber Kategorie beS STrt. 15 
faHenben litterarlfd^en ober fünft* 
lerift^en ©erfcS, »eld^eS ben SBc= 
ftimmungen ber gegenwärtigen 
Überelnfunft jutolbergebrutltober 
gcftoc^en ift, foH als S'iad^brurf 
beftraft roerbcn. 

§lrt. 19. SBer auf fd^toeijerifd^em 
(S^ebiete @)egenftänbe, toon benen 
er tt)eig, hai fte 9{ac^mad^ungen 
finb, Derfauft, jnm SBerfauf auS» 
legt ober einführt, bertoirft bie 
auf ben ^aäihxud gcfcjten@trafen. 

STit 20. S)er 9laci^brudCer ift 
mit einer ^uge t)on tt)enigftend 
l^unbert fjranlen btS auf l^ö^ftenS 
jtoeilaufenb 2rranfen, ber SSer* 
lauf er l^inroleber mit einer fold^en 
bon »entgftenS fünfunbjwan^ig 
granTcn biS auf l^öd^ftcn« fünf* 
funbert granlen ju bcftrafen; 
übcrbie« finb biefelocn jur ©d^a* 
benerfa|Ieiftung an ben @tgen« 
tümer für htn il^m Derurfat^ten 
Ü^ad^teil auj^u^alten. 

S)ieÄonfi«!otion ber 9Jad^brucf»* 
ausgäbe ift fomol^I gegen btn 
Sfiacftbruder aI8 gegen ben Sntro* 
bujenten unb ben ^erläufer ju 

*) Se^t finb (bergt, «rt. IS Äbf. 2 
biefec ftonbentlon) bie burdg baS 8un« 
beSgefe^ \>om 23. KprK 1883 feftgefet^ten 
©(i^uMttftctt fltttlg. 



IC, n. 



11 



162 



^r fd^toeli^ibelaifd^e Sltterartoertrag. 



erfcnnctt. Qn jcbem fJaHc !önnen 
bie ©aridste auf SBerlongen ber 
3it>ili)Qrtet t)erfügen, ba^ ber« 
felben bie na(!^ema(|ten ©egen« 
ftänbe, auf ^bfc^Iag bet i§r ^u« 
gefprod^enen ©c^abenetfo^fumme, 
gugefteOt toerben. 

Art. 21. Sil bcn burc^ bie 
Dortgen ^rtifel Dorgefel^enett ^U 
len ift ber (SrlöS ber lonfidjierten 
®egenftänbe bem Eigentümer, auf 
w\dfiag ber tl^m gebül^renben 
©(^abentoergütung , gujuftellen ; 
toa9 il^m barüber l^inaud an d^nU 
f(|äblgung trifft, ift auf bem %tr- 
toö^nlid^en SRed^tdipege gu regeln. 

$lrl. 22. ^er Eigentümer eined 
Utterarifd^en. ober fünftlerifd^en 
9Ber!ed lann, mittelft SBerfügung 
ber guftänbigcn ©e^örbe, mit 
ober o^ne äefd^Iagnal^me , ein 
betaillierted SSer^eic^nid ber Er« 
jeugniffe aufnel^men laffen, Don 
httttn er htfyiupitt, fie feien, 
entgegen ben J3eftimmungen ge« 
genwörtiger ubereinfunft, §u fei« 
nemSci^aben na^emad^t tt}orben. 

3)iefe Serorbnung ift auf ein* 
fac^eS 93eQe]^ren unb ^ormeiS 
bed bie Hinterlegung bed litte« 
rarif(^en ober fünftlerifc^en 9ßer« 
ledbeurlunbenben $erbaI)}ro^effe3 
iu erlaffen. Erforberlic^enfaOS 
ift in berfelben ein Sad^berftäus 
biger gu be^eid^nen. 

SBirb bie )Befcf|Iagna]^me begel^rt, 
fo !ann ber [Rid^ter bem Kläger 
eine gum ^oraud gu erlegenbe 
ftaution abverlangen. 

3)em 3n^aber oer inöentari= 



{terten ober lonftSgierten ®egen« 
ftänbe ift eine «Ibfc^rift ber Ser« 
fugung unb eventuell ber Sefd^ei- 
nigung über l^aution^rlegung 
gugufteQen; aKed bei ©träfe ber 
giic^tigfeit unb ber Entfd^äbi« 
gungS^jflit^t. 

«rt. 23. Unterläßt ber Älögcr, 
innerl^alb Dier^el^n S^agen ben 
[Red^tdtoeg ju betreten, fo föQt 
bie Sntoentarifterung ober S5e- 
fd^Iagnal^me Don 9{ed§te§ megen 
bal^in, unbeft^abet ber Entfdiäs 
bigung, ujeld^e aOfäÜig verlangt 
totxhzn möchte. 

Art. 24. S)ie Verfolgung ber 
in gegcnnjörtiger ubereln!unft be* 
)eid|netenVerge]§ent)orben fd^toei* 
jierif^en Q^eric^ten ftnbet nur auf 
^egel^ren bed gefd^&bigten Seiled 
ober feiner 9{e$tSnad^foIger ftatt. 

$(rt. 25. S)ie klagen totatn 
92ad^ad^ung litterarifd^er ooer 
lünftlerifd^er Sßerfe finb in ber 
©d^meig bei bem ©erid^te bed 
SBegirIed anzubringen, in toelc^m 
bie unbefugte 92a#ilbung ober 
ber IBerlauf ftattgefunben ]§at. 

%\t 3iDiIfiagen ]^nb fummarifd^ 
abpioanbeln. 

^rt. 26. ^ie burc^ gegentoärs^ 
tigcübereinfunft feftgefe^tenStra* 
fen bürfen nic^t lumuUert »er- 
ben. ES l^at bemnac^ für aQe 
ber erften ©trafeinleitung toor« 
angegangenen ^anblungen einzig 
je bie fd^toerfte ©träfe in 5(n= 
toenbung gu lommen. 

5lrt. 27. S)a» ®erid§t !ann bcn 
^nf(^Iag bed Urteild an ben t)on 



3)ec f(^toei^'bel0ifd^e Sitterarbertrag. 



163 



t§m ju bcftimmcnben Orten unb 
feine boQflönbige ober auSjuaiS' 
weife ©inrücfung in bic Don igni 
ju be^eic^nenben S^itungen an:: 
orbnen; alled auf Soften bed 
ißcrurteiftvt. 

STrt. 28. 3)ie in ben obigen 
Slrtüeln bc^eic^ricten ©trafen 
!önnen bei 9?üc!fänen berbo))))eIt 
werben, (^in [Rüdfatt ift bor* 
l^anben, »enn in ben fünf bor* 
angegangenen ga^ren eine SBer* 
urteilung bed ^ngeüagten wegen 
eines gleichartigen SBergebenS er* 
folgt ift. 

Slrt 29. öei milbernben Um* 
ftänben fönnen bie Qkxiijtt bie 
gegen bie ©tfinlbigen auSgefJjro* 
qcnen ©trafen aud^ unter ha^ 
borgefc^riebene 2Rinimum ermö* 
jsigen, in leinent gaüe jebod^ 
unter bie einfad^en ^olijeiftrafen 
l^erabgel^en. 

Art. 30. 3)le ^oi^en bertrag» 
fd^liegenben ^et(e l^aben fic^ ba* 
f^in berftänbigt, bie gegenwärtige 
Übereinlunft einer SRebifton )U 
unterwerfen, wenn biefelbe we^en 
etwaiger Sf^eugeftaltung ber l^ier* 
l^er gel^örigen ^efej^gebung im 
einen ober anbern, ober in bei* 
btn ©taaten wünft^enäwert er* 
fd^einen foQte, wobei jebod^ bie 

Seftimmungen ber gegenwärtigen 
bereinfunft für beibe ßänber 
fo lange berbinblid§ bleiben, big 



fte in beiberfeitigcm ©inberftänb» 
niS abgeänbert finb. 

©outen bie gegenwärtig in SBel* 
gien 5Um©d^u^e bed litteradfd^en 
unb fünftterifd^en Eigentums ein* 
geräumten ©arantien wäl^renb 
ber 3)auer ber gegenwärtigen 
Übereinfunft Änbcrungen erlei* 
btn, fo ift bie fd^weijerifdfte 9ie* 
gierung bered^tigt, bie SSeftim* 
mungen biefe« SSectrageS burt^ 
bie neuen, bon ber belgifd^n 
©efeggebung aufgeftellten SSor* 
fcfiriften ju erfejen. 

S(rt.31. ®ie gegenwärtigeUber* 
einfunft ift ju ratifizieren, unb 
bit 9latifi!ation8urfunben pnb 
iunerl^alb fed^S aWonaten, ober 
früi^er totnn möglid^, in Sern 
auS^uwed^feln. 

©ie tritt mit bem S^lipmlit 
beS^u^taufdgeS berSItatifüattonen 
in Äraft, unb jwar für fo lange, 
als ber am 11. S)e5ember 1862 
jwifd^en ber fd^wei^crifd^en @ib* 
genoffenfc^aft unb ©einer SWaJe* 
ftät bem Äönig ber ^Belgier ab* 
gefc^Ioffene fjreunbft^aft«*, iRie* 
oerlaffungS* unb $anbel§bertrag 
fortbauert.*) 

*) 2)ic S(uSiDcd58lutt0 ber Watiflfa* 
tionen bei* ))OT[te]^enben U6erein!unft 
l^at aioifd^en bem S3unbe8^rö1tbeuten, 
^errn (Eonftant gornerob, unb bem 
belaifc^eit G^efd^äf tStrSger bei ber fc^toei* 
äcrifd^cn eibQenoffenfdöaft, ^errn (£mite 
bc föox^Qxa\>t, am 9. Äuguft 1867 in 
Sern ftattgefunben. 



U 



164 



^ec f(i^n)ei)4taUenif($e Sittetartoertrag. 



Überettthtttifl ^totfdien )er Bdjtoei; tttt5 Jtaliett }tim 
gegenfettigen 3(^u^e )e0 Utterarifdieit tttt5 hiinfUrrtfi^en 

digettttttne.*) 

«bgcft^loffcn bcit 22. 3uU 1868. 



Slrt. 1 unb 2 glcid^ Ätt. 1 unb 
2 (oben). 

STrt. 3 gleich STrt. 3, jcbot^ mit 
^egloffung beS erften 9[bfa^ed. 
Statt SKiniftctium bcS Snncm 
l^cißt c8 l^icr: „SKiniftcrmm bcS 
ÄdfcrbauS, bcr 3nbuftric unb bc§ 
ganbclg". 

Slrt. 4 unb 5 gleich «rt. 4 
unb 5. , 

Sn "äxt. 6 l^cl^t e« ftatt ,,fünf 
gal^rc lang": ,,jc]§n 3a]^rc lang" 
unb ebcnfo in «bf. 3 „jd^njä]^* 
rigc Srift". 

3)ic fämtlic^en fotgenbcn SfrtiM 
7 bis 30 pnb glcid^loutenb. S^^ur 



in $(Tt. 17 am @nbe l^eigt eS 
ftatt auf fünf: „auf jcl^n Sö^vc 
bcfc^rönlt". 

«rt. 81. 3)ic gcgentoärtigc Über* 
einlunft ift ju ratifizieren, unb 
bie Siatififationduriunben ftnb 
innerl^alb fed^S Monaten, ober 
früher »enn mögücjg, gleic^^itig 
mit benen be9 $anbel§t)ertraged 
in Sern auSjutoed^feln. 

®ie tritt mit bcm 8eitJ)un!te 
beS$(uStauf4ed berSItatiftfattonen 
in ^raft , unb jtt^ar f o lange, 
als ber am l^eutigen Sage abge* 
fd^Ioffenc ^anbelStoertrag fort* 
baucrt. 



ilberetttkttnfl ^uiif4)ett )er SM^mti} mh itaukreti^ ^ttm 
gegenfetttgett 3d|n|e its lttterart|d|ett mh kiittßlerifi^eit 

(Eigentums. 

«bgefd^Ioffcn bcii 28. gcbruar 1882. 



3tt gratttreidi anjutoenbenbe 

leefiimmungett. 

§lrt. 1. S)icSBcrf affer, bejie^ungS^: 
»ei je Url^ebcr öon ©ü(^ern,8flugs 
fc^riften, bramatifc^n Kerlen 
ober anbcrn (Sd^riften, bon mu* 



fifalifd^en j^omt)ofttionen ober 
Bearbeitungen (arrangements), 



*) 2)a bec sasortlaut biefer Ston\>tn= 
tion mit einiaett tuettigen a^obiflla- 
tionen tüörtlid^ 0(el(|(autenb ifl Dem 
ff^ioeiserifd^ « betgtft^en ©taatSbertrag, 



5)er fd^tt)eis=frQniÖjtfd^e ßlttcratbertrctg. 



165 



Setd^nungen, Slluftrattonen, Q^t^ 
mHihtn, Kerlen ber <BMptnt, 

grapl^ien unb allen anbern ber« 
artigen (Sr^eugniffen ou§ bem 
©ebletc ber öittcratur ober ^unft, 
tütidit sunt erften ^at in ber 
©t^toeij toeröffentlid^t »erben, ge* 
niegen in Sfronfreid^ bie forteile, 
tDelc^e bafetbft burd§ (S^efe^ bent 
(Eigentümer litterarifd^er ober 
Iünftlerif(i^er SBerfc clngeränmt 
finb ober Kinftig eingeräumt 
»»erben, unb ed fommt. il^nen 
gegen jebcn Eingriff in il^re 
^ec^te ber nämliche (^d^u^ unb 
bie nämli^e gefe^tid^e Stec^t^pife 
ju ftatten, toit tomn biefer ©in* 
grifjf gegenüber ben ^erfoffern 
k)on Werfen begangen motben 
toäre, totid^t ^um erften ^al 
auf htm- ®e6iete ber franjöfis 
fd^en 9{e)}ublif toeröffentlid^t mur« 
ben. 

Snbeffen fmb biefe SSorteile ben 
S^erfaffern fold^er SSer!e nur für 
fo lange $ugeft(^ert, als i^re 
iRed^te im eigenen Sanbe gefd^ilj^t 
finb, unb ed !ann ber @)enug 
berfelben in granfreii^ nid§t auf 
einelöngereS^itbauer beanfl^ruc^t 



fo bructen mir il§n l^ier nid^t lieber in 
extenso ab, fonbern geben btoS bie 
Übeifd^Tift, bie tüenigen ^bänberungen 
unb ben @(l^(uB. ©etbftberftänbitc^ 
l^eiBt es ober Mer ilberatt ftatt „Sei* 
gien", ^betßtfd^er JBerfaffer" w. f. f. 
^Stolien", „ber itallenifÄc «erfajfer", 
„bie itaüenlft^en ®erl^tc" u. f. f. 
Sfemer ftatt „»rüffet": „f^torenj" 
(je^t mm). 



merben, afö fold^e in ber <Sd^tt)cij 
beftel^t 

^aS Eigentum an mufiMifd^en 
2Ber!en erftrecft fid§ audj auf bie 
fogenanntcn Arrangements bon 
^otit)en, »eld^eaug biefen Kerlen 
felbft entnommen fmb. 

SebeS SSorred^t ober jeber ^or= 
teil, meldte begügli^ beS @igen« 
tumS an SBerfen ber Sitteratur 
unb Äunft, mie fold^e in bicfem 
^rtifel bejeic^net pnb toon gran!* 
reid^ einem anbern ßanbc ge« 
wä^rt fmb, ober in gu^uitft nodft 
gewährt »erben, fielen toonSRed^tä 
»egen auc^ btn ©d^ioetjerbür- 
gem ju. 

^vt 2. e§ ift gcftottet, in 
f^ranfreid^ ^u^jüge ober ganje 
©tüdfe aus SBerfen gu beröffent* 
lid^en, metdje jum erften ^al in 
ber ©d^welj erfc^icnen fmb, in* 
fofem fold^e SSeröffentlic^ungen 
f^jejiell für ben Unterrid^t einge* 
richtet ftnb. 

5lrt. 3. ®er ®cnu6, ber burd^ 
5lrt. 1 gebotenen SBorteile ift an 
bie in ber ^Bd^toti^ erfolgte gefe^s 
Itd^e (Erwerbung bed ^i^entumS 
an litterarifc^cn ober fünftleris 
fc^en SBerfen gebunben. 

gür 33üc^er, SBrofd^üren ober 
anbcre@t^riften, bramatlfd^e^Ber« 
fe,3lluftrationen, harten, ^u^jfer« 
ftid^e unb ©tic^e anberer ^vt, 
Sit|ogra|)l^ien , $l^otpgra))l§ien , 
muficalif^e 2Ber!e ober anberc 
analoge litterarifd^e ober fünft- 
leiifd^e Q^r^eugniffe, n)eld^e in ber 
©c^weij jum erften 9KaI öerbf« 



166 



3>er f(|toeii«franäBfif(^e Sitfetarbertrao. 



fernliegt ober ]^evaud{)eaeben \oex' 
ben ift bie $lu3übung oed Siaen- 
tumSrcd^tcÄ in ^xanlxtiä) ÜDcr= 
bied Qtt bie bafelbft Dorgäii^ig 
5U erfttOenbe grormalität ber &n« 
regiftrierung geftiti^pft, meldte in 
$ari$ beim ^iniftedum bed 
Slnnern ju gefc^e^n ^ot. ®iefe 
@inf4teibung erfolgt Quf bie 
f(^riftnrf)c ^umelbuug ber ©e« 
teiligten ober il^rer m\}oUm&d)' 
tigten, unb e9 ift biefe an baS 
genannte SWiniftcrium ober an 
bie Äanjiei ber ©efanbtfc^aft ber 
fran^öftfc^en ditpMil in SBern 
^u richten. 

^ie ^nmelbung mug innerl^alb 
breier 5Wonate nac^ ber SBeröf= 
fent(i(^ung beS SBcrfcS in ber 
©(^weU erfolgen. 

&ür Serfe, toelcf|c HeferungS* 
n)eife erfc^einen, beginnt biefe 
breimonatli^e grift erft mit ber 
Verausgabe ber legten Lieferung. 

®ie (Stnfd^reibuna in befonbere, 
eigens ju biefem g^ecf gehaltene 
^üd^er l^at ol^ne (Srl^ebung irgenb 
»el^er ®ebü^ren ftattjupnben. 

S)ie beteiligten erl^alten eine 
SBef d^einigung ber gef d^el^enen (^in^ 
fd^reibung; bie ^efd^einigung ift, 
toorbe]§fiItlid§ ettoaiger 6temj)els 

itebül^ren , unentgeltlid^ aud5U« 
teilen. 

tiefes geugniS foQ genau baS 
Saturn tragen, an meld^em bie 
9[nmelbung erfolgt ift; baSfelbe 
l^at ^etoeiShaft im ganzen @le« 
biet ber ^t\>VLhl\l, unb Derlei^t 
ba§ auSfd^IiegUc^e 97ed^t bed @igen» 



tuntS unb ber 9le))robuttion für 
fo longe, ald nid^t ein anberer 
fein ultdit \>ox ©erid^t na^Qf 
miefen l^aben n)irb. 
9(rt. 4. ^ie IBeftimmungen beS 
Art. 1 finben ebenfoW Äntocn* 
bung auf bie ^arftellung ober 
$(uffü]^rung, fei eö in ber.Ori= 

ilinalfprac^e ober in einer Über:: 
egung, bramatifc^r ober muft^ 
lalifd^er ^er!e, hjetd^e ^um erften 
9RaI in ber ©c^toeij Deröffent^: 
(id^t, aufgeführt ober bargeftcllt 
»erben. 

$lrt. 5. ^ie Überfe^ngen ein« 
]§eimif(^er ober frember SBerfe 
ftnb htn Driginalmerfen auS» 
brüdffid^ glei^gefteHt. ^mgemftg 
genießen folc^eüberfe^ungen^^in« 
fid^tli^ ilprcr unbefugten fRe^ro* 
bultion in gfranfreic^, ben Im 
Art. 1 jugefagten ©(^uj. 3m* 
mer^in aber ift ber Stixd bc« 
gegenwärtigen ÄrtifelS „felbftücr* 
ttönblid^ nur ber, ben Überfe^r 
bei ber Überfc^ung, bie er Don 
bem Originaltt^ede gegeben l^at, 
5U fd^ü^en, unb nid^t etma, baS 
auSf d^lieglid^e Ü berf e^ungSrec^t 
htm erften Überfe^er irgenb eines 
in toter ober (eoenber ^pxadft 
gefd^riebenen SBerleS ju gemfi^* 
ren, mit S^orbe^alt beS im nad§* 
folgenben ^rtifel üorgefel^enen 
SraQeS unb UmfangeS. 

^rt. 6. $)er 9Serfaffer cineS 
jeben in ber ^c^toeij üeröffent* 
lid^ten ^erfeS geniest allein bie 
SSergünfttgung, ba^ 10 Saläre 
lang feine t>on il^m nic^t autori« 



©er f(i^»Delä=fronäörtfd^c Sittcrartoertrag. 



167 



fierte Ü6erfe^ung bed nömlid^en 
äBetfed im anbern Sanbe l^raud- 
gegeben lüerben barf. S)tefe grift 
fftuft Don bem ^age an, an tütU 
d^em bie 9[nmelbung §ur @in« 
f^reibung gemäß Art. 3 erfolgt 
ift, unb jjDor unter ben nac|* 
folgenben »ebingungen: 

1. bad Driginaltoetf mug in 
i^ranlreidi auf bie binnen brei 
S^onaten na(^ bem ^age bed 
erften ©rfdfteinenS in ber 
@t^toei^ erfolgte $lnme(bung 
gemäg Ben ^e^tmmungen bed 
Art. 3 cingef(j^riebcn »erben; 

2. ber 35erfof[et muß an ber 
6))t|e feinet 9kr!ed erflären, 
haß er pd^ bad S^ec^t ber 
u5erfe|ung Dorbel^alte; 

3. bie betreffenbe, toon il^m auto* 
rifierte Üoerfc^ung muß bin« 
nen brei Sauren, t)om Soge 
ber in Joeben borgefd^riebener 
^eife betoerlfteOigten ^Inmel:» 
bung htf^ Originals an ge« 
rechnet, toollftänbig erfc^ienen 
fein;. 

4. bie Übcrfe^ung muß in einem 
ber beiben ßänber toeröffent* 
li(^t unb überbied gemög ben 
S3eftimmungen beS ^rt. 3 
eingefc^rieben fein. 

93ei ben in Sieferungen erft^ei* 
nenben Kerlen genügt ed, nienn 
bie ^Ilärung beS ^erfafferS, baß 
er ftd^ bad SRec^t ber ffi^xohuU 
tion Dorbel^alte, in ber erften 
Lieferung enthalten ift. 

9Bad bte Veröffentlichung unb 
^[uffttl^rung toon Überfe^ungen 



bramatifd^er ©erle betrifft, fo 
]§at ber SSerfaffer, toel^er {tij^ hafi 
im $(rt. 4 unb im gegenwärtigen 
9(rttlel ftt:))ulierte aui»f4IießU(^e 
9lec^t toorbel^alten toill, bie Über« 
fe|ung innerl^alb breier Igal^re 
nadft ber Veröffentlid^ung ober 
^uffül^runQ bed OriginauoerleiS 
erf (feinen ober auffül^ren^ulaffen. 

^ie fd^tt^eijerifd^en 9[utoren ge« 
nießen in 2rronfrei(6 bejüglid^ 
btf^ uberfetyung§red§teS bieienigen 
SBorteite, tt)elc§e ju gunften ber 
(Sinl^eimifd^n feftgefteüt finb ober 
lünftig nod^ feftgefteüt tt)erben. 

^ie §o^en üertraafd^Iießenben 
3^ei(e fommen außeroem überein, 
baß bie fd^toeigerifd^en 9(utoren 
ober il^re 9ie(^t8nad6foIger in 
allen trauen bie Vefugnid l^aben 
f ollen, in be^ug auf bad aber« 
fe|ung9red^t \\xn SSerfe unb ba8 
^luffül^rungSred^t bon Überfefeun* 
gen bramatifc^er $Ber!e baS %or« 
rec^t einer gleid^en Vel^anbtung 
mit ber meiftbegünftigten 9iation 
5U beanfpruc^en. 

®ie bur4 gegenwärtigen Ärtifel 
gewährten Siebte finb an bie fßf 
bingungen gefnü)}ft, weld^e burd^ 
^rt. 1 unb 3 ber gegenwärtigen 
Ubereinfunft bem SBerfaffer eineS 
Driginalwerfeg auferlegt fmb. 

«rt. 7. 2Benn ber franjöftft^e 
SBerfaffcr eine« ber, im mt 1 
aufge^äl^Uen SBerfe fein $ubli« 
lationS« ober !Re))robuftioniSre(^t 
einem fd^tt)eijerif4«nSBerleger mit 
bem ^orbel^alte abgetreten l^at, 
ha^ bie (S;em))Iare ober ^ud» 



168 



^er f(!^toetdsfraita6jtf(!^e j^itteratbertrag. 



goBen biefeS alfo beröffentlic^ten 
ober Te))rDbuitetten äBerteS in 
8rtan!rcid^ ni^töcrfauft. »erben 
bürfen, fo flnb bicfe d^cemplaxt 
ober $(ui^ga6en in letzterem Sanbe, 
toenn fie bafelbft eingcfül^rt rocrs 
ben, q13 unbefugte 9%e))robu!tion 
ju betrachten unb gu be^anbeln. 

3)ie SBerfe, auf »eld^e biefe ©e* 
ftimmung antoenbbar ift, foUcn 
auf il^rem Titelblatt unb Um* 
fd^Iag bie ^orte tragen: ,,in 
tJranfreidi (in ber ©d^meij) Der* 
botene, unb für bie ©c^tpeij (für 
t^rantreid^) unb ba^ ^lu^Ianb 
outorifierte S(u§gabe". 

Slrt. 8. 3)ie gefe^Iid^en SBer« 
treter ober SJecfttSnad^foIger ber 
SSerfaffer,Ü6crfe^er,Äontt)oniften, 
Seidener, 3KaIer, SBilb^auer, ^uj)* 
ferftec^er, Sitl^ogro^j^en , $^otos 
grapsen 2C. geniefeen in jeber 
^infic^t bie nämlichen „ Siedete, 
meiere hk gegenmärtige Überein« 
fünft ben Ißerfaffern, Überfejern, 
Äomponiften, äeic^nern, 9KaIcrn, 
SBilbl^auern, feu))ferfted^crn, Sitftos 
gra^pl^en unb ^^otogro^l^en felbft 
gemö^rt. 

Slrt. 9. 3n (Sinfd^ränlung ber 
in ben ?lrtifeln 1 unb 5 gegen* 
»artiger ubereinlunft entl^altenen 
SBeftimmungen bürfen 5(rti!el, 
toeld^e ben in ber ©c^toeij er= 
fci^einenben XageSblättem ober 
©antmelmerfen entnommen fmb, 
in ben S^ageSblättern ober ptxi- 
obifc^en ©ommelnjerfen gran!* 
rei^d abgebrucft ober überfegt 
»erben, öorauggefegt, baj bie 



Quelle, aus ber fie gefd^öpft ftnb, 
babet angegeben »trb. 

S)iefe öefugniS erftredCt ftd§ je* 
bod^ nic^t auf bie 9^e))robufttott 
t)on ^rtifeln ber in ber ©d^met^ 
erfci^einenben Xagedblätter obtt 
J)eriobif(^en ©ammelmerfe, »enn 
bie SBerfoffer in ber S^i^ung ober 
bem ©ammelmerf felbft, »o bie 
$lrti!e( erfc^ienen fmb, auSbrücf* 
Ii(^ erflärt l^aben, ba| fte beren 
9le))robuItton unterfagen. 3n 
feinem S^^I^c barf aber biefe 
Unterfagung auf Strtifel Jjolitts 
fd^en 3n^alt3 ^Inwenbung ftnben. 

^rt. 10. einfuhr, ^uSfu^r, 
SSerfauf, Umfa| unb Verlag üon 
unbefugtermeife reprobujierten 
SSerfen unb ©egenftänben , toic 
fie in btn ^lrti!e(n 1, 4, 5 unb 
6 nä^cr bcjcid^net »erben, fmb, 
mit SBorbe^alt ber SBeftimmungcn 
beS Slrt. 11, in gran!reid^ öcr= 
boten, mögen nun biefe unbe* 
fugten 9le^)robuftionen an^ ber 
©^»eij, ober auS irgeub einem 
fremben Sanbe ]§er!ommen. 

?lrt. 11. S)ie franjöfifcfte Siegle:: 
rung »irb auf bem SSege abmini? 
ftratioer^erorbnung bie erforber* 
iid^en SJlaßna^men treffen, um 
allen ^nftänben oor^ubeugen, »et* 
cfte ben fronjöfifc^en 58e riegern, 
^rudern ober ^ud^pnblern aud 
bem 93eftg unb ^erfauf Don 
iReuaiif lagen folc^er SSerfe er* 
»acftfen mögen, »eld^e — »ie* 
»ol^l (Eigentum f(^»ei5erifd§er 
S3ürger unb nod^ nid^t ^um ®e* 
meingut ge»orben — toon erfteren 



^er f(^h)et5'franidfif(i^e Slttetartoertrag. 



169 



öor beni 3«Jroftttetcn ber öCQcns 
tüärtigctt Übcrcinlunft bcröffcnt» 
lic^t ober gebrudt morben jlnb. 

$(rt 12. ®te an» ber ®d^toei$ 
erlaubtertoeife eingefüi^tten ^ü:: 
d)zx foQen in gfronfreic^ \otooU 
sunt Eingang oIS ^uv btreften 
^urd^ful^r ober gur dlieberlage 
bei allen ßo^ftätten, mel^e ben- 
felben gegenmärttg geöffnet ftnb 
ober in S^lunft »erben lönnen, 
angenommen »erben.*) 

^enn bie beteiligten ed ȟn- 
fc^en, fo ftnb l>k jur ©inful^r 
beflaricrten SBüci^er bireft bem 
3Kiuifterium beSSnnertt ia^orig 
gu^ufenben, itm bafelbft bie toor« 
gefc^rtebenen SSertfifationen ju 
befielen, n)elc^e längftend binnen 
öierje^n S^agen erfolgen f ollen.**) 

«rt. 13. 3)ur4 bie ©eftim= 
mungen gegenwärtiger Überein- 
!unft foH ber franjöftfc^en SRes 
gierung in feiner SBeife bo§ 
IKed^l gefc^mälert »erben, burc^ 
SBerfügungen gefe|geberif(^er 9}a« 
tur ober innerer lipoHiei bie S'n- 
lulation, $luffül§rung ober $lud« 
ftettung öon SSerfen ober ^ro« 
bultionen jcber Slrt ju geftatten, 
\u überwachen ober gu verbieten, 
bejüglic^ »eld^er ber juftänbigen 
^e^örbe bie ^anbl^abung biefeS 
9f{ed^ted 5u!ommen follte. 



*) stelle bie fiifte ber gegemoArtig 
geöffneten ^offfimter, griilnote auf 
©ette 183. 

•*) ®cgen»ärtlg toctben biefe ©crifl* 
(ationen tont ^an^tsoOantte in $ari8 
toorgenontmen. 



^ie gegenwärtige Übereinfunft 
lägt baS gf^ed^t ber frauAöfifc^en 
^Regierung intoft, bie fenfu^r 
k)ott folc^en ^ü^ern in t^re 
Staaten gu verbieten, »elc^ burd^ 
bie innere @)efe|gebung ober bur4 
^eftimmungen, bit mit anbem 
^äc^ten t)ereittbart »urben, als 
iRac^mad^ungen ertlört finb ober 
eS noci^ »eroen foflten. . 

8Crt. 14. ®ie Sabrüation unb 
ber Verlauf oon Snftrumenten, 
»elc^e boju bienen, auf med^a:» 
nifd^em ^ege mufüalifc^e Wltlo^ 
bitxi, bie Privateigentum finb, gu 
reprobu^ieren, »erben in tJran!:^ 
rei4 nic^t aU 92ad^bilbung toon 
muftfalifd^en äBerlen ongefel^tt 

$(rt. 15. @ine Si^^i^^^^^"^'' 
lung gegen bie S3eftimmungen 
tjforftel^cnber Ärtüel l^at bie ©e* 
fd^Iagnal^me ber nad^gemad^ten 
©egenftänbe jur Solge, unb ed 
»erben bie ®erid^te bk gefej^tid^en 
©trafen in gleicher ^eife jur 
^n»enbung bringen, »ie »enn 
bie Übertretung ein franjöftf^e« 
SBer! ober (grjeugni« betroffen 
l^ätte. 

^ie ^erlmale, burd^ »etc^e 
eine 92a(^mad^ung bebingt ift, 
»erben toon ben f rangöfifcben ®e< 
rid^ten an ber ^anb ber auf bcm 
Gebiete ber 9let)ublil in ^aft 
beftel^enben ®cfe|gebung feftge* 
ftellt »erben. 

3tt Der (Sdfttocis ansuwenDenbc 
JBeftimmungen« 

Art. 16. 5)ie »eftimmungen 



170 



3)er f(!^toelä»fröii89flf<^e Sltterartcrttofl. 



ber Dorfiel^nben ^rtifeC 1, 2, 3, 1 
5, 6, 7, 8, 9,11, 13, Uunblö 
iDerben ebenfaQd für ben @d§u| 
bed in i^ranlreid^ gel^örig er- 
worbenen (Sigentumd an littera^ 
rif^cn (grjeugniffen gegcnrec^tlid^ 
in ber (g^toeij ^moenbung ftn- 
ben, jeboc^ unter ^orbe^ait ber 
^eftimmungen be9 nad^folgenben 
Art. 18. 

Slrt. 17. 3)ie ©erlebte, ble in 
ber @<^tt>ei8, fei e» für bie S^xU 
entfc^äbigung, fei eS für bie ^e« 
ftrafung ber SBerge^en, juftänbig 
finb, werben auf htm ganzen 
@(ebiete ber d^ibaenoffenfd^aft bie 
93eftimmungen be9 Dorftel^enben 
^rt. 16, fotote ber nad^folgenben 
9(rt. 18 hi^ 34 ju gunfien ber 
franjöftfi^en ©igentümer littera« 
rif(^er ober !ünftlcrifd§er SBerfe 
ober il^rer 9{ed^tdnad^foIger in 
STnwenbung Bringen. 

Sßlan ift, jeboc^ mit SSorbel^alt 
ber im Art 8i4 Vereinbarten 
Garantien, bamit einüerftanben, 
ha^ biefe SBeftimmungen burd§ 
gefe^geberifc^e SSorft^riften erfe|t 
toerben fönncn, toelc^e bie fd^toei* 
jerifc^enSunbedbel^örben, immer- 
hin unter @^(eic^ftellung ber ^n^ 
länber mit hm ©inl^eimifd^en, in 
bejug auf ha^ (itterarifc^e unb 
fünfllerifd^e Eigentum erlaffen 
mögen.*) 



♦) (£8 ift ttod^ iioelfetl^Qft, oi> bie in 
ber ©d^tueia anautoenbenben S^efttm- 
munaen biefer ftoni^ention noc^ rechts« 
Irftftig finb. (£S ift mel^rfad^ Htfauiptei 
koorben, ba^ biefe Sefttmmungen burc^ 



Art. 18. Um in ber S^tocii 
allen litterarif^en unb fünftleri:: 
fci^n SBcrIen, fo»ie ben autori* 
ftertenuberfe^ungen ben Im^lrt.l 
vereinbarten @($u^ ju garan^ 



baS SunbeSgefe^ t>oxtt. 23. 2iptil 1883 
erfe|t toorben finb. S)em tDibetf))cid§t 
tDarraS (Du droit des «ntaars daiu 
les rspports intemationaux Paris 1887 
pag. 313). 3n einem ©tceitfalTe, in 
bem bad Genfer ^anbefsgerit^t ent^ 
fc^ieben l^atte, boB in. beaug ber öffent= 
ticken Äuffüfirunß einer »on einem 
franai)ftf(^en SCutor ^erriilrenben ntn= 
fttalif«en ftom^ofttion bie §§ 1, 11 unb 
12 be§ SunbeiSgefe^eS anaumenben feien, 
würbe baS Urtei( burd^ bie bösere 3n= 
ftana aufgel^oben. Dicfc entfd&ieb (am 
23. aRai 1889), ba| bie 9{rtite( 18 unb 
gfolge ber franaöftj(^-f(l^tt)eiaer fiontoen« 
tion no(^ boQe 9te(9t8fTaft befi^en. %8ir 
geben nad^fte^enb einen Stusaug aus 
bem Urteile: 

„Le n^gooiaieurs da trait^ ont, il 
est vrai, stipulö h Particle 17, et 
sous r^seryes des garanties stipal^es 
k l'article 34, que ces dispositioiui 
pourraient 6tre remplacöes par Celles 
de la l^gislation que les autoritös 
suisses viendraient h consacrer an 
matiäre de propriStö littöraire et ar- 
tistique sur la base de 1' assimilation 
des ötrangers aux nationaux , et de- 
pnis lors une loi suisse sur la pro- 
pri^tS littöraire et artistiqae k 6%6 
promulguöe; mais la Goiif6d6ration 
na point usd de la facultö qul lai 
ötait r^serYÖe h l'artiole 34, pour le 
cas oü sa 16gislation viendrait & ötre 
modifiöe, et n' a jusqu'ici pas d6nonc6 
le traitS. Gette dönonciation suivie 
d' un ddlai de douse mois , ötant la 
oondition absolue mise par l'article 
17 au remplacement des dispositions 
de la loi fran^aise par celle de la loi 
suisse, ou ne peut admettre que le 
traitö de 1882f alt subi une modiflca- 
tion quelconqne, par snite de l'entröe 
en Tigueur de la loi f<6d4rale du 23 
avril 1883.« 



a)er f($h)eij*fratt88ftf<i^c ßlttetartoertroß. 



171 



ticren, xtnb bcn Urhebern ober 
^crauSgebetn bicfcr «Bccic bcl^f« 
SScrfoIgung bcr fßai^al^inct ben 
f^tocisctifd|eni[®cri4t8ftanb ju 
fidjcrn, genügt e«, In 5(6äTiberung 
ber öefttmttiungen ber borfte^cn^ 
bell 5(rt. 3 unb 6, baj bie bc* 
nannten Url^eber ober geranSs 
gebet nod^weifcn, bog il^nen in 
8fron!tei(^ baS ©igcntumired^t 
jufte^e. S)ie« gefc^iel^t boburd§, 
bag burcjg eine t)on ber \6itoti^t' 
rifc^en ®efanbtf(i|Qft in $arid 
Icgolifterte S3e((^cinigung be8 ©ü= 
reon für S)rncffa(^cn (librairie) 
im aRiniftcrium be8 3nnern bar= 
getl^n »irb, bag ha^ fragliche 
Ser! in fjronfrcicft bcn gefej= 
üc^n 6(6u( gegen Ü^ad^bilbnng 
ober unerlaubte Äc))robn!tion ge- 
nieße. 

Art. 19. 3)cn Url^ebern öon 
öüd^em, 3rlugf(i^riften, bramo* 
ttfc^nSkrfen ober onbern<St^rif* 
ten, niurtlalif(^n S^omporttionen 
ober 9[rrangementd, 3^t(^nungen, 
gUuftrotionen, ©emftlben, SBerfen 
ber SBilb^ouerei, ©ticken, Sit^o:^ 
gra))]§ien,$§otogra^§ienunb allen 
anberen berartigen ^jeugniffen 
aud bent Gebiete ber Sitteratur 
ober ber Äünfte, »elt^c jum erften 
^ale in gfranfreic^ beröffentlicj^t 
»erben, fontnten in ber ^toti^, 
jum ©(^uje il^rcr eiaentuttiS* 
redete, bie in ben nac^fotgenben 
^rtüeln angefül^rten ®aronticn 
^u gut. 

«rt. 20. 3)ie Serfaffer öon 
bramatifd^en ober muftlalifd^en 



Werfen, totiä^ in gfranfreid^ jum 
erften SWoIe toeröffentlid^t ober 
aufgefül^rt werben, genießen in 
ber ^6)totii in bejug 'auf hk 
^rflellung ober ^uffül^rung 
il^rer SBerrc, fei eS in bcr Ort* 
ginalfprac^e ober in Uberfe|ung, 
bcn nämlichen @d^u|, meldten 
bie ©efefee in 3fronfrei(j^ bcn 
ft^tt)eijerif(j^cn SBerfoffern ober 
^om))oniften für bie ^rfteflung 
ober 9(uffül^rung il^rer ^erfe ge« 
n^äl^ten ober fünftigl^in getoäl^ren 
ttjcrbcn. 

%a§^ fRtdit ber Tutoren brama:" 
ttft^er ?Scrfe ober ber J^ompo- 
ntften richtet fic^ nad^ bcn ®runb« 
fä^n^ n^elc^ jmifc^cn bcn be- 
teiligten Parteien Vereinbart »er* 
ben. 

5trt. 21. 3)o8 in bcr ©d^meij 
gemög \>tn IBcftlmntungen ber 
öorl^ergel^nbcn Ärtifcl erworbene 
(SigentumSrec^t an ben im 5(rt. 
19 erwäl^nlcn littcrarifd^en ober 
fünftlerifdften SBcrfen bauert für 
htn SJerfaffer auf SebenSaeit. 
SBcnn bicfcr Dor 5(blauf beS 
breigigften gal^re«, toom geit« 
puntit ber erften IBeröffcntlit^ung 
an gered^net, ftirbt, fo bauert 
baSfclbe für btn SRcft biefc8 g^^t« 
räum» nod^ ju gunftcn feiner 
Sf^e^tSnac^foIgcr fort. 

2Benn bie SJeröffentlid^ung nidSt 
bei iiebicltcu be8 SBcrfaffcrS ftatt= 
fanb, fo l^abcn feine @rben ober 
9f{cc^tdna4f olger föä^renb ber fed^ 
Saläre, weld^e auf hm Sob bcd 
SSerfoffcr» folgen, ha^ auSfc^Iicg* 



172 



^er [(^toelS'fraital^ltfi^c 8itleratt>ettrad- 



li(^e fRtd^t )ur Veröffentlichung 
bei» ^erled. ^at^n fte \>at>on 
(SkBrauc^, fo bauert bie @(^u^ 
frift bretgig Saläre, k)on biefem 
S^obfaQe an gete(i|net. ^ie ^aiter 
be3 ©tgentumdrec^tei» auf Über« 
fe^ungen l^ingegen ift gemäg ben 
^eftimmungen bed $irt. 6 auf 
jel^n Saläre befc^ränlt. 

^rt. 22. gebe ^uSgabe etned 
in bie Kategorie beS %rt. 19 
faüenben Utterarifd^en ober fünft« 
Iertf(^en ^erfeS, metc^ed ben ^« 
ftimmungen ber gegenwärtigen 
Übereinlunft juwiber gebrucft 
ober gefto^cn ift, foß ald d^ac^- 
brud beftroft toerben. 

«rt. 23. Söer auf fd^toeijeri« 
feiern ©ebiete (S^egenftänbe, r)on 
benen er weife, bafe fie Siiod^ma* 
c^ngen finb, gleid^Diel, aud toeU 
(gern Sanbe fte ftantmen, verlauft, 
gum Verlauf auflegt ober ein- 
fül^rt, öerfäßt in bie auf ben 
Ütac^brud gefegten ©trafen. 

«rt. 24. S>er S^adftbrudfer ift 
mit einer Vufee bon wenigftenS 
l^unbert granfen hi^ auf löd^s 
fteni» jtoeitaufenb f^ranfen, ber 
Ver!äufer l^inroieber mit einer 
folgen öon tocnigftenS fünfunb« 
htoan^ia gfranlen bifi auf ^5(^ 
ftenS fünf^unbert Sfranfen ^u 
beftrafen: iiberbieS ftnb biefelben 
utr @c|aDenerfagIeiftuug an btn 
Eigentümer für ben il^m üerur« 
fachten ^^ad^teil ^u ))erffiOen. 

%it ^onft^tation ber ^aäiihxud^ 
ausgäbe ift fowol^l gegen htn 
9Jac$bru(fer als gegen ben Sntros 



bugenten unb ben Verföufer ^u 
erfennen. Sn jebem Tratte fdnnen 
bie (S^erld^te auf Verlangen ber 
3it)i(tKirteit)erfügen, bafebcrfelben 
bie nad^gemad^ten Q^egenftänbe — 
auf $lbfd)Iag ber i^r 5ugeft)rod^^ 
nen ©c^abenerfatffumme — ju« 
geftellt werben. 

ixt. 25. 3n ben bun^ bie 
vorigen ^rtifel Dorgefel^enen Sräl- 
len ift ber (SrIöS ber fonp^sierten 
©egenftänbe bcm Eigentümer — 
auf 9[bf(^Iag ber il^m gebühren« 
ben @4obcnbergütung — ^uju* 
ftellen ; waS ed i^m barüber ^in« 
aus an (Sntf^&bigung trifft^ ift 
auf bem gewö^nli^en Stec^tSmege 
5U bereinigen. 

$(rt. 26. ®er Eigentümer eineS 
litterarifd^en ober tünftlerifc^en 
^erfed tann, mittelft Verfügung 
ber juftftnbigen Ve§5rbe,. mit 
ober ol^ne Sefd^Iagna^me, ein 
betaiQierteS Vei^eic^iS ober eine 
genaue Vefd^reibung berjenigen 
Erjeugniffeanfnel^men Iaffen,)}on 
benen er ht^aupttt, bafe fie, ent- 
gegen ben Veftimmungen gegen« 
Wärtiger übereinlunft, ju feinem 
(Schaben nad^gemac^tworben feien. 

3)iefe Verfügung ift auf ein« 
fad^eS Vegel^ren unb Vorweid bed 
bie Hinterlegung beS litterarifd^n 
ober lünftlerifc^en ^erfeS beur« 
lunbenben Verbal^^ro^effeS ju er- 
laffen. Erforberlid^enfaHS ^at fte 
bie Vejeid^nung eined ^a6fi>tc^ 
ftänbigen im entl^alten. 

^irb bie Vefc^fagna^me begel^rt, 
fo fanu ber diid)ttx t)om ^(ftger 



Xtx fd^kDeiä'franiöflfcle Sitterart^ertrag. 



173 



eine jutn üoraud ju ertegenbe 
Kaution t)exlangen. 

^em 3n§ö^i^ bcr inücntaris 
ficrtcn ober fonft^jierten ©eoens 
ftönbc ift eine Slbfcftrift bcr Ser^ 
fügung unb etoentueÄ ber SBe* 
fd^einigung über ^autionSerle- 
gung ju^uftenen, alleS bei ©träfe 
ber 9{i4ti^feit unb ber ©ntfd^ä« 
btgung^f(td^t. 

^rt. 27. Unterläßt bcr Äläger, 
tnnerl^alb toierjel^n Xagen oen 
Sflec^tSweg gu betreten, fo fäfft 
bie 3nt)entarlfterung ober SBe= 
f(^(agna]^me Don iRec^ted megen 
ba^in, un6ef(^abet ber (Sntfd^ä« 
bigung, meld)e aüföHig Verlangt 
n^erben müci^le. 

§[rt. 28. S)ie Verfolgung ber 
in gegenwärtiger uberein!unft be* 
5ei$neten9Scrgel^n öorbenfddiüeis 
^erifd^en ©erid^ten finbet nur auf 
^egel^ren beS gcfd^äbigten XeileS 
ober feiner Ste^t^na^folger ftott. 

?trt. 29. S)le filagen »egen 
^aä^maäiVLtiQ litterarifd^er ober 
fünftlerffc^er 3ßer!e finb in ber 
(S^mei^ bei bem (S^ri^te beSie« 
nigen öejirteS onjubringen, in 
»eitlem bie unbefugte ^ad^bil^ 
bung ober ber SSerfauf ftottge* 
funben l^at. 

3)ie Siöittlogen pnb fummarifd^ 
ab§un)anbeln. 

Slrt. 30. S)le burd^ gegcnwörs 
tige Übereitilunft feftgcfeften 
(Strafen bürfen nid^t tumufiert 
roerben. @§ l^at bemnad^ für alle 
ber erften ©trafeinleitung toor« 
angegangenen ^anblungen einzig 



je bie ft^loerfte ©träfe in Sin« 
tt^enbung gu fommen. 

§lrt. 31. 3)aS ®erit^t !ann ben 
^nfd^Iag bed Urteild an ben k)on 
il^nt 5U beftintmenben Orten nnh 
feine üoUftänbige ober auSjugS« 
nieife ^tnrücfung in bie toon i^m 
gu bejeid^ttcnben 8citw"9^tt ßw* 
orbnen, aded auf Soften beS 
SBerurteiften. 

5(rt. 32. 3)ie in ben obigen 
5lrtifeltt bezeichneten ©trafen fön* 
neu bei SRüdff äffen öerbop^jelt 
werben. @in 3fJüdffaff ift Dor= 
l^anben, toenn in ben fünf toor« 
angegangenen Salären eine ^er* 
urteilung be§ 5(ngeflagten wegen 
eines gleid^artigen SSergel^enS er* 
folgt ift. 

«rt. 33. 93ci milberben Um* 
ftänben fönnen bie ©erid^te bie 
gegen bie ©d^utbigen audgefpro* 
$enen ©trafen aud^ unter ba$ 
borgefc^riebene aWinimum ermäs 
gigen unb felbft bie ©efängniS* 
ftrafe in eine ^^elbbupe umwan* 
beln, in feinem fjaffe jebod^ unter 
hk einfachen ^olijeiftrafen l^erab* 
gelten. 

5(rt. 34. $)ie gegenwärtige Ober* 
einlauft tritt mit bem 16. WM 
1882 in Äraft unb bleibt öoff* 
jiel^bar bi§ sum 1. Scbruar 1892. 
gür ben fjaff, hai feiner bcr 
l^ol^en oertragfc^Iiefenben Steile 
ein Sö^t toor Ablauf biefer grift 
feine Äbftdbt funbgegeben ^at, 
öon ber Übereinfunft jurüdfjus 
treten, bleibt biefe t)on bem ^age 
ab, an weld^em einer ber »er* 



174 



2>er afterv.«itaUeitif(!^e Sitterartoettrae 



trag^ftfiltc^cnbcn Xcllc flc gcWln= 
bigt i)ai, tto(^ ein tDeitered Sa^t 

lang berbinbli^* 
Sebod^ bel^ält {Ici^ jeber ber l^ol^en 
bcrtragSft^licßcnben S:cilc ba8 
ditä^t Dor, fällig in feinem Sanbe 
bie Ocfe^gebung berart gcänbctt 
werben fönte, ba^ eine tRetoipon 
toikn]^tn^totxi erfc^einen ntbd^le, 
bie gegenwärtige Übereinlunft toor 
bem 1. tJebruat 1892 ju fünben; 
bie SBirfungen einer fold^n Äün» 



bigung lommen aber erft 12 
Monate nac^ htm Saturn il^rer 
Selanntma^ung ^ur Geltung. 
Art. 35. 3)ie gegenwärtige Über^ 
einlunft ift gu ratifizieren, itnb 
bie Sf^alififationSurfunben ftnb 
t)or bem 12. SRai 1882 gleid^^ 
zeitig mit benjenigen be9 unter 
bem heutigen Saturn ^Wifc^en ben 
beiben l^oi^en k)ertragf(^Iie6enben 
3^ei(en abgeft^Ioffenen $anbel§- 
bertrag^in^ari«au8zuwed^feln.*) 



rü(hftd|tltd| im Hönigreidie Jtaltett.t) 

SSertrag, gefd^loffen au SSien am 22. SUlai 1840, !«r. 441 3. ®. ©. 



Slrt. 1. $)ie 3BerIe ober ?ßro*= 
buhe be§ menfc^Uc^en ©eifteS 
ober ber Äunft, bie in einem ber 
loutral^ierenben Staaten toeröfs 
fentli(i^t werben, bilben ein ©Igen* 
tum, weld^cg ben SSerfaffern ober 



t) 5>lefcr ftontxntion ftnb taut ^of« 
latiiteibcfret tjom 26. Woöembcr 1840, 
«Rr. 484 3. ®. ©., bie «egterunöcn 
bed SHrd^enftaateS bon iVlobena unb 
fiuccQ, bann laut $of!ana[eibeIret bom 
80. 2)e5embet; 1840, 9^c. 488 3. (9. ®., 
jene bon XoSIana unb $arma bem 
ganaen ^ni^aUe naci^ beigetreten. ^ie= 
felbe ift burt^ «rt. xvn beS gürlt^er 
f^riebenS bom 10. 9lobember 1859, fflt. 
214 91. &. 9. , aufre(^t erl^alten unb 
giCt ba^er gegenkDartiß für ha& ^njc 
ftanißreld^ gtalten. 3m «rt. xxvi 
beS ^anbetSbertrageS ))om 27. 2)eaems 
ber 1878, Kr. 11 JA. ®. 8. f. 1879, ift 
ein neuer IBertrag bieSfaHS in Slusfld^t 
gefteUt. 



Url^ebern berfelben sufie§t^ um 
e^ hnxä) il^re gan^c Öcben^zcit**) 
gu peniegen ober barüber gu 
öerfitgen. SfJur fie felbft ober il^r 
9le(t)t$na(6f olger l^ben hai Sle^t, 
bie S8eröffentli(3^ung jiener^erfe 
ju geftatten. 

^rt. 2. 3)ie SBerfe ber bra« 
matifd^en £unft ftnb gleid^faüd 
ein Eigentum i^rer SSerfaffcr 



*) 2)ie ^luSlued^sruug her matifiEa« 
tionen l^at jtoifd^en bem fc^lueiaerifc^en 
©efanbten in ^aris, ^erm 2). Hern, 
unb bem Sonfefl^^räfibenten unb SRi- 
nifter ber auSn^ärttgen S(nge(egenl§etteH 
fJranlreid&S , §crrn ©. be grcijclnet, 
am 12. SRai 1882 iu^aris ftattgefunben. 
••) ^lel^e Art. 18 be8 »ertrage». 
Sgl. Ofterr. a^atent bom 19. Ottober 
1846 § 18. (»anbl, ®eitei7i, jtoeite 
@)>aae.) 



^ei' öftetr.'ttaUenifd^e ^^itterart^ertrag. 



175 



unb halber in SRüdftd^t xf^vex ^er^s 
öffentlt(|ungunb$ert)telfä(ti(iUTtg 
burd^ bcn ^nicf in bcn ^Beftim* 
mungen beS ^rt. 1 Begriffen, 
^romatifd^e ^et!e bürfen ol^ne 
S3ett)inigung il^rer SSerfaffer ober 
beren S^ed^tSnac^foIger ntd|t auf« 
gcfül^rt tocrben, unoefd^abet ilbris 
gen« bcr für ble öffentlichen 
Jöorfteflungen tl^eatralifc^erSBerfe 
in ben ref^jcltiöen ©tooten gct= 
tenben ober noc^ ^u erlaffenoen 
S^ormcn.*) 

^rt. 3. %it in einem ber fon« 
traljierenben ©taatcu Derfagtcn 
uberfe^ungen t)on ^Qnuf!rt:^ten 
ober SSerfen, meiere in einer 
frentben ^pxad^t auger^alb bed 
@)ebieteS ber gebadeten (Staaten 
erfc^icnen ftnb, werben gleichfalls 
als £)rtginal^robu!te oetrad^tet, 
auf tpelc^e ber 9lrt. 1 feine tln« 
toenbung finbet. ©benfo finb in 
biefent mt. 1 hit in einem ber 
lontra^ierenben ©taaten erfd^ie« 
neuen fiberfetungeu t)on SBerfen, 
bie in htm anberen erfc^ienen 
finb, begriffen. $luSgenommen 
ift jebo(| ber ?$all, toenn ber 
SBerfoffcr, Untert^an eineS ber 
lontral^ierenben ©taaten, in bem 
^erle felbft anfünbigt, in einem 



• (Siele Öfterr. ^attnt toom 19. £>U 
toBer 1846 § 83 (8anb i, @eite 173, 
itueite ©palte). S)er boit :3t<i(icit ^t- 
iväl^Tte Iftngere ®(i|u^ beS Slitf f fl^rungS' 
retffteS (fie^e in biefent Sanbe ®eite 
51) lomntt im internationalen fßtvU^xt 
ikDif(fien Ofterreid^ unb Italien ni^t 
iur «ntoenbung. @ie]^e 9tt hipvo^ 
hit&t, 8anb l, (Seite 85. 



biefer ©taaten eine Überfe^ung 
erfd^einen laffen p n^oflen unb 
er biefeS Sßor^aben in bein S^iU 
räume t>on fed^S SRonaten toixU 
lid^ aui^fii^rt, »o i^m bann and) 
für biefe Überfetog fein (Slgen* 
tumSred^t t)oroe§alten bleiben 
foll.*) 

^rt. 4. Ungead^tet ber in ^rt. 1 
öorfommenben ^eftimmungen 
follen .in ISournalcn unb in pt^ 
riobifc^en ©d^riften bie ^rtilel 
anbererlSoumafeober ;|)criobifc^r 
©cgriften ol^ne Slnftanb nad^ge-« 
brurft toerben bürfen, fobalb biefe 
5lrtifel nid^t brei ®rudCbogen*) 
i§rer erften SSeröffentlic^ungüber« 
fteigen unb beren Quelle ange- 
geben tt)irb. 

^rt. 5. S3ei onon^mcn unb 
;t)feubon^men Werfen koerben be« 
rcn ^erouSgcber infolonge alS 
bie SSerfoffer ongefeljen, aU nicftt 
biefe felbft ober il^re Oie^tSnad^ 
folger i§r eigenes Sflec^t bargetl^an 
l^aben. 

Slrt. 6. 3cbe «Rad^bilbung (Sf^ad^* 
brud) Don SBerIcn, Äunfti)robuls 
itn, bann mufüalif^en unb t§e^ 
atralifc^n ^omt)ofttionen, »ie fte 
in ben ^rt. 1, 2 unb 3 ermähnt 
toorben, ift in ben beiben Ion« 
tral^ierenben ©taaten unterfagt 

«rt. 7. ä)ie ißad^bilbung (ber 
^aäjhxnd) ift bie ^anblung, burc^ 



*) «crgt. Dftetr. »atent §5o (»anb 
1, ©eite 168, etfte @palte). 
••) 3?|t nut no(ä6 a 5)ru(fBo0ett. 
®ie)^e Ofterr. patent § 5b (»anb 1, 
©eite 168, erfte ©palte). 



176 



©er öftecr.»ltoUenlf<§e Öitterortertrag. 



meiere ein ®crf, eS fei im gan* 
^en ober itt feinen eintüten 
Xeilen, hnx^ med^anlfd^e Mittel 
ol^ne guftintmung bc8 SSerfaffcr« 
ober ber S^ec^tSnad^foIger beg- 
felben neuerbingS ^erDorgebrac^t 
n)irb. 

^rt. S, e« ift im ©inne beS 
Dorigen SlrtüelS nicftt allein bann 
ein vtadjibxud öor^anben, menn 
^mifd^en bem Originalmerfe unb 
bcffen ^Jacfibilbung eine t)olI!om* 
mene ä^nlid^feit fid^ barfteHt, 
fonbcrn aud^, menn unter bem 
nämlici^en Xitel, ober au(^ unter 
einem Derfd^icbenen, ber gfeld^c 
ÖJcgcnftanb in berfelBen ^htin- 
folge unb mit ber nämlid^cn 
Einteilung ber SRotcrie Bcl^anbelt 
lolrb. S)o« f<3äterc SBer! ift in 
biefem fjaüc alS ein 9?Qd^brucf 
anjufel^en, menn ei aut^ bebeu:' 
tenb Dermel^rt ober öerminbert 
Sorben Ȋre. 

Slrt. 9. SSerfeJungctt für Der- 
fd^iebene Swfttumente, SluSjüge 
unb anbere )öcorBeitungen mufi= 
folifd^cr Äom^ofitionen, mcnn fie 
für p<^ ol^ felbftänbige ©rgeug« 
niffe bc^ menfd^Iid^en ©eifteS an* 
gefeiten merben tonnen, foUen 
nid^t als S^^ad^brud bc^anbelt 
ttjerben. 

Art. 10. «Rürfftd^ttid^ be8 g?a(5^ 
brurfeS ift jeber Slrtifel eine? 
enc9f(o)}öbifd^en ober ^eriobifd^en 
SBcrfeS, »cld^er bie gal^l Don 
brei ®rudf6ogen übcrfd^rcltet, als 
ein für p«^ beftel^enbeS SSer! ju 
Bctrad^ten. . 



«rt. 11. 3)cr ?Berf affer eines 
litterarifd^n ober »iffcnfd^aft« 
lid^en ^cr!cS ift befugt, bic Ufur* 
Vierung beS t)on i^m gemäl^lten 
XitelS ju Der^inbcrn, wenn bfe= 
felbe baS $ubll!um über bie 
fd^einborc Sbcntitöt beS SSer!cS 
In 3rrtum führen fönntc;*) in 
einem fold^en fjalle ift jeboc^ 
fein 9?ad6brudC Dor^onbcn, unb 
ber SScrfaffer l^ot nur baS Sfied^t 
auf einen bem erlittenen ©d^abcn 
attgcmeffenen @rfQ|. S)effenun« 
gcacftlet begrünbet bie SBal^l eineS 
allgemeinen Titels, alS: ^iftio« 
när, 2Börterbu(^, ^bl^anblung, 
Kommentar, unb bie (Einteilung 
eines ^crfeS nad^ alpftabctifd^er 
Orbnung für btn SSerfoffer !ein 
IRed^t, 5U Derlei nbern, boj aud^ 
ein anberer benfelben ©cgenftanb 
unter bemfelben Sattel unb nac^ 
berfelben Einteilung bel^anble. 

^rt. 12. Äu^ferftlcfte, ßitl^o:^ 
grafl^ien, 9Rebaiflen, bann J)las 
fiifd^e SBerfc unb grormcn er? 
freuen \i^ beS im erften ^rttfel 
ben ^unfttoerfen iiberl^auj)t ein* 
geräumten Privilegiums. 3)ie 
9?ac^bilbung biefer ©egenftänbc 
ift fonad^ unterfagt; in biefem 
fjalle l^at jebod^ eine 9'^ad^bilbung 
nur bann ftatt, wenn bie 5Ser= 
Dielfältigung mit benfelben me« 
d^anifd^en SWitteln, wie felbe bei 
bem Originalmer!e angemenbet 
morben, unb mit S3eibel^altung 



•) Jßcröl. Ofterr. ffiateitt §6d, «anb 
1, ©cite 169, crfte ®J)aUc 



®er öfterT.=italtcntfd&c fifttcraröcrtrog. 



177 



bei^felOen Q^rögenmagftQOed ge- 
fc^tel^t. ^emölbe, Sdilb^auerar^ 
beitctt, S^^tä^wungen ftnb gleid^s 
falld in ben l^eftimmungen beg 
Art. 1 begriffen. Qeboc^ foflen 
^o})ien, h)el(^e l^icrtjon mit freier 
^anb oi^ne ^erl^etmlid^ung unb 
ol^ne (£infj)rod^e öon feilen bcS 
©igentömerS beS ÄunftmerfeS ge? 
nommen tt)erben, feine üerBotene 
SfJoi^bilbung Begrünben , außer 
ber Äo»)tft l^fttte mit böfer Slb:^ 
ficigt Derfuc^t, ha» $uB(ifum ^in^ 
fid^tlid^ ber Sbentität ber Äo^jie 
mit bem Urbilbc irre p leiten. 

SCrt. 13. 3)ie S^erfertiger toon 
^ei^nungen, öiemälben, SSilb^ 
^ouer* unb anbcren Äunftnjerfen 
ober beten 9?ed^t8üertretcr fönnen, 
ol^ne i^r (Sigentum^rec^t auf biefe 
SBcrfe ju Verlieren, \>a» il^ncn 
auSfc^Hegenb jufiei^enbe ditdit ber 
^eroielfftltigung berfelben burd^ 
btn @tld^, bcn ®u6 ober ein 
anbered med^anifd^ed Mittel an 
anbere obtretcn, unbefd^abet Je* 
bod^ ber ^eftimmungen bed tyox- 
l^crge^enben Slrtifefö. SBenn fie 
ober bog Original Dcräugern, fo 
gel^t biefed ditä^i auf ben neuen 
@rmerber über, ber ed burc^ bie 
ganje geit, atö ber Äünftler ober 
beffen (Srben bat)on l^ätte @^e« 
braud^ mad^en lönnen, gu ge:: 
niegen l^at; auiSgenommeUr ed 
nräre ha» (Gegenteil audbrücfüdg 
toerabrebet tDorben. 

Art. U entl^ftlt eine Überganges 
beftimmung. 

Strt. 15. aicne, ju beren Sf^ad^s 



teil ein ^adihxviA ftottgefunben, 
l^aben ein Siedet auf @rfa| be9 
baburd^ erlittenen @d^aben§. 

^rt. 16. kluger htn twn ben 
®efejen ber!ontral^iercnben<Staa« 
ten gegen ben 9^ad^brudf audae« 
Iptoditmn ©trafen fott bie m^ 

(^(agnal^me unb bie gerftörung 

)er ($;em)}kre ober nac^gebilbeten 
©egenftänbc, nnb fo aud^ ber 
fjormen, @temj)e(, platten, ©teine 
unb anbcrerdJegenftönbe öerl^ängt 
toerben, welche jur SluSfü^rung 
beg 92ad^bruäe§ gebient l^aben. 
gebenfaUg lonn ber JBefd^äWgte 
bie Überlaffungbie[er®egenftärtbe 
ganj ober jum teil auf ^bfc^kg 
feiner ©rfogforberung bcgel^ren. 

Slrt. 17. S)er ?Berrouf nac^ge* 
bilbeter 3Ber!c ift in bciben ©taa^ 
ten, unter htn im vorigen ^rtilel 
angebrol^ten folgen burc^aud un« 
tcrfagt, loelc^eS aud^ in ben fjällen 
5U gelten ^at, n)o hit 92ad^bi(bung 
im 5(ueianbe bemerfftelligt fein 
fofitc. 

Slrt. 18. S>aS IRet^t ber fßtx^ 
faffer unb i§rer Oicd^tSnel^mer 
gel^t auf il^re ge|egUc^en ober 
le^twinigen (Srben in ^emäg^it 
ber in ben refj)eltit)en ©taatcn 
beftel^enben ©efege über. ^iefeS 
dttä)t !ann |ebod^ nie im Sege 
ber (Srbfd^aft an ben giSfuS gcs 
langen, unb foH in htn fontro» 
l^ierenben ©taaten burd^ breigig 
Saläre nad^ bem Xobe ht» 93er« 
fafferd anerfannt unb befd^ü^t 
toerben. 

^rt. 19. gür SBerfe, hit nad^ 



®treiHer, ba8 Siedet für Vix^tUt ic, ii. 



12 



178 



Der öftett.'itatieTttfd&e ßitteraroertrag. 



bcm %obt bc§ SScrfafferg crfd§ei= 
nen, wirb bicfe ^xi^t auf öicr^iig 
Saläre, öon bcm Xoge t^rcS @r= 
fc^elnenS awöcfanflen , . öuiJbe= 
t>e§nt*) 

Slrt. 20. &ür 2Ser!e, bie öon 
geleierten Snftiluten ober Iittera= 
rifc^ctt SScreinen l^erouSgegebcn 
werben, »irb jene fjrift auf fünf* 
jig 3ö|i^c erweitert.**) 

Slrt, 21. S3el 3Scrfen Don me]J* 
rcren SSänben, unb foldjen bie in 
einzelnen Lieferungen l^erauSge» 
geben werben, foQen bie oben er« 
wähnten brel Termine für bag 
ganje SBer! erft öon bem ©rfc^ei* 
nen beS legten 95anbe3 ober ber 
legten Lieferung an gered^net 
werben, jeboc^ unter ber SBebin* 
qung, bag ^wifd^eu htn einzelnen 
Seröffentü(|ungen nic^t me^r aU 
brei Sa^re ocrftreic^en. 

SÖei (Bammiungen Don mcl^reren 
einjelnen Werfen ober SJJcmoiren 
foHen bie obgebad^tcn 2^erminc 
nur öon ber ^rauSgabc jebeS 
einzelnen S3anbe§ on gerechnet 
werben, unbejc^abet jeboi^ beffen, 
waS im erften Slbfa^e be§ gegen* 
wärtigen SlrtifelS für bcn San 
angeorbnet würbe, al3 \>a^ ^erf 



•) Scfet nur 80 Salö«. ©lel^e Dftcrr. 
qSatcnt § I4;d, e. («anb i. ©cite 172, 
erfte ®paüt.) 

••) ^tcv mad&t boS Öfterr. ®efc^ einen 
tlnterfc^icb in ber ©c^u^frift, je nad^= 
bem ob bie betreff enben ^nfti tute ober 
Vereine unter bem ©c^ut^e be§ Staates 
ftel^en ober nid^t. ®ie|e Öfterr. patent 
§ 15 (©anb 1, ©eite 172, erfte ^paltt). 



ober ba$ SO^emoire, weld^eS einen 
Seil ber ganzen ©antmlung auS* 
mad^t, felbft in mehrere einjelne 
95änbc jerfiefe. 

8trt. 22. gür Söerfe, beren $er* 
ouSgabe öon bem SScrfaffer be* 
gönnen unb Don beffen ©rben be= 
enbet wirb, foll bk grift Don 

öicrjig So^^^n 9S!f^^^' ^^^ ^^^ 
ganj If^oftl^umen xSerlen.*) 

9lrt. 23. 3Senn ber SSerfaffer 
Oor Vlblauf beS S^^^^^^umeS, für 
welchen er affenfaüS feine SRcd^tc 
abgetreten §aben foUtc, ftürbe, fo 
gebührt feinen (Srbcn nac^ SSer« 
lauf biefer S^itfrift ber ®enu6 
il^rer S^ed^te nod^ für bie gange 
t^nen infolge ber öor^ergei^^n^c« 
Strtifel eingeräumte 3cit« 

Slrt. 24. S^ad^ Ablauf ber in 
htn 8trt. 18, 19, 20, 21 unb 22 
beftimmten 2^erntine werben bie 
©rjeugniffc ber ©iffenfc^aft unb 
ber ^unft ein Gemeingut beS 
$ublilum9. ^ie t)on htn fon* 
tra^ierenben 9flcgierungen felbft 
oeröffentüd^ten nftenftüdfc, unb 
bie öon benfelben unmittetbor 
ober auf beren S3efcei l^erauSgc- 
gebenen S8cr!e, wenn biefer Um* 
ftanb aus bem ^er!c felbft er* 
fid)tlic^ ift, foden aud^ in ber 
golge nadft htn in ben refj)cltiüen 
(Staaten bieSfallS geltenben öe* 
ftimmungen be^anoelt werben. 

^rt. 25-28 enthalten Über* 
gangSbeftimmungen. 



*) ©teile bie borl^ergel^enbe gfu^note. 



tftt öflcrif.*fta«aft|lf^e Sltterarbetttoff: 



179^ 



a) (StaQt«t)cvtrag Dom 11. 3)egcmbcr 1866, 9Jr. 169 SR. ®. SB.f) 



^rt. 1. S)lc Url^cbcr öon S5u^ 
d^ern, ^rofd^üren ober anbeten 
©d^riften, \>on muftlatifc^en ^om- 
))ofttionen ober Arrangements, 
öon Werfen ber SeidÖcnfunft, ber 
a^alerei, ber l^ilbl^aueret, beS 
Äiil)ferftl(^cg, ber Stt^ograjjl^ie 
unb aüen anberen &l^nlic^en @r- 
Aeugntffen auS bem ©ebiete ber 
^itteratur ober ^uttft, foHen in 
jebcm ber beibcn (Btaaien aegen« 
fettig [xä) ber SSortcile gu erfreuen 
^aBen, melc^ bafelbft bem Eigen- 
tum an Werfen ber Sitteratur 
ober ^unft gefe^Iid^ eingeröumt 
finb ober werben, unb benfelben 
©c^tt^, fotoie biefelbe 97ed^tS§ilfe 
gegen jebe Beeinträchtigung il^rer 
SRecgte genießen, aü wenn biefe 
Beeintröd^tigung gegen bie . Ur^ 
lieber fold^er ^erfe Begangen 
märe, n^el^e jum erftenmal in 
bem Sanbe felbft öeröffentlid^t 
morben {tnb. 

(Sd f oQen il^nen iebod^ biefe ^or» 
teile gegenfeitig nur fo lange ju« 
pelzen, al§ i^re dttä^it in bem 
iianbt, in n^eld^em bie nrft)rüng:: 
Ii(^e ^eröffentlid^ung erfolgt ift, 
in Äraft flnb unb [it foUen in 
bem anberen Sanbe nic^t über 



t) Äii(!5 filt ntigartt ibinbenb. ©tel^e 
@eite 186. 



bie Sfrift ^inaud bauern, tätigt 
für bcn @c^uj ber einl^eimifc^en 
^lutoren gcfe^Ii* feftgeftettt ift. 
Slrt. 2. S)er ®enu6, ber bur^ 
Art. 1 jugeftanbenen Segünfti* 
gung ift baburc^ Bebingt, oa^ in 
bem Urfij'rungglanbe bie pm 
@c^u)^e h^^ d^igentumS an Werfen 
ber Sitteratur ober Äunft gefej* 
lid^ öorgcfd^rieBenen görnüid^leis 
ten erfünt finb. gür bie Sudler, 
harten, ^|)ferftid^e, @tid^e an* 
bercr Art, Sitl^ograjjl^ien ober 
mufifalifc^en Söerfc, meldte gum 
erftenmal in bem einen ber Bei* 
ben Staaten öeröffentlid^t finb, 
foH bie Ausübung beS ©igen- 
tumSred^teS in beih anberen 
Staate augerbem baburd^ Bebingt 
fein, bag in bem le^teren Dorl^er 
noc^ bie gförmlid^leit ber ©intra* 
gung auf folgcnbe SBeife erfüllt 

ift: 

^enn baS ^erl jum erftenmal 
in j&fterrei(ft erfd^ienen ift, fo 
mui ed §u $arid auf bem WIU 
nifterium beä 3Ji«cni eingetragen 
fein. SSenn ha^ 3Serf iium erften^^ 
mal in gii^anfrcid^ erfd^ienen ift, 
fo mug eS 5U "Bkn auf htm 
SJiinifterium ber auswärtigen 
An^elegenl^eiten eingetragen fein. 

®ie Eintragung foE BeiberfeitS 
auf bie fd^riftlid^e Anmelbung ber 

12* 



180 



Der 5|lert.sfronj5flWe Sitterartettrag. 



löcteiligten erfolgen, welche ht- 
jiei^ungdtpeife an bte genannten 
älf^tnifterien ober an bte ©efanbt« 
fd^ften ber beiben ISänber ge« 
tid^tet werben !ann. 

3n allen tJällen muß bte An« 
ntelbung bei SBerfen, n^eld^e nad^ 
bem (Eintritte ber äBlr!fani!eit ber 
gegennrärttgenJ^onDention erfd^ie^^ 
nen ftnb; binnen brei SJ^onaten 
nad^ betn (Srfc^einen bed SBerled 
im anberen Sanbe, unb bei htn 
früher erfd^lenenen Werfen, bin* 
nen brei Monaten nad^ htm @in= 
trltte jener 2Bir!famfeit eingereicht 
»etben. fjür bic in Sleferungen 
erfd^einenbcn 3Berfe foH bie brei« 
monatliche grift erft mit bem ©r* 
(deinen ber legten Sieferung be* 
ginnen, eä toäre benn, bafe ber 
^utor in ©emäßl^eit ber S3eftim* 
mungen bei^ $(rt. 5 \>xe ^Ibfid^t gu 
er!ennen gegeben l^ätte, f^d^ baS 
9led^t ber uberfe^ung t)orgube' 
]§alten, in meld^em f^atfe jebe 
Sieferung atö ein befonbereS ^erl 
angcfel^cn »erben fott. ^ie görm« 
licQceiten ber Eintragung, n^eld^ 
le^tere in befonbere, ju biefem 
Sn^ecfe geführte 9flegifter ftattftn* 
M, fofl meber auf ber einen noc^ 
auf ber anberen @eite ^nlag iux 
(Srl^ebung irgenb einer G^ebül^r 
geben. 

S)ic SBeteiligtcn'erl^alten eine aus 
tl^ntifc^e SBefd^inigung über bie 
(Eintragung; biefe )Befc^einigung 
wirb foftenfrei auSgefteüt »erben, 
Dorbe^altlic^ ber etnxiigen gefe^ 
lid^en @tem<)elabgabe. S>ie Sc« 



fd^einigung fott bad genaue Saturn 
ber ^nmelbung entl^lten, femer 
htn Xitel beS ^tdti, htn 92amen 
beS ^utoriS unb jenen hti ^tx^ 
legerd, fowie aQe ^ur ^onfiatie« 
rung ber Sbentität beS SßcrfeS 
erforbertid^en Angaben; fte foU 
in ber gan^n 9[udbel§nung ber 
beiberfeitigen Gebiete DoQen&Iau^ 
btn f^htn unb bad audfd^lie^nbe 
9%ed^t be$ Eigentum^ unb ber 
$ert)ielfftltigung fo lange httotU 
fen, aU nid^t ein anberer ein 
beffer begrünbeteS 9ledbt Dor Q^ 
rid^t erwirlt l^aben wirb. 

$lrt. 3. ^ie Seftimmungen beiS 
^rt. 1 foHen gleich SInwenbung 
auf hit ^arftellung ober ^uffül^« 
rung bramatifd^er ober muftfa^ 
lifc^er ^er!e ftnben, welche nad^ 
G^intritt ber^irlfamteit ber gegen« 
»artigen Äonoention jum crftcn« 
mal in einem ber beiben Sauber 
üeri)ffentlid^t, aufgefül^rt ober bar» 
gefteHt werben. 

SCrt. 4. %tn Driginalwerfen 
werben bie in einem ber beiben 
(Staaten toeran ftalteten Uberf e|un« 
gen inlänbifci|er ober frember 
&erle audbrüdEIic^ gleic^gefteHt. 
S)emgufoIge foöen oiefe Über* 
fe^ungen rüdfftc^tlid^ il^rer unbes: 
fugten SßerDielfältigung in htm 
anberen @taate ben im ^rt. 1 
feftgefe^ten @c^u^ genießen. (Sd 
ift tnbeg wo^Ioerftanben, bag ber 
SwedC beS gegenwärtigen «rtifel« 
nur bal^in ge§t, ben Uberfe^r be* 
mglid^ feiner eigenen Überfe^ung 
oeS Driginalwerfed ^u fc^u^en, 



Xm epcn.'fidntEflFitc eilttcaiticitiag. Igl 

ni^l abtx. htm erfttit Ü6ti:fe^r ] ^trauBgeqebenen ober l)ert)ielfäl= 
trfltnb tineS in tolet ober Ubtn= . ligtfn ^etfcS in beut anbenn 
im ©pTodK fitt(!^iriebtnf n 9i8erfe8 Sanbe ni^t Derlauft tMrben l>iir= 



he& auSf^titgenbe äbcrfc^ungS: 
iw^t gufifetltagen, oiiSgenomraen 
in bem im folgcnbeit ilrtihl t>oi= 
gef<^nen galfc unb Umfange. 

ütt. 6. ^er Stutot tbeS jcbe» 
in (intm ber btiben fiüitbtr ti:= 
f^ienenen BerleS (oD gtgen bie 
SSerÖffentlii^ung jeber o^ne feine 
Scmäi^tig uitg Dtinn ^altetenUbeir^ 
[c^ung beS|eI6en SBerIcS in bem 
anberen Sanbe bnt glei<^en®^uß, 
roie bie inlünbif^n Stutonn |]e= 
niegen, unter ber 39ebingung je- 
boc^, bog er an ber ^IM [eineS 
SBeifeS feine Vb^iäit, fic^ baS 
Steigt ber Ü&eifegung norjube^al^ 
ten, angejeigl dabt. 9ti ben in 
Siefetunfltn trf^einenben SBerle n 
foD (3 genügen, mcnn bit (£t: 
lldrung »fS antot«, bag tr (itfi 
baS Wd)t ber Überfetung Oür&e= 
^ite, auf ber erffen Siieferung 
iebeS S9anbc@ auSgebriitft ift. Sie 
HutDien brantalifdKt Serie gt:^ 
nit^n 6eiberfelC8 b^ gleit^en 
Seifile bejügtidö ber ubcr|e|un3 
obtc ber Hnffütirung ber Ü6er' 
fetangen iftrer SBerfi. 

art. 6. 3Benn ber Urheber eine« 
im Mrt. 1 bejeii^neten l&txki 
bau 9te$t jut Verausgabe ober 
SetVielfüIttguttg einem ISetleger 
im ©ebiete beä einen ober beS 
anberen ber V^n nertragenben 
Xdle mit bem SSorBe^Ite übtr= 
tragen ^t, ba6 bie Sjen^jlnre 
ober StuBgabcn btS foli^rgeftalt 



fen, fo fallen biefe Sjem^jtare 
ober ausgaben beiberfeitS alS 
unbefugte ^eiDlelfäitigung ange^ 
fe&en »erben. 

S)ie Säerk, auf meltfte ber ärt. 
6 Stnmenbung finbel, fnHen ber 
freien ßwlaffung in beiben Z&n> 
bern jum Öe^ufe i^rer 3)Uti^= 
fu^r na^ einem britten äanix 
geniefeen. 

SIrt. 7. Sie gefe^lli^n ^r=> 
tretei ober 9)ei$IBnad^f olger bet 
Autoren, überfeßer.ßomfioniftnt, 
3"' ~ ' ■"■"' ir.flup' 
fe II. f. w. 

fo n oQcn 

e tfitlxiU 

%c wmiu 

H{ lutortn, 

üi . 3ti4= 

ni rt, ffubs 

fe ;n f elbft 

beroiEigf. 

9trt. 8. Uiigeai^let ber in ben 
ttrt. 1 unb 4 ber gegentntirtigen 
SonQentian ent^Itenen tSeftini' 
mungen bürfen HrtiTel, toclc^ 
auB ben in einem ber beiben 
Sänbet erfi^einenben 3onrnaIen 
ober ^Kriobifi^n ©ommelroerUn 
entnommen finb, in ben 3our= 
naien ober tiertobififien iSammels 
»erlen bee anbtren SnnbeB ab^ 
gebnuft ober iiberfeßt werben, 
menn nur bie Quelle, auS ber 
biefe Hrtifel gefifia})fi roorben finb, 
babei angegeben wirb, Sllefe f&f 



182 



Det Bflett.«fTaniBflf($e Ottteratt^ettrag. 



brudf ober bie Überfe^ung t)on 
9(xtilelti QuS Journalen ober t)e« 
riobif^en ©ammeltoerfen, »el^e 
in bem anbeten fianbe erfd^ienen 
ftnb, in bem graue feine ^ntoen- 
bung ftnben, menn bie Slutoren 
in htm Sournale ober in bem 
©ammeltperl felbft, in »eitlem 
jtc biefelben ijaben erfd^eincn 
taffen, förmlid^ erllfirt baben, baß 
fte beten ^Ibbruc! obetüberfetung 
unterfagen. 3" Uin^m^allt fofi 
bicfe unterfagung bei Stttifeln 
ipoUtifd^en 3ni|alted $Ia{( greifen 
fönnen. 

^tt. 9. S)et SJetlauf unb baS 
geflbieten Don ^etfcn ober ©cgen* 
ftänben, tt^eld^e im ©inne ber 
8(rt. 1, 2, 4 unb 5 auf unbefugte 
SSeifc üetöielfältlgt finb, ift, toor* 
ht^alüidi ber im SCtt 11 entl^al* 
tenen ^ftimmung, in {ebent ber 
beiben Staaten Verboten, fei t9, 
bag bie unbefugte ^erDielfältigung 
in einem ber beiben Sftnber ober 
in irgenb einem fremben Sanbe 
ftattgefunben l^at. 

5lrt. 10. 3m Sratte öon g^- 
n)iberl^anblungen gegen \>it )@e- 
ftimmungen ber ooranftel^enben 
^rtüel foQ mit Sefc^Iagna^me 
ber nad^gebilbeten ©egenftänbe 
bcrfal^ren werben, unb bie ©c* 
ritzte follen auf bit burd§ bie 
beiberfeitigen ©efe^gebungen be^ 
ftimmten ©trafen in berfelben 
^eife er!ennen, ald loenn bie 
3un)iber]§anblung gegen ein ^er! 
ober ©r^eugnig inlänbifd^en Ur» 



ft)rungS gerietet toäre. ^ie9)^r!« 
male, meld^ bie unbefugte 9{a4s 
bilbung begrünben, foIIen burd^ 
bie ©eri^te bed einen ober beS 
anberen Sanbed nad^ ber in jiebem 
ber beiben Staaten befte^nben 
®e[e(gebung beftimmt merben. 
^rt. 11. S3eibe 9legierungen 
toerben burd^ ^bminiftratit)s93ers 
orbnungen bie nötigen ^Ragregeln 
gur .^erl^ütung aller ©ci^mierig' 
!etten unb SSermidfeluttgen treffen, 
in koeld^e bie Serleger, ^d^bntder 
unb S^uc^l^&nbler beS einen ober 
bed anbeten SanbeS burd^ ben 
ben ^eft^ ober Verlauf fold^r 
SJerDielfältiaungen ber, im Q^igen^ 
tume oon Untertanen beS an:' 
bereu Sanbed befinbtid^en , nod^ 
ni4t 5um Gemeingut gen^orbenen 
Serfe geraten fönnten, meldte fie 
oor bem (Eintritte ber ^ir!fam= 
leit ber gegenwärtigen ^onoention 
oeronftaltetober eingefü^ l^aben, 
ober beren Änfettigung unb ^c^: 
beraBbrud ol^ne Ermächtigung beS 
berechtigten jur 3^tt ^^ 'Ein- 
tritte« ber SBirIfamleit ber gegen* 
toärtigen ^ont^ention im 3uge ift. 
^iefe ^notbnungen follen fld^ 
aud^ auf ^lifd^ee, ^olgftöde unb 
geftoc^ene platten jebet Krt, fo« 
wie auf rit]§ogra:p|^ifd^e Steine er^^ 
ftredfen, weld^e ftd^ in btn Wta^ 
gajinen bei ben öfterreid^if^en 
ober fran^öpfd^n SSetlegcrn ober 
^rudfern bepnben unb öfterrei» 
d^ifd^n ober fran^öftfd^en Drigi^: 
naien ol^ne (SrmäAtigung bed 
Sered^tigten nad^gebilbet [mh. 



Set BfttCT.^fnitijlllltiie.aUltratMittaB. 



3nbe(fen [ollen bie SUWt. ^»Ij' 
ftSde unb gc[to(^enen platten otTer 
ÜTt, foicil« blt tit^ogtap^i flucti 
6tttiie nur innec^olb Dier ^a1t= 
ren, Bom Beginne bi;t aBirtforn' 
hit bet flegmmäcltaenfiDnDenÜDn 
an geiedinet, tentiff mrbtn 
Tannen. 

«rt. 12. aBH^wnb ber Siauet 
bei: gegeniDünigen Sontiention 
foüen bie foIgenMn ©cgenflänbe, 
nämitrfi: ^ii^t in aCen Spra^ 
Äen, ftufifeiftitfie, ©lic&e anbetet 
Ürt unb §oIjf4nitic, ülil^Dgta= 
tJ^icn unb ^^otogtap^itn, geD= 
aiop^ifc^e obev®ecIarien, äHuri= 
(nllen, geftot^ent ffupftt^ ober 



33aIencJenneS, X^ionciUe nnbBa:= 
(Ha. 

2. tflüd^et in anbetet oIS frün= 
jörtlifiei ©prodie fiel ben näin= 
litten äoHämlern iinb augetbem 
in ©aargemünb, ©i. SouiS, Set' 
lieteS be Souj, ^etpignnn (übet 
le $ett|uB), (e $etttiue, Be^obit, 
Borbeauf, Slonteä, St. aKato, 
Säen, Slouen, Sieppe, Boulogne, 
Salaie, SlüuIUc^en, IHpati^ unb . 

(£3 bleibt jeboc^ DotbeBallen, in 
3utunft nodi anbete äoHämtei: 
bofütju beflimmen.-) 

3n Dfletteit^ foßen bie jut Sln^ 
fii^t erlaubten Bii^er, meltbe an8 



©loölplailen . gefc^nittene §oIä'| tjronlteit^ tommen, übet aBe 
ftSife, fomie lil^ogcop^lft^e ©leine [ öanpljDitänilet mib übet bie !fJe= 
mit 3eii*ini"infii, ©lii^en obet i benjoHämtec etftet fflaffe juge= 



®*ti[t gum ®ebtau^e füt bcn 
Umbtud auf $apier, Otentälbe 
unb 3' Innungen, gegeii[eltig o^ne 
Utfptungejeugniffe joUftei }uge^ 
Ia(fen raetben. 

«tt. 13, 33ie jui ginfu6t et= 
täubten Ü3ü<$ei', niel{f)t au8 Ortet- 
teicb fommen, merben in i^tanl:' 
iei<^ foWD^l jum Eingänge, alS 
aud) gut unmittelbaren Suvi^fu^r 
ober au(^ jut 3!ieb erläge, bei 
folgenben 3'>0>^it"ctn abgefettigt 
nietben, nämli^: 

1. Bücbet inf raniöft(ctiet ©pra^ 
bei allen goMmtccn in S^i^ba^ 
SEBeifienburg, Stta66iiig, ^onlat' 
liet, Btdegatbe. $ont be la (Sallle, 
©I. 3(on be SKaurienne, Ebam= 
&etg, 9!i|ijtt, aKav(eiKe, Ba^oime, 
©aint Siojaite, ^nte, öiKe, 



[äffen tvetben. 
Htl. 14. S)ie Se^immmigen 



184 



^v 9flerr.«frana9ftf<$e SitteraTtoettcafi. 



ber ^gentoärtigen fionl)etition 
foQen in feiner Se^iel^ung Imd 
iebem ber beiben ^offtn vertragen- 
ben £et(e ^ufte^nbe Stecht beein^ 
träd^tigen, burd^ ^Olaitt%tln ber 
©efe^gebung ober inneren $er« 
tvaltung btn 93etrieb bte 2)Qr« 
fteüung ober ba9 feilbieten eine^ 
jeben ^erte^ ober ^r^eugniffed, 
in betreff bcffcn bie !onH)etentc 
^l^örbe bied ffttäit au^^uüben 
l^aben toürbe, 5U geftatten, gu 
überwQd^n ober ju unterfagen. 
^ie gegentt)ärtige ^ont)entton 
f oQ in feiner SB^tfe ba$ [Rec^t be« 
einen ober bed anbcren ber i^ol^en 



Dertragenbeit %ti\t befd^rSnfen« 
bie dinful^r folc^r $üd§|er nac^ 
feinen eigenen Staaten ^u k>er^ 
bieten, mel^e nad^ feinen inneren 
®efe^en ober in (Ikntög^tt feiner 
Serabrebungen mit anberen ^äd^ 
ten für 92ac^brtl(!e erllärt ftnb 
ober crflärt »erben, 
^rt. 15. (Segento&rtige ^otOotn^ 
tton foQ gleid^S^itig mit bem am 
heutigen Xage gtoif(^n ben l^ol^en 
t)ertraqenben teilen abgefd^loffe^ 
nen ^anbetöoertrage in ^irf:: 
famfett treten unb mit bemfelben 
gleid^c S)auer l^aben.*) 



b) SRinifterialUrrorbnung Hom 9. gänner 1867, ^x, 11 9t ®. ». 



„3nm ^oHjuge beS stoif^en 
Öfterreid^ nnb fjranfreic^ wegen 
gcgenfeitigen (Bd^ni^t^ be§ ^utor* 
re^tcS an ben SBcrfen ber Sitte* 
ratur unb Äunft unterm 11. S)c* 
jember 1866 abgefcftloffenen unb 
mit 1. Sänner 1867 in Äraft gc» 
trctenen ©taat^DertrageS »erben 
l^iermit nad^fte^enbe ^n orbnun gen 
fuub gemacht: 
1. ^uf ®runb be« Slrt. 2 be§ 
genonnten ©toatSDcrtrageS wirb 
bei bem 9Rinifterium ber auS* 
mörtigen ^ngelegenl^eifen bie fo- 
ftenfreie Eintragung berjenigen 
jum erftcnmal in fjranfreid^ er* 
fd^einenben S3üd^er, harten, knp^ 
ferftid^e, ©tid^e onberer Art, 21:^ 
töograJ)l§icn unb muftfalifd^en 
$Serfe t)orgenommen werben, 



wel^e ^u biefem B^oedEe t)on ben 
franj()fif(^en Tutoren, beren ge^ 
fe^Iid^en Vertretern oberSRed^td^ 
nac^folgem entweber bei bem 
benannten SWinifterium ober bei 
ber öfterrctd^ifc^en ©otfd^aft in 
$art$ angemetbet werben. 
2. ^tefe ^nmelbung l§at mit 
DoOIommener ^knauigfeit na^« 
folgenbe Angaben 5U entl^alten: 



•) 5)lcfcr «ertrag lourbe burdft er= 
Ilftrung ber beiben Shgierungen t)om 
5. gänner 1879 Kr. 24 ». ®. »., bis 
hum ^bfd^Iuffe eines neuen ^anbelS- 
t^ertrageS ober bi§ jur Aünbigung t)ex= 
(ftngert. (Sin Bufa^artifel toom 18. 
Srebruar 1884 machte bie Sttterarton- 
bention unabpngig toom ßanbe(8toer= 
trage. S)iefe ftontoention tft bis auf 
lueitereS in ftraft unb auf ein 3a^r 
filnbbar. 



Öfterreidl unb 2)eutfci^tanb. 



185 



a) Bei SSüc^etn utibmufüa« 

lifd^ctt 3Bcr!ctt: 

ben £itet be§ 99erfe9, ben Flamen 
M Tutors ober Ü6erfe|er8 (\n^ 
fofem fclbc genannt ftnb), oen 
Slawen beS &rlMer8, ben Ort 
unb bte B^it bed @rfc^ineti§, bte 
^nja^l ber S3änbe unb beten 
SSogen^al^I, ba8 fjorniat, bte S^^I 
ber ettoa beigegebeneit Xafeln, 
fotoie ben ebenfalls beigefügten 
^orbel^alt beSÜberfe^ungSred^teS; 

b) Bei Äarteri unb Äujjfer* 
ftit^en, bann ©tid^en attbe= 
rer ^rtunbSit^ogra))]^ien: 

bie ^ejetc^nung beS (^egenftan^: 
bed, ber ^arfteüung^:: unb 9le^ 
))robu!tion9art, bed Url^eBeri^ beS 
DrtQinaltterfed unb ber Sßeij'ro:: 
buftion, beS Bruders unb SBcr- 
leget«, beg DrteS unb ber gelt 
bed (Stfc^inenS; fotoie ber Eimern 
fionen beS Formates. — S5el 
Werfen, meldte nad^ bem 1. San- 
ner 1867 in ^ranfreid^ erf^ienen 
ftnb, l^t bie ^nmelbung längftend 
binnen brei SRonaten, Dom Xage 
bed (Stfc^etnend an ^etec^net, p 
etfolgert, Bei htn ftit^er erfc^le? 



neneit Werfen Big sunt 31. ^ära 
1867. 

8. ®ie ^teiliaten erl^alten eine 
aut^ntifd^ Sefd^infgung über 
bie Eintragung, »ofür auBer ber 
6tem^elaBgaBe für anttli^e ^^ 
ftätigungen oon 1 f(. oft. ^S^r. 
(2 granfS 60 Sient.) px. »ogen 
bet Seftätigung feine toeitete ©c« 
Bü^r SU entrichten ift. 

4. ^ie über $(nme(Dung fran^ 
Söfifd^er8[utoren, beten gefe^Iic^n 
Vertreter ober Slec^tduad^fol^er 
eingetragenen S^rle merbett tm 
5lmt8BIatte ber SBiener 3eitung 
Be!annt gegeBen n)erben. 

5—7 ent^ölt ÜBergangdBeftint:^ 
mungen. 

8. 9li^t autoripcrte SJeröietfäU 
tigungen Oon in Oftctteid^ et* 
fc^ieuenen ©et!en, tt^enn fte gleid^ 
in gfranlreid^ mit bem <StemJ)eI 
oerfel^en tporben finb, bürfen nur 
bann in Öfterreid^ in ^Jerlei^r ge* 
fejt werben, wenn bie Beteiligten 
öfterteid^ifc^en Url^eber unb Ver- 
leger bicfeS SerfeS il^re 3wftim» 
mung ha^n gegeBen f^ahtn, ober 
nad^bem ba9 ^erl jum O^emein« 
gut getoorb^n ift. 



Äfterreid^ utili Dentfd^lanli 

fiel^e ben 9[rti!el Öfterreid^ im 1. $anbe ©eite 71. 



186 



um 16. Dezember 1865 Itr. 2 H (6. ß. Tut 1866. 

Wct, 10. 3)ie fontralftfercnbcn JWäd^tc begatten ftd^ öor, na(^^ 
trögtid^' bur(6 eine befonbcrc Ü6crctn!unft bic SRittel gu Be= 
ftintmch, um ben ÄutorSre^tcn an SBerfcn bcr Sitterotur unb 
ber fd^öiten Stifte innerhalb i^rer Gebiete ben gcgcnfeitigcn ©c^u^ 
angebci^cn ju laffen .♦) 



dSefr^ tiom 27. 3nm 1878 Itr. 62 )t. (S. B. toegett Der- 
etübantttg eitted 3oU- unb j^aitbetebnnbitiffee jmtfd^eu 
bett fünbent ber bßerreiditfd^en unb ber uugartfdieu ürone. 

Slrt. 19. ®er gegenfeitige ©d^u^ beS gciftigen unb avtiflifc^en 
©igcntiimä In beibcn Sänbcrgebicten wirb im SSegc ber beiber* 
fcittgcn ©cfc^gebungcn vereinbart »erben.**) 



Kugaru. 

®ie Don Öfterreici^ gcfc^Ioffenen Sitlerarlontjcntioneu finb aud^ 
für Ungarn binbenb. SilS ba^ ungarifcfte ©efefe über .ba^ 3lutors 
redftt (im Saläre 1884) ^)romuIgiert »urbe, gob ber § 79 biefeS 
©efe^e« (ftel§c 93anb 1, (Seite 210) in granfrcic^ ^ntag ju Smeifel, 
ob bie ^»Ifd^en jöfterreic^* Ungarn unb granlreic^ geft^loffcne 
SitterarlonDenlion tjom 11. ^ejember 1866 (beren fjortbeftanb 
burd^ einen 3"fö6artifcl Dom 18. fjebruor 1884 erflärt würbe) 
nod^ für Ungarn binbenb fei. ©ugene ?ßIon, SJorfigenber bcS 
©^nbifatS jum ©d^ufe beS (Eigentums an SBerfen ber Sitteratur 
unb Äunft, rid^tete eine bieSbe^üglic^e anfrage an \>a^ SWinlfterium 
beÖ Äußern, loorouf folgenbe, im Journal gön^ral de rimprimerie 
et la libraire, 1885, ^x. 6, Deröffentlid^te Antwort einlief. 



•) 2)tefe Ubereln!imft ift nod^ nld^t »eröffenttid^t toorbcn. 
♦•) <Bit^t ber bftcrr. = un8. Sittcrortocrtrag »anb l, ©eitc 232. 



Paris le 4 f§vrier 1885. 

Monsieur. 

Vous m* avez exprim^ le desir 
de savoir si, dans V opinion du 
ffonvemement de laR^publique 
les dispositions de Tarticle 79 
de la nouvelle loi Hongroise sur 
la propri^t^ litteraire et ar- 
tistit^ue ne doivent pas §tre 
consid^rees comme ne portant 
aucune atteinte a la Situation 
de nos auteurs en Autriche- 
Hongrie , teile qu' eile est d^- 
terminöe par la Convention du 
11 d^cembre 1866. 

J'ai rhonneur de vous infor- 
mer, Monsieur, que les dispo- 
sitions de cet article ne sau- 
raient porter aucune atteinte 
aux stipulations de la Conven- 
tion litteraire conclue le 11 
decembre 1866, entre Autriche- 
Hongrie, et la France, et ac- 
tuellement en vigueur. Je me 
suis assur^ que teile est ^ga- 
lement Topinion du Gouverne- 
ment austro-hongprois. 

Recevez, etc. 

Signal Jules Ferry. 



Uttgatn. 187 

$ari8 bcn 4. gcBruar 1885. 



6te brii(!ten hm ^unfd^ au9, 
miffen ju tooQen, ob nad) ^n- 
fic^t ber 9iegieruug ber SRepubüI 
burd^ bie löcftitnmungcn beS § 79 
bed neuen ungarifc^nüJefei^eiS über 
ba^ littetatifd^e unb fünftlerifd^e 
(Eigentum, hit burd^ bie ÄottDen» 
tiott t)om 11. ^e^ember 1866 
gcf^affenc Stellung unferer STu* 
toren in Öfterteid^-UngaTn nid^t 
öeifc^ted^tcrt merbe. 



^d^ l^abe bie (Sl^re S^nen mit« 
juteiteu mein ^eit, bä| bie 9e^ 
ftimmungen biefed $aragrQ))]§en 
bie öebingungcn ber am 11. ^c? 
gember 1866 Ätoifd^en öflerrcld^s 
Ungarn unb tjfranfreid^ gefd^Iof« 
fetten unb gegenwärtig red^tS- 
Iräftigen öitterarfonüention auf 
{eine Seife Derle|en. S[(^ l^abe 
midi überzeugt, hai bie^ auc^ 
bie ^nftc6t ber öfterreid^tfc^^unga« 
rifc^en 9fleglerung ift. 

©enel^migen @ie tc. 

©ej,: Sule« gerri^. 



188 



S{anMnatoif(|«beutfd^t 6^u^t>ere{n. 



®ef(^Ioffcri im ^crbft be8 3o^rcS 1882. 



^ie am ©d^Iuffe biefer 3^^^^» 
Der^eicftneten uorbift^eti SRufifa« 
liettDerleaer einerfeitö, fotpie ber 
unterzeichnete «^^erein ber ^eut« 
fc^n älilurtfalienl^änbler" anber- 
[eitS l^aben in ber Überzeugung, 
bag e§ bringenb n)ünf(i|eni$n)ert 
fei, hali geiftige (Eigentum burd^ 
©taatÄberträge in oen beiberfei* 
tigen Sönbem p f^ü^en, flc^ 
Derbunben, für ben ^[bfd^lug 
eines @4u^Dertraged ber ntufl- 
lalifd^nlSigentuntdred^te zkoifd^en 
ben norbif^en Sönbem unb htm 
^eutfd^en [Reid^e jeber in feinem 
Sanbe §u wirfen.**) 



t) Kbgebrudt aus ben in 2tipiiQ 
herausgegebenen „aRitteilungen 
beS SBereinS ber beutf($en SRu^ 
flIaItett5änbter"gir.7toom8.3ua 
1889. 

••) 3n ber im3al§rei889 abgel^aUenen 
^autott)crfatnm[un0 bee SereinS ber 
beutt(^en Sßufifalienl^ftnbler ivurbe be« 
fd^loffen, einen ©(^u^bertrag mit ben 
mfflf(§en aKurtfottettUerleßern abju= 
fdöttelen. ®elt tanacn Salären gel^brt 
ber naml^afte rnf|tf<§c Jßcr leger 3). 
fRaf^ttx ($(. »üttner) in ®t. Petersburg 
ftug(et(^ bem Vereine ber beutfc^en 
aWullfaUenl^ättbler an, beffen »ertag«= 
ctgentum er ref^ietticrt, cbenfo tote 3. 
3)eu6ner in Miga unb Sul. ^etnrit^ 
3imntermann in @t. Petersburg unb 
iRoetan. «ud^ erUJirte $. Mrgenfon 
inaKoSfou feine »ereltwiaigfeit, einen 
))riDaten ©d^ul^toertrag in ber SSetfe 



^amit aber fd^on j[e^t t)or @in= 
tritt eines ftaatlid^en äieci^td^ 
f(6u(ed burct ©elbftl^ilfe ber an;: 
ftänbi^ benlenben SBerteaer bem 
biSl^ertgen unnnlrbigen 3uftanbe 
beS 92a%bru(Imefend ein (Snbe be- 
reitet merbe, l^aben ft(^ bie unten 
genannten angefel^enen ffanbina:" 
Difd^en Srirmen burci^, in bie 
^anb beS ©elretärS bed beutfd^n 
^uft!alieni^änbler))ereind nieber« 

f[elegte fd^riftlici^e (SrlC&rung auS 
reien Stücfen Derpfii^tet, t)on 
je^t ab t)om 92ad^bru(Ie fold^er 
^erfe, meld^ Don ben 9(utoren 
mit auSf^Iieglic^em ffttdfit an 
Originalmufifeerteger in^eutfc^« 
lano übertragen tt)orben finb, 
abzufeilen, nur mit bem ißorbe^ 
:^alte, im SraHe ^erle zu bruden, 
meiere bereits t)on einem ^on^» 
lurrenten in ©fanbinaDien atS 
unerlaubte S^ad^brude ausgegeben 
ttorben finb. 

®er ^uSfd^ug beS Vereins ber 
beutfd^en SJluftfalienl^änbler trat, 
obgleid^ fid^ feine SRitglieber fd^on 

beS oben abgebrudten ftanbtnaDif($- 
beutfc^en 9$ertrageS mit htn beutfd^en 
aRujtfaiientoerlegem etnaugei^en unb bei 
ben rufftfc^en 93er(egern au befürtoor« 
ten. QiS^er ift jebod^ ein folÄec ruf:: 
flf(i|sbeutf(!ber )8ertrog nod^ nid^t iu= 
ttanbe gefommen. 



^e Staaten bott Sübamerifa. 



189 



bi^l^r bed berartigen ^^ad^brudd 
ffanbtnaoifi^ ^BkxU tntf^litn 
Ratten, bo^ nod^ audbrücitid^ 
btefem S3ef(^luffe bei. 
(Sfolgen bie itnterfd^riften, toeU 
d^e tt)ir nid^t mit abbtndm, ha 



biefed Sfirmenl)er^ei(tniiS toiel- 
fac^it Seränberungen untettoor^ 
fcn ift. Stttcrcffenten erteilt ber 
herein ber beutfd^en ^u^^ 
füaltenl^ftnblet in Seit)jig 
jebe gemünfd^te 9(udlunft.) 



Die «Staaten tiott «Subamerika. 



^enn bie %ner!ertnuna be$ in:" 
ternationalen Url^ebcrrccöteS in 
(guropo bereits eine fo große 
Verbreitung gefunben ^at, baß 
tod^i in ni$t ju femer gett faft 
alle euro)}äif(^en Staaten einen 
S3unb bilben toerben, ber bie 
^0(b^altung biefeS äted^teS jum 
ßtoede i^aben mirb, fo lögt bafür 
^nterüa in biefer ^inft^t nod) 
fel^t t>iel 5U n)ünfcl^en übrig. ^0 
etnl^eimtfd^e Url^eberrec^t ift in 
t)ielen Staaten ^mtxxta^ gefe^Iid^ 
geregelt, mäl^enb baS audlän» 
bif^e geiftige Eigentum filr t)0' 
gelfrei erllärt ift. & wirb int:» 
nter nod^ an bem ©runbfa^ feft» 
gehalten, bag burdft $Iünberung 
ber fremben @^eiftedf(i^^ bie ein»' 
l^eimifc^Sitteratur gefbrbert toirb, 
mäl^renb, toie fd^on oft ben^iefen 
n^utbe, gerabe ba^ @tegenteil ber 
Satt ift. Um fo grijgere 9[uf« 
merffamleit t?erbient eine Ve- 
megung, koeld^e [\6^ in htn füb« 
amerüonifd^en Staaten bemerlbar 
tna^t, unb bie geeignet erfc^eint, 
in erfter Sinie bem l^trfc^enben 
$lünberuiiQdf^ftem in 9[merila 
feibft ein £nbe ^u mod^n, n)o« 



nad6 bann aud^ (eicfet bejüglic^ 
be§ internationalen Ur^eberredft» 
tcS eine SSerftänbigung mit ©uro? 
pa erhielt »erben lann. 
Unter gü^rung ber argentini« 
fd^en 9%e))ublil unb Uruguay ift 
im 3a§re 1888 in SWonteöibeo 
ein Kongreß gur S3eratung beS 
internationalen 9{e(^teS abgebt« 
ten koorben. Unter anberm touxbt 
au4 bad $roieIt einer ^ontxn« 
tion jum 6^u|^ t)on Kerlen 
ber Sitteratur unb ^nft au§« 
gearbeitet, nxld^ed am 11. 3<^nuar 
1889 bie delegierten t)on fteben 
fübamerüanifc^n Staaten unter:: 
jeid^net l^aben. ^ie fteben Stoa« 
ten finb: ^trgentinifdb^ 9{epubli!, 
Voliüia, Vrafilien, S^ile.^ara« 
gua^, $eru uvb Uruguay. Ob» 
toofjii biefe ^ontwntion nod^ ^ro^ 
je!t ift, fo t)erbient fie bod^ i^xtx 
^igenartigTeit tt)egen befonbere 
SBea4tung. 9^a(^ § 13 tritt fte 
in ^aft jmifd^en ben Staaten, 
koeld^ie fie ratiftgieren, unb menn 
es auä) nur ^mei Staaten fein 
foEten. ^ud^ fönnen nad§ § 16 
anbere Sdnber bct fionk)ention 
beitreten. 3n a3etüdfid^tigung 



190 



!Die etaoten toon ©übametilä.' 



beS Umftanbed, bog bie unter:: 
jeid^neten Staaten eine ^efamt^ 
bet)ö(Ierun() t)on ntel^r atö 24 
Millionen d^inwol^ner l^aben, unb 
\>ai l^onoentionen aud^ bie fLn(h 
geftaltung ber Sanbe9aefe^gebung, 
wo biefe no(^ fc^It, ^erbeifül^ren, 



erfc^int baS $rojeIt ton me^r 
als nur l^iftortfc^er ^tti^tigleit 
^ie 9iatifilatton Cann ja in btn 
beteiligten Staaten täglid^ er^ 
folgen, mir geben bed^lb na(^ 
ftel^enb eine Überfe^ung biefer 
jjrojeftierten Äonöention. 



projcft bes Vertrages von 2TConte©ibeo, untcrsdd^net 
von ^cn 2)elegterten bcr jtcten fübamerifantfdien Staaten 
2lrgentintfd)e Hepublif, Soltpia, SrajtKen, (Eljile, para« 

guay, peru, Uruguay. 
Slm 11. Sanuar 1889. 



§ 1. ^ie unter^eid^neten ©taa^ 
ten t>er))fli(i^ten ftd^ bad ^igen- 
tuni8re(i|t an Sßcrfen ber Sitte* 
ratur unb ^unft nad^ äl'laggabe 
ber ^ebingungen biefeS Vertrages 
on^uerfennen unb gu fd^ü^en. 

§ 2. S)er Url^eber eine« SSerleS 
ber Sitteratur ober ^nft unb 
[eine Oie(^tdnad()folger geniegen 
in ben untergeid^tteten Staaten 
aQe [Redete, »eld^e i^nen bad 
®efe^ jeneiS Staate^ pemöl^rt, tt)o 
bie erfte S3er5ffentlid§ung ober 
^erftcüung be» SBerteS ftattge* 
funben ftat. 

§ 3. %ai ^igentumSred^t an 
SS&evIen ber ßitteratur unb Äunft 
gemäll^rt bem $(utor bie mb^lxd^ 
leit, über bad ^erl §u t)erfitgen, 
ed 5U t)er($ffentlid^en unb ju t)tr> 
äugem, eS ^u üj^erfe^en ober 
einem anbern bie Überfe^ung ju 



?ie[tatten unb ed unter einer be« 
iebigen gform ju t?ert)ie(föltigen. 

§ 4. ^ein Staat ift t?er))p[id^tet, 
baS Sigentuntdred^t an WkxUn 
ber Sitteratur unb ^unft länger 
anguerfennen, ald biegrrift tod^rt, 
toe!(4e für 9[utoren, bie int Sanbe 
btreh biefeS9ied^t erworben l^ben, 
angefe^t ift. 

®iefe i$rift !ann auf htn int 
Urfprungdlanbe angefe^ten l^txU 
raunt befc^ränlt »erben, toenn 
biefer geitraum fürger ift. 

§ 5. ®er Slu8bru(! „SBerle ber 
ßitteratur unb ffunft" umfajt 
3)üd§er, 93rofd^üren unb atte an« 
htm Sc^riftmerfe, brantatifd^e, 
brantatifc^-ntuftfalifd^ unb (^o* 
reogra))]^ifc^ %Berfe, muftfalifc^e 
5^ont))ofttionen mit ober o^ne 
2:e^,fBer!e ber jeid^nenben^nft, 
ber SRalerei unb ber IBilb^auerei, 



SHe (Staoten toon ^öbomerito. 



191 



©tiefte, ^]^otograJ)]^icn, ßitl^ogrQs 
))]^ien, geogrctpftifcfte harten, geo- 
gra))6if%e , to))ogra))ftifcfte, . ar(ftt^ 
tcitonifcftc ober fonftigc wiffcns 
f(ftaftli(ftc glätte, ©tia^en «nb 
3)arfteffungcn ]plaftifd^er 2lrt, 
überftau))t iebcd ^r^eugnt^ aud 
bem 16erei(fte ber ISitteratur unb 
^uttft, »elcfte^ im ^ege bed 
3)rudEe8 ober fonftiger SÖertJtel* 
fältigung öeröffcntlicftt »erben 
ianit. 

§ 6. ®te ubcrfe^er Don SScrIen, 
beren @tgentumSre(ftt nicftt ^e^ 
{(ftü^t ober bereitiS eviofcften tft, 
genießen in bejug auf iftre ÜBer« 
fefeung bcn im ^aragrai)]^ 3 feft* 
gelegten @(ftu^, ol^ne jebod^ bte 
Seröffentlicftung onberer Über* 
fc^ungen beSfelben SSerfe^ ber* 
ftinbern gu !önnen. 

§ 7, ScitungSorlilel bürfen 
nacftgebrudt »erben unter ber 
^ebingung, bog bte $uBItfation, 
QUd »elcfter fte abgebrudt »orben 
finb, genannt »irb. Sluggenom« 
men ftnb l^ierDon 9[rtt!el über 
Äunft unb ^iffenf^aft, wenn 
beren ^acftbrucf Don ben Tutoren 
audbrüdltd^ Verboten »orben i[t. 

§ 8. 2)le bei bcn ^Beratungen 
ber gefe^geSenben Äörperfcftaften, 
t)or ben @)eri(ftt$beprben ober in 
öffentlid&cn SBerfammlungen ge^ 
ftaltenen ober borgclefenen Oieben 
unb Vorträge lönnen t)on ber 
))eriobif(6en treffe, ol^ne bag 
eine ^vmäd^tigung ftier^u nötig 
ift, öeröffentli^t »erben. 

§ 9. m^ unerlaubte ^ert^iel« 



föltigung gilt aucft biefenige nid^t 
gene^igte inbirefte Aneignung 
etned ^erfeS ber iBitteratur ober 
^nft, welche mit k)erf4iebenen 
SZamen loie „^Iboptattoncn, Ar« 
rangcmentS 2C." Bejcieftnet »irb, 
fofem biefelBe lebiglicft bie 99Sies 
bergabc eine? folcften SBerfeS ift, 
ol^ne bie ^igenfcftaften eined Ori« 
ginal»er!ed 5U beftgen. 

§ 10. ^ie Ürftebcrrccfttc »erben 
bis 5um ^»eife beS @^egenteifö 
gu gunften jener ißcrfonen an« 
erfannt, beren 9f?amen ober $feu« 
bon^m in bem SSSerle ber iS^itte« 
ratur ober ^unft begetcftnet ift. 

SSenn bie Tutoren i|ren SRamcn 
gel^eim galten »oUcn, fp muffen 
bie SSerlcger befannt geben, baß 
baS Urheberrecht i^nen juge^rt. 

§ 11. 2)ic S8erant»ortticöfeiten, 
»el(fte burcft Aneignung ber (Sigen« 
tum^recftte an SBerfen ber Sitte« 
ratur unb ftunft entfielen, »er« 
btn bur(ft bie ^ericftte feftgefteQt 
unb abgeurteilt, nacft 9]>laggabe 
ber ®efe(e jenes Sanbed, »o ha^ 
^erge^en begangen »urbe. 

§ 12. ^ie ^nerfennung bed 
©igentumSrecftteä an SBerfen ber 
Sitteratur ober Äunft tjcrl^inbert 
bie unterjeicftneten Staaten nicftt, 
nacft ben iBeftimmungen iftrer 
©cfe^e bie SBertoielfältigung, SSer* 
iJffentlitftung, SBerbreitung, ^uf- 
fül^rung unb ^(uSfteKung folcfter 
^erle §u k)erbieten, »elcfte ber 
SRoral ober htn guten ©ilten 
5u»iberlaufen. 

§ 13. 5)amit biefer «ertrag in 



192 



^ie Staaten t^on ®übamerifa. 



^Qft trete ift ed nic^t nöHg, bag 
er üon ben unter^i^neten @taa« 
ten glei4deitig ratift)iert luerbe. 
diejenige Nation, ble bcn «cr= 
trag genehmigt geioe ed beii SRe« 
gierungen ber SRe|)ubUfen 9[rgen« 
tinien unb Uruguay an, bamit 
biefe eS ben anbern Dertragf(^lte^ 
genben 92ationen befannt ntad^n 
lönnen. 

tiefes Sorge^en bertritt bie 
©teOe bed 9(ugtauf(^ed ber diaiU 
fifationen. 

§ U. 3ft ber SludtQufci^ in ber 
im t>orfte]^nben $aragrc4)]^en an- 
gejelgtenSform gefd^el^en, fo bleibt 
biefer Vertrag anf unbeftimmte 
Seit in Äraft. 

§ 15. $3ünf(4t eine ber unter« 
^eid^neten Stationen bon biefem 



Vertrage entbunben ^u fein ober 
i^n }u önbem, fo mu6 fie bie 
anberen 92Qtionen bat>on Der« 
ftftnbigen; fte toirb ieboc^ erft 
5toei Saläre nac^ ber Mnbigung 
au8 bent ^ertragdberl^ältniffe ent- 
laffen, mftl^renb meld^r S^it <iber 
eine neue (Einigung }u erzielen 
gefud)t toerben foQ. 

§ 16. ^er ^aragra))]^ 13 !ann 
auf 9}ationen au9gebel§nt tt^erben, 
toeld^e am ^ongreffe nic^t teilge- 
nommen l^aben unb biefem SSer« 
tröge beizutreten mitnfd^n. 

Urfunb beffen l^aben bie ^e- 
boUmöd^tigten ber genannten 
Staaten ben SSertrag in fieben 
@;emplaren gejeidftnet unb ge« 
ftegelt 5tt ^ontebibeo am elften 
3anuar 1889. 



r 



Vertag von §f. ^. v. ^iebetmann iti cfeipjig. 



/ 



nSt^nmun'f Summlsng {iriilttifilfn $iinltiisi|fn. 

SSon biefer ©ammlung finb biäl^er folgenbc SBänbe erf(j^iencn: 

unb Sftie^tiili ^tteigCet« 

«ßrcig ftrof^iert 1 m.y ßebunben 1 3»!. 40 $f. 

2. ©b. 2)aS JRed^t für Url^eber, «udj^anbel unb treffe. !•, 9le^ti^s 

(esiton f ftt Ut^tf^n, ^uüi^anUi un^ ^treffe in Un 
mn^em ^mi^ä^ev 2^mt^ SSon ^iebti^ etteigCet« 

^rei§ Brofd^icrt 4 mt., gebunbcn 4 3Jlf. 50 ^f. 

3. »b. ^ag 9iec^t für Url^cber, SBuc^^anbcl unb ?ßreffe. IL, 2)le 

inittnaiionaUn Ut^tütttüii^'&t^eH^tffum^n un'^ 
Slonl^entionen« ^on Srtie^iri^ ^tteigi^ei?« 

$rei8 4 ^f., gebunbcn 4 SOfJf. 50 ^f. 

^räjifcfte gaffung ber bejüglid^cn ©cfe^e. ^raftifd^c Icyüa* 
lifcbe SCnorbriung, trclij^e ble fofortige S3eanttt)ortung einer itbtn 
9fle(^t§frage möglicj^ mad^t. StuS bcr güHe ber anerfennenben Ur- 
teile lieben tüir nac^ftel^cnb einige ]^erau§: 

mt^tt. 9lDtttriatö-8tö. 1890 S«r. 1. (über ©anb 1 obiger 
©ammlung.) SSerbienftöoU tft bie ^erau^gabc biefeS ©erfd^enS 
für aüe gätte unb mirb, mit lRüdfid)t ouf bk forgfältige Slbfaffung 
ber einjclnen SCrtifel, felbft ben Kennern bcr ertoäptcn ©efejs 
gebung ^um momentanen (S^ebraud^e gute 5S)ienfte (eiften. 

guftisrat Dr. jur. fjriebr. 28 e bcr. 

33anb 2 obiger Sammlung enthält in leyifalifd^er Sorm (fo* 
»ie aud^ in wörttid^er Siebergabc im SCnl^ang) bic Url^cbcrretfitgs 
©cfctgebung Don 2)eutfc^lanb, fcfterreid^, Ungarn unb ber ©d^meij, 
bie ScrlagSred^te bicfer Sänber, bie buc^l^änolerifd^en Ufancen, fos 
»ic hk ?ßrc6gcfeggebung bon 55)eutf(6Ianb unb Öftcrreid^. 

%a^ mx}tnUait für Den Deutfilgen »udg^anDel 1890 9lr. 168 
ttjibmct bcm SBud^e eine fc^T cingcl^enbc SBefpred^ung. (£8 fd^reibt, 
ba% cS «in :prattif(^er Sform eine erfci^ö))fenbe ^arfteKung 
aller möglid^en SRcd^töfragen bietet''. . . . @e^r ^mecfmägig ift bie 
tcjüalifc^ gcorbncte jjorm beS ©toffcS. . . . 2)a8 ©üc^lein öer« 
bient »arm emljfol^len ju werben 2C. 



@trelBUr, ba9 »ed^t für Urheber ic, n. 13 



0rgan bes Deutfd^en Sd^rtftjteller'Oerbanbes* 

®a8 »10^119116 ga^blatt für J&iiftx^^tlltt \tbtn 
JtDßtgtÄ ift tie „l^ßMifi^B PJ^B||fe*S n)cl(i^e aud^ für 
©ßrhgier jpebßr ^tt^Iung öon SBcrt unb Sntereffe ift. 

®ie „®ßuifti[rs J^tBp" ift burd^auS nxä)t nur Crgan 
bc§ SScrbanbcS, fonbern fic t)crtritt bie S^tcrcffen aller 
SJcrufSgenoffcn. 

®ic „©ßuifdjß }top" bietet neben ben nur njenig 
Staum bcanfprud^cnben anttlit^cn aWitteitungen ber SSer* 
banb^s^ unb SJejirfööorftönbe Äbl^anblungen über Urheber* 
unb SSetlagSred^t , über bie SSerl^öItniffe jtoifd^en Urhebern 
unb SSerlegern unb fonftige bttn^iäft Sntereffen. 

S)ie „©ßuifxijB Tjj^tz^t'' erfd^eint »öd^utlic^ unb ift 
bur^ alle 93ud^^anblungen für 2 9Rf« t^O SMatial 

ya bejiel^en. 

Sebent So«r"öMften ober ©d^riftfteller, ber 93erid^t* 
erftattungen, Überfe^ungen, übcrlj^upt Ittterarifd^e Slrbeiten 
jebcr Sffrt ju liefern münfd^t ober eine reba!tionette ?lu»= 
fteHung fud^t, iebem atebalteur ober SSerleger, ber irgenb 
ttjeld^e litterarifd^e Arbeit ju crtoerbcn münfd^t ober litte:» 
rarifd^e Srofte fud^t, bietet bie „»eutfd^e 5ßreffe" bie beftc 
©elegenl^it jur SJefriebigung aöer bieSbejüglid^en SBünf^e. 



3)ic „©Euffri^ l^nep" »irb nic^t nur Don bcn SKit* 
glicbern bc8 ©cutfd^cn ©d^riftfteHcrsSScrbanbcS, fonbcrn 
aud^ bon bidcn anbeten ©d^riftfteHcrn, aSerIcgem unb 3^= 
riftcn gclcfen unb eignet fi4 bal^er ganj befonberS jur 

3nfertton 

aller für ©^riftfleHer unb SSerleger geeigneten 

^eftti^e ttttb JlngeBofe. 

5)te JnfierfiottÄprBxfB finb: 

für bie Sgefpaltene ^ßetitjeile 30 $f« 

„ „ Vi ®cit« (= 255 $ßetitjeilen = 76 SRI. 50 5ßf.) 

55 Vit. 

„ „ Va ®cite (= 127 ^ßetitjeilen = 38 3Kf. 10 5ßf.) 

29 SRf . 

, „ ^4 @cite (= 63 ^ßetitjetlen = 18 SR!. 90 5ßf.) 

15 auf. 

Sei tüieberl^olten Sluftrögen nad^ Übereinfunft. 



13* 




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